Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Happy together

Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P12 / Het
Alexandra Rietz Gerrit Grass Michael Naseband Robert Ritter
17.11.2021
16.05.2022
19
35.309
3
Alle Kapitel
32 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
24.12.2021 1.535
 
Hallo ihr lieben,
Jetzt habe ich mich doch arg gesputet und kann euch noch ein kleines Weihnachtsgeschenk-Kapitelchen mitgeben.
Ich hoffe ihr habt heute und die nächsten Tage auch etwas Ruhe für Besinnlichkeit und feiert mit euren Lieben. Fröhliche Weihnachten euch allen!
Weihnachtliche und ganz liebe Grüße,
Gray

____________________________________


„Aufstehen Schlafmütze!“

Der Geruch von frischem Kaffee begleitete diese Worte und träge wurde Alex wach, bevor sie sich auf den Bauch drehte und die Augen wieder schloss, um weiterzuschlafen. Sie war noch müde. Die Couch sank ein wenig ab als sich Gerrit hinsetzte und ihr liebevoll die Haare aus dem Gesicht strich. Alex schielte aus den Augenwinkeln zu ihm hoch, sah aber immernoch keinen Grund aufzustehen.

Gerrit schien das zu merken, denn er beugte sich über sie und bedeckte sie mit Küssen. Einen an die Schläfe, einen auf die Hand, einen auf ihren Rücken, dicht neben ihrem Schulterblatt, dann wanderte er weiter hinunter und bedeckte jeden Zentimeter mit Küssen. Langsam zog er die Decke hinunter, um ungehindert Platz zu haben und überall da wo die kalte Luft Alex‘ Haut berührte bekam sie eine Gänsehaut. Doch Gerrit war ein aufmerksamer Beobachter und so nahm er die linke Hand und rieb über Alex‘ Arm, während seine Küsse über ihre Haut flogen. Alex drehte sich etwas, dabei fiel ihr auf, dass ihr Freund mit nicht mehr als einer Boxershort und weißen Socken bestückt war.

Sein nackter Oberkörper war über ihr und einmal mehr bewunderte sie seinen Körperbau. Kein Gramm Fett ab den Hüften obwohl er kein Sixpack hatte. Sein Bauch war weich und seine Brust glitzerte immer wieder, wenn sich das Licht in den hellen Haaren darauf brach. Sie fühlte sich wie ein unartiges Schulmädchen, das den heißen Schullehrer beobachtete und anhimmelte. Beinahe hätte sie gelacht und ihre Gedanken mitgeteilt, doch vielleicht sollte sie ihm das nicht direkt auf die Nase binden. Gerrit nahm während ihres Starrens die Gelegenheit wahr, um ihr einen Kuss auf den Mund zu geben. Alex verlor sich schnell darin, genoss das Gefühl seiner Lippen auf ihren und sog seinen Geruch ein. Irgendwie kam er ihr heute wilder vor, weniger die chemische Keule mit Parfum oder Deo sondern sein eigener, natürlicher Geruch kam mehr durch. Was so ein Tag abseits der Zivilisation alles ausmachen konnte.

Während Alex noch über seinen Geruch sinnierte, begab sich Gerrits freie Hand auf Wanderschaft über ihren Körper. Federleichte Berührungen folterten Alex regelrecht, seine Hände waren auf ihrer Haut und irgendwie doch nicht - an ihrem Bauch, an ihren Oberschenkeln hallten seine Fingerspitzen nach und ein Knoten bildete sich in ihrem Unterleib. Gerrit sah sie forschend an, ob sie dem was er vorhatte auch zustimmte und einmal mehr freute sich Alex über seine Umsicht. Zur Antwort richtete sie sich auf, strich ihm mit der Hand über den Nacken und zupfte an seinen kleinen Haaren am Ansatz, was ihm ein leises Brummen entlockte. „Eine Runde vorm Frühstück. Zum wach werden.“, raunte sie ihm ins Ohr, bevor sie sich schelmisch grinsend zurück sinken ließ und einen nur allzu willigen Gerrit mit sich zog.

Pünktlich um ein Uhr mittags klingelte Alex an der weißen Türe zum Haus ihres Vaters. Gerrit stand hinter ihr und massierte leicht ihren Nacken. Den Großteil der Strecke war er gefahren, da sie sich beim Schlafen verlegen und bei der Heimfahrt auch noch im nächsten Ort verrissen hatte, als sie ein Radfahrer schnitt und sie eine Notbremsung hinlegen musste. Alex war ein wenig nervös, sie hatte ihren Vater schon länger nicht mehr gesehen - wie würde er aussehen und ging es ihm gut? Und was für eine Meinung würde er über Gerrit haben? Sie wusste nicht einmal, ob er noch mit seiner Freundin zusammen war.

Die Türe öffnete sich und zwei braune Augen zusammen mit einem faltigen Gesicht und weißen, kurzen Haaren lugten heraus, bis sich die Tür vollends öffnete und Papa Rietz herausstürmte und Alex fest in die Arme nahm. Gerrit trat einen Schritt zurück, um den beiden Platz für ihre überschwängliche Begrüßung zu geben und wartete still. Das schien ihm einige Pluspunkte einzubringen, denn Papa Rietz sah ihn wohlwollend an, dann schob er Alex etwas zur Seite und gab ihm die Hand. „Du bist also Gerrit. Willkommen. Kommt doch bitte rein!“

Als die beiden das Haus betraten schlug ihnen köstlicher Duft entgegen, Gerrit schnupperte und riet, was ihn wohl erwartete. Es roch auf jeden Fall deftig nach Fleisch. Rouladen vielleicht? Doch er hatte keine Zeit weiter zu denken, denn Papa Rietz zog die beiden den Gang hinab, wo Gerrit sich in einem weitläufigen Raum wiederfand. Wohn- und Esszimmer waren nur durch eine halbhohe Theke getrennt und er konnte den bereits gedeckten Tisch dahinter sehen.

Hinter ihnen ging die Tür auf und eine große Schüssel mit Deckel kam herein, dicht gefolgt von einem weiblichen Körper, der sich geschäftig an den dreien vorbei drückte und zum Essenstisch hinüber ging. Mehr sah Gerrit nicht aber als die Frau sich umdrehte, um wieder in der Küche zu verschwinden, bot sich Gerrit an ihr tragen zu helfen.

Ehrliche Freude wanderte über das leicht in die Jahre gekommene Gesicht und die Küchenfee ging ihm voraus. In der Küche angekommen stellte sie sich zuerst vor und gab ihm die Hand. „Hi, ich bin Anke, quasi Stiefmama von Alex. Schön dich kennenzulernen“ Dann gab sie ihm zwei kleinere Schüsseln mit Beilagen in die Hand und trug selber ein silbernes Tablett mit Deckel. Atemberaubender Duft lag in der Luft und Gerrit folgte mehr der silbernen Platte als seiner Gastgeberin.

Die vier saßen gemütlich zusammen und reichten eben das Essen herum, Papa Rietz tat sich dabei genüsslich Salat auf den Teller und reichte dann die Schüssel weiter. „Wir wollen nächsten Sommer hier renovieren und in der Anlage am Grünplatz alles so herrichten, dass es leicht instand zu halten ist.“, sagte er das Gespräch das Alex und er vorhin begonnen hatten weiterführend. „Wir wollten alles so herrichten, dass es reicht, wenn wir nur alle paar Wochenenden draußen sind und nach dem Rechten sehen.“ Alex nahm sich noch ein Steak und blickte ihren Vater an: „Aber Papa, das komplette Grundstück zu renovieren kostet doch ein Heidengeld, das wird doch eure ganzen Ersparnisse auffressen. Ist das nicht zu viel? Und bedenkt doch die ganze Arbeit. Wollt ihr den Schrebergarten nicht lieber untervermieten?“

Ihr Vater warf ihr einen bösen Blick ob dieser Widerrede zu: „Alexandra, in dem Schrebergarten hast du den Großteil deiner Sommer verbracht und hier haben wir ja nun nicht wirklich viel Garten. Also werden wir das Grundstück nicht untervermieten! Wenn dann die Enkelkinder über den Rasen tollen muss doch genug Platz und alles ordentlich sein. Und ihr zwei gebt doch super Eltern ab, da kann es doch nur eine Frage der Zeit sein. Also je eher wir renovieren, desto besser.“, überlegte Papa Rietz und Gerrit entging nicht, dass Alex unruhig auf ihrem Stuhl herum rutschte und nicht wirklich antwortete. Er konnte nur nicht erkennen, ob sie nicht konnte oder nicht wollte.

Gerrit war zwar leicht beunruhigt, nahm es dann aber auf sich den Vater abzulenken, damit er Alex nicht weiter in die Richtung drängte: „Was wollt ihr denn dann überhaupt mit dem Vorgarten hier anstellen? Wollt ihr den bepflanzen oder als Fahrradplatz erschließen? Ich habe gesehen, dass ihr euch E-Bikes zugelegt habt.“ Alex‘ Vater freute sich über die Frage und stürzte sich direkt in die Erzählung seiner Pläne; seine Freundin Anke fügte immer wieder ein, zwei Ergänzungen hinzu und Alex hörte schweigend zu.

Unter dem Tisch hatte Gerrit Alex‘ Hand fest gepackt, strich ihr beruhigend über den Handrücken und so langsam konnte er spüren, dass sie ruhiger wurde und sich entspannte. Als es dann einige Zeit später wieder um ruhigere Themen wie die Arbeit ging, hakte sich Alex auch wieder mit ins Gespräch ein und erzählte die Story, was ihnen neulich in der Arbeit passiert war und bei der Michael und sie sich als Pärchen ausgeben mussten, um einen Juwelendieb zu stellen.

Gerrit schmunzelte während Alex die Geschichte erzählte. Es hatte eine Zeit gegeben, wo ihn eine solche Erzählung eifersüchtig gemacht hätte, doch heute zählte nicht dazu. Alex gehörte zu ihm und er würde sich keine Gedanken über Michael und seine Beziehung zu Alex machen.
Trotzdem war er ein wenig gekränkt, als Papa Rietz nach Alex‘ Erzählung den Kopf schüttelte und sagte: „Ja den Micha hätte ich auch gern als Schwiegersohn gehabt. Der war schon ein feiner Kerl, wirklich.“ Gerrit konnte nicht verhindern, dass er leise erwiderte „Nun ja, Alex hat sich für mich entschieden, daher wirst du dich wohl an das Gesicht hier gewöhnen müssen.“

Die Stimmung am Tisch sank um einige Grade ab, doch Gerrit schickte ein Lächeln und ein kurzes Lachen hinterher, was die anderen einstimmen ließ. Einzig Alex warf ihm einen Blick zu, der ihm sagte, dass sie seinen Ton nicht billigte. Trotzdem schienen die beiden anderen seine Worte für einen Witz gehalten zu haben und sie fuhren fort ihre Pläne zum Haus zu erzählen.

Gegen frühen Abend packten Alex und Gerrit ihre Sachen zusammen, denn sie mussten ja auch noch nach München zurück und am nächsten Tag arbeiten. Die Verabschiedung lief relativ herzlich und sogar Gerrit bekam eine Umarmung von Anke und einen festen Handschlag von Alex‘ Vater, was seine Freundin durchaus freute und auf dem Heimweg sprach sie ihn mindestens drei Mal darauf an.
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast