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Harry Potter und die Erben Voldemorts

Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P12 / Gen
Harry Potter Hermine Granger Ronald "Ron" Weasley
10.11.2021
22.01.2022
11
58.655
6
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15.01.2022 2.669
 
Kapitel 9 Böses Erwachen

Die Winkelgasse sah so anders aus als Harry sie von seinem letzten Besuch in Erinnerung hatte. Damals, als sie in Gringotts eingebrochen waren. Es fühlte sich an wie in einem anderen Leben. Doch es war wirklich nur rund ein Monat vergangen. Doch nun wirkte die Winkelgasse fast wieder wie bei seinem ersten Besuch mit Hagrid, als er zum erste Mal in die Welt der Magie mit all ihrer Faszination eingetaucht war. Wo sich noch vor wenigen Wochen vor allem geschlossene Läden mit verbarrikadierten Fenster befunden hatten, Zauberer in Todesangst hastig unaufschiebbare Einkäufe erledigten, während sie sich permanent nach Verfolgern umblickten, da herrschte nun wieder geschäftiges Treiben. Die ganze Straße war überfüllt von Menschen, die fröhlich einkauften, lachten, flanierten.

Männer standen in Gruppen und unterhielten sich über Quidditch oder das wunderbar warme Wetter, Frauen plauschten oder besprachen die neuesten Modetipps für den aufziehenden Sommer. Viele trugen dicke Einkaufstaschen, die nach der Zeit des Krieges und damit der Not und des Mangels nun wieder aus allen Nähten platzten. Kinder und Jugendliche saßen vor Florean Fortescues Eissalon und verschlangen riesige Eisbecher, als hätten sie nie zuvor von Eiscreme gehört, Jungen standen vor Qualität für Quidditch und begutachteten Besen, Uniformen und Spielbälle, Mädchen streichelten Eulen, Katzen und alle möglichen weiteren flauschigen Tiere in der Magischen Menagerie. Junge Liebespärchen knutschten ungestört und ungeniert unter dem strahlend blauen Himmel und wurden dabei von neidisch dreinschauenden alten Hexen beobachtet, die bei Kaffee und Kuchen an einem Tisch vor einer Konfiserie saßen. Auch in Olivander's Zauberstabladen war wieder reger Betrieb, sodass die Zauberstabschachteln im Laden von all dem Zauberstabtesten nur so hin und her flogen.

Harry bahnte sich den Weg durch die Menschenmassen und den fröhlichen Lärm, den sie verursachten. Es waren so viele Zauberer unterwegs, dass ein Vorankommen kaum möglich war. Immer wieder musste er sich einen neuen Weg suchen, so voll waren die Straßen und so dicht gedrängt standen die Zauberer und Hexen. Als er endlich an seinem Ziel angekommen war, sah er ihn. Edler schwarzer Anzug, zurück gegelte blonde Haare, arrogantes Grinsen im Gesicht. Malfoy. Plage seines Schullebens.

„Potter“, sagte Malfoy, und als er lachte, ein bösartiges, spottendes, arrogantes Lachen, das Harry viel zu oft gehört hatte, da verfinsterte sich der Himmel. Der warme, strahlende Sonnenschein verflog schlagartig und wurde ersetzt durch kalte klamme Dunkelheit. Harry realisierte, dass er sich plötzlich an einem neuen Ort befand, ohne zu wissen, wo er war und wie er dorthin gekommen war. Instinktiv griff er nach seinem Zauberstab, doch der war weg. Harry war unbewaffnet. Unbewaffnet und alleine. Panik ergriff ihn, während er versuchte herauszufinden, was passiert war. Wo er war. Harry tastete nach seinem Weg, doch er fand nichts. Nur kalter, feuchter Stein und Dunkelheit. Er konnte nicht einmal die Händen vor seinen Augen sehen. Dann plötzlich Geräusche. Wie aus dem Nichts erschienen Stimmen, schrille Stimmen, die Unverständliches kreischten. Harry verstand nicht, was sie sagten, aber sie waren voller Hass. Seine Narbe begann höllisch zu schmerzen und Harry brach zusammen. Alles um ihn herum verschwand in einem Meer aus Schmerzen. Dann hörte er es. Das schlimmste Geräusch, das je sein Trommelfell gequält hatte. Ein lang anhaltender, schriller, geradezu unmenschlicher Schmerzensschrei, der sich durch Mark und Leib bohrte, wie heißer Stahl durch weiche Butter. Es war Hermines Stimme. Und sie schrie immer und immer wieder. Dazwischen Lachen. Manisches Lachen. Es war Bellatrix. Immer wieder rief sie „Crucio!“. Und jedes Mal stieß Hermine einen schlimmeren Schmerzensschrei aus. Harry rüttelte an der Tür vor ihm, doch sie bewegte sich nicht.

