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Leuchtende Sterne und glänzende Nordmänner

von MarieSol
Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P18 / Gen
OC (Own Character) Riku Rajamaa
22.11.2021
24.01.2022
22
30.777
8
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Dieses Kapitel
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22.11.2021 1.342
 
Emma Gaala 2020, Helsinki, o8.o2.2o2o

Die Veranstaltung ging in ihre wohlverdiente Pause und mit ihr genehmigten sich auch die Fernsehkameras von Yle eine Pause. Die Gäste und Nominierten strömten aus dem Saal der Hartwell-Arena um an den diversen Bars etwas zu trinken, sich eine Raucherpause draußen zu gönnen oder einfach mal mit anderen Gästen zu plaudern. Sobald sich die starre Tischordnung auflockerte zog es Leni zu den Jungs von Sunrise Avenue. Sie hatte an der letzten Weihnachtsfeier für Band und Crew bei der alljährlichen Tombola diesen Abend hier mit der Band gewonnen. Leni gehörte seit mittlerweile vier Jahren zur Crew und sorgte, wann immer sie nicht in einem Hotel untergebracht waren, für deren leibliches Wohl. Keiner wollte sie mehr missen, bei ihr gab es nicht nur den besten Kaffee, das leckerste Mittagessen und erstrecht den himmlischsten Nachtisch, sondern auch immer ein offenes Ohr oder zur Not auch mal einen Denkanstoß - immer mit einem Lächeln serviert.

Dass sie als Band den Emma für den besten Export an diesem Abend bekommen sollten, wussten sie zum Zeitpunkt der Verlosung letztes Jahr noch nicht, ebenso wenig, dass sie deshalb einen gesonderten Platz im Auge der Fernsehkameras hatten und ihre ganzen Begleitungen separat sitzen mussten. Das galt nicht nur für die Partnerinnen soweit vorhanden, sondern auch für el Managrie Mikko und die Tombolagewinnerin. Da sich nun in der Pause vorübergehend freie Plätze ergeben hatten, zog es Leni an den Tisch zu Samu, Raul, Osmo, Sami und Riku. Auch Mikko hatte sich bereits dazugesellt und so setzte sich Leni in ihrem Traum von einem Abendkleid einfach neben Riku, der nur zufrieden lächelte. Selbst, wenn andere Stühle ebenfalls frei gewesen wären, sie wäre nie auf die Idee gekommen, diesen hier nicht zu nehmen. Zwischen ihnen beiden herrschte eine stille Verbindung, die wohl kein anderer nachvollziehen konnte. Sie sprachen auch ohne Worte, zum Beispiel schweigend auf einer Bank vor dem Tour-Bus und später konnten sie unabhängig voneinander beteuern, dass sie eben dies oder das gerade dort miteinander vereinbart hätten, obwohl kein einziges Wort gefallen war und das alles sehr zum Leidwesen der anderen, die das nie nachvollziehen konnten. Riku legte direkt seinen Arm auf ihre Stuhllehne, so dass seine Hand in ihren Rücken fiel. Erst jetzt bemerkte er das eigentliche Highlight ihres Kleides: klar, es war schimmernd schwarz, welche Farbe sollte es sonst bei Leni haben? Es hatte am Hals einen Einsatz aus ebenso schwarzer Spitze und machte ihr durch den Schnitt einen wahnsinns Hintern. Naja eigentlich hatte sie den auch ohne das Kleid, aber in diesem Kleid sah er noch besser aus als in Jeans. Und wenn sie so auf ihren schwarzen Highheels auf Riku zuschritt, Mann Oh Mann. Schlicht und elegant, das war Leni, und heute Abend außerdem verflucht sexy. Da er nun merkte, dass seine Fingerspitzen auf ihrem nackten Rücken lagen, musste er einen weiteren Blick riskieren, schließlich musste der Stromschlag von irgendwo herkommen.

Das ungewohnte Gefühl seiner Fingerspitzen auf ihrer nackten Haut löste ein eigenartiges, aber gute Kribbeln in ihr aus. Sie hingen auf Tour viel zusammen, auch dann, wenn alle anderen einfach nur nervten und sie ihre Ruhe brauchten, dann fanden sie die beim anderen. Es kam auch vor, dass sie enger beieinandersaßen oder standen, sich auch mal in den Arm nahmen, aber Körperkontakt auf nackter Haut gab es nie. Leni versuchte sich in die Gespräche am Tisch hineinzufinden, aber wenn sie ehrlich war, verstand sie nur Bahnhof. Riku hatte sich nach hinten gelehnt und hörte nur zu, das war ihr verwehrt, sonst würde sie ihm die Hand auf ihrer Rückenlehne einklemmen. Also betrachtete sie seinen Export-Emma genauer: Ein kleiner goldschimmernder Wikinger, der seinen Namen trug und für seine Größe ganzschön schwer war. Sie sah Riku von der Seite an und noch bevor sie ihre Frage stellen konnte, wo der Preis seinen Platz finden würde, meinte er „Ich denke ins Musikzimmer!“ – so war das immer, einfach ohne Worte.

