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Nächtliche Fantasien

von Hobbit91
Kurzbeschreibung
OneshotFantasy, Liebesgeschichte / P16 / FemSlash
Mei Aihara Yuzu Aihara
14.11.2021
14.11.2021
1
2.174
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14.11.2021 2.174
 
Meine Stiefschwester zuckt noch nicht einmal zusammen, als ich schwungvoll die Tür zu unserem Zimmer aufreiße und eintrete. Sie sitzt nach wie vor an ihrem Schreibtisch und ist ganz offensichtlich überaus beschäftigt.

„Hey, Mei! Ich bin fertig. Das Bad ist jetzt wieder frei“, verkünde ich lautstark, um auf mich aufmerksam zu machen. Leider habe ich aber auch da keinen Erfolg, denn sie ignoriert mich weiterhin.

Da ich mich nicht daran erinnern kann, heute etwas angestellt zu haben, gehe ich mal nicht davon aus, dass Mei sauer auf mich ist. Wahrscheinlich ist sie einfach der Meinung, dass ich sie schon irgendwann in Ruhe lassen werde, wenn sie es nur lange genug schafft, mir keine Beachtung zu schenken. Wenn sie jedoch tatsächlich glaubt, dass ich so leicht aufgebe, kennt sie mich wirklich schlecht...

„Sag mal, Mei“, starte ich einen erneuten Versuch und stelle mich dabei direkt neben sie. „Machst du etwa immer noch deine Hausaufgaben?“

Diese Frage ist eigentlich komplett überflüssig. Schließlich sehe ich ja, was sie da treibt. Es handelt sich ohne Zweifel um irgendeinen Schulkram, um den sie sich da gerade kümmert. Und unglücklicherweise hat es nicht wirklich den Anschein, als würde sie damit allzu bald fertig werden. Aus diesem Grund frage ich sie, ob sie das alles  denn unbedingt heute Abend erledigen müsse oder ob das nicht vielleicht noch bis Morgen warten könne.

„Ja“, antwortet sie knapp.

Das hilft mir jetzt leider überhaupt nicht weiter.

„Ja im Sinne von: Es kann noch ein bisschen warten?“, frage ich hoffnungsvoll nach.

„Nein“, brummt sie das Blatt Papier an, welches sich allmählich mit ihrer eleganten Handschrift füllt.

„Was denn jetzt?“, entgegne ich, weil mich diese einsilbigen Antworten langsam echt verwirren.

„Es duldet keinen Aufschub. Also lass mich bitte weiterarbeiten. In Ordnung, Yuzu?“

Das war zumindest endlich mal Klartext. Allerdings gefällt mir diese Antwort natürlich überhaupt nicht. Genauso sehr missfällt mir die Tatsache, dass sich meine Liebste noch nicht einmal die Mühe macht, mich direkt anzusehen. Ihre wunderschönen Augen sind permanent auf die Gleichungen gerichtet, die es noch zu lösen gilt.

„Du hast doch hoffentlich nicht vor, die ganze Nacht durchzuarbeiten, oder?“, will ich nun wissen.

„Mensch, Yuzu! Es dauert so lange, wie es eben dauert, verstanden? Also gib bitte endlich mal Ruhe. Dein Rumgewusel und deine vielen Fragen sorgen auch nicht gerade dafür, dass ich schneller fertig werde.“

Dies kann man durchaus als eine klare Anweisung werten. Jedoch bin ich nicht bereit, diese Sache einfach auf sich beruhen zu lassen. Ich habe schließlich auch gewisse Bedürfnisse.

„Komm zu mir ins Bett!“, hauche ich ihr – wie ich hoffe mit verführerischer Stimme – ins Ohr und schmiege mich so an sie, dass meine rechte Wange ihre linke berührt.

„Später“, sagt sie bestimmt.

Also werde ich mal ein bisschen fordernder.

„Lass das gefälligst“, knurrt sie, als ich ihr mit der Zungenspitze den schönen, schlanken Hals befeuchte.

„Du klingst aber gar nicht so, als würdest du wollen, dass ich aufhöre“, erwidere ich, und tatsächlich: Als ich sie schließlich küsse, meine ich, einen leisen Seufzer ihren Lippen entweichen zu hören.

„Yuzu...“, flüstert sie.

