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Longing

von ReWeJuIs
GeschichteRomance / P18 / MaleSlash
Naruto Uzumaki Sasuke Uchiha
18.11.2021
03.12.2021
3
6.706
25
Alle Kapitel
37 Reviews
Dieses Kapitel
12 Reviews
 
25.11.2021 3.004
 
Huhu, ihr Lieben! x3

Joa, das hier geht überraschend schnell ... aber ich hab auch gerade echt Lust auf die Geschichte und die Kapitel sind auch nicht so lang... zumindest gerade noch. Tippe aktuell an Kapitel drei und hoffe, dass ich es heute noch fertig kriege x3

Ihr werdet gleich feststellen, dass ich seit ... ewig! mal wieder was in der dritten Person schreibe. Hoffe das stört euch nicht, aber ich brauchte die Abwechslung. Ich liebe die erste Person immer noch, aber ... grade brauch ich was anderes xD Na ja im Idealfall findet ihr es ja gut x3

Noch mehr hoffe ich, dass euch der Inhalt des Kapitels generell gefällt. Lasst es mich am Ende bitte unbedingt wissen!
An dieser Stelle: WOW! Krasser Scheiß! 81 Favos! 20 Empfehlungen und wundervolle 14 Kommis allein für das erste Kapitel! DANKE! Vielen, vielen, vielen lieben Dank! Ihr macht mich so happy, echt jetzt! Ich freu mir den Arsch weg! Und ich hoffe natürlich, dass das jetzt genauso weitergeht, ja? xD Sternchen und Kommis liebe ich über alles und hey... es geht auf Weihnachten zu x3 Seid lieb zu mir, okay? Dann versuch ich auch lieb zu euch zu sein xP <3 <3 <3

So, genug gequatscht! Viel Spaß beim Lesen und ach ja ... es geht mit Sasuke weiter. Auch etwas ungewöhnlich bei mir, also, dass er quasi so der Hauptchara ist, aber wie gesagt: Ich brauchte Abwechslung x3
Habt ihn lieb. Der kann das brauchen xD



2. Kapitel/ Der erste Kontakt



Dienstag, 16. Juni 2020 - Oder: Vier Monate später
16:12 Uhr, Rushhour am Kölner HBF


