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Unerwartet

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Het
Dr. Martin Stein OC (Own Character) Otto Stein
21.11.2021
26.04.2022
44
18.980
5
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21.11.2021 641
 
Ina:
In Gedanken versunken gehe ich durch den Park vom Krankenhaus zu meiner Wohnung. Nach meiner Schicht war ich heute wieder bei Marie Stein, darum ist es auch schon ziemlich spät und dunkel. Die Tochter von Doktor Stein wurde vor 2 Tagen für Hirntod erklärt. Seitdem gehe ich immer, wenn ich Zeit habe zu ihr um mit dem Baby zu sprechen. Von den Pflegern weiß ich, dass Doktor Stein nicht wieder bei seiner Tochter war. Irgendwie kann ich ihn ja verstehen. Ich meine ich weiß wie es ist ein Kind zu verlieren, aber dann auch noch zu sehen, wie die eigene Tochter künstlich am Leben gehalten wird, damit sie ihr Kind austragen kann, das muss schrecklich sein. „Na, schöne Frau, ganz allein unterwegs?“ fragt mich plötzlich eine tiefe Stimme von der Seite. Ich finde den Stadtpark um diese Uhrzeit ja sonst schon unheimlich genug, aber der dunkel angezogene Mann, der plötzlich neben mir auftaucht toppt alle Horrorvorstellungen. Eigentlich hatte ich ihn ignorieren wollen, doch plötzlich umfassen mich zwei starke Hände von hinten, die mich ins Gebüsch zerren. Als ich versuche zu schreien und mich zu wehren, sagt er: „Hier ist um diese Uhrzeit niemand mehr, der dir helfen könnte.“ Nachdem ich mich nach einiger Zeit immer noch wehre schlägt er meinen Kopf gegen den Baum, der hinter mir stand. Sein schmieriges Grinsen ist das letzte was ich sehe, aber ich spüre seine Finger überall an meinem Körper, bevor ich wegdämmere.

Als ich wieder zu mir komme, liege ich halb ausgezogen mit Kopfschmerzen im Gebüsch. Aus Angst, dass sich der Mann noch irgendwo in der Nähe aufhalten könnte, schaue ich mich bevor ich aufstehe genau um. Ich weiß ganz genau, was der Fremde mit mir gemacht hat, während ich bewusstlos war und ich fühle mich schmutzig. Nachdem ich sichergestellt habe, dass mein Vergewaltiger nicht mehr in der Nähe ist stehe ich auf, ziehe meine Sachen wieder einigermaßen an und mache mich auf den Weg zur Polizei. Ich will eigentlich mit niemandem darüber reden, aber ich weiß, dass es wichtig ist, damit DNA-Spuren und Beweise sichergestellt werden und der Täter überführt werden kann. Ich kenne die Statistiken darüber wie viele Vergewaltiger gefasst werden. Es ist also unwahrscheinlich, dass genau meiner gefasst wird.

„...Er ist im Park hinter mir hergelaufen, hat mich dann ins Gebüsch gezogen und als ich angefangen habe mich zu wehren hat er meinen Kopf gegen einen Baum geschlagen. Ich kam, erst nachdem er mich vergewaltigt hatte, nackt wieder zu mir, da war er schon weg.“ schildere ich wenig später unter Tränen einer Polizistin. „Ihnen ist klar, dass es sehr unwahrscheinlich ist Ihren Vergewaltiger zu fassen? Wir schicken sie gleich erstmal in die Gerichtsmedizin, damit mögliche Spuren sichergestellt werden können. Danach schauen wir ob wir die DNA im System haben. Wir melden uns dann bei Ihnen, wenn es etwas Neues geben sollte.“ erklärt mir die Polizistin daraufhin, nachdem sie mir ein Taschentuch gegeben hat. Wenig später verabschiede ich mich von den Polizisten und gehe ein Stockwerk tiefer in die Rechtsmedizin, wo ich von einer netten älteren Gynäkologin untersucht werde. Als ich auch dort fertig bin rufe ich mir ein Taxi, das mich zu meiner Wohnung in der Altstadt bringt. Dort angekommen ist das Erste was ich tue duschen gehen. Wenig später lege ich mich ohne etwas zu Essen in mein großes Bett. Ich kann einfach nichts essen, nachdem ich mir gefühlt 3 Hautschichten abgewaschen habe. Am nächsten Morgen wache ich wie gerädert auf. Ich habe kaum geschlafen, sondern bin immer wieder weinend mit Bildern von dem Fremden, vor mir, aufgewacht. Ich erschrecke mich fast vor mir selbst, als ich mich im Spiegel sehe. Meine Haare stehen in alle Richtungen ab und ich habe extreme Augenringe. Nachdem ich ein Stück Traubenzucker zu mir genommen habe beschließe ich, dass ich trotz dem wenigen Schlaf in die Sachsenklinik zur Arbeit zu gehen.
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