„Ich will dir nur zeigen, was du verpasst, wenn du an deinem Schreibtisch hocken bleibst, statt mit mir ins Bett zu gehen“, sage ich, während ich ihr linkes Knie tätschele. Dann beginne ich ihren Oberschenkel zu streicheln, lasse meine Hand ganz langsam unter ihren Rock wandern...

Plötzlich drückt sie mir ihre linke Hand ins Gesicht und schiebt mich von sich weg. Derweil schreibt sie mit der anderen Hand unbeirrt weiter.

„Geh jetzt schlafen, Yuzu!“, sagt sie streng.

„Schau mich doch wenigstens mal an!“, quengele ich. Dank ihrer Hand, die gegen meine Nase drückt und auf meinem Mund liegt, klingt meine Stimme momentan leider etwas gedämpft und ein wenig undeutlich. „Wie findest du mein neues Nachthemd? Das habe ich mir extra für dich gekauft.“

Es ist in einem zarten Rosa gehalten und ziemlich durchsichtig. Darunter trage ich absolut nichts. Ich wollte ihr damit eine Freude machen, aber wenn sie sich die ganze Zeit weigert, mich anzuschauen.

„Dann eben nicht“, rufe ich ihr noch mürrisch zu, bevor ich mich aufs Bett werfe.

Ich kann einfach nicht glauben, dass sie mir gerade einen Korb gegeben hat, weil sie lieber ihre Hausaufgaben machen will, als sich mit mir zu befassen. Manchmal ist Mei wirklich unmöglich. Dabei war ich echt der Meinung, sie fast soweit zu haben, aber anscheinend ist ihr Pflichtgefühl genauso groß wie ihre Selbstbeherrschung. Ihre Gewissenhaftigkeit kann einen hin und wieder ganz schön nerven.

Was soll ich jetzt machen? Mich schlafen legen oder darauf warten, dass sie ihre Arbeit beendet und sich zu mir gesellt? Auf ihre Liebkosungen vor dem Einschlafen möchte ich eigentlich nicht verzichten. Da es allerdings noch etwas dauern kann, bis meine viel zu fleißige Stiefschwester endlich den Kugelschreiber weglegt, überlege ich mir, wie ich mich noch so lange wach halten könnte. Dabei fällt mein Blick auf das Buch, welches ich vor ein paar Tagen angefangen habe zu lesen. Bei diesem Werk handelt es sich dieses Mal jedoch nicht um eine unzensierte Version der „Flirtenden Schwestern“, sondern um einen ziemlich düsteren Fantasy-Roman, in welchem sämtliche Geschöpfe der Nacht eine zentrale Rolle spielen. Eine der Hauptfiguren ist Ayako, die schöne, aber auch gefährliche Vampirin.

Kurz entschlossen greife ich nach dem Buch, um zumindest ein Kapitel zu lesen. Allerdings komme ich nicht weit, weil irgendwann meine Gedanken abschweifen.

Auf einmal finde ich mich in einem fremden Zimmer wieder. Es ist um einiges größer als jenes, das ich mir mit meiner Stiefschwester teile. In der Mitte des Raumes steht ein gigantisches Himmelbett, in welchem ich es mir gemütlich gemacht habe.

Ein plötzliches Klopfen gegen Fensterglas lässt mich hochschrecken. Mit pochendem Herzen schaue ich mich um und da entdecke ich sie. Vor dem Fenster, welches fast bis zum Boden reicht, schwebt eine schwarz gekleidete Gestalt.

Unsere Augen begegnen einander und irgendetwas zieht mich zu ihr hin. Obwohl ich weiß, dass ich es nicht tun sollte, schwinge ich meine Beine aus dem Bett und gehe auf das Fenster zu, um es zu öffnen.

Kalte Luft bläst mir entgegen und lässt mein Nachthemd leicht flattern, aber das bemerke ich kaum, da meine atemberaubend schöne Stiefschwester all meine Aufmerksamkeit auf sich zieht. Meis Haut ist heute Nacht noch blasser als sonst und ihre Augen sind leuchtend rot. Ein bisschen fürchte ich mich vor ihr. Zugleich wünsche ich mir aber, dass Mei in mein Zimmer kommt. Und genau das macht sie nun auch. Sie schwebt auf mich zu. Ihre kalten Hände greifen nach meinen Schultern. Ich wehre mich nicht gegen sie, lasse es zu, dass sie mich zurück zum Bett führt, auf welchem ich nur wenige Sekunden später lande.

Mei beugt sich über mich. Ich nehme ihr Gesicht zwischen beide Hände, ziehe sie zu mir heran und küsse ihre kalten Lippen. Sie erwidert den Kuss. Es gefällt mir und ich weiß, dass es auch ihr gefällt.

Als wir uns schließlich voneinander lösen, grinse ich sie glücklich an. Ihre Miene bleibt zunächst vollkommen ausdruckslos. Dann bemerke ich aber, wie sie sich auf einmal zu verändern beginnt. Ihre roten Lippen öffnen sich etwas, sodass ich ihre strahlend weißen Zähne sehen kann.

Ich kann gerade noch daran denken, wie schön Mei doch ist, bevor sie auch ihre langen, spitzen Fangzähne entblößt, sich zu mir hinab beugt und mir in den Hals beißt. Ihre Zähne reißen meine Haut auf, sodass Blut fließt.

Voller Gier beginnt Mei meinen roten Lebenssaft zu trinken. Im ersten Moment bin ich erschrocken, doch verspüre ich aus irgendeinem Grund nicht das Bedürfnis, sie an ihrem Tun zu hindern, da ich es auch irgendwie in Ordnung finde. Ich schlinge meine Arme um meine Stiefschwester, fahre ihr mit den Händen durch die schönen, schwarzen Haare und lasse sie trinken.

Für meine Liebste würde ich jeden Tropfen meines kostbaren Blutes geben...

„Ja, Mei!“, stöhne ich, während mir allmählich die Sinne schwinden. „Trink ruhig von mir. Trink so viel von meinem Blut, wie du willst! Saug mich ruhig aus, Mei!“



„Was zum Geier murmelst du da nur vor dich hin?“, vernehme ich plötzlich die Stimme von meiner Stiefschwester. „Also manchmal bist du echt seltsam, Yuzu.“

Natürlich könnte ich mich irren, aber meiner Meinung nach klingt die Sprecherin durchaus ein wenig besorgt.

Ich reiße die Augen auf und stelle sogleich fest, dass ich mich wieder in meinem und Meis Zimmer befinde. Mei sitzt jedoch nicht mehr an ihrem Schreibtisch, sondern kniet über mir. Ihre langfingrigen Hände liegen zu beiden Seiten meines Kopfes auf dem Kissen.

„Hm?“, nuschele ich noch ein bisschen verschlafen vor mich hin.

„Na, wieder wach?“, fragt sie mich. „Hast du es von deinem seltsamen Traum endlich zurück ins Hier und Jetzt geschafft?“

Zur Antwort umarme ich sie und verwickele sie in einen innigen Kuss. Ich spüre, wie ihre Zunge zwischen meine Lippen gleitet und komme ihr sogleich mit meiner Zunge entgegen. Beide stöhnen wir ein bisschen dabei.

Leider endet dieses schöne Erlebnis viel zu früh.

„Jetzt mal ehrlich, Yuzu“, meint Mei, nachdem sie sich wieder von mir gelöst hat. „Was sollte dieser Quatsch vorhin eigentlich? Also das mit dem Aussaugen.“

„Oje. Habe ich etwa im Schlaf geredet?“, frage ich sie mit leichtem Unbehagen.

„Eigentlich war es eher so eine Art Flüstern“, erklärt mir Mei. „Um dich zu verstehen musste ich mit meinem Ohr ziemlich dicht an deinen Mund gelangen. Also? Möchtest du deiner Liebsten nicht verraten, was du geträumt hast?“ Sie hört sich ehrlich interessiert an.

Ich könnte ihr jetzt sagen, wovon mein Traum gehandelt hat oder wie sexy ich Mei als Vampir gefunden habe. Da ich aber nicht möchte, dass sie mir im Anschluss erneut unter die Nase reibt, was ich doch für ein seltsames Mädchen sei oder mich fragt, wie man nur so merkwürdige Fantasien haben kann, greife ich zu einer ganz klassischen Notlüge.

„Um ehrlich zu sein kann ich mich selber schon gar nicht mehr so richtig daran erinnern“, behaupte ich einfach.

Zu meinem Glück gibt sie sich damit zufrieden. Mich jedoch wird dieser Traum vermutlich noch für eine ganze Weile beschäftigen. Mei, die Vampirin. Irgendwie eine ziemlich interessante Vorstellung, wenn man mal etwas genauer darüber nachdenkt. Sollten wir zwei mal zu einem Kostümfest eingeladen werden, würde eine solche Verkleidung mit Sicherheit ziemlich gut ankommen. Allerdings glaube ich nicht, dass sie sich auf so etwas einlassen würde, da sie ja leider hin und wieder dazu neigt, zu einer chronischen Spaßbremse zu mutieren. Obwohl Mei mittlerweile schon ganz schön aufgeblüht ist, wirkt sie zuweilen noch immer viel zu ernst und auch ein bisschen verklemmt. Etwas zu finden, das uns beiden Spaß macht, ist nicht so einfach. Mit Mei kann man sich zwar durchaus vergnügen, doch wünsche ich mir vom Herzen, sie würde zuweilen ein bisschen ausgelassener reagieren. Aber wenigstens lächelt sie jetzt öfter. Außerdem bin ich der Meinung, dass ihre Augen jetzt viel lebendiger funkeln. Sie ist nun ein Mädchen, das sich nicht mehr ausschließlich danach richten will, was andere Menschen von ihm erwarten, sondern sich darüber Gedanken macht, wie es selber glücklich werden kann, und das ist meiner Meinung nach schon mal ein guter Anfang.

„Hey!“ Ihre Finger schnippen vor meinem Gesicht. „Woran denkst du jetzt schon wieder?“

„Daran, wie schön du bist“, antworte ich wahrheitsgemäß.

Dies bringt sie wieder zum Lächeln.

„Weißt du, Yuzu“, flüstert sie nach einer Weile. „Es ist mir vorhin wirklich schwer gefallen, nicht auf deine Verführungskünste zu reagieren. Manchmal kannst du aber auch echt aufdringlich sein.“

„Hehehe“, kichere ich und grinse sie frech an.

„Tut mir leid, dass ich mich in letzter Zeit häufiger dazu gezwungen sehe, dich zurückzuweisen. Manchmal habe ich einfach so viel um die Ohren, dass ich glatt vergesse, dass ich ja auch noch andere Verpflichtungen habe. Und dazu gehört eben auch, dass ich mich wie eine gute Partnerin verhalte und mich um meine Verlobte kümmere. Schließlich haben wir zwei uns ein Versprechen gegeben. Ich möchte wirklich nicht, dass du dich vernachlässigt fühlst, Liebste.“ Meis traurige Augen sehen mich entschuldigend an.

„Dann musst du dein Verhalten von eben wiedergutmachen“, entgegne ich.

„Gern.“ Ein verliebter Ausdruck tritt nun in ihre Augen. „Wenn du dafür nicht schon zu müde bist...“

Mit diesen Worten entledigt sie sich ihres Pullovers. Dann öffnet sie ihren BH.

Der Anblick ihres nackten Oberkörpers lässt mich echt heiß werden. Ich verspüre das starke Verlangen danach, sie zu berühren und von ihr verwöhnt zu werden.

Glücklicherweise scheint Mei nicht vorzuhaben, mich lange warten zu lassen, denn im Nu macht sie sich daran, auch all die übrigen störenden Kleidungsstücke zu entfernen. Auch mein Nachthemd, welches sowieso schon mehr preisgibt als verdeckt, wird mir schließlich genommen. Dann fallen wir übereinander her, lieben uns voller Leidenschaft. Ihre fordernden Küsse, ihr heißer Körper. Es fühlt sich alles so unglaublich gut an.



Als ich etwas später schwer atmend unter ihr liege und in das leicht gerötete Gesicht meiner Stiefschwester blicke, sagt sie: „So frei wie jetzt kann ich mich nur bei dir fühlen, Yuzu. Bitte sieh über meine Charakterschwächen hinweg und bleib für immer bei mir, in Ordnung?“

Ich schenke ihr mein bezaubernstes Lächeln, ehe ich ihr zärtlich die verschwitzten schwarzen Haarsträhnen aus dem Gesicht streiche und noch einmal ihre wohlgeformten Lippen küsse. „Das werde ich, Mei. Versprochen.“
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