Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

30 Days

von Teme
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P18 / MaleSlash
Naruto Uzumaki Sasuke Uchiha
11.11.2021
30.06.2022
23
257.393
19
Alle Kapitel
155 Reviews
Dieses Kapitel
8 Reviews
 
23.06.2022 11.053
 
Narutos POV


Als ich an diesem Tag in den überfüllten Bus stieg, fühlte ich mich nur noch deprimierter. Ich seufzte leise, zeigte mein Monatsticket vor und drängte mich an den etlichen Menschen vorbei, um direkt neben der hinteren Tür zum Stehen zu kommen. Ohne länger als nötig zu warten, setzte sich der Bus kurz darauf in Bewegung. Ich blendete das Drumherum aus und hörte die vielen Stimmen nur gedämpft. Stattdessen wanderten meine Augen über die vorbeiziehenden Häuser und Straßen. Ich fixierte die Umgebung, die blitzschnell an uns vorbeizog und freute mich mit jeder Sekunde, der ich meiner Arbeitsstelle näherkam.

Dann hätte ich etwas zu tun und müsste mich nicht mehr mit den Gedanken um Sasuke beschäftigen.

Allein diese Erinnerung ließ mich die Lippen fester aufeinander pressen. Ich spürte das Stechen in meiner Brust und senkte den Blick. Verdammt, was hatte sich der Idiot dabei gedacht, einfach zu verschwinden? Ich erinnerte mich an den Morgen zurück und merkte, wie mir sofort unwohler zumute wurde.

Wieso musste mich das Ganze, selbst vier Tage danach noch beschäftigen? 'Weil du verliebt bist, Idiot', erinnerte mich meine innere Stimme und ließ mich die Stirn in Falten legen. Vermutlich hätte ich damit rechnen müssen, dass er wieder das Weite suchen würde. So, wie die letzten Male. Ich seufzte leise, merkte, wie mir in dem überfüllten Bus immer wärmer wurde und verfing mich wieder an den Häuserreihen außerhalb des Fensters. Irgendwo fragte ich mich, ob es meine Schuld war. Hatte ich ihn womöglich verschreckt? Mit den Dingen, die wir-

Nein. Instinktiv biss ich mir in die Wange. Er hatte es genauso gewollt, wenn nicht sogar noch mehr. Wieso sonst hatte er das Ganze provoziert? Ich merkte, wie ich bei dieser Überlegung schon wieder Kopfschmerzen bekam. Ich wanderte mit der Hand in meine Jackentasche, um sogleich mein Handy zu zücken. Wie in Trance, tippte ich mich zu dem Chatverlauf durch, den ich in den letzten Tagen immer wieder angestarrt hatte. Wieder wanderten meine Augen über die letzten Nachrichten, die allesamt von mir kamen.

'Hey, alles okay? Wieso bist du gegangen?'
'Sasuke?'
'Können wir reden?'


Das Erste hatte ich ihm, kurz nachdem ich aufgewacht war, geschrieben. Wie erwartet hatte der Idiot nicht geantwortet. Ich murrte, als ich die weiteren Nachrichten sah, die ich die Tage darauf verschickt hatte. Vermutlich kam ich wie der reinste Stalker rüber, aber das war mir zum jetzigen Zeitpunkt schlichtweg egal. Ich wollte mich aussprechen. Das war sowieso längst überfällig. Ich schloss den Chat wieder und ging stattdessen zu meinen Anrufen, wo mir direkt fünf ausgehende ins Auge sprangen.

Ugh.

Verdammt, vielleicht sollte ich ihm etwas Zeit geben. Wenn mich jemand so penetrant nerven würde, würde ich das Ganze vermutlich auch igno-

'Nicht, wenn es von ihm kam', unterbrach ich mich in Gedanken selbst und sperrte den Bildschirm mit einem Klick, um das Handy anschließend wieder in meiner Jackentasche verschwinden zu lassen. Allein die Erinnerung an das, was an dem Abend geschehen war, ließ mein Herz höher schlagen. Da war diese innere Erwartung gewesen, die am Morgen danach in tausend Scherben zersplittert war.

Und das alles nur, weil ich derjenige war, der sich verliebt hatte.

Seufzend fuhr ich mir durch die blonden Strähnen, den Blick nun wieder auf die Außenwelt um mich herum gerichtet. Wenn ich zu diesem Zeitpunkt eins wusste, dann, dass ich unbedingt mit ihm sprechen musste.

-

Womöglich hatte ich meinen Entschluss ein wenig zu energisch gefasst. Wahrscheinlich hatte ich meiner Mittagspause noch nie so hin gefiebert, wie heute. Ich sah auf die letzten Waren auf der Palette neben mir und räumte diese in Blitzeseile in die Regale. Als mir dabei eine der zwei Konserven aus der Hand fiel, zischte ich lauthals auf. Ein Poltern hallte durch den Gang, bevor ich die Dose aufhob und die leichte Delle beäugte. Ich stellte sie in die freie Lücke vor mir, um mir meine Arbeit ein letztes Mal anzusehen.

Es sah gut aus. Zumindest, für die nächsten zehn Minuten. Bei dieser Erkenntnis hätte ich beinahe geschmunzelt. Wenn da nicht die Erinnerung an das war, was ich in meiner Pause in Angriff nehmen wollte. Kurz kramte ich mein Handy aus der Hosentasche, wo sich die Uhrzeit deutlich abzeichnete.

Endlich.

Als ich meine Schicht angefangen hatte, war ich mir nicht sicher gewesen, ob ich die Zeit bis zur Pause überhaupt rumkriegen würde. Wenn ich ehrlich war, hatte es sich wie eine halbe Ewigkeit angefühlt. Mit schnellen Schritten ging ich in den Pausenraum, um mir meine Jacke über zu ziehen. Instinktiv griff ich in die Tasche, wo sich die Packung Zigaretten befand und machte mich schließlich auf den Weg in den Lagerraum. Als ich die Tür zur Warenannahme öffnete, wehte mir die frische Luft entgegen und ließ mich leicht seufzen. Ich entschied mich dazu, den Reißverschluss meiner Jacke doch zu schließen und zündete mir schließlich eine Zigarette an.

Vermutlich würde mich meine innere Unruhe sonst noch umbringen.

Vielleicht kam die aber auch davon, dass ich die letzten Tage so schlecht geschlafen hatte, wie lange nicht mehr. Jeden Morgen, wenn ich aufwachte, fühlte es sich an, als würde etwas fehlen. Dazu kamen die ganzen Eindrücke, die er Uchiha bei mir in der Wohnung hinterlassen hatte. Es war, als hätte er die Leere in mir geschürt, die vorher nie dagewesen war. Ich zog ein weiteres Mal an der Kippe, kramte mit der anderen Hand mein Handy hervor und klickte mich wieder zu dem Chatverlauf von Sasuke und mir durch. Wieder glitten meine Augen über die Nachrichten. Als ich die blauen Häkchen erblickte, murrte ich leise auf. Verdammt, wenn er sie doch gelesen hatte, wieso antwortete er nicht? Ich merkte, wie ich allmählich wütend auf den Idioten wurde. War es nicht einfacher, sich das Ganze einzugestehen und es einfach zuzulassen?

Vermutlich nicht für ihn.

Ich schnippte die Asche weg und fing ohne Umschweife eine neue Nachricht an. 'Hey', schrieb ich, besah mir die drei Buchstaben und löschte sie sogleich wieder. Nein, vermutlich sollte ich das anders anfangen. 'Wieso antwortest du nicht?', schrieb ich nun, legte jedoch beim Anblick sofort die Stirn in Falten. Ich wusste, wieso er nicht zurückschrieb. Vermutlich war da wieder Mal sein dämlicher Stolz, der ihm im Weg stand. Ugh, dieser-

Ich presste die Lippen aufeinander und festigte den Griff ums Smartphone. Ehe ich mich versah, hatte ich seine Nummer gewählt und auf den Anrufbutton gedrückt. Sofort machte sich eine gewisse Unsicherheit in mir breit. Wäre das vermutlich zu viel? Ich ließ den Kopf nach hinten an die Wand sinken und atmete einmal tief durch.

Nein. Wahrscheinlich hätte ich das direkt an dem Morgen machen sollen, an dem er abgehauen war.

Ich hörte, wie es ein einziges Mal tutete. 'Der gewünschte Gesprächspartner ist zurzeit nicht erreichbar', klang nach wenigen Sekunden die Computerstimme an mein Ohr und ließ mich die Lippen fester aufeinander pressen. Natürlich. Wieso hatte ich überhaupt gedacht, dass der Idiot rangehen würde? Sofort beendete ich den Anruf, tippte mich stattdessen zu dem Chatverlauf durch und schrieb die Frage von vorhin erneut. 'Wieso antwortest du nicht?' Ehe ich länger darüber nachdenken konnte, hatte ich auch schon auf Senden gedrückt. Mit einem Mal wurde mir warm und kalt zugleich. Wie gebannt starrte ich auf das Display, zog erneut an meiner Zigarette und blies den Rauch aus meinen Lungen, bevor ich den Rest im Aschenbecher ausdrückte.

Verdammt, wieso musste das alles nur so kompliziert sein? Hätte er nicht einfach bleiben und mit mir reden können? Murrend fuhr ich mir mit der freien Hand durchs Gesicht, um die Augen erneut über den Chat wandern zu lassen. Als ich bemerkte, dass die Nachricht nicht gesendet wurde, weitete ich die Augen. Huh? Ich überlegte einen Moment, bevor ich mich dazu entschied, das Geschriebene zu kopieren und erneut zu schicken. Auch jetzt war da nur ein Haken.

