Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Glitter & Gold

von Toxa
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Romance / P16 / Mix
Genji Hanzo McCree/Cassidy Mercy Reaper Soldier:76
11.11.2021
11.11.2021
1
1.128
 
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
 
11.11.2021 1.128
 
Hoch stand der Mond am Himmel, während vier dunkle Gestalten durch den hohen Schnee stapften. Ein großgewachsener Latino hatte die Führung übernommen. Gereizt hatte er das Gesicht verzogen. Seine Arme frierend verschränkt.
Dicht hinter ihm lief ein junger Amerikaner. Die Naivität war dem Jungen ins Gesicht geschrieben. Er schien kaum an derartige Missionen gewohnt zu sein.
Den Abschluss bildeten eine Frau und ein Ninja. Der Ninja bestand zum größten Teil aus Metall und Maschinerie. Sein roter Blick wanderte unheilvoll durch die dunkle Nacht.
Der Latino zog ein kleines Gerät aus der Tasche seines langen Mantels. Genervt schob er dabei das Fell der Kapuze aus seinem Gesicht. Neugierig kam der Amerikaner näher. Versuchte ebenso einen Blick auf das Gerät zu erhaschen.
„Weißt du wo wir sind?“, fragte er vorsichtig. Schien seinen Vorgesetzten beim besten Willen nicht beleidigen zu wollen.
„Es muss ganz in der Nähe sein.“ Gabriel schnaubte genervt. Sein Atem tanzte als kleine Wolke durch die Luft.
„Hier ist weit und breit nichts.“ Genji schien ebenso wenig begeistert über die derzeitige Situation zu sein. Obwohl ihm die Kälte nichts ausmachte, wollte er wesentlich lieber in das Hauptquartier zurückkehren. Immerhin war jenes in den letzten Tagen deutlich interessanter für den Japaner geworden.
„Wir sollten zurückkehren. Jack soll uns bessere Missionsdateien besorgen.“ Unsicher fuhr sich Jesse durch die langen braunen Haare. Genji nickte hastig. Schien nicht damit zu zögern dem Cowboy zuzustimmen.
Gabriel hingegen schüttelte den Kopf. Sein dunkler Blick klebte entsetzt an Jesse. Wirkte, als wäre ihm jener soeben in den Rücken gefallen. „Wir gehen nicht zurück. Nicht bis wir diese verdammten Akten gefunden haben.“
Moira hielt sich aus dem gesamten Gespräch heraus. Sie schien sich lediglich über die kleine Diskussion zu amüsieren. Sie wusste ohnehin, dass Genji und Jesse den Commander wohl kaum überstimmen könnten. Jener war immer schon ein Sturkopf gewesen.
„Hier sind keine Akten, Gabe. Sieh dich um. Außer weiß ist hier nichts.“ Der Texaner schien mittlerweile gereizt zu sein. Er trat gegen einen Schneehaufen. Zog seinen Poncho dabei näher an sich heran.
Unter dem zerfallenden Schnee wurde etwas freigelegt. Silbern schimmerte es im fahlen Licht des Mondes. Gewann auf Anhieb die Neugier des Commanders.
Jener bettete innerlich, dass es sich um genau das handelte, dass die vier suchten. Doch natürlich war das Glück an diesem Tag nicht an seiner Seite.
Gabriel legte fragend den Kopf schief. Hob den halb zerbrochener Pfeil hoch. Befreite diesen restlos aus seinem weißen Gefängnis.
Schnell verstummte die Diskussion, während sich das Einsatzkommando um den Latino scharrte. Die fragenden Blicke zwischen den Mitgliedern und dem Pfeil hin und her wanderten. Jener schien kaum zur Umgebung zu passen. Tief verborgen in den kalten Höhen der Alpen.
„Ich denke nicht, dass wir hier noch etwas finden werden.“ Genji verschränkte die Arme. Sein Blick wirkte mit einem Mal noch leerer. „Der liegt höchstens seit ein paar Tagen hier.“
„Vielleicht ist der Besitzer dann noch hier?“ Fragend suchte Jesse Gabriels Blickkontakt. „Wir könnten ihm die Akten abnehmen. Und mit ihnen ins Hauptquartier zurückkehren. Niemand würde erfahren, dass wir sie beinahe verloren hatten.“
„Nein.“ Die plötzliche Antwort des Japaners ließ die anderen zusammenzucken. „Versucht es nicht. Wir haben keine Chance gegen ihn.“
Der Latino wurde hellhörig. Drohend baute er sich vor Genji auf. Die Neugier stand ihm ins Gesicht geschrieben. „Gegen wen?“