„Na wusste ich es doch … diesen Hintern würde ich immer erkennen!“ eine tiefe rauchige Stimme hinter ihnen riss den ganzen Tisch aus den Gesprächen und die Hand, die sich dabei auf Lenis Schulter legte und sanft drückte ließ die Hand, die schon in ihrem Rücken lag, zucken. Mit einem breiten Grinsen auf den Lippen drehte sie sich langsam um „Schön, dass dir wenigstens mein Hintern in Erinnerung geblieben ist… Sweetheart!“ „Komm her Baby!“ breitet er seine Arme aus und Leni flog mit einem aufgeregten Kreischen direkt hinein „Das ist viel zu lange her!“. Den Jungs samt Mikko stand der Mund offen, als sie die herzliche Begrüßung sahen. Riku wusste, dass es ihn eigentlich nicht stören dürfte, doch das tat es. Samu sammelte sich als erster wieder „Na das ist ja mal eine Überraschung! Ville Valo, hoffentlich bist du nicht als Trophäenjäger hier… wenn es schon mit den Emmas für Beste Band und Hit des Jahres nicht gereicht hat…“ Ville hatte immer noch Leni im Arm „Naja, einen Versuch als Künstler des Jahres habe ich ja noch… obwohl Lauri ist echt stark, er hätte auch diesen Emma verdient. Aber Leni als Ersatz?“ seine stechend grünen Augen musterten ihr Gesicht und er schüttelte den Kopf „Nee, dafür kennen wir uns schon zu lange.“ Riku Missmut nahm stetig zu. Doch nicht nur von ihm, auch von den anderen kamen ungläubige Blicke „Ihr kennt euch länger?“ fragte nun Osmo erstaunt, der etwas abseits saß. „Ja klar, wir haben uns 2007 auf einem Festival kennengelernt. Sie war damals ein RedSpoon, wusstet ihr das nicht?“ die Blicke, die ihnen entgegenschlugen wurden immer verwunderter. Leni verdrehte die Augen und die Jungs zückten die Smartphones, um nachzusehen. Einzig Mikko wusste davon. Ville klopfte auf den Tisch „Ich bring sie euch später wieder zurück, bis dahin solltet ihr mit eurer Recherche fertig sein. Sie ist, glaube ich, nicht begeistert davon, dass ich es ausgeplaudert hab… Baby, nimm deinen Absatz von meinen Zehen, wie soll ich sonst mit dir tanzen?“ Sie hatte ihn absichtlich getreten, um nicht noch mehr ungewolltes Aufsehen zu ernten, die Aussicht auf einen Tanz besänftigte sie aber wieder etwas.

Ville zog sie mit sich zur Tanzfläche, ihr Wiedersehen schrie geradezu nach einem Tanz, den beide sehr genossen. Einzig Riku folgte ihnen mit den Augen, bevor er sie im Gedränge verlor und beschloss, ebenfalls wissen zu wollen, was die RedSpoon-Geschichte auf sich hatte. RedSpoon war der Guru unter den Event- und Festival-Caterern: die Qualität war spitzenmäßig, der Service absolut erstklassig und die Damen und Herren im Service verstanden ihr Handwerk und waren dazu immer was fürs Auge. Aber Leni sollte in Hotpants und knappem Top hinter dem Tresen gestanden haben? Das konnte er sich beim besten Willen nicht vorstellen, nicht dass sie dafür nicht die Voraussetzungen gehabt hätte, aber das passte nicht in Rikus Bild von ihr. Und so war es auch. Sie war meist für den Food-Bereich Backstage zuständig, dort war das Klientel ein anderes, weniger stürmisch, vielleicht auch ein bisschen weniger alkoholisiert und auch ihr Auftreten unterschied sich ebenfalls vom Barpersonal, nicht weniger sexy, aber stilvoll. Sie trug knackig sitzende schwarz schimmernde Lederhosen, eine schwarze enganliegende Bluse mit dem roten Löffel-Logo darauf, das von einem E umschlungen wurde, dazu hatte sie rote Cowboyboots kombiniert. Aber das Umwerfendste an allem, das war ihr Lächeln.

„Sag mal, der Braunhaarige… ich glaube Riku, er und du? Läuft da was?“ kam unvermittelt Villes Frage, da war noch nicht mal der erste Tanz zu ende. „Wie kommst du drauf?“ sah sie ihn nur funkelnd an. „Naja, er hätte mich am liebsten auf den Mond geschossen, um es freundlich auszudrücken. Ich fass nach deiner Schulter, du fällst mir um den Hals… sein Blick war eindeutig!“ Leni ging die Situation in Gedanken durch, gefallen würde ihr das schon, aber Riku hielt sich immer so bedeckt, sie konnte das nicht einschätzen „Ich glaube nicht, Ville … wir mögen uns, aber mehr? Nein, ich glaube nicht, dass er über mehr überhaupt nachdenken würde.“. Ville sah das Ganze etwas anders. Da musste sich doch was machen lassen, damit beiden ein Licht aufging, denn ihr eigenes Interesse hatte sie ja nun mal nicht verneint.
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