Das war bei den Nachrichten von den vergangenen Tagen nicht so. Wieso-

Ich kam nicht dazu, das Ganze weiter zu überdenken. Plötzlich wurde mir bewusst, dass der Kerl mich womöglich wirklich nicht mehr sehen wollte. Wieso sonst hätte er mich blockiert? Die Wut in mir stieg ins Unermessliche und ließ mich das Smartphone schließlich wieder in die Jackentasche stecken. Mit einem Mal war da wieder die Leere in meinem Inneren. Es machte mich einfach nur fertig. Ich senkte den Blick, presste die Lippen aufeinander und spürte, wie der Kloß in meinem Hals zurückkehrte. Instinktiv presste ich die Hände an die Wand hinter mir, bis es wehtat und hoffte, der Schmerz würde den in meinem Inneren wenigstens etwas dämpfen. Dumm nur, dass mich das nur noch verzweifelter werden ließ.

Verdammt, wusste er denn nicht, was wir haben könnten? Dachte er wirklich so schlecht von mir? Meine Lippen begannen zu zittern. Ich biss mir in die Wange und merkte kurz darauf, wie meine Augen anfingen zu brennen. Ugh, das durfte doch wirklich nicht-

Ich erschrak, als die Tür neben mir mit einem lauten Geräusch geöffnet wurde. Yamato sah mich an, ein schwaches Lächeln auf den Lippen. "Ich will wirklich nicht stören, aber kannst du gleich an die Kasse gehen?" Er stand in der Tür, eine Hand in die Hüfte gestemmt. "Ich muss noch ein paar Bestellungen aufgeben", fügte er hektisch hinzu und brachte mich schließlich dazu, aus meinem Selbstmitleid aufzuwachen. Ich ballte die Hände zu Fäusten, stellte mich richtig hin und brachte ein leises "Klar", hervor, welches mir ziemlich brüchig über die Lippen kam.

Verdammt, wieso musste ich ausgerechnet jetzt-

"Alles okay?" Yamato sah mich fragend an und hatte nun einen besorgten Ausdruck im Gesicht, der mich nur noch schlechter fühlen ließ. Ugh, natürlich musste ich mich bei ihm von meiner schlechtesten Seite zeigen. 'Reiß dich zusammen, Idiot', ermahnte ich mich selbst und merkte, wie es mir dadurch noch schlechter ging.

Liebeskummer war scheiße.

"Ja .. es .. geht schon", murmelte ich leise, zwang mich zu einem schwachen Lächeln und bemerkte sofort, dass das bei Yamato nicht zu funktionieren schien. Er sah mich weiterhin an, lockerte seinen Stand ein wenig und wollte schon zum Reden ansetzen, als ich ihm jedoch zuvorkam. "Ich .. muss nur .. kurz auf die Toilette, wenn das okay ist." Auch jetzt hörte ich mich an, wie der letzte Loser. Der Ältere hob fragend eine Augenbraue, schien das Ganze vermutlich lieber besprechen zu wollen, gab jedoch nach.

Sehr zu meinem Vorteil. Das Letzte, was ich wollte, war auf der Arbeit zu heulen. Wegen irgendeinem, dämlichen Uchiha.

"Klar", lächelte Yamato, bevor ich mich an ihm vorbeizwängte und in den Pausenraum ging, um meine Jacke wieder auszuziehen. Sobald ich den Weg zur Toilette ansteuerte, merkte ich, wie die Dämme allmählich brachen. Als ich die Kabinentür öffnete, liefen mir bereits die ersten Tränen über die Wangen, die ich mit einer schnellen Bewegung wegwischte.

Ugh, was war das nur?

Ich ließ mich auf dem geschlossenen Toilettendeckel nieder, um mir erneut durchs Gesicht zu fahren. Die Gefühle der letzten Tage belasteten mich mehr, als mir lieb war. In diesem Moment schienen sie alle auf einmal auf mich einzubrechen. Ich gab keine Laute von mir, weinte stumm vor mich hin und fragte mich, ob es das überhaupt alles wert war.

___


Sasukes POV


Ich kam zu nichts. Seufzend fuhr ich mir durchs Gesicht und ließ mich in dem Schreibtischstuhl nach hinten sinken. Irgendwie fühlte sich das seit ein paar Tagen nur noch unbequemer an.

Ugh, würde das jemals aufhören?

Skeptisch besah ich mir die Datei auf meinem Rechner erneut, in der sich die heutige Präsentation befand. Meine Augen huschten von einer Folie zur nächsten, während ich den Inhalt erneut im Kopf durchging. Womöglich hätte ich mich ein wenig eher dransetzen sollen. Ich presste die Lippen aufeinander, als ich an die letzten Nächte zurückdachte, in denen ich immer schlechter geschlafen hatte.

Meine Stirn legte sich in Falten, als ich den dritten Rechtschreibfehler infolge bemerkte und diesen mit einem leisen Zischen korrigierte. Ugh, das war wohl der Preis, den ich für meine nächtlichen Überstunden zahlen musste. Ich versuchte mich weiter auf meine Arbeit zu konzentrieren, merkte jedoch, wie meine Gedanken nach einigen Sekunden wieder abschweiften.

Ausgerechnet zu den Nachrichten, die mich in den letzten Tagen erreicht hatten. Sofort sah ich auf meinen Schreibtisch, wo mein Handy neben dem Kalender lag. Hatte er endlich aufgegeben? Ich merkte, wie mir bei der Erinnerung an den Blonden schon wieder wärmer wurde. Das Kribbeln in meiner Brust rückte ein wenig in den Hintergrund, als es leise an meiner Bürotür klopfte und eine Person hereinlugte. Der schwarze Stiftrock und die Bluse ließen Karin älter aussehen, als sie in Wirklichkeit war.

Seit dem Tag, an dem wir zum Bäcker gegangen waren, hatte sie nicht mehr viel mit mir geredet.

"Die Besprechung fängt gleich an. Kannst du Itachi das Dokument schicken?" Fragend sah sie mich an, die roten Lippen zu einem Lächeln gewandelt. Ich musste mir ein Seufzen verkneifen, sah ein letztes Mal auf den Bildschirm und die übrigen, zwanzig Folien, die ich noch nicht kontrolliert hatte.

Das würde wohl keinen Unterschied machen.

"Gib mir fünf Minuten", sprach ich ruhig, um meinem dämlichen Bruder sogleich die Datei zu übermitteln. Als ich seine Mail Adresse eingab, presste ich die Lippen fester aufeinander. Die Rothaarige im Türrahmen nickte nur, gab ein ruhiges "Dann bis gleich" von sich und verließ kurz darauf den Raum. Wieder ließ ich mich zurück in den Stuhl sinken, warf den Kopf in den Nacken und versuchte meine Gedanken zu ordnen.

Natürlich klappte das an diesem Tag so gar nicht.

-

Ich war immer repräsentativ gewesen. Egal, in welcher Situation. Meine Familie hatte das schon früh von mir gefordert. Seit ich denken konnte, waren die prüfenden Blicke da gewesen. Egal, zu welchem Zeitpunkt.

Die Zeit, in der ich vor dem Kollegium stand und die Präsentation runter ratterte, kam mir wie eine Ewigkeit vor. Ich arbeitete die einzelnen Punkte der Folien ab, ging nicht mehr, als nötig auf einige Dinge ein und spürte, wie mich der Blick meines Bruders zu durchbohren schien. Natürlich hatte Itachi sich in die erste Reihe gesetzt, um ja nichts zu verpassen.

Dem Kerl war wirklich nicht mehr zu helfen.

Nach einer kurzen Redepause, klickte ich schließlich zur letzten Folie. Zu meinem Glück waren die Rechtschreibfehler bis jetzt ausgeblieben. Arbeitete ich spät in der Nacht womöglich sogar effektiver? Ich begann die letzten Schritte der Kampagne zu erläutern, wies erneut auf die Tabelle einige Folien vorher hin und merkte, wie sich einige meiner Kollegen sichtlich interessiert zeigten. Es wurde viel geschrieben, ob auf Blöcken, Tablets oder mitgebrachten Laptops.

"Das wär's von meiner Seite", beendete ich nach gefühlten Stunden meinen Redeschwall, sah durch die Runde und anschließend zu Itachi. Dieser hatte die Lippen aufeinander gepresst und die Arme vor der Brust verschränkt. "Bei Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung", merkte ich noch an und wartete einen Moment ab, in dem es bedrohlich ruhig wurde. Ich sah, wie Karin in der letzten Reihe ihre Brille zurecht rückte und Hidan nachdenklich die Hand ans Kinn hob.

Huh?

Viele der Anwesenden sahen weg, schienen den Blickkontakt zu meiden und ließen mich damit nur noch irritierter dreinblicken. Ich ließ mir meine Zweifel nicht anmerken, versteckte das Ganze unter meiner alltäglichen Fassade und sah schließlich zu meinem Bruder. Itachi hatte die Augenbrauen verengt, sagte jedoch zunächst nichts.

"Wenn es keine Rückfragen gibt, dann-"

"Muss ich es erst ansprechen?" Die dunkle Stimme meines Bruders hallte durch den Raum. Er wandte sich um, sah durch die Reihen und streifte dabei Karin und Hidan mit seinem Blick, die jedoch nur gleichgültig dreinblickten. Gaara, auf der linken Seite, recht weit vorne, hatte die Arme ebenfalls vor der Brust verschränkt und blieb stumm. Jetzt wurde mir doch ein wenig unwohl bei der Sache. "Was meinst du?" Fast schon genervt sah ich meinen Bruder an, der leise seufzte und die Augen wieder auf mich richtete. "Den Fehler." Er sah mich für wenige Sekunden stumm an, während ein kleiner Teil in mir starb.

Ein Fehler? Was-

Sofort wandte ich mich um und klickte die Präsentation erneut durch. Als ich bei der Tabelle angekommen war, hörte ich das leise "Stopp" von meinem dämlichen Bruder. Ich merkte, wie sich alles in mir zusammenzog. Da war diese Panik, die sich in Windeseile in mir ausbreitete und mich kaum atmen ließ. Ehe ich mich versah, war Itachi aufgestanden, hatte einen Kugelschreiber aus der Tasche seines Jacketts gezogen und deutete auf eine Zahl in der dritten Spalte. "Die Statistik stimmt nicht. Wenn du die letzten Zahlen zusammenrechnest, kommt etwas Anderes raus."

Ugh.

Vermutlich würde jeder Andere seine Worte als bloße Korrektur deuten. Da es sich hier um meinen Bruder handelte, erachtete ich es jedoch eher als Bevormundung, die mich noch blöder dastehen ließ. Der Kloß in meinem Hals kehrte zurück, während ich die Zahlen mit meinen Augen fixierte, in der Hoffnung, sie würden sich ändern. Verdammt, in diesem Moment schmerzte es umso mehr, dass der Idiot auch noch recht hatte. Ich merkte, wie die Schuld in mir aufkam.

"Ich muss wohl nicht sagen, dass das ein absolutes No-Go ist, oder?" Eindringlich sah er mich an, mit den dunklen Augen, die mich seit meinen Kindertagen straften. Die Wut in mir stieg empor, während ich darüber nachdachte, was ich darauf erwidern sollte. Verdammt, egal, wie ich es wendete und drehte: Es war meine Schuld. Ich war unaufmerksam gewesen und nur deshalb war-

Itachi drehte sich nun zu den anderen Mitarbeitern um, die mittlerweile wild diskutierten. Es entbrannten Gespräche, aus denen ich eindeutig meinen Namen heraushörte. Allein das ließ mich noch unsicherer werden. Ich merkte, wie mir schlecht wurde, als mein Bruder erneut zum Sprechen ansetzte. "Sie wissen sicher alle, dass das nicht dem Standard unserer Firma entspricht. Ich bitte Sie also alle darum, in Zukunft ein wenig-"

"Das mit der Tabelle ist .. meine Schuld", unterbrach urplötzlich eine laute Stimme meinen Bruder, der sichtlich irritiert schien. Einige Mitarbeiter sahen hinter sich, wo Hidan mittlerweile aufgestanden war und sich beschämt den Nacken rieb. Ich stutzte.

Verdammt, dieser-

"Ich hab's gestern Abend nur überflogen und .. da hat sich wohl der Fehler eingeschlichen", gab er lautstark von sich, wie immer ein breites Lächeln auf den Lippen. Die Leute um ihn herum fingen wieder an zu reden. Ich sah, wie Karin die Stirn runzelte und auch Gaara einen ziemlich verwirrten Ausdruck aufsetzte. Mit einem Mal verspannte ich mich mehr. Das war nicht wirklich sein Ernst, oder? Itachi neben mir schien einen Augenblick nachzudenken, bevor er Hidan bat, sich wieder zu setzen und sich anschließend wieder zu mir wandte. "Nichtsdestotrotz bist du für das Team verantwortlich", sprach er laut und ließ mich damit nur nicken.

Auf eine weitere Standpauke konnte ich wirklich verzichten. "Kommt nicht wieder vor", war meine knappe Antwort, die sogleich von einer Bemerkung Hidans kommentiert wurde. "Jepp, nächstes Mal bin ich achtsamer." Er sah zu Itachi und grinste breit, was diesen nur noch genervter dreinblicken ließ. Wenn das Ganze nicht so peinlich wäre, fände ich es vermutlich sogar amüsant. Ich merkte, wie meine anfängliche Unsicherheit ein wenig in den Hintergrund rückte.

Bis zu dem Zeitpunkt, an dem Itachis herablassender Blick mich erneut strafte.

Ohne ein weiteres Wort, ging ich zu dem leeren Platz neben Hidan. Die Gespräche um uns herum wurden lauter, während ich versuchte meine gleichgültige Fassade wieder aufrecht zu erhalten. Gaara warf mir einen prüfenden Blick zu, wandte sich jedoch wieder nach vorne, als Itachi meinen Vortrag erneut zusammenfasste.

Spätestens jetzt wuchs der Kloß in meinem Hals. Der Stuhl unter mir fühlte sich noch unbequemer an, als der in meinem Büro. Ich merkte, wie meine Finger schwitzig wurden und die Nervosität nicht abzuklingen schien. Innerlich verfluchte ich mich dafür. Hidan neben mir sah mich eine Weile prüfend an. Es war schließlich an mir den Kopf zu ihm zu drehen. "Das hättest du nicht tun müssen", murmelte ich leise, die Finger in den Stoff meiner Hose gekrallt. Ich merkte, wie mir unwohler bei der Erkenntnis wurde, dass das für Hidan höchstwahrscheinlich Konsequenzen haben würde.

"Du siehst scheiße genug aus", hörte ich ihn leise murren und spürte, wie die Wut in mir geschürt wurde. "Da musst du dir das nicht auch noch geben", fügte er nach wenigen Sekunden hinzu und brachte mich damit wieder etwas runter. Ich kaute mir auf der Unterlippe herum, fragte mich, wie ich wohl gerade für die Anderen ausgesehen hatte und schaute wieder zu Itachi. "Er wird sich trotzdem nicht damit zufrieden geben", stellte ich leise fest und hörte nur das leise Seufzen von Hidan neben mir. "Ich weiß", murmelte er, die Arme vor der Brust verschränkt. "Er ist immerhin dein Bruder."

Das letzte Wort ließ mich zusammenzucken. Sofort nahm ich die Augen von Itachi, senkte stattdessen den Kopf und merkte, wie meine Finger sich einmal mehr verkrampften. "Ja", murmelte ich leise. "Leider."

___


Zwei Tage später


Flink glitten meine Finger über die Tastatur. Instinktiv griff ich nach meiner dritten Tasse Kaffee, nur um zu bemerken, dass diese bereits leer war. Ich seufzte, fuhr mir durch die dunklen Haare und sah zur Fensterfront zu meiner Linken.

Es war schon Morgen.

Instinktiv schnappte ich mir mein Handy, auf welchem mir die Uhrzeit entgegen sprang. Mit einem Seufzen ließ ich mich zurück ins Sofa sinken. Natürlich war der Fehler in der Präsentation der Startschuss für etwas Schlimmeres gewesen. Ich presste die Lippen aufeinander und ließ die Hände neben mich sinken. Für einen kurzen Moment schloss ich die Augen, rief mir ins Gedächtnis, wie sehr ich meinen Bruder hasste und sah schließlich wieder aus dem Fenster, wo sich die morgendliche Röte immer intensiver zeigte. Meine Augen wanderten zu den einzelnen Häusern und den Straßen, auf denen nun immer mehr Autos fuhren.

In diesem Moment wollte ich nichts lieber, als mich einfach in meinem Bett verkriechen. Ich sah auf die freie Fläche am Sofa neben mir. Die Decke, die ich mir gestern Abend geholt hatte, lag bereits halb auf dem Boden. Ich begutachtete die aufgerissene Chipstüte daneben und presste die Lippen fester aufeinander.

Was war das hier eigentlich? Instinktiv sah ich wieder auf mein Handy, ignorierte die neuen Nachrichten von Itachi und klickte mich stattdessen zu dem Kontakt durch, der nur noch als bloße Nummer existierte. Zum wiederholten Male las ich mir die letzten Nachrichten von dem Blonden durch, die durchgekommen waren.

'Hey, alles okay? Wieso bist du gegangen?'
'Sasuke?'
'Können wir re-'


Ich wandte den Blick ab, schmiss das Handy mit etwas zu viel Wucht neben mich aufs Sofa und hörte im nächsten Moment einen lauten Knall. Ich weitete die Augen, als ich den zersplitterten Bildschirm bemerkte, der mich nun vom Boden aus ansah. Die Wut in mir festigte sich immer mehr. Verdammt, wieso war ich nur so-

Ein Zischen entwich meiner Kehle, bevor ich das Smartphone wieder aufhob und es auf den Wohnzimmertisch legte. Für einen kurzen Augenblick verharrte ich auf dem Gegenstand, wandte mich jedoch sofort wieder meiner Arbeit am Laptop zu. Vermutlich sollte ich mir sowieso Mal ein neues Handy kaufen.

Zusammen, mit einer neuen Rufnummer.

Wieder dachte ich an den Morgen zurück, an dem ich von dem Blonden nach Hause gefahren war. Wahrscheinlich hatte ich mich in keinem Moment mehr hinterfragt. Ich war ins Auto gestiegen, hatte dem Haus keinen weiteren Blick gewidmet und mein Handy sofort auf stumm geschaltet. Die erste Nachricht kam, als ich in der Dusche gestanden und mir die Spuren von der vergangenen Nacht vom Körper gewaschen hatte. Ich ignorierte es, hörte, wie es immer wieder aus dem anderen Zimmer surrte und hatte mich geärgert.

Darüber, dass ich gegangen war.

Auch jetzt presste ich die Lippen wieder fester aufeinander, tippte energischer, als vorher in die Tasten und versuchte mich so etwas abzulenken. Die Müdigkeit der letzten Nächte schlich sich wieder in den Vordergrund, ließ mich erneut gähnen und mich umso schwerer konzentrieren.

-

" .. Und hier sehen .. Sie die Statistiken der letzten Monate." Hidan deutete mit dem Finger auf die einzelnen Balken, während ich stumm daneben saß und das Ganze nur nebenbei beäugte. Der Geschäftskunde schien davon nichts mitzukriegen, war gespannt bei der Sache und ließ sich von Hidans dämlicher Art tatsächlich einwickeln.