Der Angesprochene kam gar nicht dazu eine Antwort auszusprechen. Das Zischen eines Geschosses störte die Stille. Zerschnitt die Anspannung.
Vier überraschte Gesichter sahen sich hektisch um. Versuchten die Ursache zu erkennen. Doch das wenige Licht machte es schwierig etwas zu erkennen.
Gabriel zog die beiden übergroßen Schrotflinten. Jene Waffen machten nur zu deutlich, dass er kein gewöhnlicher Mensch war. Dank seiner Ausbildung war er mit gewöhnlichen Soldaten kaum zu vergleichen.
Bedrohlich knurrte er. Wartete darauf, dass sich der Fremde zeigte. Die Sekunden des Schweigens zogen sich wie Stunden. Ließ die kleine Gruppe schnell unruhig werden. Ungeduldig und nervös.
„Ihr könnt die Akten haben. Unter einer Bedingung.“ Eine tiefe männliche Stimme durchschnitt die Stille. Vier Augenpaare wanderten beinahe zeitgleich in dieselbe Richtung.
Unweit von ihnen löste sich eine Gestalt aus dem Schatten. In seiner Hand lag ein edler Bogen. Gespannt und nur darauf wartend losgelassen zu werden. Ruhig lag der Pfeil auf seinen Fingern.
Dunkle beinahe schwarze Augen betrachteten die Gruppe. Seine dunklen Haare hatte er locker zurückgebunden. Sein Körper war in klassische östliche Kleidung gewickelt.
„Was machst du hier?“ Wut ließ Genjis Stimme erzittern. Er löste sich aus der Formation. Ging ohne Angst und ohne Zögern auf den Fremden zu. „Sollten dir nicht bewusst sein, dass dein Auftauchen nicht gut enden kann.“
Der andere richtete sich etwas auf. Sah dem Cyborg in die Augen. „Ich bin nicht wegen dir hier, Bruder. Es geht mir schlichtweg um Overwatch.“
Jesse verzog verwirrt das Gesicht. Ihm schien die Situation nur wenig zu gefallen. „Wäre es nicht klüger, wenn du dich erklärst bevor du Forderungen stellst?“
„Sehe ich ähnlich.“ Gabriel dachte nicht im Ansatz daran, die Waffen zu senken. Er schien deutlich dazu bereit zu sein dem Fremden ein Ende zu bereiten. Gleichgültig ob dieser einen Nutzen erfüllen könnte.
Der Bogenschütze senkte seine Waffe nun restlos. Er richtete sich auf. Ließ seinen dunklen Blick über die anderen hinweg wandern. „Mein Name ist Hanzo Shimada. Ich bin auf der Suche nach Gerechtigkeit. Und war mir sicher sie in einer Organisation wie eurer zu finden.“
„Normalerweise rekrutieren wie die Leute. Nicht andersrum.“ Der Commander schien sich nur wenig an Hanzo zu erfreuen. Im Gegenteil. Am liebsten würde er sich die Akten greifen und dem Japaner auf Anhieb ein Ende bereiten.
„Das ist mir durchaus bewusst. Nur wusste ich, dass ihr nicht auf mich zukommen würdet. Nicht nachdem was Genji euch erzählt haben muss.“ Sein Blick ruhte auf seinem Bruder. Die Verurteilung stand ihm ins Gesicht geschrieben.
Dem Texaner schien es dabei wie Schuppen von den Augen zu fallen. Er hatte sich mit Genji bereits von Anfang an gut verstanden. Und jener war nie zimperlich damit gewesen von seiner Vergangenheit zu erzählen. „Vermutlich, weil du ihn ermordet hast, oder?“ Jesse verschränkte die Arme. Ein Hauch von Abscheu schlummerte in seinem Blick.
Hanzo erwiderte den Blickkontakt. Für wenige Moment wirkte es, als würden sich die beiden Männer schweigend unterhalten. Ein stummer Kampf war zwischen ihnen ausgebrochen. Und keiner war dazu bereit, die Überhand abzugeben. Und noch weniger waren sie dazu bereit sich irgendeine Art von Respekt zu zollen.
Moiras belustigtes Lachen unterbrach diesen Augenblick. Ohne zu zögern, trat sie an Hanzo heran. Musterte ihn von oben bis unten. „Sieh in dir an, Gabriel. Wir sollten es riskieren. Lass ihn uns mitnehmen. Loswerden kannst du ihn später immer noch.“
Kurzzeitig wirkte es, als würde der Latino nachdenken. Kaum merklich senkte er die Waffen. Betrachtete den Fremden. „Nun gut, wir nehmen ihn mit. Schnappt euch die Akten. Und lasst uns nach Hause gehen.“
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast