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Aus Angst die Liebe

von Kalethya
GeschichteRomance, Freundschaft / P18 / MaleSlash
Joachim "Joko" Winterscheidt Klaas Heufer-Umlauf
25.11.2021
03.12.2021
4
8.022
8
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25.11.2021 1.911
 
Hallo zusammen, das hier ist meine erste längere FanFiktion also seit bitte nicht so hart zu mir. :D Weiss noch nicht wie lang die Geschichte wird und wann ich neue Kapitel hochlade, ich teste mich hier einfach mal ein bisschen aus. Ansonsten hoffe ich ihr habt Spaß an der Geschichte. Alles Liebe, alles Gute.

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Seine Hand zitterte als er sie in Richtung der Klingel hob. Er legte seinen Finger auf den Knopf, allerdings ohne zu drücken. Seine Beine waren weich wie Pudding und er hatte keine Ahnung, wie er gleich den Weg nach oben schaffen sollte.
„Verdammt“ fluchte er leise. Er fuhr sich durch die dunklen Haare und atmete tief ein.
Noch einmal hob er seine Hand, doch wieder war das Einzige was er tat, mit seinem Finger die Klingel zu wärmen.
Eine Stimme in seinem Kopf schrie ihn an, er sollte endlich diesen bescheuerten Knopf drücken, was kann schon passieren? Eine Andere wiederholte ein nicht endendes Mantra.
*OhGottOhGottOhGottOhGott* Er schüttelte den Kopf, um die Gedanken los zu werden.
Wenn ich hier noch lange stehe erfriere ich, dachte er sich, während er warme Luft in seine viel zu kalten Hände pustete.
Er spürte sein Handy vibrieren und holte es schnell aus seiner Hosentasche. Auf dem Display leuchtete ein Anruf mit unbekannter Nummer. Ganz bestimmt nicht jetzt. Er wartete einen Moment bis das Vibrieren aufhörte, dann steckte er das Handy zurück in seine Hosentasche.
Langsam hob er seinen Kopf und schaute wieder auf die Klingel, die ihm irgendwie feindselig vorkam. Jetzt reichts aber Heufer-Umlauf, sagte er zu sich. Du bist ein erwachsener Mann und interpretierst schon ein Eigenleben in einem Klingelknopf. Er hob seine Hand, bildete eine Faust, atmete ein letztes Mal tief ein und betätigte die Klingel.
Er hatte es getan. Sein Atem beschleunigte und das „OhGottOhGottOhGott“ wurde lauter. Hatte er wirklich gedrückt?
„Hallo?“ meldete sich eine durch die Gegensprechanlage merkwürdig fremd klingende Stimme. „Ich bins... Klaas.“ krächzte er in die Sprechanlage hinein. „Klausi?“ fragte die Stimme überrascht, diesmal erkannte er sie besser. „Komm hoch!“
Das Summen dröhnte in seinen Ohren und wie ferngesteuert drückte er sich gegen die Tür. Er schaltete das Licht an und nahm die ersten Treppenstufen. Die Zweifel in ihm wurden wieder lauter und der Druck in seiner Brust größer. Was sollte er bloß sagen? Er wäre am liebsten auf der Stelle umgekehrt. Doch er wusste, dass das jetzt keine Option mehr war. Er hatte einen Entschluss gefasst und musste da jetzt durch. Länger würde er das Ganze sowieso nicht mehr aushalten.
Seine Beine trugen ihn überraschenderweise tatsächlich noch hinauf in den 4. Stock.
„Was machst du denn hier?“ fragte Joko erstaunt und mit einem sanften Grinsen im Gesicht. „Du besuchst mich doch nie einfach nur so?“ „War gerade in der Nähe“ nuschelte Klaas nur und vermied es Joko in die Augen zu schauen.
Dieser zog ihn in eine Umarmung und bat ihn hinein. Klaas war sehr damit beschäftigt, seine Beine unter Kontrolle zu halten. Er hatte Angst, was ein ungewohntes Gefühl war Joko gegenüber. Normalerweise war Angst nie ein Thema, wenn er in Jokos Nähe war. Die Anwesenheit des Blonden beruhigte ihn meist, egal in welcher Situation sie gerade waren. Angestrengt starrte er zu Boden.
Joko verschwand in der Küche und Klaas blieb etwas hilflos mitten im Flur stehen. Eine weitere Stimme meldete sich in seinem Kopf.
„Renn! Noch gehts! So schnell und weit du kannst!“ Ihm war heiß und kalt und er atmete schwerer als sonst. Doch er blieb regungslos stehen, bis er Joko wieder vor sich sah.
„Klaas?“ fragte dieser und er hob erschrocken den Kopf, sodass sie sich genau in die Augen schauten. Für ein paar Sekunden verlor er sich darin. In diesem tiefen braun, welches er in und auswendig kannte und welches trotzdem immer noch aufregend war wie am ersten Tag.
„Ehm... hast du was gesagt?“ brachte er mit etwas leiser Stimme hervor. „Ungefähr zum dritten Mal was du hier machst“ sagte der Ältere lachend. „Du bist ja voll durch den Wind, Klausi. Hast du was getrunken?“
Klaas schüttelte entschieden den Kopf. „Okay, dann lass uns doch ins Wohnzimmer gehen, es sei denn du stehst gern einfach auf dem Flur. Bierchen?“ Dankbar griff Klaas nach einer der Flaschen, nahm hastig einen großen Schluck um seine Nerven zu beruhigen und folgte Joko ins Wohnzimmer. Sein Wohnzimmer war wie immer penibel aufgeräumt und wirkte fast wie aus dem Ikea Katalog. Klaas sah wieder zu Joko, der sich auf sein Sofa geworfen hatte und nach einer der Schüsseln griff die auf dem kleinen Tisch standen. Er sah so gut aus wie er in seinem schwarz-rot karierten Shirt und dunkler Hose auf seiner Couch saß und ihn fragend ansah. Seine Haare waren im Moment wieder etwas länger, das mochte Klaas. „Du kannst mir ruhig sagen, dass der Sinn deines Besuches einzig und allein dein Verlangen nach meiner Person ist“ sagte Joko grinsend.
Klaas war unfähig irgendetwas zu sagen. Sein Kopf war wie leer gefegt. Der Ausdruck auf Jokos Gesicht änderte sich.
„Alles in Ordnung?“ fragte er ernst und setze sich aufrechter hin. Klaas nickte langsam, auf die Schüssel in Jokos Hand starrend. Seine Hand hielt diese fest umschlossen, seine Fingerknöchel standen leicht weiß gefärbt hervor.
Joko hob eine Augenbraue. Hatte er seinen Blick bemerkt? Schnell räusperte Klaas sich. „Ja ne also mir geht’s gut, ich weiss gar nicht… Also ich wollte…“
Joko hob sein Bier in Richtung seiner Lippen. Kurz davor stoppte er, schaute ihm in die Augen und grinste. „Jaa?“ fragte er amüsiert. Klaas ließ sich neben Joko auf die Couch fallen, drehte sich in seine Richtung und atmete nochmal tief durch.
„Ich… Ich muss dich was fragen“ brachte Klaas hervor. Jokos Augen fixierten ihn interessiert. „Ja klar, was denn?“
Klaas kratzte sich verlegen am Kopf. „Ich weiss nicht genau wie“ sagte er ehrlich.
Joko stellte die Flasche auf den Tisch. „Klausi, so kenn ich dich ja gar nicht“ stellte er fest und fügte „Du brauchst doch keine Angst zu haben mich irgendwas zu fragen“ hinzu. Dabei rutschte er etwas näher an Klaas heran.
Doch das war leichter gesagt als getan.
Alles was er sich vorgenommen hatte zu machen, zu lassen und zu sagen war verschwunden, in dem Moment, indem er den Mut aufbrachte auf die Klingel zu drücken. Joko rutschte so nah an ihn heran, dass sich ihre Knie leicht berührten.
„Joko… Ich… Ich habe etwas gehört und ich glaube das hätte ich nicht hören sollen.“ stotterte Klaas vor sich hin. „Vor zwei Wochen. Nach der Show.“
Klaas Fluchtinstinkt wuchs mit jedem Wort. Er schielte zum Fenster und überlegte ob man einen Sturz von hier aus wohl überleben würde. Diesmal blieb Joko still. Er schien zu überlegen.
„Naja also ich wollte dich nur abholen, aber du hast telefoniert und ich wollte auch gar nicht… Also ich habe nicht gelauscht oder so, aber du hattest so laut geredet und…“ seine Hände schwitzten.
Joko musterte ihn skeptisch. „Ich hab echt versucht das zu vergessen, aber… es geht nicht.“
Klaas dachte an die letzten Tage. Wie oft er gegrübelt hatte konnte er nicht mehr zählen. Er hatte wirklich versucht das Ganze abzutun, aber je mehr Zeit verging desto schlimmer wurde es.
Er hatte Angst. Das ist ihm in den letzten Tagen bewusst geworden.
Er hatte Joko und sich immer als selbstverständlich gesehen. Etwas, an dem niemand und nichts rütteln konnte. Joko war halt da. Seit so vielen Jahren schon. Das war er immer und ohne, dass Klaas dafür groß etwas machen musste. Er hatte nie darüber nachgedacht wie all der Wahnsinn sein könnte ohne ihn und er musste sich eingestehen, dass er sich das gar nicht vorstellen wollte.
„Klausi, du machst mir Angst“ unterbrach Joko seine Gedanken. „Jetzt hau schon raus“
Klaas seufzte. „Du warst sehr aufgebracht und klangst wütend. Du hast Sachen gesagt... Unruhig flackerten seine Augen hin und her. „Er verhält sich unmöglich, du würdest das Alles nicht mehr wollen und fühlst dich nicht nicht mehr wohl und noch einiges mehr.“
Klaas traute sich nicht Joko anzusehen. Zu unangenehm war ihm die ganze Situtation. „Ich weiss, ich war in letzter Zeit nicht gerade nett und so… und vielleicht habe ich auch einiges übertrieben aber es tut mir echt leid, Joko, und ich konnte echt nicht gut schlafen in den letzten Tages deswegen und.. ja… ich weiss doch auch nicht.“ Erst jetzt sah er vorsichtig zu Joko hoch. Dieser sah ihn mit offenem Mund an. „Ich will nicht dass du glaubst mir wärst du egal oder so. Ich bin einfach nicht so gut darin… du weisst schon.“ Er zupfte nervös an seinem Hemd herum. Joko schwieg. "Ich möchte wirklich nicht, dass du gehst" sagte Klaas so leise, dass Joko es gerade noch hören konnte.
„Jetzt sag bitte was“ bat er ihn. Joko schüttelte irritiert den Kopf, dann fing er an leise zu lachen. Klaas saß wie angewurzelt auf seinem Platz. „Oh Klausi“ sagte der Blonde und räusperte sich. „Du warst doch überhaupt nicht gemeint!“ Klaas stutzte. Seine Augen weiteten sich. „N…Nicht?“ Joko grinste. „Nein.“ Joko lächelte sanft. „Aber wie... Aber... Was dann?“ Klaas rieb sich seine nervösen Hände.
Joko fuhr sich durch die Haare und seufzte merklich auf. „Ich... Ich habe mich von meinem Freund getrennt. Ihn möchte ich nicht mehr sehen. Mit ihm kann ich nicht mehr weitermachen.“ Klaas wurde sofort wieder rot. In seinem Kopf ratterte es. Freund? Er verstand gar nichts mehr. „Dein... F...Freund?“ brachte er nur stockend raus und bereute es sofort wieder. „Ja, Klausi, Freund. Ich war ein Jahr mit ihm zusammen.“
In Klaas Kopf herrschte Chaos. Er hatte nie mit Joko über Beziehungen gesprochen. Privates sollte privat bleiben, das war vor allem ihm immer sehr wichtig. Trotzdem war er immer davon ausgegangen Joko sei entweder Single oder mit einer Frau zusammen.
Konnte es sein, dass er so etwas tatsächlich gar nicht mitbekommen hat? Joko sah den unglücklichen Ausdruck auf Klaas Gesicht und sagte sanft „Ich hätte es dir erzählt, hättest du gefragt“ und strich ihm dabei kurz über die Schulter.
Klaas war gänzlich überfordert. Er war sich eben noch so sicher gewesen, Joko hätte keine Lust mehr auf ihn, auf all die Shows, auf alles was sie sich in den letzten Jahren aufgebaut hatten. Er war sich sicher, Joko wollte die ganze „Joko und Klaas“ Sache nicht mehr.
Klaas hatte sich in letzter Zeit ja auch wirklich nicht mit Ruhm bekleckert, was seine Beziehung zu Joko anging.
Er guckte Joko entschuldigend an. „Ich… Also…“ Er schaute betreten zu Boden. „Sorry“ Er kam sich total blöd vor.
Sein Umgang mit Joko in letzter Zeit war miserabel und sein scheinbar fehlendes Interesse an Joko als Person kam ihm auch total daneben vor. „Es gibt nichts zu entschuldigen“ sagte Joko und fischte seine Flasche wieder vom Tisch. Er nahm einen großen Schluck und lächelte Klaas an.
„Du kannst doch nicht einfach glauben, dass ich gehe. Ich könnte doch gar nicht mehr ohne dich, Hase“ sagte er leise und kurz huschte ein Lächeln über das immer noch knallrote Gesicht von Klaas. „Ich… Ich dachte echt…“ sagte Klaas zögerlich und mehr zu sich selbst. „Und du hast dir deswegen echt so nen Kopf gemacht, dass du extra herkommst?“ fragte Joko verwundert. Klaas nickte leicht. Jetzt nahm auch er einen großen Schluck Bier. „Zwing mich nicht das jetzt auszusprechen“ knurrte Klaas. „Was denn?“ neckte er ihn. Klaas brummte. Joko stupste mehrmals gegen seine Schulter. „Man, ich hatte echt Angst. So richtig.“ kommentierte Klaas widerwillig.
Joko lächelte.
Aber irgendwie war dieses Lächeln anders.
Es war noch ehrlicher als sonst.
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