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and sometimes something is wrong

von Tasha88
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Romance / P12 / Gen
27.11.2021
22.12.2021
13
20.334
2
Alle Kapitel
10 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
27.11.2021 1.196
 
Willkommen zu einer neuen, nennen wir es "Kickers-Geschichte".
Diese Geschichte handelt dieses Mal jedoch nicht von Elsa und Mario, sondern von Elsa und einem anderen.
Wer das also nicht lesen will, sei hiermit vorgewarnt ;)
und übrigens ... ein wenig hat es mein Herz auch gebrochen, aber ich mag die Geschichte trotzdem sehr gerne ^^
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Elsa fasst das Band ihrer Tasche etwas fester mit ihrer Hand, während sie lächelnd die Türe zu dem Sporträumen des Vereins öffnet, in dem Mario seit zwei Jahren spielt. Ihr Freund hat heute ein recht spät angesetztes Training und ihr gesagt, dass er noch nicht genau weiß, wann er nach Hause kommen würde und dass es spät werden könnte. Und auch, dass sie nicht auf ihn warten müsste sondern einfach ins Bett gehen könnte, da sie am nächsten Morgen früh aufstehen muss. Und da sie weiß, dass solche Tage sehr anstrengend für ihn sein können, wollte sie ihm eine kleine Freude machen. Daher hatte sie ihm eine Bento-Box mit all den Leckereien gerichtet, die er gerne mochte. Diese wollte sie in seinen Spind legen, dass wenn er nachher dorthin kommen würde, er sie finden würde. Eine kleine Stärkung, sein Abendessen sogesehen, er würde sich sicherlich freuen, da ist sie sich sicher. Sie hatte ihm auch einen kleinen Zettel dazu geschrieben, dass sie ihn liebte und sich freute, ihn morgen zu sehen und ihn vielleicht noch ein wenig beim Schlafen beobachten würde.

Während Elsa durch die Gänge zu dem Umkleideraum von Marios Fußballmannschaft geht, kann sie durch die Fenster einen Blick nach draußen auf den Fußballplatz werfen. Verwundert bleibt sie stehen, sie kann keinen einzigen Fußballer erkennen, der Platz ist komplett leer. Hat sie etwas falsch verstanden? Nein, sicherlich nicht, aber gut, vielleicht hat die Mannschaft gerade auch eine Besprechung, das gehört schließlich auch dazu. Hoffentlich ist die Umkleidekabine jetzt nicht voller Fußballer!
Als sie vor der Türe zu diesem Raum ankommt, holt sie die Bento-Box aus ihrer Tasche und vergewissert sich, dass der Klebezettel noch drauf ist. Dann klopft sie an der Türe an, wartet, ob eine Rückmeldung kommt, doch nichts. Erleichtert atmet sie auf, das heißt wohl, keine Meute an Fußballern.
Elsa öffnet auch diese Türe und geht in den Raum hinein. Erneut bleibt sie verwundert stehen. Es ist dunkel und nichts deutet daraufhin, dass irgendjemand hier ist, geschweige denn, heute noch jemand diesen Umkleideraum benutzt. Aber … ihr Blick richtet sich zu dem Durchgang in die Duschräume, aus dem Licht zu erkennen und Wasserrauschen zu hören ist, irgendjemand ist doch noch hier. Mario?
Elsa runzelt ihre Stirn, als ein Lachen erklingt, doch, das hört sich nach ihrem Freund an. Dann erstarrt sie und es fühlt sich an, als würde eine eiskalte Faust ihr Herz umfassen und zusammendrücken, denn außer dem dunklen, eindeutig männlichen Lachen, ertönt ein helles Lachen, das einer Frau zuzuordnen ist, gefolgt von einem lauten Aufstöhnen von dieser.
Elsa tritt nach hinten, übersieht dabei einen Korb mit Fußbällen, gegen den sie läuft und der dabei umfällt. Bei dem Lärm, der daraufhin klingt, zuckt sie zusammen, dreht sich herum und versucht die Fußbälle aufzuhalten, die im Raum herumfliegen.

