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Unerwartet

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Het
Dr. Martin Stein OC (Own Character) Otto Stein
21.11.2021
26.04.2022
44
18.980
5
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29.11.2021 452
 
Martin:
Seit drei Tagen ist Marie jetzt Hirntod. Ich schaffe es aber einfach nicht ihr Zimmer zu betreten um Kontakt zu meiner Enkelin aufzunehmen. Es ist einfach nicht fair, wenn die Kinder vor den Eltern sterben. Dass Dr. Schulte in der Tür steht, bekomme ich erst mit, als sie leise gegen den Türrahmen klopft. „Darf ich kurz reinkommen?“ fragt sie, bevor sie die Tür hinter sich schließt. Aus der Nähe betrachtet sieht sie irgendwie blass und müde aus. „Kennen sie sich mit der psychologischen Entwicklung von Babys im Mutterleib aus?“ fragt sie mich, woraufhin ich antworte: „Nein, ist nicht mein Spezialgebiet.“. „OK; gut. Geräusche und Stimmen sind extrem wichtig für die geistige Entwicklung. Ihre Enkelin hat nur Stille gemischt mit den Piepen der Geräte. Verstehen sie das? Sie braucht vertraute Stimmen.“ erklärt sie mir. „Nein ich verstehe es nicht, aber was verstehen sie schon davon, wie es ist, wenn das eigene Kind vor einem Selbst stirbt? Sie haben ja nicht einmal Kinder!“ fahre ich sie an. „Ich verstehe nicht wie sich das anfühlt? Das ich nicht lache. Was wissen Sie denn schon über mich?“ blafft sie, bevor sie mit Tränen in den Augen aus dem Raum läuft. Nachdem ich noch einige Zeit in meinem Büro verbracht habe fahre ich nach Hause zu Otto. „Hallo Martin, wie geht es meiner Urenkelin?“ fragt er mich zur Begrüßung. „Hallo Papa, laut Dr. Schulte geht es ihr gut, für ihre Psyche sei es nur nicht so gut, dass ich nicht mit ihr spreche. Ich kann mich doch nicht einfach an das Bett meiner toten Tochter setzen und mit meiner ungeborenen Enkelin sprechen. Wie stellt die sich das denn vor? Sie hat doch gar keine Ahnung, wie das ist, wenn das Kind vor einem selbst stirbt. „sage ich aufgebracht zu ihm. „Aber sie hat schon Recht und das weißt du. Ich hoffe du bist trotz ihrer Bedenken ruhig geblieben.“ sagt er mir jetzt. „Naja, ich bin vielleicht ein bisschen laut geworden und habe ihr vorgeworfen, dass sie mich ja gar nicht verstehen könne. Am Ende ist sie weinend aus dem Raum. Ich bin eventuell ein wenig ausfallend geworden.“ erkläre ich ihm. „Mann Martin. So was kannst du doch nicht machen. Dr. Schulte meinte es einfach nur gut mit dir und sie ist so eine nette Ärztin. Morgen gehst du dich bei ihr entschuldigen…“ fängt er jetzt an sich in Rage zu reden. „Jaja, ist in Ordnung, ich mache es ja. Sie hat ja auch Recht, aber es geht einfach nicht. Ich kann das einfach nicht, mich bei Marie ans Bett setzen und mit einer Ungeborenen reden.“ unterbreche ich ihn. Bevor ich mich ins Bett lege gehe ich kurz duschen. Danach falle ich in einen unruhigen Schlaf.
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