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Sigh for you

von Ririchiyo
Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Freundschaft / P12 / MaleSlash
Alexander "Alec" Lightwood Isabelle "Izzy" Lightwood Jace Wayland / Jonathan Christopher Herondale Magnus Bane Raphael Santiago Simon Lewis
28.11.2021
24.12.2021
5
12.185
8
Alle Kapitel
7 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
24.12.2021 1.493
 
AN: Auch dieses Kapitel ist wieder noch nicht betagelesen.
Ich bedanke mich an dieser Stelle schon einmal ganz herzlich bei allen fürs Lesen und besonders die 5 Reviews. Und danke auch erneut an Ellie05 für die Beta-Dienste. Außerdem für die 16 Favos und die 5 Sterne, es freut mich sehr, dass die Geschichte euch bisher gefallen hat.
Über Reviews würde ich mich natürlich weiterhin freuen, wenn ihr mir eure Gedanken mitteilen wollt, aber jetzt wünsche ich euch erst einmal viel Spaß mit dem letzten Kapitel!



Kapitel 5

Er weiß spätestens dann, dass es Simon ist, als dieser klopft und dann wie immer in den Raum kommt, ohne eine Antwort abzuwarten. Er sieht von seinem Buch auf. „Du bist zurück?“
    „Jep.“ Simon grinst und setzt sich wie so oft auf Raphaels Bett.
    Vielleicht ist es seine Schuld, weil er ihn nie ernsthaft genug darauf hingewiesen hat, dass Simon sich dort nicht setzen soll.
    Er sagt auch diesmal nichts dazu.
    „Irgendetwas, das man wissen sollte?“, fragt er stattdessen.
    „Nicht, dass ich wüsste.“ Simon lacht und zuckt dann mit den Schultern. „Rebecca sagt, ich soll dir schöne Grüße ausrichten, aber abgesehen davon eigentlich nichts. Und hier so? Hast du, ähm—“ Simon sieht sich im Raum um, als würde er ihn nicht schon in- und auswendig kennen. „Sind du und Izzy wieder …?“
    Raphael runzelt die Stirn. Warum ist Simon so merkwürdig? Und warum genau sollten Isabelle und er … was? „Nein.“ Außerdem ist das Gespräch zwischen ihnen schon wieder Tage her. Sicher, Simon war in der Zeit danach beschäftigt, aber es ist trotzdem merkwürdig, dass er jetzt damit kommt. Eigentlich ist es generell merkwürdig, dass er damit anfängt. War er nicht die Person, die sich ein Date gefunden hat? Und … Moment. Wieder? „Woher weißt du überhaupt davon?“
    „Izzy und ich reden miteinander? Also nicht sehr viel, seit sie nach London gegangen ist, aber vorher schon und wir sind Freunde, also weiß ich zumindest so ein paar Dinge.“ Weiterhin dieses Grinsen.
    Gibt es eigentlich irgendeinen Shadowhunter, der nicht zu viel weiß oder preisgibt? „Und bei dir?“ Raphael will wirklich nicht weiter über vergangene Beziehungen reden, die vielleicht mehr hätten werden und viel schlimmer hätten enden können. „Hast du jetzt einen neuen Freund oder …“
    Für einen Moment wirkt Simon verwirrt, dann lacht er. „Du meinst Len? Nein.“ Er schüttelt den Kopf. „Wir haben uns bestens verstanden, aber nicht so.“ Er grinst. „Ich meine … ich schätze schon so, irgendwie, aber wir haben keine Gefühle füreinander und warum sollte ich mit jemandem zusammen sein, für den ich nichts empfinde?“ Er zuckt wieder einmal mit den Schultern.
    Raphael versteckt seine Erleichterung, indem er seine Aufmerksamkeit wieder dem Buch in seinen Händen zuwendet.
    „Warum fragst du?“, möchte Simon wissen. „Eifersüchtig?“ Und es ist ein Scherz, Raphael weiß, dass es ein Scherz ist, man hört es Simon deutlich an, aber er hat noch immer sein Gespräch mit Isabelle im Kopf, und vielleicht ist es an der Zeit, dass Raphael sich nicht die leichtesten Auswege sucht, nur weil Simon sie ihm bietet.
    „Ja.“ Er schließt vorsichtig das Buch und sieht doch wieder zu dem anderen Vampir zurück.
    Simon starrt ihn an. Seine Mundwinkel zucken. Dann wird er doch gleich wieder ernst. Er öffnet den Mund. Schließt ihn wieder. Noch einmal.
    „Ehrlich?“, meint er irgendwann. „Denn wenn nicht ist es okay, aber— Ich meine— Du meintest— Jetzt auf eine beziehungsmäßige Art und Weise oder …“
    „Ja“, sagt Raphael erneut. Simon starrt ihn weiter an. Und sagt wieder nichts mehr. Warum hat Simon immer in den Momenten nichts zu sagen, in denen Raphael wirklich gerne alles machen würde, außer zu reden? Wieso muss Raphael jetzt die Person sein, die hier erwachsener ist? Sicher, er ist älter, aber er hat Simon bestimmt keine Erfahrungen in Sachen Beziehungen voraus. Nicht, wo seine einzige wirkliche Beziehung auf einer Sucht basierte und kaum zwei Wochen gehalten hat. Dios, warum ist das so anstrengend? Warum muss Simon so sein? Warum muss das alles so kompliziert sein? Und wie schafft Isabelle es, die Angelegenheit so einfach aussehen zu lassen? Denn als sie mit ihm darüber gesprochen hat, wirkte es einfach. Wie auch nicht? Es klingt immer noch simpel, wenn er es gedanklich zusammenfasst, aber das ändert nichts daran, dass er trotzdem nicht weiß, wie genau er dieses Gespräch eigentlich angehen soll. Simon starrt ihn immer noch an. Vielleicht wartet er auf weitere Erklärungen? Raphael würde das tun. Und er würde auch Erklärungen geben … er hat nur keine.