„Hermine!“, rief er verzweifelt. „Hermine!“
Sie antwortete mit einem noch lauteren Schmerzensschrei. Harry rüttelte fester und fester an der Tür. Er musste zu ihr, ihr helfen! Sofort! Sie retten vor Bellatrix, sie schützen. Immerhin war es doch seine Schuld, dass sie überhaupt erst in dieser Situation war! Doch es half nichts. Was er auch tat, es führe zu nichts. Hermine schrie erneut markerschütternd, und Harry rüttelte panisch an der kalten, unbeweglichen Tür. Eine Hand verpasse ihm eine Ohrfeige, doch es war Harry einfach egal. Er musste Hermine befreien. Sofort! Er riss so fest er konnte an der Tür. Sie musste einfach aufgehen! Ein weiterer Schmerzensschrei folgte, diesmal von Ron.
„Spinnst du?!“

Harry schlug die Augen auf und setzte sich ruckartig auf. Er war in seinem Bett in Rons Zimmer, völlig nassgeschwitzt, und seine Hände hatten sich in Rons T-Shirt verklammert, der vor ihm kniete und Harry von sich los zu reisen versuchte.
„Verflucht Harry, das tat verdammt weh!“, rief Ron. „Wolltest du mir die Nippel ausreisen oder was? Ich versuche dich seit einer Minute wach zu bekommen, aber nix half!“
Harry ließ sich zurück ins Bett fallen und schlug die Hände vor Augen und Stirn. Er atmete schwer, während ihm langsam klar wurde, dass alles nur ein extrem realistischer Traum gewesen war. Wieder einmal. So wie fast jede Nacht.

„Albtraum“, stieß Harry hervor und wischte sich den kalten Schweiß von der Stirn. Seine Hand triefte danach regelrecht. Er wischte sie an der Bettdecke ab.
„War nicht zu überhören“, grollte Ron brummig und kletterte von der Decke herunter, bevor er sich neben Harry auf das Bett setzte.
„Du wälzt dich ja quasi jede Nacht hin und her, und oft murmelst du auch was. Oder versuchst zu schreien. Aber das heute war selbst für deine Verhältnisse übel, Harry. Du bist nicht mal aufgewacht, als ich dich geschüttelt hab. Stattdessen hast du mich bei meinem Shirt gepackt und dabei meine Nippel erwischt. Weißt du, wie verdammt weh das tut? Die Dinger sind empfindlich!“

„Sorry Kumpel“, murmelte Harry, und versuchte, auch mental wieder im Fuchsbau anzukommen. „Ich..., ich... Ich war wieder dort zurück.“
„Dort?“, fragte Ron.
„Malfoy Manor“, sagte Harry. Und Ron verstand.
„Oh“, sagte er nur. „Dann war ich gerade...“
„...die Tür“, ergänzte Harry.
„Scheiße“, murmelte Ron. „Du hast den Traum also auch?“
Harry war sich einen Moment unsicher, ob er Ron gerade richtig verstanden hatte.
„Auch?“
Ron grunzte zustimmend und blickte einen Moment hinaus zum Fenster in die dunkle Nacht, bevor er wieder in Harrys Richtung sah.
„Du bist nicht der einzige mit Albträumen, Harry. Wir vermeiden es, dich damit zu belasten, weil du schon immer diese ganzen Hardcore-Albträume von Du-weißt-schon-wem gehabt hast. Das heißt aber nicht, dass wir anderen keine haben.“