Sasuke trat die letzten Stufen zum U-Bahn-Gleis hinunter und der Gestank nach Schweiß, Bier und Steinkohleteer legte sich wie eine muffige Decke über ihn. Um ihn herum herrschte das vertraute Feierabendchaos. Menschen schoben sich gegenseitig aus dem Weg, ranzten sich an, wenn irgendjemand nicht schnell genug zur Seite sprang oder die Türen zu den Zügen blockierte. Er hasste es. Leidenschaftlich. Und vermisste schmerzlich die Ruhe seines BMWs. Den er seit zwei Wochen seiner Mutter lieh. Was hatte ihn nur geritten, als er angeboten hatte, ihr sein Auto zu geben? Nur, weil er direkt vor der Tür eine Bahnstation hatte und auch sein Büro nur wenige Gehminuten von einer Haltestelle entfernt war? Dazwischen herrschten knappe vierzig Minuten blanke Hölle, bestehend aus Lärm, Gestank, unerträglicher Hitze und Gesprächen, bei denen sich ihm die Zehennägel hochrollten, wenn er den Fehler machte, doch mal etwas genauer hinzuhören.
Ohne seine AirPods wäre er verloren.
Tja, aber fürs Erste musste er sich wohl damit arrangieren. Irgendwann würde er sein Auto schon wiederbekommen und bis es soweit war, wäre er wahrscheinlich taub. Seine Mutter war ihm das allemal wert.
Seufzend hob er den Blick zur Anzeige. Seine Bahn hatte Verspätung. Wie fast jeden Tag. Aber immerhin musste er auf dem Weg nach Hause nicht umsteigen. Vielleicht hatte er heute sogar Glück und erwischte einen Sitzplatz?
„Haha, ja klar, und wovon träumst du nachts?“, murmelte er leise und schüttelte über sich selbst den Kopf. Langsam bewegte er sich über den Bahnsteig, lief weiter nach hinten, wo weniger Leute standen, obwohl er inzwischen aus der Erfahrung wusste, dass es keine Rolle spielte, wo er sich positionierte. Der Wagon würde in jedem Fall brechend voll sein und das für mindestens sechs oder sieben Stationen. Aber so hatte er immerhin direkt am Gleis noch ein bisschen Ruhe und da hinten war sogar noch ein freier – oder auch nicht. Sitzen wurde sowieso überbewertet.
Während die nächste Bahn einfuhr, die leider nicht seine war, holte er sein Handy aus der Hosentasche und rückte seine Umhängetasche in eine bequemere Position. Sein Bruder hatte ihm geschrieben. Und Suigetsu. Oh, und ein Anruf in Abwesenheit von seinem Chef? Sofort wurde er unruhig. Zurückrufen machte bei diesem Lärm und dem miesen Empfang keinen Sinn, also würde sein Chef warten müssen. Sasuke hatte auch schon eine leise Ahnung, worum es gehen könnte, was ihn nur noch nervöser machte. Aber er war immer noch der Ansicht, dass er nichts falsch gemacht hatte. Erst vor einer Woche hatte es eine Rundmail aus dem Lager gegeben, dass keine privaten Pakete mehr ins Büro gesendet werden sollten. Wer es dennoch tat, war selbst schuld und es war auch nicht Sasukes Schuld, dass die gesamte Abteilung mitbekommen hatte, wie Hidan von ihrem Abteilungsleiter zusammengestaucht worden war, weil dieser Sexspielzeug ins Büro bestellt hatte. Sasuke hatte nur seine Pflicht getan, indem er Hidan gemeldet hatte. Nun, vielleicht ging es aber auch um etwas ganz anderes. Wer wusste das schon. Er würde es frühestens in einer dreiviertel Stunde herausfinden.
Die Bahn fuhr ab und Sasuke trat näher an die Bahnsteigkante. Die nächste Bahn war seine. Die würde zwar erst in etwa drei Minuten einfahren – und selbst das war eher eine relative Zeitangabe -, aber so käme er zumindest gesichert in den Wagon.
Gelangweilt hob er sein Handy und las die Nachricht von seinem Bruder.
Itachi: Hast du heute Abend schon was vor?
Sasuke: Nein. Willst du vorbeikommen?
Die Bahn fuhr ein und er ließ das Smartphone sinken. Er trat zur Seite, damit Fahrgäste aussteigen konnten, dann ließ er sich von einer wahren Flutwelle an fremden Körpern ins Innere des Wagons treiben. Er landete direkt an der gegenüberliegenden Tür, wurde unsanft mit dem Rücken gegen eine Haltestange gedrückt. Ein durchdringendes Piepsen erklang, dann schlossen sich die Türen. Vorsichtig versuchte er sich zu drehen, um einen einigermaßen sicheren und bequemen Stand zu bekommen, ohne irgendjemandem versehentlich seinen Ellenbogen in die Rippen zu donnern. Die eine Hand fest um die Stange geschlungen, hob er erneut sein Handy. Er klickte weiter in den nächsten Chat und las, was Suigetsu ihm geschrieben hatte
Arschgeige: Wo bist du hin? Wir haben Meeting!