Plötzlich ertönt ein Klicken und als die Lampen an der Decke des Umkleideraums aufleuchten, wird alles in helles Licht getaucht.
“Elsa?”, erklingt hinter ihr eine Stimme, in der ein panischen Unterton mitschwingt.
“Mario.”
Die Angesprochene dreht sich herum, sieht zu dem jungen Mann, der dort aufgetaucht ist. Er scheint unter der Dusche gewesen zu sein, denn er ist nass, Wassertropfen laufen von seinen Haaren und über seine Haut. Um seine Hüfte hat, er ein Handtuch geschlungen das er mit einer Hand zuhält, ansonsten ist er nackt.
“Was … was machst du hier?”, fragt er mit krächzender Stimme und starrt sie mit großen Augen an.
Elsa hält ihm die Bento-Box entgegen, die sie so festhält, dass ihre Fingerknöchel weiß hervortreten.
“Ich … ich wollte nur … die hier … in deinen Spind legen, für nachher und …”
Sie sieht hinter sich, zu dem Spind, der Mario gehörte. Sie erstarrt und dann fliegt die Bento-Box aus ihren Hände, auf den Boden, wo sie sich öffnet und sich all die liebevoll zubereiteten Leckereien verteilen, doch das bemerkt Elsa nicht, deren Blick auf die Kleidung gerichtet ist, die neben Marios auf der Bank vor seinem Spind liegt. Wieso … liegt dort Unterwäsche einer Frau? Ein BH und ein Slip, die ihr regelrecht Löcher in die Netzhaut brennen. Langsam dreht sich die junge Frau zu ihrem Freund herum, der sie mit immer noch großen Augen ansieht und sehr blass geworden ist.
“Das … das ist nicht, wie du denkst!”, bricht es aus ihm heraus und er hebt seine freie Hand vor sich, wie als ob er etwas abwehren wollen würde.  
Blinzelnd blickt Elsa ihn an, ehe sie langsam ihren Kopf schüttelt.
“Was … was genau … Mario … was tust du hier?”, fragt sie ihn, während sich in ihr alles nur noch mehr zusammenzieht.
“Ich … das … Elsa, glaube mir, das bedeutet alles nichts!” Er macht einen Schritt auf sie zu, streckt seine Hand nun nach ihr aus, während er mit der anderen weiterhin krampfhaft das Handtuch an seiner Hüfte festhält.
“Das … bedeutet nichts?” Elsas Augen weiten sich.
“Das … es ist … einmalig passiert und …”
Und auf diese Aussage kommt Leben in Elsa. Sie kneift ihre Augen zu Schlitzen zusammen und starrt ihn durch diese an.
“Nichts zu bedeuten?” Sie deutet auf die Kleidung auf der Bank. “Das hat nichts zu bedeuten?”, brüllt sie wütend. “Du hast mir gesagt, dass du heute lange trainierst. Und dann komme ich hierher und du … du … vögelst eine andere?”
“Elsa, Schatz …” Mario tritt einen weiteren Schritt auf sie zu.
“Nein, komm mir nicht mit Schatz!”
“Hör zu, Elsa, ich beende das und dann reden wir miteinander und klären alles, ja? Warte nur kurz, ich bin sofort wieder bei dir und …”
“Ja!”, zischt Elsa immer noch wutentbrannt. “Geh du nur. Ich beende auch etwas: und das ist unsere Beziehung! Ich will dich nie wieder sehen, hörst du? Nie wieder!”

Und dann dreht sie sich um und rennt aus der Umkleidekabine, aus dem Gebäude, soweit sie ihre Beine tragen. Dass er ihr nicht nachkommen würde, nur mit einem Handtuch als Bekleidung, darauf baut sie, hofft sie.
Doch irgendwann muss sie stehen bleiben, nach Luft schnappend, während es in ihrer Lunge sticht, kaum noch etwas sehend, da Tränen ihr die Sicht nehmen, unaufhaltsam über ihre Wangen laufen. Elsa schlingt ihre Arme um ihren Oberkörper, krümmt sich zusammen, während alles zu schmerzen scheint, regelrecht in Schmerzen steht, ihr ganzer Körper, jeder einzelne Teil von ihr. Das gerade … das ist das Schlimmste, was ihr je passiert ist, was sie in ihrem ganzen Leben erlebt hat. Er … Mario … wie hatte er sie so verletzen können? Sie hatte bis vor wenigen Minuten gedacht, dass er sie lieben würde, genauso sehr, wie sie ihn. Doch das ist anscheinend nicht so. Ist ihr Leben in den letzten Jahren wirklich so eine Lüge gewesen?

Langsam läuft sie noch ein paar Schritte bis zu der Bank, die in ihrer Nähe steht und lässt sich kraftlos darauf sinken. Wieder schluchzt sie auf, umfasst ihre Oberarme mit ihren Händen fester und dann bricht es erneut über sie herein und die nächsten Tränen strömen unaufhaltsam über ihre Wangen.
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