Ugh, das war doch-

"Unsere Kollegen kümmern sich zurzeit um die Auswertung der Mitarbeiterzahlen. Die bekommen Sie dann spätestens nächsten Monat zugesandt", unterbrach mich der Idiot erneut in meinem Denken und ließ mich die Stirn in Falten legen. Verdammt, wenn diese Kopfschmerzen nicht wären, würde ich bestimmt auch-

"Herr Uchiha, Sie haben wirklich nicht zu viel versprochen", lachte mich nun der ältere Mann im Anzug an und ließ mich wieder in eine ordentliche Position rutschen. Ich faltete die Hände im Schoß, sah zu Hidan, der ebenfalls breit grinste und zwang mich dazu, das Ganze mitzuspielen. "Danke, das freut mich", setzte ich an und merkte, wie meine Hände sich zum wiederholten Male an diesem Tag verkrampften. Ich presste die Lippen aufeinander, bevor ich erneut zum Reden ansetzte. "Ich muss Ihnen mein Lob für die gute Zusammenarbeit aussprechen. Ihre Mitarbeiter sind wirklich zuver-"

"Oh ja, damit haben Sie uns Einiges an Ärger erspart", rief Hidan urplötzlich dazwischen und brachte mich dazu, die Hände zu Fäusten zu ballen. Verdammt, ich wusste schon, wieso ich die Kundengespräche lieber alleine führte. Der ältere Mann schien einen Moment irritiert, sah von mir zu dem Proll rüber und lächelte schließlich breit. "Es war mir schon immer wichtig, dass die Kommunikation stimmt", sagte er lediglich und ließ mich damit nur stumm nicken.

Ugh, noch Mal gerettet.

Hidan widmete sich wieder der Präsentation, erläuterte die ein-oder anderen Punkte erneut und hielt sich zu meiner Verwunderung sogar ans Skript, welches wir gestern noch durchgegangen waren. Vom Kunden kamen kurze Antworten, wie etwa "Verstehe" oder "Hmhm", was man in unserer Branche als akzeptabel wertete.

Alles Andere wäre nur mehr Ansporn für Itachi, mir noch weitere Arbeiten aufzutragen. Ohne es wirklich zu wollen, wandte ich den Blick zum Fenster. Ich hörte die Stimmen neben mir nur dumpf, schaltete für einen Augenblick ab und erinnerte mich daran, dass ich heute noch Einiges zu tun hätte. Vermutlich müsste ich wieder die Nacht durcharbeiten.

Allein die Vorstellung ließ den Kloß in meinen Hals wachsen. Ungewollt presste ich mich weiter in den Stuhl, konzentrierte mich auf meine Atmung und merkte, wie sich mein Herzschlag beschleunigte. Ugh, irgendwie war mir heute-

"Wenn das geklärt ist, wären wir soweit durch", hörte ich Hidan euphorisch sagen, was mich Mal wieder aus meiner viel zu gemütlichen Position aufschrecken ließ. Ich sah zwischen ihm und dem Geschäftskunden hin-und her, zwang mich zu einem Lächeln und war schließlich der Erste, der aufstand. Die Beiden taten es mir gleich. Der Abschied folgte sogleich, ebenso der Händedruck, während ich den Mann im Anzug ein letztes Mal anschaute. "Wir benachrichtigen Sie dann per Mail, falls es etwas Neues gibt", sprach ich ein wenig zu schnell und merkte, wie die Augen meines Gegenübers auf einmal einen irritierten Ausdruck innehielten.

Verdammt, was war los? Was bemerkte er? Sah er meine Augenringe? Die Folgen meiner schlaflosen Nächte?

Für einen Moment erstarrte ich, schien die Situation falsch zu deuten und wurde nervös. Der Mann vor mir legte die Stirn in Falten und öffnete die Lippen, um etwas zu sagen, schloss diese jedoch wieder. Stattdessen schüttelte er den Kopf und lächelte breit. "Ich danke Ihnen, aber .. so wichtig ist es nicht. Nehmen Sie sich die Zeit, die sie brauchen." Zum Ende hin drückte er meine Hand fester und ließ mich damit nur noch nervöser werden.

Hatte er etwas bemerkt? Wusste er, was ich auf mich nahm? Für dieses Projekt?

Mein Puls schien mich umzubringen und mit einem Mal spürte ich ein unwohles Gefühl in mir aufkommen. Hidan neben mir schien das Ganze zu bemerken und stellte sich prompt neben mich. "Wir müssen Ihnen danken, dass Sie sich die Zeit genommen haben. Jemand wie Sie hat bestimmt einen vollen Terminplaner, hm?" Er lachte breit, brachte mir damit einen Schauer über den Rücken und ließ mich noch mehr versteifen. Der Mann vor mir ging zu meinem Glück auf sein Argument ein und ließ damit endlich meine Hand los. Er redete gerade Mal zwei Sätze mit Hidan, bevor er sich endgültig verabschiedete. Nach einem erzwungenen "Auf Wiedersehen", war das Geräusch der sich schließenden Tür beinahe eine Erleichterung in meinen Ohren.

Die Last fiel von meinen Schultern. Eine, von vielen.

Ich konnte nicht anders, als lauthals zu seufzen. Hidan neben mir stemmte die Hände in die Hüften. "Was für ein Typ", murmelte er leise, rieb sich das Nasenbein und ging schließlich zurück zum Schreibtisch. "Wir sollen uns Zeit lassen? Hat er das gerade wirklich gesagt?" Seine Stimme hatte wieder diesen ironischen Unterton angenommen, der mich in diesem Moment jedoch nicht schmunzeln ließ. Da war diese Unruhe, die ich einfach nicht loswurde. Wie von selbst krallte sich meine Hand ins Hemd, welches ich beim genaueren Hinsehen vergessen hatte zu bügeln.

Verdammt, war es das gewesen, was ihn-

"Als wenn wir nicht schon genug zu tun hätten", sprach Hidan in einem abfälligen Ton und wandte sich dem Computer zu. "Nehmen Sie sich die Zeit, die sie brauchen", äffte er den Kunden nach, um sogleich laut zu schnauben. "Am Arsch. Der hat vielleicht Nerven." Ich merkte, wie mir bei seinen Worten noch schlechter wurde. Da war dieses unwohle Gefühl, welches sich von meiner Mitte in alle anderen Gliedmaßen ausbreitete. Ich verblieb einen Moment an Ort und Stelle, versuchte tief ein-und auszuatmen, wurde jedoch durch Hidans Stimme erneut unterbrochen. "Hey, willst du da noch länger stehen bleiben?" Wieder war da der süffisante Unterton, der mich leicht zischen ließ.

Verdammt, wieso fühlte ich mich nur so-

Ich brach meine Gedanken ab, als mir schwindelig wurde. Mit einem Mal festigte sich mein Stand. Mein Körper wurde schwerer, beinahe dumpf und ich hatte das Gefühl, dass mich jede weitere Bewegung in die Knie zwingen würde. Wieder versuchte ich mir das Ganze nicht anzumerken, fuhr mir durch die dunklen Haare, die bereits ein wenig klamm waren und verfluchte mich innerlich einmal mehr.

Wieso konnte ich mich nicht einfach zusammenreißen? War es wirklich so schwer für einen Tag-

"Sasuke, alles okay?" Hidans Stimme war der Startschuss für meine nächste Reaktion. Ich sah zu ihm, presste die Lippen aufeinander und ging schließlich mit einem "Bin gleich wieder da" aus dem Raum. Sobald mich die stickige Luft des Flurs umfing, merkte ich, wie sich mein Herzschlag beschleunigte. Von Weitem sah ich Karin, die irgendetwas mit einem anderen Mitarbeiter besprach und verspannte mich schon wieder. Ugh, was war das nur? Ich versuchte meine Fassade aufrecht zu erhalten und ging auf viel zu schweren Beinen bis zu den Toilettenräumen. Urplötzlich merkte ich, dass das hier alles zu viel wurde.

Das Drumherum, die falsche Art der Kunden. Den Kommandos, denen ich tagein, tagaus folgen musste.

Jetzt wurde mir wirklich schlecht. Sobald ich die Klinke der Toilettentür zu fassen bekam, beschleunigten sich meine Schritte. Ich ging zu einer, der ein dutzend Kabinen, um mich sogleich in dieser einzuschließen. Als ich das Schloss umdrehte, sackte ich mit einem Seufzen auf den Toilettendeckel. Mein Puls brachte mich um, ebenso wie das viel zu enge Hemd, dessen ersten Knöpfe ich mit hektischen Bewegungen öffnete. Die Kälte an meiner Haut ließ mich erleichtert aufatmen, während ich die Augen schloss und mir mit beiden Händen durchs Gesicht fuhr. Was folgte, war ein lautes, stetiges Ein-und Ausatmen, um mein Gemüt etwas zu beruhigen.

Die Schritte, die ich draußen auf dem Flur hörte, machten das Ganze nicht einfacher. Mir war warm und obwohl ich mich eigentlich gut zusammenreißen konnte, schien das in diesem Moment nicht der Fall zu sein.

Ich wusste nicht, wie lange ich dort saß und einfach nur vor mich hin atmete, in der Hoffnung, dass ich mich nicht doch übergeben müsste. Mein Kopf schmerzte mit jeder Sekunde, ebenso wie meine Finger, die urplötzlich unkontrolliert zitterten. Ich biss die Zähne aufeinander, ballte die Hände zu Fäusten und redete mir ein, dass es bald ein Ende haben würde.

Hoffentlich.

-

Ein paar Stunden später


Der Konferenzraum war voll. Voller, als die letzten Tage. Als Hidan und ich angekommen waren, hatte es keine Stühle mehr gegeben. Da es nicht anders ging, standen wir nun in der vorletzten Reihe, den Blick nach vorne auf meinen dämlichen Bruder gerichtet, der gerade einen großen Neukunden vorstellte.

Ugh, wieso kam ich nie drum herum ihn zu sehen?

Gelangweilt sah ich, wie die Anderen, durch die Menge nach vorne, wo sich immer mehr Fragen auftaten. Die Hände wurden gehoben, während Andere eifrig Informationen mitschrieben oder das Ganze sogar aufnahmen. Vermutlich hätte ich mich nicht Mal beteiligen können, wenn ich es gewollt hätte.

Seit der Sache von vor ein paar Stunden fühlte ich mich nur noch schlecht. Da war dieses mulmige Gefühl in meiner Magengegend, welches einfach nicht verschwinden wollte. Ich rückte ein wenig zur Seite, als sich ein Mitarbeiter zu meinem Bruder durchdrängelte und diesem eine weitere Frage stellte. Bei dem Anblick des vollen Raumes, legte ich die Stirn in Falten. Dazu kam diese beklemmende Atmosphäre, die mich nur noch mehr forderte. Hidan, neben mir, hatte die Arme vor der Brust verschränkt und sich so etwas Platz gemacht.

In diesem Moment sollte ich mir womöglich Mal ein Beispiel an ihm nehmen.

Ich senkte den Blick, merkte, wie mir die Müdigkeit zu schaffen machte und mir schwindelig wurde. Ugh, vielleicht sollte ich wirklich schlafen, wenn ich nach Hause-

"Noch mehr Arbeit? Ist das sein Ernst", riss mich Hidan aus meinem Grübeln und stupste mich von der Seite an. Ich nahm das Ganze nur nebenbei wahr, spürte, wie meine Muskeln allmählich schwerer wurden und presste die Lippen fester aufeinander. "Hast du was Anderes erwartet?" Ich konnte nicht verhindern, dass das Ganze mehr als ausgelaugt klang. Ich sah weiterhin nach vorne, versuchte mir nichts anmerken zu lassen und hörte kurz darauf ein erneutes Seufzen neben mir. "Nerven tut es trotzdem."

Oh ja. Und wie es das tat.
Womöglich würde ich ab heute noch mehr Arbeit aufgezwungen bekommen. Der Tag hatte wirklich zu wenig Stunden, um das alles fertig zu bringen. Wieder ließ ich den Blick durch die Menge wandern, blieb an den Augen meines Bruders hängen und hörte seine Worte nur dumpf in meinen Ohren.

Wieso schickte er nicht einfach eine Briefing Rundmail?

Ich dachte an die letzten Tage zurück und spürte, wie die Kopfschmerzen zunahmen. Ich wollte den Kopf nach hinten lehnen, stand jedoch nicht direkt an der Wand, was mich schier wahnsinnig machte. Wieso mussten die Räume auch so klein sein? Ich merkte, wie sich alles in mir verkrampfte. Da war dieses Gefühl, welches ich schon bei dem Gespräch mit dem Kunden vor einigen Stunden gehabt hatte. Mit einem Mal wurde mir heiß und kalt zugleich. Ich merkte, wie die Geräusche um mich herum lauter wurden. Da waren die Tastenanschläge, das Kratzen von Kugelschreibern auf Papier und die schrillen Stimmen, die Teils wild durcheinander sprachen.

Ugh, was war nur-

"Hey, alles okay?" Auch Hidans Stimme hörte ich nur dumpf. Instinktiv legte ich die Stirn in Falten, bevor ich mich dazu zwang den Kopf zu heben und in seine Richtung zu schauen. Ich wollte zum Reden ansetzen, wurde jedoch von seinem fragenden Blick verstummt. Verdammt, wieso ausgerechnet jetzt? Wieder verkrampfte ich mich und verschränkte die Arme vor der Brust. Natürlich blieb dem Idioten das nicht verborgen. "Scheiße, was ist mit deinen Fingern los?" Ich hörte seine besorgte Stimmlage, während ich versuchte, das Zittern einzudämmen. Um uns herum wurde es allmählich leiser, was mich umso mehr verunsicherte. Die Erinnerung an die Situation mit dem Kunden schlich sich wieder in mein Gedächtnis und ließ mich den Blick einmal mehr senken. Ein Gefühl, mit welchem ich gar nicht umgehen konnte, machte sich in mir breit.

Überforderung.

Das war alles zu viel. Ich merkte, wie meine Atmung sich verschnellerte, fühlte, wir mir heiß und kalt zugleich wurde und meine Haltung sich versteifte. Hidan schien meinen Zustand zu bemerken, sah beinahe hilfesuchend neben sich, wo jedoch nur unbekannte Arbeitskollegen standen. Instinktiv sah er nach vorn zu Itachi, der immer noch in seinem Redeschwall vertieft war. Spätestens jetzt war es an mir ihn am Hemdärmel zu packen. Er weitete die Augen und sah auf meine Hand, die immer noch zitterte. "Sasuke, wenn's dir scheiße geht, dann-"

"Nein ..", murmelte ich leise, die Stimme bereits brüchig. Ich hörte den Puls in meinen Ohren beben, merkte, wie mir schwindelig wurde und war sichtlich froh, als Hidan derjenige war, der in Richtung Tür deutete. "Geh nach Hause", murmelte er, die Augen wieder auf meinen Bruder gerichtet. "Ich regele das schon", hörte ich ihn noch sagen, bevor eine weitere Zwischenfrage durch den Raum hallte.

Verdammt, wie wollte er das-

Ich haderte einen Moment mit mir, gestand mir jedoch ein, dass mein Körper gerade Vorrang hatte. Vermutlich würde ich sonst noch umkippen. Ich blendete meine Umgebung aus, wandte mich um und quetschte mich an etlichen Leuten vorbei, bevor ich die Tür des Raumes erreichte. Ich wollte mich umdrehen und meinem Bruder ansehen, der das Ganze sicher bemerkte, entschied mich jedoch dagegen. Die prüfenden Blicke der Leute um mich herum reichten mir. Der Kloß in meinem Hals wuchs, als ich die Tür ohrenbetäubend laut öffnete und schnell hinter mir schloss. Sobald ich wieder im Flur stand, schien ich durchatmen zu können. Einige Male holte ich tief Luft, hielt mir Zeige-und Mittelfinger prüfend an den Hals und spürte, wie sich mein Puls wieder normalisierte.

Im Raum drinnen vernahm ich die ersten, fragenden Stimmen.

"Herr Uchiha ist gegangen?"
"Ging es ihm nicht gut?"
"Jetzt, wo sein Bruder die Präsentation hält?"


Die Worte brannten sich in mein Gedächtnis, ließen mich leise zischen und schließlich die Beine in die Hand nehmen. Mit lauten Schritten ging ich in mein Büro, packte meine Sachen und schnappte mir meine Jacke vom Schreibtischstuhl, bevor ich mich auf den Weg zu meinem Auto machte.

Ich wollte nicht mehr hier sein. Verdammt, ich wollte weg von diesem falschen Leben, welches ich jahrelang ertragen hatte. Weg von den Gerüchten, den gestellten Menschen und vor allem: Weg von der Arbeit.

Weg von allem.

-

Narutos POV


"Und ich soll dich wirklich nicht nach Hause bringen?" Yamato sah mich fragend an, die Jacke bis zum Kinn geschlossen. Ich schaute mich in der leblosen Innenstadt um, seufzte leise und schnippte die Asche meiner glühenden Zigarette weg. "Nein, das passt schon", antwortete ich und kramte mein Handy aus der Jackentasche, um einen Blick auf die Uhrzeit zu werfen.

Irgendwie wurde es in letzter Zeit immer früher dunkler.

"In zwanzig Minuten kommt mein Bus", stellte ich fest und zwang mich zu einem Lächeln, bevor ich Yamato anschaute. Dieser hatte seit einigen Tagen diesen besorgten Ausdruck im Gesicht, der mir so gar nicht gefiel. Irgendwie schien mich das in meiner jetzigen Position nur noch mehr zu bestätigen. "Du kannst ruhig fahren, es ist schon-"

"Okay." Yamato warf einen letzten Blick auf den abgeschlossenen Laden hinter uns, die Hände in den Jackentaschen versunken. Ich zog weiter an meiner Kippe, ließ den Rauch meine Lungen benebeln und versuchte mich so ein wenig abzulenken.

Von den ganzen Gedanken und Erinnerungen, die mich täglich begleiteten.

Ich sah, wie Yamato mich ein weiteres Mal musterte, nur um schließlich einen Schritt auf mich zuzumachen. Die Kälte umfing mich und ließ mich schwerer schlucken. Als der Ältere die Hand auf meine Schulter legte, musste ich ihn unweigerlich anschauen. "Wenn du jemanden zum Reden brauchst", setzte er an, das gleiche, warme Lächeln auf den Lippen, wie immer. "Dann kannst du jederzeit anrufen, ja? Ich werde auch nicht-"

"Schon klar", murmelte ich ihm dazwischen, woraufhin er die Hand von meiner Schulter nahm. Instinktiv ließ ich den Kopf sinken und dachte daran, dass meine Gefühlslage sich die letzten Tage nicht geändert hatte. Ich besah mir den glühenden Stummel zwischen meinen Finger, bevor ich die Lippen öffnete. "Danke", sprach ich leise, die freie Hand bereits zur Faust geballt. Wieder sah ich meinen Gegenüber an, zwang mich zu einem schwachen Lächeln und verabschiedete mich kurz darauf von meinem Chef. Sobald er außer Sichtweite war, fühlte ich mich einmal schlechter.

Vermutlich sollte ich ihm nicht damit auf die Nerven gehen.

Ich presste die Lippen aufeinander, drückte den Rest der Kippe im Aschenbecher vor dem Laden aus und machte mich auf langsamen Schritten auf den Weg zur Bushaltestelle. Ein weiterer Blick aufs Handy verriet mir, dass ich bereits drei Minuten vertrödelt hatte.

Ugh.

Ich seufzte leise, fuhr mir durch die Haare und verharrte auf dem Chatsymbol auf meinem Display. Der Kloß in meinem Hals war die letzten Tage größer geworden. Ich erwischte mich dabei, wie ich zu viele Gedanken an den Schwarzhaarigen verschwendete.

Gedanken, die ich sowieso nie aussprechen würde.

Instinktiv festigte ich den Griff um mein Handy. Ich merkte, wie sich der angestaute Frust der letzten Wochen allmählich in Wut wandelte. Verdammt, wieso konnten wir nicht einfach miteinander reden? Ich senkte den Blick, dachte einen Moment nach und klickte mich schließlich zu der Anrufliste durch. Beim Anblick dieser wurde mir deutlich, dass nach meiner letzten Kontaktaufnahme bereits einige Tage vergangen waren. Inständig presste ich die Lippen aufeinander, schob den Gedanken, dass er mich sowieso blockiert hatte, beiseite, und betätigte schließlich den Anruf-Button.

Ich hörte, wie es ein einziges Mal tutete, bevor der Anruf abgebrochen wurde. Die Leere in mir wurde geschürt, ebenso wie der Frust, der mich die Zähne aufeinander beißen ließ. Ein Blick auf die Uhr ließ mich meine Schritte verschnellern. Ich wanderte durch die dunkle Innenstadt, die nur noch von vereinzelten Laternen erhellt wurde und atmete beinahe erleichtert auf, als ich von Weitem die Bushaltestelle sah.

Menschenleer, wie immer um diese Uhrzeit.

Ich verblieb an Ort und Stelle, klickte mich zu dem Chatverlauf von dem Sasuke und mir durch und aktualisierte die Nachrichten. Auch nach dem fünften Mal, fehlte der zweite Haken immer noch. Wahrscheinlich hatte er sie wirklich nicht bekommen.

Dieser Idiot.

Ich seufzte leise, sah auf die Uhrzeit und erinnerte mich daran, dass der Idiot womöglich noch am arbeiten war. Die Zeit, an der ich bei ihm gewohnt hatte, schob sich wieder in mein Gedächtnis und brachte mich schließlich auf eine andere Idee. Verdammt, ich musste irgendwie mit ihm reden. Ich klickte mich zu einem weiteren Kontakt durch, um diesen nach kurzem Zögern anzurufen. Zu meiner Überraschung brauchte es gerade Mal drei Sekunden, bis jemand dranging.

"Naruto?" Hidans Stimme klang mehr als verwundert, aber das ließ ich zunächst außen vor. In diesem Moment war ich wirklich froh, dass er mein rotes Gesicht nicht sehen konnte. Ich gab ein leises "Ja" von mir, bevor ich die Straße entlang schaute. "Ich wollte fragen ..., ob Sasuke vielleicht bei dir ist. Er .. geht nicht an sein Handy", log ich und schämte mich im gleichen Atemzug schon wieder dafür. Ugh, wieso ging dieses Kribbeln nur nicht weg? Ich krallte die freie Hand fester in den Stoff meiner Hose, bevor ich ein leises Seufzen am anderen Ende der Leitung vernahm. "Er war heute arbeiten." Hidan schnaubte lauthals. "Du kennst ihn doch. Wenn er viel um die Ohren hat, dann-"

"Ist ... er noch bei dir?" Sofort hasste ich mich wieder dafür, den Älteren unterbrochen zu haben. Die Wärme in meinem Inneren wurde geschürt, ebenso wie die Unsicherheit, die ich seit einigen Tagen mit mir herum trug.

Verdammt, wieso hatte ich es ihm nicht an dem Abend gesagt? Wieso war ich so feige gewesen und hatte das Ganze so lange mit mir herum getragen?

Ich presste die Lippen aufeinander, sah von Weitem bereits den Bus anfahren und hörte kurz drauf Hidans Stimme. "Nein, er ist gerade gegangen. Scheiße, er sah wirklich nicht gut aus, falls du das fragen willst." Zum Ende hin wurde er ruhiger. Ich merkte, wie sich bei seinen Worten alles in mir verkrampfte. Da war diese Panik, zusammen mit der Ungewissheit, die sich in mir breitmachte und mich einfach nicht losließ. Instinktiv krallte ich die Finger fester ums Handy und dachte über seine Worte nach.

Er .. sah nicht gut aus? So wie damals, als er krank gewesen war?

Ich sah zum Bus der gerade vorfuhr. In diesem Augenblick brauchte ich nicht länger zu überlegen. Die Entscheidung fiel wie von selbst. Ich winkte den Busfahrer vorbei, beendete den Anruf zu Hidan prompt und verschwand in die entgegengesetzte Richtung der Haltestelle.

Geradwegs auf dem Weg zu Sasukes Wohnung.

-

Sasukes POV


In diesem Moment bereute ich es gegangen zu sein. Bis zum Auto hatte ich das Ganze nicht hinterfragt, doch sobald ich losgefahren war, schob sich der Gedanke, direkt wieder umzukehren, zurück in den Vordergrund. Ich hatte mich fester in den Sitz gepresst, die Augen geradeaus gerichtet und meine Hände ums Lenkrad gefestigt.

Seit ich gegangen war, schien das Zittern gar nicht mehr aufzuhören.

Ich redete mir ein, dass es schon in Ordnung wäre. Jemand wie ich, der so viel arbeitete, konnte sich ruhig Mal eine Auszeit nehmen.

Oder?

Ich erwischte mich dabei, wie ich das Ganze etliche, weitere Male hinterfragte. Die Straßen waren an diesem Abend relativ leer, was mir ganz gelegen kam. So brauchte ich gerade Mal zwanzig Minuten nach Hause. Als ich ins Parkhaus fuhr, glich die Situation beinahe meiner Routine.

Beinahe. Wenn da nicht die Tatsache wäre, dass meine schwache Seite gewonnen hatte.

Mit diesem Gedanken parkte ich das Auto, stieg aus und schmiss die Fahrertür mit einem lauten Knall zu. Die Lippen hatte ich aufeinander gepresst, während ich meine Aktentasche fester umgriff und mit einem lauten Seufzen Richtung Fahrstuhl ging. Wahrscheinlich hatte mich die Realität in keinem Moment mehr eingeholt, als jetzt. Die Stille um mich herum machte mich wahnsinnig. Meine Schritte waren die Einzigen, die durch das weitläufige Parkhaus hallten, während ich nach einigen Metern nach der Türklinke zum Erdgeschoss griff. Mit einem Quietschen öffnete ich den Seiteneingang, stellte mich vor den Aufzug und drückte den Knopf neben diesem. Nach nicht Mal drei Sekunden machte mich das Stillstehen wahnsinnig. Nervös tippte ich mit dem Fuß auf dem gefliesten Boden, hielt den Blick gesenkt und erschrak geradezu, als sich die Tür vor mir mit einem leisen Geräusch öffnete.

'Reiß dich zusammen', ermahnte ich mich innerlich und machte zwei Schritte in den Fahrstuhl. Sobald ich nach vorn schaute, erblickte ich meine Visage im verspiegelten Innenraum. Ich verharrte in meiner Bewegung, als ich mein Gesicht betrachtete.

Verdammt, was-

Instinktiv fasste ich mir an die dunklen Ränder unter meinen Augen und sah, wie durcheinander meine Haare waren. Das Hemd, welches ich trug, war zwar ordentlich geknöpft, jedoch nicht gebügelt.

In diesem Augenblick wurde der Hass in mir einmal mehr geschürt. Eifrig drückte ich den Knopf fürs Obergeschoss, biss mir in die Wange und senkte den Blick, als der Fahrstuhl sich in Bewegung setzte. Wieder überschlugen sich meine Gedanken. Der besorgte, beinahe beschämte Blick des Kunden schob sich wieder in mein Gedächtnis und bereitete mir noch mehr Kopfschmerzen. Ich spürte, wie sich mein Puls beschleunigte, als ich an die nächsten Tage dachte.

Wie würde Itachi reagieren, wenn er-

Das Geräusch der sich öffnenden Tür unterbrach mich. Es offenbarte sich der lange Flur zu meiner Wohnung, den ich tagtäglich zu sehen bekam. Irgendwie wirkte es heute ruhiger, als sonst - beinahe befremdlich. Ich versuchte den Kloß in meinem Hals runter zu schlucken, ging einige Schritte und kramte gedankenverloren in meiner Jackentasche. Als ich den Schlüsselbund zu fassen bekam, riss mich das nächste Geräusch aus meinem Tun.

Bei dem Klingelton meines Handys gefror mir das Blut in den Adern.

Ugh, wieso jetzt?

Mir wurde heiß und kalt zugleich, während ich in meiner Bewegung, einige Meter vor der Wohnungstür, stoppte. Der Schlüsselbund in meiner Hand fühlte sich auf einmal schwerer an, als er eigentlich war. Ich überlegte keinen Moment länger, schmiss diesen achtlos beiseite und griff nach meinem Handy. Als mir der Name auf dem Display entgegen sprang, schien mir der Atem wegzubleiben. Ich wartete, bis es zwei weitere Male klingelte, schluckte und presste beim erneuten Lesen des Namens die Lippen aufeinander.

Wieso hatte ich seine Nummer überhaupt eingespeichert?

Ich überdachte das Ganze nicht, sondern nahm den Anruf einfach entgegen. Alles Andere würde nur mehr Ärger bedeuten. "Ja?" Obwohl ich versuchte ruhig zu klingen, stoppte dies meine innere Unruhe nicht. Ich sah vor mich auf den Boden und hörte kurz darauf die dunkle Stimme an meinem Ohr. "Du weißt sicher, wieso ich anrufe." Mit einem Mal wurde mir schlecht. Ich erinnerte mich an das letzte Gespräch, welches mit meiner Herabstufung geendet hatte.

Mein Vater würde nur wegen einer Sache anrufen.

Ich ballte die freie Hand zur Faust, sah auf den Schlüsselbund am Boden und verspürte den Drang mich zu erklären. "Wenn es wegen dem Fehler in der Präsentation ist, dann-"

"Wie oft muss ich es dir noch sagen?" Er wurde lauter. Ich konnte mir seinen Gesichtsausdruck nur zu gut vorstellen. Wenn wir uns gegenüber sitzen würden, hätte ich das Ganze nicht so einfach hingenommen. Ich merkte, wie sich die Unsicherheit in mir breitmachte. Am Telefon konnte ich dem Ganzen nicht entfliehen. Wenn ich auflegte, wäre das womöglich-

"Sag mir, wieso du heute gegangen bist", drangen die nächsten, harschen Worte an mein Ohr und ließen mich einmal mehr ratlos dastehen. Mein Puls beschleunigte sich, während mir immer wärmer wurde. Mit einem Mal fühlte ich mich ertappt. So, wie damals, als ich mich hatte krankschreiben müssen. Ich haderte einen Moment mit mir selbst. Innerlich wusste ich, was los war.