Es traf ihn wie ein Schlag. Hitze breitete sich in seinem Nacken aus und ihm wurde sogar ein bisschen schlecht. Das Meeting! Das hatte er vollkommen vergessen! Und er war einfach gegangen, hatte natürlich niemandem Bescheid gesagt. Shit!
Sasuke: Mir geht’s nicht gut. Wahrscheinlich war das Essen in der Kantine schlecht. Hab vergessen mich abzumelden. Kannst du bitte Asuma Bescheid geben?
Arschgeige: Klar, kein Problem. Du hast vorhin ja auch eeecht schlecht ausgesehen. Gute Besserung!
Eine Ladung anzüglich lächelnder Emojis und Auberginen folgte.
Sasuke: Fick dich, mir geht’s wirklich nicht gut!
Arschgeige: Ja, ja, ja. Bis morgen dann!
Sasuke verzichtete auf eine Antwort. Stattdessen schrieb er, trotz Suigetsus Zusicherung ihn bei seinem Chef abzumelden, Asuma selbst noch eine Mail und entschuldigte sich für seine Abwesenheit.
Das hatte ihm gerade noch gefehlt. Sein Herz klopfte immer noch viel zu schnell und sein Rücken war nassgeschwitzt. Hier drin war es aber auch unerträglich warm.
Er zwang sich dazu einmal tief durchzuatmen und lehnte die Stirn gegen die kühle Haltestange. Das fühlte sich gut an. Die Bahn stoppte an der nächsten Station. Menschen stiegen aus und wieder ein, und Sasuke hatte das Gefühl, als würde der Wagon nur immer voller statt leerer werden. Ein fremder Körper drängte sich gegen ihn und er wich so gut er konnte zur Seite aus, kam aber nicht weit. Eine Hand schlang sich unter seiner um die Stange und der dazugehörige Arm berührte ihn durch sein Hemd über den Rippen. Zu nah. Viel zu nah. Aber er konnte nirgends hin. Die Bahn setzte sich wieder in Bewegung und Sasuke wurde noch ein bisschen heißer. Wer auch immer da hinter ihm stand, er spürte ihn nun auf ganzer Länge. Ein fremder Brustkorb drängte sich an seinen Rücken und … etwas presste sich gegen seinen Hintern. Mit wesentlich mehr Druck, als es auch in einer vollbesetzten Bahn normal gewesen wäre. Er sagte nichts. Versuchte nach vorne gegen die Stange auszuweichen, doch die wenigen gewonnenen Zentimeter wurden sofort wieder geschlossen und dann spürte Sasuke es. Er spürte ihn. Den harten Penis der Person hinter ihm.
Er schluckte trocken, biss sich auf die Unterlippe und … unterdrückte ein Stöhnen.
Ob er etwas sagen sollte? Sicher war das der Person hinter ihm ohnehin schon peinlich und sicher hatte dessen Erregung absolut nichts mit Sasuke selbst zu tun, also … sollte er vielleicht einfach hier stehen und … es genießen.
Großer Gott, wie oft hatte er sich vorgestellt, dass genau soetwas passierte? Dass er in der Bahn stand, eingepfercht zwischen lauter fremden Menschen, während sich ein gutaussehender Fremder an ihn presste. Gut, er hatte keine Ahnung, ob der Mann hinter ihm gut aussah, aber er roch angenehm.
Es kribbelte in Sasukes Schritt. Interessiert drückte sein Schwanz sich gegen seine Unterwäsche, versuchte sich Platz zu verschaffen und in diesem Moment ging Sasuke auf, dass das hier etwas ganz anderes war, als seine Fantasien. In seinem Kopf war er alleine, unbeobachtet, völlig egal, was sein Hirn sich auch zusammenspann. Jetzt war er umgeben von Fremden. Eine unbedachte Bewegung, ein verräterischer Laut und jeder würde mitbekommen, was mit ihm los war.
Panik mischte sich unter die Aufregung, schaffte es aber nicht, die aufkommende Erregung zu dämpfen. Eher das Gegenteil war der Fall.
Und dann legte sich eine fremde Hand auf seine Hüfte und Sasuke erstarrte. Sein Herz stolperte und er fürchtete für einen Moment ohnmächtig zu werden, als sie sich weiter über ihn bewegte. Sich in Richtung Mitte schob. Bis sie sich nur einen Augenblick später über seinen inzwischen vollkommen harten Penis legte.
Den Mund halb geöffnet starrte Sasuke mit kugelrunden Augen gerade aus an die beige Wand des Wagons. Was passierte hier?
Die Präsenz des Mannes hinter ihm wurde übermächtig. Harte Brustmuskeln drängten sich gegen ihn, genauso wie der stahlharte Schwanz des Fremden gegen seinen Hintern. Hatte er gerade zugestoßen oder hatte der Zug gewackelt? Sasuke wusste es nicht, aber die Vorstellung machte ihn unglaublich an.
Ein dunkles Lachen rumpelte durch den Brustkorb hinter ihm, vibrierte gegen seinen Rücken und dann spürte er heißen Atem an seinem Ohr. Eine feuchte Zunge streifte ihn, ließ ihn schaudern und sein Herz davon galoppieren. Er brauchte es ohnehin nicht mehr. Sollte das hier jemand mitbekommen, würde er vor Scham sterben.