Und dann erzählte Ron, was ihn Nachts immer wieder so quälte. Er erzählte, wie er immer wieder die Gefangennahme durch die Greifer und das folgende Eingesperrtsein in Malfoy Manor durchlebte. Wie er zusammen mit Harry und den anderen im Keller gefangen war, während Hermine oben von Bellatrix gefoltert wurde. Wie krank vor Sorge, wie panisch er in seiner Todesangst um sie war. Wie machtlos er sich dabei gefühlt hatte, weil er nichts für Hermine hatte tun können. Und dass er einfach nicht darüber weg kam, dass er es nicht hatte verhindern können. All das, was Harry auch fühlte. Er schilderte auch seine anderen Träume. Er erzählte stockend, wie er immer wieder in Zeitlupe die Explosion erlebte, die Fred tötete, seinen leeren Blick, als er tot erst auf dem Flur und später in der großen Halle lag, den Schmerz seiner Familie, als sie um ihn trauerten. Oder dass ihn die Bilder der Beerdigung verfolgten, als seine Mum am Grab zusammengebrochen war und nur das schnelle Eingreifen von seinem Dad und Charly verhindert hatte, dass sie auf den bereits halb in die Erde hinuntergelassenen Sarg fiel.

Und er berichtete gequält, wie er fast jede Nacht davon träumte, dass er nach der Flucht von Harry und Hermine nicht wieder zurückfand. Dass er in diesen Träumen sofort zurückkehren wollte, doch der Deluminator einfach nicht funktionierte. Dass er alleine herumirrte, ohne jede Ahnung, wo sie waren und ob sie noch lebten. Verloren, machtlos und voller Schuldgefühle. Und dass der Traum zumeist mit der Schlacht um Hogwarts endete, wo er Harry und Hermine schließlich in der großen Halle tot neben Fred und Ginny liegen sah. Als er dies erzählte, liefen sowohl Ron als auch Harry Tränen über die Wangen, die jeder für sich zu verstecken versuchte. Und schließlich gestand er – zur völligen Überraschung von Harry – und ziemlich kleinlaut, wie unbedeutend ihm nun angesichts dieser Monster von Albträumen schließlich seine Befürchtung vom vergangenen Winter vorkam. Dass Harry ihm Hermine „stehlen“ würde.
„Echt peinlich, oder Harry? So aus heutiger Sicht betrachtet. Da sind wir mitten im Krieg, auf der Flucht vor Todessern, jeder hat den Tod vor Augen, und das war meine größte Sorge? Keine Glanzleistung von mir, echt nicht. Aber dieser verdammte Horkrux wusste ganz genau, wo er mich packen konnte!“
Harry schnaubte und nickte zustimmend.
„Nein, Ron, nicht wirklich.“

Dann erzählte Harry von seinen Träumen. Dass er im Hinblick auf Malfoy Manor von ein paar Details abgesehen praktisch den identischen Traum hatte wie Ron. Welche Angst er damals um Hermine gehabt hatte, und dass er nicht wüsste, was er ohne sie machen sollte. Und dass er diesen Tag immer wieder in seinen Träumen durchlebte. Er berichtete Ron, dass er auch oft von seinem einsamen Gang in den Wald träumte, und warum er ihn alleine angetreten war, ohne sich von ihm und Hermine zu verabschieden. Dass er es einfach nicht mehr geschafft hätte, sich selbst zu opfern, wenn er tatsächlich noch einmal mit ihnen geredet hätte. Er erzählte, wie er immer wieder das grüne Licht sah, das auf ihn zuraste, und die totale Leere, die danach folgte. Er erzählte auch, wie sehr ihn der Tod von Dobby bis heute verfolgte, von dem Anblick der Leichen in der großen Halle ganz zu schweigen. Wie er sich permanent dafür die Schuld gab, weil er den Gedanken einfach nicht los wurde, dass all die Toten wegen ihm gestorben waren. Dass er ihr Sterben hätte verhindern können, wenn er einfach schneller gehandelt hätte, die Horkruxe früher gefunden und vernichtet hätte. Und er sich deswegen tagtäglich verfluche. Dass tief in ihm drinnen zwar eine leise Stimme darauf bestand, dass dieser Gedanke Unsinn war, aber diese einzelne Stimme all das laute Gebrüll der anderen Stimmen einfach nicht übertönen konnte.

Nach vielleicht einer halben Stunde, in der sie vielleicht ihr bisher intimstes und offenstes Gespräch in ihrer gesamten Freundschaft geführt hatten, legten sie sich wieder hin. Und einige Zeit später gelang es beiden tatsächlich, noch einmal einzuschlafen.

Als Harry am nächsten Morgen auf dem Weg zur Küche Hermine begegnete, die vor dem Bad wartete, sah er augenblicklich, dass ihre Nacht wohl kaum besser verlaufen war als seine. Sie sah mitgenommen und müde aus in ihrem Nachthemd und der kurzen Hose, die sie darunter trug. Und erschöpft. Sehr erschöpft. Ihre Augen waren etwas zu rot und verrieten, dass sie kurz zuvor geweint hatte. Unter ihnen waren dunkle Flecken, die signalisierten, dass sie zudem wohl nur wenig Schlaf gefunden hatte. Auch ihre Haare waren zerzaust und Alles in Allem ein einziger ungebändigter Mob. Harry fand, dass Hermine, so wie sie da stand, sehr fragil wirkte. Doch das täuschte. Sie war die emotional stärkste Person des Trios, mit Abstand. Das hatten all die Jahre immer wieder gezeigt. Oder?

„Hey“, sagte er mittellaut, als er die Treppe zu ihr hinunterstieg.
Hermine setzte ein schmales, zuversichtliches Lächeln auf, das aber nicht bis zu ihren Augen reichte.
„Hey“, sagte sie müde.
„Bad noch besetzt?“, fragte Harry.
Hermine nickte.
„Ich warte bestimmt schon 5 Minuten“, flüsterte sie. „Bei dir alles in Ordnung, Harry? Du siehst verschwitzt aus. Und müde. Hattest du wieder Albträume?“ Sie sog zweimal hastig Luft ein. „Du, äh, riechst auch ziemlich verschwitzt.“ Hermine wurde rot und sah betreten auf den Boden. „Sorry, das war unangemessen, Harry. Ich hätte das nicht sagen sollen.“
Harry hob einen Arm, roch an seiner Achsel und verzog das Gesicht.
„Oha“, sagte er. „Wenn man es selber penetrant findet, dann muss es echt schlimm sein, oder?“

Hermine schmunzelte scheu.
„Es war schon schlimmer.“
„Ach ja?“, fragte er.
„Ja“, sagte Hermine, diesmal bestimmter. „Nach der Jagd durch die Greifer, als wir uns nicht trauten, im Zelt zu duschen, weil wir jederzeit eine erneute Verfolgung fürchteten. Und naja, nach der Schlacht.“
Harry Mundwinkel wanderten ein paar Millimeter noch oben, auch wenn es kein volles Grinsen war.
„Da war es mir schnurzpiepegal. Da wollte ich einfach nur schlafen.“
Hermine seufzte.
„Ich auch. Und wie. Zumal ich damals wohl kaum besser roch als du. Oder Ron...“
Harry sah sie mit hochgezogener Augenbraue an, nun doch belustigt.
„Klar doch...“

Hermine setzte zu einem Widerspruch an, ließ es dann aber bleiben. Stattdessen sackten ihre Mundwinkel wieder nach unten und sie wechselte nach ein paar Sekunden Schweigen das Thema.
„Du hattest wieder Albträume, oder?“
Harry seufzte und bejahte damit ihre Frage, worauf Hermine besorgt eine ganze Salve von weiteren Fragen abfeuerte.
„Schlimme Albträume? Von Voldemort? Tat deine Narbe wieder weh? Du weißt, wenn deine Narbe wehtut, dann...“
Harry legte behutsam seine Hände auf ihre Schultern, um sie zu stoppen.
„Hermine. Meine Narbe tat seit der Schlacht kein einziges Mal mehr weh. Es ist vorbei. Es waren ganz normale Albträume. Kein Grund zur Besorgnis! Ehrlich, mir geht es gut! Naja, den Umständen entsprechend zumindest.“
Hermine atmete tief durch.
„Entschuldigung, Harry. Ich bin einfach nur besorgt um dich, nach all dem, was du durchmachen musstest.“