    Er starrt stumm zurück.
    Irgendwann scheint Simon wohl zu merken, dass das so nicht funktioniert, denn er seufzt. „Okay“, meint er. „Heißt das, du wärst jetzt doch an einer Beziehung interessiert, oder wollen wir das weiter ignorieren, oder …“
    Wieso genau kann Simon keine Gedanken lesen? Oder Gefühle interpretieren? Das wäre alles so viel leichter, wenn er einfach Bescheid wüsste!
    „Ja“, überwindet er sich irgendwie zum Sprechen. „Ich wäre interessiert an einer Beziehung.“ Denn das ist er. Er hat keine genaue Vorstellung davon, wie diese Aussehen sollte, und keine Erwartungen, was genau das heißt, aber das ändert nichts daran, dass sein Interesse vorhanden ist. Und Simons auch, soweit er weiß und wie das hier klingt. Was heißt … dass das hier funktionieren kann. Vermutlich. Und eventuell auch, dass er gleich offen seine Sicht der Dinge erklären sollte … „Aber nicht an Sex“, hängt er darum an.
    Zu seiner Überraschung verdreht Simon die Augen, bevor er lacht. „Ja, offensichtlich.“
    … was? „Wieso— Hat Isabelle dir das auch erzählt?“
    Simon öffnet den Mund und schließt ihn gleich wieder. „Ähm … ja? Mehr oder weniger? Aber nicht wegen— Also wenn ich jetzt so darüber nachdenke, war es eventuell doch eine Art Grenzüberschreitung, weil sie dich nicht hätte outen sollen, aber man muss dazu sagen, dass sie keine Namen genannt hat und ich nur eins und eins zusammenzählen konnte, weil es zeitlich in eure Beziehung gepasst hat? Also sie hat nicht versucht, dich irgendwie bloßzustellen oder irgendwas anderes in der Art, und sie hat auch wirklich keine Namen genannt, es war nur … relativ offensichtlich. Tut mir leid, hätte ich früher sagen sollen, dass ich es weiß? Wobei ich wirklich dachte, dass du es wissen würdest. Du weißt schon, mit dem ganzen—“, Simon bricht ab und schließt den Mund. „Vielleicht weißt du auch nicht.“
    Ja, vielleicht. „Mit dem ganzen was?“, möchte er wissen.
    Simon hebt die Schultern. „Mit dem Ring und so?“ Es kling eher nach einer Frage als einer Antwort, und genauso fühlt Raphael sich auch: Als hätte er nur mehr Fragen und keine Antworten. Wovon spricht Simon eigentlich? Simon seufzt. „Es tut mir wirklich leid. Ich dachte ehrlich, du wüsstest Bescheid, sonst hätte ich anders reagiert.“
    Was wirklich nicht das Problem ist. Oder doch, vielleicht, aber Raphael ist hauptsächlich verwirrt, das ist alles. Weil Simon so selbstverständlich damit umgeht, als wäre das alles kein Problem, und es noch nie so leicht gewesen ist, Leuten davon zu erzählen. Im Vergleich dazu war es selbst mit Isabelle komplizierter, und sie ist einer der leichtesten Menschen gewesen, was das betrifft. „Schon okay.“ Raphael seufzt. „Also ist es kein Problem für dich?“
    „Warum sollte es?“ Simon klingt ehrlich überrascht.
    „Weil die Meisten an Sex interessiert sind und du das mit mir nicht haben wirst.“ Offensichtlich. Und Simon kann nicht behaupten, dass er kein Interesse an solchen Dingen hätte. Er hat doch vor ein paar Tagen erst mit diesem Typen aus der Bar geschlafen, das hat er vorhin erst gesagt.
    „Ich weiß.“ Simon nickt. „Aber ich bin an dir interessiert, nicht an Sex mit dir.“ Er lächelt.
    Genau wie Isabelle. Wie können manche Menschen so unkompliziert sein? „Okay.“ Er nickt ebenfalls.
    Simons Lächeln wird zu einem kleinen Grinsen. „Perfekt.“
    Und Raphael hat immer noch zu viele Fragen und keine Ahnung, was Simon mit einigen Dingen meint, aber als Simon ihn fragt, ob das jetzt heißt, dass sie ein Paar sind, und ob er ihn küssen kann oder das auch nicht geht, kommt ihm das alles gar nicht mehr so wichtig vor.
    Viel wichtiger ist, dass Simon recht hat und alles wirklich ziemlich perfekt ist.


AN: Bei dem Ring handelt es sich um einen Ace-Ring. Ein Symbol der asexuellen Community, das üblicherweise am rechten Mittelfinger getragen wird. Manchmal auch am linken, wobei ein weißer Ring am linken Mittelfinger ein Symbol der aromantischen Community ist. Beide Symbole sind erst relativ kürzlich entstanden.
In meinem Headcanon für diese Story ist Rebecca auch asexuell, genau wie Raphael, weshalb Simon sich halbwegs mit „aktuellen“ Symbolen auskennt, und Raphael tut es nicht, weil er aus einer anderen Zeit ist (aber ich wette, Simon wird ihn aufklären, sobald er mitbekommt, dass Raphael keine Ahnung hat, da bin ich sicher ^^).
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