„Kein Wort, verstanden?“ Diese Stimme … Allein der Tonfall sorgte dafür, dass sämtliche Gedanken an Gegenwehr sofort aus Sasukes Kopf purzelten und wenn er ganz ehrlich zu sich selbst war … wollte er sich auch gar nicht wehren. Also nickte er kurz und abgehackt, versuchte durchzuatmen. „Beine weiter auseinander“, prallten die nächsten geflüsterten Worte an seine brennende Haut und Sasuke entschlüpfte ein leises Wimmern.
Die Bahn machte eine Linkskurve und Sasuke wurde noch etwas fester gegen die Stange gepresst, packte sie mit beiden Händen, um nicht vollends das Gleichgewicht zu verlieren. Er biss sich auf die Lippen, um das erleichterte Keuchen abzufangen, als der Druck über seiner Mitte zunahm, die fremden Finger fester zupackten. „Sei leise“, knurrte die dunkle Stimme ihm ins Ohr und ein scharfer Schmerz zuckte durch sein Ohrläppchen, aber Sasuke schaffte es vollkommen still zu bleiben. Der Kerl hatte ihn gebissen! Mitten in der vollbesetzten Bahn! Was wenn das jemand gesehen hatte?
Sasuke wagte es nicht den Kopf zu heben und sich umzusehen. Alles was er um sich herum erkennen konnte, waren fremde Hosenbeine und Schuhe, die dicht an dicht gedrängt standen. Er konnte nur hoffen, dass – „Mach die Hand auf.“
„Was?“, würgte er gepresst hervor, versuchte sich zu beruhigen. Aber das war gar nicht so einfach, denn die Finger in seinem Schritt hielten nicht länger still. Sie bewegten sich in festen, verdammt erregenden Kreisen über seine harte Erektion und alles woran Sasuke denken konnte, war, ob er verhaftet werden würde, wenn er sich jetzt die Hose von den Hüften zerren und den Fremden anflehen würde ihn zu ficken. Die Antwort war leider ein sehr eindeutiges Ja.
„Hey! Hör mir zu!“ Die fremde Hand packte zu und Sasuke entkam ein gequältes Keuchen, als die Finger, die bis eben noch so verführerisch über ihn geglitten waren seinen Schwanz und die Hoden zusammenpressten und er spürte, wie ihm der Schweiß über die Stirn lief. Fuck … Es tat weh, und gleichzeitig … „Mach. Deine. Hand. Auf.“ Die Stimme duldete keinen Widerspruch, also löste Sasuke seine zitternden Finger von der Stange, ließ sie etwas nach unten sinken und hielt sie mit der Handfläche nach oben in der Luft.
Etwas Längliches wurde hineingelegt. Aus … Gummi? Er wagte es nicht hinzusehen, schloss nur seine Finger darum. Es ragte über seine Handfläche hinaus, mit einer Hand konnte er es nicht bedecken. Und von der Oberfläche her fühlte es sich an wie … „Morgen bist du wieder hier. Selbe Zeit, selbe Bahn. Du wirst das hier tragen. Eingeschaltet. Solltest du dich weigern und nicht auftauchen, wird deine Familie sich sicher freuen, wenn ich ihnen dein kleines, schmutziges Geheimnis verrate. Ich weiß alles über dich, Sasuke. Du tust besser was ich von dir will, sonst wirst du das verdammt bitter bereuen!“ Kribbelige Gänsehaut raste über Sasukes Körper hinweg und er war unendlich dankbar, dass sie sich immer noch im Tunnel befanden und die fahrende Bahn so einen Höllenlärm machte.
„Wer … wer sind sie?“, wagte er zu fragen, winselte, als die fremden Finger ihn noch ein bisschen härter packten, bevor sich eine zweite Hand zwischen seine Beine schob, tief zwischen seine Schenkel griff und mit festem Druck über seinen Damm rieb. Gott ihm Himmel, er war so unfassbar erregt, dass er fürchtete zu kommen!
„Sei still.“ Die nächste Haltestelle wurde ausgerufen und der Druck auf seine Mitte wurde fast unerträglich. „Wehe du bist morgen nicht hier! Und du wirst es dir heute auch nicht mehr selbst machen. Ich will, dass du morgen in deiner Hose kommst. Hast du mich verstanden?“
Sasuke öffnete den Mund, aber kein Laut kam heraus. Ein Finger bohrte sich von unten gegen ihn, rieb so fest von unten gegen seine Prostata, dass er um ein Haar seine Erregung durch den ganzen Wagon geschrien hätte. „Nick, wenn du mich verstanden hast!“
Und selbst dafür brauchte Sasuke mehrere Sekunden. Die Bahn kam mit leise quietschenden Bremsen zum Stehen und plötzlich war da kühle, halbwegs frische Luft und die Hände waren verschwunden. Zu gerne hätte Sasuke sich nach dem Fremden umgesehen, hätte so gerne versucht, zumindest einen flüchtigen Blick auf ihn zu erhaschen, aber er brauchte all seine Kraft und Konzentration dafür, einfach nur aufrecht stehen zu bleiben und nicht hilflos wimmernd in die Knie zu brechen.
Was zur Hölle war gerade passiert? Wer war das? Was wollte dieser Fremde von ihm? Von was für einem Geheimnis hatte er gesprochen? Doch nicht von … war gehackt worden? Hatte dieser Kerl sich Zugriff auf seinen Rechner verschafft und seine gespeicherten Bilder gefunden? Auch die … oh Gott! Wenn seine Eltern die zu Gesicht bekämen! Oder Itachi! Er könnte ihnen nie wieder in die Augen schauen!
An der Panik, die ihn nun schüttelte, war überhaupt nichts erregend. Zitternd klammerte er sich an die Haltestange und als der Zug die nächste Station erreichte stolperte er hektisch keuchend auf den Bahnsteig. Glücklicherweise war er inzwischen nicht mehr hart. Schwer atmend stützte er sich mit den Händen auf den Knien – oh, er hatte ja noch was in der Hand. Das, was der Fremde ihm gegeben – Er senkte den Kopf und dann hätte er den hellblauen Dildo fast zurück in den Wagon geworfen. Und wäre dann vermutlich wegen versuchter Körperverletzung angezeigt worden.
„Scheiße!“, zischte er, drehte sich panisch einmal im Kreis, wusste nicht wohin mit dem blöden Ding, als ihm einfiel, dass er ja noch seine kleine Arbeitstasche über der Schulter trug.
Mit zitternden Fingern zerrte er sie sich über den Kopf, öffnete sie und holte die Wasserflasche heraus, damit er Platz für den Dildo hatte. Erst als die Tasche wieder sicher verschlossen war, wagte er es mit wackeligen Knien zu einer etwas entfernt stehenden Bank zu wanken und sich auf die Sitzfläche fallen zu lassen. Er war von oben bis unten nassgeschwitzt. Und sein Herz raste immer noch. Vielleicht hatte er in der letzten halben Stunde einen Herzinfarkt bekommen, er wusste es nicht. Oder kamen die Schmerzen in seiner Brust davon, dass er sich so verkrampft hatte?
Sein Handy vibrierte in seiner Hose und er beschloss, dass er gut ein bisschen Ablenkung gebrauchen konnte. Er schaffte es nicht, sich jetzt damit zu befassen, was gerade geschehen war. Und erst recht nicht daran, wie gestört es war, dass er es auch noch genossen hatte. Er musste … er musste jetzt dringend an etwas anderes denken. Da, Itachi hatte ihm geantwortet.
Sein Bruder tötete seine Libido so zuverlässig wie der Versuch seines Vaters vor rund fünfzehn Jahren bei dem Versuch, ihn über Sex aufzuklären. Genau das, was er gerade brauchte.
Itachi: Gut. Ich nehme an, du hast schon Feierabend? Ich könnte so in einer Stunde bei dir sein. Wäre dir das Recht?
In einer Stunde … Suchend sah Sasuke sich um. Welche Station war das hier? Ah … und wenn die nächste Bahn tatsächlich erst um – oder nein. Für heute hatte er genug von öffentlichen Verkehrsmitteln.
Entschlossen stand er auf und verließ den Bahnsteig in Richtung der Treppen zur Oberfläche. Zu Fuß würde er zwar ewig brauchen, aber vielleicht hatte er es immerhin geschafft sich zu beruhigen, wenn Itachi bei ihm auftauchte. Duschen musste er auch noch dringend. Während er die ersten Stufen hinter sich brachte, antwortete er seinem Bruder.
Sasuke: Bitte erst in zwei, musste länger bleiben.
Und wieder eine Lüge. Wohl fühlte er sich damit nicht, aber alles war besser, als Itachi zu erzählen, dass er … dass er … Fuck. Und morgen?
Er war sich sicher, dass er es sich nur einbildete, aber seine Tasche fühlte sich so an, als würde sie vibrieren. Und das brachte die Erinnerungen zurück. An die fordernden Finger des Fremden und an seine tiefe, grollende Stimme, die ihm gedroht hatte. Die verlangt hatte, dass er morgen …
Er schlug sich eine Hand vor den Mund, bevor das Stöhnen, das mit Macht durch seine Brust nach oben rollte, über seine Lippen brechen konnte. Er musste einen Schritt zur Seite machen und sich kurz gegen die Wand lehnen. Ob er sich eben auf die Stufen setzen – nein. Die starrten vor Dreck und er würde sich jetzt einfach zusammenreißen! Er könnte einen Schluck trinken. Genau. Und dann einfach nicht mehr an die ganze Sache denken. Zumindest bis morgen. Wenn er den Fremden wiedertreffen würde. Oh Gott … wie sollte er das aushalten, ohne bis morgen den Verstand zu verlieren?
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