Harry gab ihr ein zuversichtliches Lächeln und strich mit seinem rechten Daumen über ihre Schulter.
„Das weiß ich zu schätzen. Ehrlich. Aber manchmal bist du auch einfach zu besorgt. Das tut dir nicht gut. Und ganz offen und unter uns...“ - Harry musterte sie kurz, insoweit das aus der kurzen Entfernung überhaupt ging, ohne dass es wirkte, als wollte er ihr nur auf die Brüste starren - „...und ich weiß, dass man das zu einer Frau nicht sagen sollte, aber du siehst gerade auch wirklich schrecklich aus. Deine Nacht war auch nicht besser als meine, oder?“
Hermine gab ein Geräusch von sich, das eine undefinierbare Mischung aus lachendem Prusten und empörtem Schnauben war.
„Nein, war sie nicht“, gab sie zu, bevor sie sichtlich peinlich berührt fragte. „Sieht man es mir echt so deutlich an?“
Harry nickte.
„Aber keine Sorge, das bleibt unser Geheimnis.“
Hermine bedankte sich mit einem von aufrichtigem Lächeln begleiteten Nicken.
„Ich habe von der Schlacht geträumt“, sagte sie nach einigen Sekunden. „Um präzise zu sein von dem, was zwischen den beiden Kämpfen geschah.“

Hermines Augen trafen für einen Augenblick seine, und Harry wusste schlagartig, was sie genau meinte, ohne es zu sagen. Sie hatte von ihm geträumt. Dem Moment, wo Hagrid ihn in den Vorhof des Schlosses getragen hatte, und es für alle so aussah, als wäre er tot, ermordet worden von Voldemort.
„Oh“, sagte Harry, und als er sah, wie sich in Hermines Augen Tränen bildeten, da zog er sie in eine feste, trostspendende Umarmung. Hermine erwiderte sofort die Umarmung und vergrub ihr Gesicht in Harrys Nacken, während er ihr beruhigend über ihren Rücken strich. Harry schloss die Augen und fühlte, wie gut ihm Hermines Nähe tat, während er den charakteristischen Duft ihrer Haare einatmete und sich ganz auf die wohltuende Wärme konzentrierte, die von ihr ausstrahlte und von der er immer abhängiger wurde. Es war ihm egal, ob sie ebenfalls verschwitzt war oder nicht. Es war Hermine. Seine beste Freundin und der Hauptgrund, warum er überhaupt noch lebte. Sie gab ihm die nötige Kraft für den anbrechenden Tag und sie war es, die es schaffte, mit einer simplen, wenn auch festen Umarmung seine Erinnerungen und negativen Gefühle praktisch sofort aus seinem Bewusstsein zu verdrängen. Harry hoffte inständig, dass er den gleichen Effekt auf sie hatte.

In dem Moment öffnete sich die Badtür und Ginny kam heraus.
„Bad ist... frei“, sagte sie überrascht, als sie das eng umschlungene Paar vor dem Bad stehen sah und hastete anschließend wortlos zurück in ihr Zimmer.
Hermine löste sich langsam von Harry.
„Danke“, sagte sie leise und sah ihm mit einem positiven Lächeln in die Augen, während sie sachte über seinen Arm strich. „Ich, äh, geh dann mal. Bis gleich, ja?“
Es dauerte mehrere Sekunden, bis Harry widerwillig seinen Arm von ihrer Taille gleiten ließ und Hermine ihr Hand von seinem Arm nahm.
„Äh, bis gleich“, erwiderte Harry, als Hermine im Bad verschwand und ihm, bevor sie die Tür endgültig schloss, noch einmal ein zuversichtliches Lächeln schenkte.
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