Verdammt, ich wollte abschalten, vergessen und dazu nicht mehr diesen äußeren Druck verspüren, der mich tagtäglich begleitete. Ich wollte keine Überstunden machen, Mal früh ins Bett gehen und überhaupt ein wenig Schlaf fin-

"Ich .. hatte noch etwas zu erledigen", log ich ruhig, während ich das Ganze im nächsten Atemzug schon wieder bereute. Ugh, wieso konnte ich nicht einfach-

"Und da verlässt du einfach den Konferenzraum? Mittendrin, während dein Bruder-", hörte ich seine nächsten Anschuldigungen, die mich dazu anstachelten, dagegen zu reden. "Es ging nicht anders", unterbrach ich ihn, lauter, als das Mal zuvor. Am anderen Ende der Leitung wurde es nach meiner Aussage ruhig. Ich merkte, wie mich die Situation immer mehr stresste.

Dabei hatte ich das Ziel vor Augen gehabt.

Instinktiv sah ich zur Wohnungstür, um erneut zum Sprechen anzusetzen. "Ich werde das Ganze nacharbeiten." Meine Stimme war wieder gefestigt und der Gedanke, mein Fehlen wieder gut zu machen, festigte sich. Ich presste die Lippen aufeinander, wartete auf eine Antwort, die von einem lauten Schnauben eingeleitet wurde. "Das brauchst du nicht", hörte ich meinen Vater sagen, dieses Mal mit einem gleichgültigen Unterton.

Ich stutze. Huh?

Instinktiv presste ich das Handy fester an mein Ohr und versuchte das Ganze richtig zu deuten, kam jedoch nicht darum, es zu hinterfragen. "Ich habe nächste Woche genug Zeit. Itachi kann mir die Dokumente per Mail-"

"Ab nächster Woche sitzt du deine Überstunden ab", unterbrach er mich und ließ mich mit seiner Aussage die Augen weiten. Nein. Das war nicht wirklich sein-

Ich wollte mich zusammenreißen, doch in diesem Augenblick schien der Stress der letzten Wochen auf mich einzubrechen. "Was?" Verwirrt runzelte ich die Stirn, merkte, wie meine Hände schwitzig wurden und sich krampfhaft um das Smartphone krallten. "Wie soll ich das ver-"

"Wir sehen uns in zwei Wochen, wenn du wieder fähig bist zu arbeiten", unterbrach er mich erneut, einen leicht wütenden Unterton in der Stimme. Mein Puls beschleunigte sich, während sich der Raum um mich herum auf einmal viel zu klein anfühlte. Mir fehlte die Luft zum atmen, als ich erneut zum Reden ansetzen wollte, jedoch von dem gleichmäßigen Tuten an meinem Ohr verstummt wurde.

Nein. Er hatte nicht wirklich-

Panik machte sich in mir breit. Ich ließ das Handy sinken und sah auf den zersplitterten Bildschirm, wo sich der getätigte Anruf in der Liste abzeichnete. Ich presste die Lippen aufeinander, bis es wehtat und rief mir die Erkenntnis ins Gedächtnis, dass ich mich wieder schwach gezeigt hatte. So, wie damals, während meinem Burnout. Es war dieser Augenblick, gepaart mit der Stille um mich herum, der mich meine Geduld vergessen ließ. Die Ereignisse der letzten Wochen wogen zu schwer, als dass ich sie einfach so hinnehmen konnte. Ein lautes Klirren ertönte, als ich mein Handy auf den Boden schmiss. Ich realisierte das Ganze erst, als es passiert war. Für einen schier endlosen Augenblick, verharrte ich auf dem Scherbenhaufen vor mir. Mein Puls ging schnell und schien sich nicht beruhigen zu wollen, während ich merkte, wie der Kloß in meinem Hals drohte, mich zu ersticken.

Verdammt, wieso konnte ich nicht einfach funktionieren? Wieso war immer ich derjenige, der-

Ich brach den Gedanken ab, fuhr mir stattdessen mit beiden Händen durchs Gesicht und seufzte lauthals. Die erdrückende Stille um mich herum ließ mich nicht los, schaffte es eher, dass ich mich noch unwohler fühlte und das Öffnen der Fahrstuhltür überhörte. Mein Innerstes wollte sich nicht beruhigen. Wieder rief ich mir ins Gedächtnis, dass mein Vater das Ganze nur tat, weil er wusste, wie schwach ich war.

Wie unfähig und unzuverlässig-

"Sasuke?" Ich erschrak, als ich die mir bekannte Stimme vernahm. Langsam wandte ich mich um, erblickte die blonden Strähnen des Besuchers vor mir und merkte, wie mir einmal wärmer wurde. Mein Herz sprang mir aus der Brust, während ich an seinem besorgten, leicht verwirrten Ausdruck hängen blieb. Mit einem Mal wurde mir meine Situation bewusst.

Die Panik in mir überwog. Ich hatte das Bedürfnis zurück zu weichen, vor allem, als Naruto einen Schritt auf mich zumachte.

-

Narutos POV


Mir war bereits beim Betreten des Fahrstuhls mulmig zumute gewesen. Ehrlich gesagt, hatte ich nicht damit gerechnet, überhaupt ins Gebäude zu kommen. Zu meinem Glück hatte ich einen  Nachbarn erwischt, der mich nach einer kurzen Erklärung reingelassen hatte. Nachdem ich auf den Button fürs Obergeschoss gedrückt hatte, schaute ich mich selbst im übergroßen Spiegel an.

Jeder Blinde würde sehen, dass mir etwas auf der Seele brannte. Ugh. Ich fuhr mir durch die blonden Strähnen und seufzte leise. Für einen kurzen Moment hinterfragte ich, ob das hier wirklich die richtige Entscheidung war.

Für einen Rückzieher war es sowieso schon zu spät. Mit diesem Entschluss wartete ich darauf, dass sich die Tür des Fahrstuhls öffnete. Ich erwartete einen leeren Flur und dachte, dass der Schwarzhaarige mir sowieso nicht aufmachen würde. Sobald die blinkende Anzeige des Fahrstuhls beim OG stehen blieb, schluckte ich jedoch schwer. Als sich die Tür öffnete, erblickte ich das Chaos vor mir: Sasuke stand inmitten des Flures, in einer angespannten Haltung, ein zersplittertes Handy auf dem Boden.

War das nicht sein-

Er stand mit dem Rücken zu mir, schien mich nicht zu bemerken und ließ mich damit einmal mehr hinter seine, sonst so verschlossene, Fassade blicken. Ich blieb zunächst ruhig, wagte mich in den Flur vor und hörte kurz darauf sein lautes Seufzen. Spätestens jetzt wusste ich, dass irgendwas so gar nicht stimmte.

Hidan hatte also recht gehabt.

"Sasuke?" Meine fragende Stimme war lauter, als gedacht und schien die Stimmung sofort zu ändern. Sasuke zuckte leicht zusammen, wandte sich zu mir um und sah mich entgeistert an. Mit einem Ausdruck in den Augen, den ich so noch nicht gesehen hatte. Es war etwas zwischen Verwunderung und Entsetzen. Mit einem Mal fühlte ich mich schlecht. Ich merkte, wie sich mein Herzschlag beschleunigte und meine Hände schwitzig wurden.

Verdammt, was hatte ich mir dabei gedacht, einfach so herzukommen?

Meine Augen fielen wieder auf das zersplitterte Handy am Boden, ebenso dem Schlüsselbund, der wenige Zentimeter daneben lag. Ein ungutes Gefühl machte sich in mir breit. "Ist, ähm .. alles okay?" Wieder schien meine Frage fehl am Platz zu sein. Sasuke vor mir sah mich eine Weile stumm an, zuckte erneut zusammen, als ich einen Schritt auf ihn zumachte und ließ mich damit in meiner Bewegung stoppen.

Mit einem Mal wurde mir bewusst, wie befremdlich diese Situation für ihn sein musste. Verdammt, das Letzte, was ich wollte, war-

"Sorry", setzte ich erneut an, die Stimme gesenkt haltend. Ich wandte den Blick ab, sah auf den Boden vor uns und rieb mir beschämt den Nacken. "I-Ich .. wollte dich nicht überrumpeln oder so", setzte ich an, die Stimme bereits ein wenig zittrig. Gott, wie sehr ich mich doch für meine Dummheit hasste. Ich zwang mich dazu den Kopf zu heben, sah in die dunklen, schier leblosen Augen vor mir und beschloss ehrlich zu sein.

Zum ersten Mal.

"Ich .. weiß nicht, ob du meine Nachrichten gekriegt hast, aber .. i-ich habe dich auch ein paar Mal angerufen", erklärte ich brüchig und sah dabei in sein regloses Gesicht. Wieder machte ich einen Schritt auf ihn zu, den er mich zu meiner Überraschung gewähren ließ. Meine Hände wurden schwitzig, sodass ich sie in den Stoff meiner Hose krallte. "Ich habe vorhin Hidan angerufen und er .. meinte, dass es dir nicht gut geht", beichtete ich schließlich, den Blick auf seine angespannte Haltung gerichtet. Bei meiner Offenbarung verfinsterte sich seine Mimik. Ein wenig verunsichert, zwang ich mich dazu, weiter zu sprechen. "Ein .. Nachbar von dir hat mich reingelassen. Ich wollte wirklich nur schauen, ob es dir gut-"

"Verschwinde." Es war ein einziges Wort, welches ihm mit so viel Hass über die Lippen kam, dass ich sofort verstummte. Ich merkte den Schmerz in meiner Brust, fühlte jedoch auch, wie die Wärme in meinem Inneren kein Bisschen schwand. Stattdessen festigte sie sich einmal mehr. Ich sah ihn fassungslos an, presste die Lippen aufeinander und machte einen weiteren Schritt auf ihn zu. "Können .. wir kurz miteinander reden? Ich möchte wirklich nur-"

"Verschwinde. Einfach." Wieder sah er mich an, hatte die Augen geweitet und schien gerade im Kampf mit sich selbst zu sein. Augenblicklich stutzte ich und erinnerte mich daran, wie er damals krank auf dem Sofa gelegen hatte. Ich blieb an seinem Aussehen hängen, den dunklen Rändern unter seinen Augen und den zerzausten Haaren. Wahrscheinlich wäre es falsch, ihn jetzt allein zu lassen. Das könnte ich einfach nicht mit mir vereinbaren. Meine Augen glitten wieder zu dem Chaos auf dem Boden. Die Tatsache, dass ich mit ihm geschlafen hatte, schien in diesem Moment die geringste Rolle zu spielen.

