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Kollegen oder Freunde - oder vielleicht doch was anderes?!

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Dr. Kai Hoffmann Dr. Martin Stein OC (Own Character) Prof. Dr. Maria Weber
20.11.2021
19.05.2022
8
9.101
3
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20.11.2021 802
 
Halleluja...da hat man seinen ersten Arbeitstag am neuen Klinikum und wird auf dem Weg dahin schon fast überfahren. So schnell wollte ich dann doch nicht ins Krankenhaus.
Es war ein schöner Wintertag, der Schnee lag still auf dem See und knirschte bei jedem Schritt den ich auf dem Weg machte. Es war kalt, aber das störte mich nicht. Noch zwei Mal abbiegen, dann würde ich auf Arbeit sein. Auf Arbeit - klingt schon ein bisschen komisch. Die letzten Jahre hatte ich immer meine eigene Praxis und einen ziemlich kurzen Arbeitsweg. Mein Arbeitsweg beschränkte sich auf eine Treppe mit genau 14 Stufen. Ich hatte das Haus meiner Eltern umgebaut und war oben mit meinem Hausstand eingezogen und unten hatte ich meine kleine Hausarztpraxis eingerichtet.
Nun stand ich vor einem wahnsinnig schönen aber großen Gebäude. Die Sachsenklinik in Leipzig. Einmal tief durchatmen Ina. Du schaffst das! Ich ging die nächsten Schritte und öffnete die große Glastür am Eingang. Mein Blick fiel in das Foyer. Ich ließ meinen Blick schweifen und sah ihn. Er stand mit dem Rücken zu mir und schien sich ziemlich intensiv und sehr vertraut mit einer Frau im weißen Kittel zu unterhalten. Warum genau musste ich ihm direkt heute begegnen. Ich hatte mir geschworen ihn zunächst nicht zu beachten. Ich drehte mich um, holte tief Luft, setzte ein Lächeln auf und ging zur Anmeldung.
"Hallo. Könnten sie mir sagen, wo ich das Büro von Frau Marquart finde? Ich habe einen Termin bei ihr."
"Den Gang runter, die zweite rechts und in den Fahrstuhl... Ach kommen sie einfach mit, ich muss eh in die Richtung", sagte die relativ kleine Frau, mit langen dunklen Haaren.
"Ich bin Ina, Ina Schulte. Die neue Gynäkologin im Haus", stellte ich mich vor.
"Ahh, schön sie kennenzulernen ich bin die Oberschwester, Arzu Ritter", sagte sie und reichte mir die Hand.
Unterdes hörte ich seine Stimme ganz deutlich hinter mir, wie er sich angeregt mit der Kollegin unterhielt. Sie war vermutlich mehr als nur seine Kollegin, da ich hören konnte, wie sie sich über ein Wochenende zu zweit im Bett unterhielten.
Auf einmal hörte ich seine Stimme und konnte seinen Blick auf meinem Rücken spüren.
"Ina?", kam fragend und zögerlich zugleich.
Ich drehte mich nicht um, sondern ging einfach weiter zum Fahrstuhl.
Wir stiegen ein und die Tür schloss sich. Gott sei Dank schnell genug, durch den letzten Spalt konnte ich sehen, wie er mir entsetzt in die Augen sah.
Ich kannte diesen Gesichtsausdruck zu gut, schließlich war ich mit ihm fast sechs Jahre leiert.
"Kennen sie unseren Chefarzt schon? "
"Wen kenne ich?"
"Dr. Hoffmann."
"Ja. Mehr oder weniger flüchtig", sagte ich mit einer Gleichgültigkeit in der Stimme, die sich nach Außen vermutlich eher genervt angehört hat.
Flüchtig - Ina du bist gut. Ihr hattet ein Kind zusammen. Aber solange es niemand weiß, woher und wieso wir uns kennen ist alles gut.
Denn wenn ich eins aus meiner Zeit an Kliniken gelernt habe dann, dass wenn es einer weiß, es spätestens morgen alle anderen wissen.
"So hier wären wir, Sie müssen jetzt nur noch den Gang runter und dann ganz hinten rechts."
"Dankeschön, Frau Ritter", sagte ich und lächelte sie an.
Ich lief den Gang runter und blickte kurz nach links. Da stand sein Name auf dem Türschild.

                                                                                  Dr. Kai Hoffmann
                                                                                           Chefarzt

Na ganz großartig, jetzt fehlt nur noch, dass der guter Herr um die Eck...
"Ina, habe ich doch richtig gesehen. Was willst du hier?"
"Arbeiten, Herr Chefarzt. Ich gehe jetzt meinen Vertrag unterschreiben."
"Warum ausgerechnet hier? Warum in meinem Klinikum?"
"Wenn ich richtig gelesen habe, steht unten über der Eingangstür "Sachsenklinik" und nicht Kai-Hoffmann-Klinikum. Frau Marquart hat mich gefragt, ob ich Lust hätte und ich habe ja gesagt und du wirst mich nicht davon abhalten hier zu arbeiten."
"Ina, warum? Ich habe hier gerade..."
"Was hast du? Deine Mauer noch dicker gemacht, um diesen Menschen in dir zu unterdrücken? Du kannst ihn nicht einfach wegradieren. Er ist da, jeden Tag! Und sie verlangt genau dasselbe."










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Hallo erstmal,
wie gefällt es euch bis hierhin?
Ich würde mich über eine Review freuen :)

Grüße quietwritingdreams
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