Ich wollte wissen, was mit ihm los war. Verdammt, wieso war er selbst jetzt so-

"Was ist passiert?" Meine Frage war nicht mehr, als ein leises Flüstern, während ich ihn anschaute. Wieder sah ich die Wut in seinem Gesicht, bemerkte jedoch auch den Frust, der sich mit meinen nächsten Worten in den Vordergrund schob. "Wenn ich .. dir irgendwie helfen kann, dann-"

"Kannst du nicht", zischte er, lauter, als seine Worte davor. Ich zuckte zusammen, ließ mir die Situation erneut durch den Kopf gehen und erinnerte mich an das Gespräch, welches unsere Beziehung zueinander eingeleitet hatte.

Damals war er auch so stur gewesen.

Vermutlich wollte er sich das hier auch nicht eingestehen. Schon gar nicht vor mir. Wo ich früher zurückgewichen wäre, tat ich jetzt das Gegenteil. Wieder machte ich einen Schritt auf ihn zu. "Ich werde nicht gehen. Glaubst du wirklich, dass wir nach der ganzen Zeit nicht miteinander reden können? Wenn du mir etwas schuldig bist, dann-"

"Hör auf mit dem Scheiß, Naruto." Mein Name ließ mich erschaudern. Ich merkte, wie er sich weiter verspannte und ein wenig nach hinten wich. Als ich kurz darauf nach seinem Handgelenk greifen wollte, schien seine innere Wut zu überwiegen. Seine dunklen Augen verengten sich zu schmalen Schlitzen, bevor die Aktentasche in seiner Hand zu Boden fiel. Das Nächste, was ich fühlte, waren zwei grobe Hände am Kragen meiner Jacke, die mich ruckartig durchschüttelten.

Verdammt, was-

"Du kennst mich nicht", rief Sasuke, den wütenden Ausdruck im Gesicht. Ich sagte zunächst nichts, schaute ihn stumm an und merkte, wie bei seinen nächsten Worten ein kleiner Teil in mir starb. "Kein Bisschen, hörst du? Also tu nicht so, als wäre da Irgendwas zwischen uns gewesen. Wir hatten eine Abmachung, schon vergessen? Mehr nicht. Ich bin dir nichts schuldig, schon gar nicht-"

"Du wolltest mit mir schlafen", zischte ich dazwischen, die Hände mittlerweile zu Fäusten geballt. Die Hitze in meinem Inneren wandelte sich in Frust, ließ mich das Passierte Revue passieren und den Schwarzhaarigen an seinen Handgelenken packen. "Du bist zu mir gekommen, Idiot! Tu nicht so, als wäre das nur von mir ausgegan-"

"Scheiße, halt die-" Sasukes Stimme wurde von seinem Husten unterbrochen, gefolgt von einem Röcheln. Ich stutzte für einen Augenblick, merkte, wie sein Körper anfing zu beben und sein Griff in mein Shirt sich kurz darauf lockerte. Das laute, unregelmäßige Röcheln durchfuhr den schmalen Flur und ließ mir das Blut in den Adern gefrieren. Ich weitete die Augen, sah auf den Schwarzhaarigen herab und merkte recht schnell, dass er das Ganze so nicht angedacht hatte.

Verdammt, was-

"Hey", sprach ich hektisch und zwang ihn mit einer schnellen Bewegung dazu, seine Hände von mir zu nehmen. Er hustete weiter, atmete unregelmäßig und schien nach einigen Sekunden förmlich nach Luft zu ringen. Das war der Moment, in dem ich ihn an den Schultern packte und ihn ein Stück von mir wegdrückte. "H-Hey, Sasuke, was-" Ich stoppte, als der Schwarzhaarige vor mir den Kopf schüttelte, die Atmung weiterhin stockend. Instinktiv krallten sich seine Finger in mein Shirt, ließen nicht los, auch, als ich ihn mehrmals darum bat.

Was war das? Wieso erinnerte mich das an damals? Der Zusammenstoß im Sportunterricht. Der Moment, an dem ich ihn in der Umkleide gefunden-

"Hey, .. atme .. ruhig", versuchte ich es nun anders und ließ die Hände sacht auf seinen Schultern ruhen, merkte jedoch schnell, dass ihm das nicht half. Scheiße, wieso hatte ich beim Erste-Hilfe-Kurs damals nicht aufgepasst? Ich biss mir in die Wange, spürte, wie sein Körper bei jedem Atemzug weiter bebte und erinnerte mich an etwas Anderes. Für einen Augenblick haderte ich mit mir, ließ meine Hand zu seinem Hals wandern und ihn somit aufschauen. Als die dunklen, schier panischen Augen mich anschauten, wusste ich, dass es der einzige Weg war. Zwei weitere Male schnappte er nach Luft, bevor ich ihm meine Hand auf den Mund presste.

Fester, als er erwartet hatte.

Sofort weitete er die Augen, bekam Panik und versuchte sich aus meinem Griff zu befreien. Mein anderer Arm hielt ihn zu seinem Glück am Rücken davon ab. Für einen Moment schien ich die Angst in ihm zu schüren, zumindest, bis ich mich langsam vorbeugte. "Atme durch die Nase", sprach ich ruhig an seiner Wange, merkte, wie seine Bewegungen nach einigen Sekunden aufhörten und er sich stattdessen auf sich selbst konzentrierte. Ich wusste, dass er es wahrscheinlich hasste.

Ziemlich sicher verachtete er mich dafür.

Mein Puls beschleunigte sich, während sich seine Atmung verlangsamte. Ich merkte, wie die warme Luft an meine Hand drang und sich seine Haltung nach und nach entspannte. Vorsichtig, fast schon zaghaft fuhr ich ihm über den Rücken, besah mir das knittrige Hemd und verspürte einmal mehr den Drang nachzufragen.

Verdammt, ich wollte wissen, was mit ihm los war.

Als er sich nach ein paar Minuten beruhigte, schien damit auch jegliche Kraft aus ihm zu schwinden. Urplötzlich lehnte er sich gegen mich. Ich erinnerte mich daran, diese Wärme und Nähe schon Mal gespürt zu haben. Ich wusste, dass es nichts Neues war.

Und dennoch fühlte es sich so an.

Meine Bewegungen an seinem Rücken stoppten nicht. Er ließ den Kopf an meine Schulter sinken und atmete tief, vereinzelte Schweißperlen auf der Stirn. Ich ließ ihm den Moment, um runter zu kommen, erinnerte mich daran, dass es damals anders gewesen war und fühlte auf einmal das Kribbeln in meiner Brust. Meine nächsten, leisen, Worte durchbrachen die Stille um uns herum. "Willst .. du jetzt immer noch sagen, dass alles okay ist?" Es war eine Frage und Feststellung zugleich. Ich strich ihm weiter über den Rücken und merkte, wie er seine entspannte Haltung tatsächlich bewahrte.

"Nein", hörte ich ihn nach einigen Minuten der Ruhe murmeln und weitete die Augen. Instinktiv festigte ich den Griff um seinen Rücken, nahm die andere Hand dazu und drückte ihn fester an mich. Seine Wärme schien in mich über zu gehen.

Irgendwo wusste ich, dass es sich für ihn genauso anfühlte.

____


Da bin ich wieder :3

Mit einem .. besonderem Kapitel, auf welches ein noch BESONDERERES folgen wird :'3 Im Nächsten bekommt ihr Antworten - sehr. viele. Antworten. :D

Wir wussten doch alle, dass Sasukes mental breakdown kommen wird, oder? Und ausgerechnet Naruto ist da, mal wieder - wie im ersten Kapitel nach dem Sportunterricht. Na ja, dieses Mal muss der Flur vor der Wohnungstür als Kulisse herhalten XD Aaah, ich freu mich darauf, das nächste Kapitel für euch zu tippen c;

Und, können wir bitte festhalten, was für ein guter Arbeitskollege Hidan ist? :D Versucht Sasuke da fein aus der Sache raus zu boxen. Gebt diesem Charakter einen Orden XD Wieso gibt's nicht mehr, von solchen Menschen T___T

Es tut mir übrigens voll leid, dass ich das Kapitel erst so spät hochlade, aber: Bei mir waren's bis vor ein paar Stunden noch 35 Grad XD Ich bin wirklich ein absoluter Sommer-Fan, aber .. irgendwo hört's dann auch Mal auf :')

Na ja, jetzt habt ihr das Kapitel, auch wenn's etwas spät ist :D Futter für eine schlaflose Nacht (oder so, hehe).

Das war's dann auch schon von mir :D Ich würde mich natürlich, wie immer, mega über Kommis freuen :3 Feedback jeder Art ist immer herzlich willkommen XD

Und falls ihr mir einen Gefallen tun wollt: Lest ihr zufällig Webcomics/ Manhwas? Ich bin momentan irgendwie .. süchtig danach, also falls ihr ein paar Gute kennt, schreibt sie gerne in die Kommis :D (Genre usw. ist egal - Teme liest alles X'D)

Ich danke euch vielmals fürs Lesen und hoffe, dass ihr eine sonnige, entspannende Restwoche habt :3

Bis zum nächsten Kapitel <3

Eure
Teme
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast