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How I met your father

Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Freundschaft / P16 / Gen
James "Krone" Potter Lily Potter Peter "Wurmschwanz" Pettigrew Remus "Moony" Lupin Sirius "Tatze" Black
09.11.2021
04.01.2022
9
35.200
16
Alle Kapitel
32 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
09.11.2021 2.013
 
Hallo, ihr Lieben!

Einige kennen mich vielleicht noch aus anderen Geschichten, wer neu bei mir ist, den begrüße ich natürlich trotzdem mit weit ausgebreiteten Armen! Ich weiß, eigentlich wollte ich mich zunächst eigenen Projekten widmen, aber das klappt momentan eher mäßig. Deswegen zieht es mich wieder in die Fanfiction Welt, wo vieles sehr viel leichter ist. Ich hatte schon immer mal vor eine Rumtreiber-Story zu schreiben, wenngleich ich eigentlich den Fokus anders legen wollte. Aber die Mehrheit wollte wohl eine James-Lily-Geschichte, wovon ich sogar ein bisschen überrascht bin, wenn ich ehrlich bin ^^

Nichtsdestotrotz gibt es jetzt die versprochene Jily-Story. Die Geschichte wird größtenteils in den letzten Schuljahren der Rumtreiberzeit spielen und sich wie immer bei mir nah am Canon orientieren. Ab und an kann es aber natürlich trotzdem vorkommen, dass ich einen Charakter minimal jünger oder älter mache oder Ereignise chronologisch tausche, damit es sich in die Dramaturgie der Story einfügt. Die Nebencharaktere sind teilweise inspiriert durch bereits bestehende Charaktere und selbst ausgedachte, as usual. Zur Recherche habe ich mich dabei wie immer beim englischsprachigen Harry Potter Wiki bedient. (Das englischsprachige ist deutlich genauer, warum auch immer). Alle Rechte liegen bei Mrs Rowling, ich borge mir ihre Charaktere lediglich.

Ich hoffe, euch wird meine neue Story gefallen und ihr hinterlasst mir ab und an eine Review. Ob es euch gefällt, ob ich was verbessern kann oder einfach nur ein Feedback, ob die Geschichte überhaupt gelesen wird - alles kann hilfreich sein. Und meine alten fleißigen Reviewer wissen ja bereits, ich beantworte möglichst alles und nehme auch ab und an Vorschläge an. Denn schließlich ist das das Schöne an Fanfiktion. Autor und Leser stehen im direkten Austausch. Es liegt also auch immer in eurer Hand, was ihr aus dieser Leseerfahrung hier macht :)

Liebe Grüße

Eure Kriegsdrache

Die Laubblätter wirbelten auf, als der Herbstwind durch sie hindurch fuhr. Für einen Augenblick sah es aus, als würden sie schwerelos tanzen. Zwei aufgeregte Kinder rannten durch sie hindurch und zerstörten den anmutigen Tanz.
Das kleine Mädchen trug einen schwarzen Spitz Hut und einen weiten Umhang, der ihr um die Knöchel schlug. Der Junge hatte sich eine schaurige Maske übergezogen, die er nur ab und an absetzte, um von seinen Süßigkeiten in seinem Beutel zu naschen.
Lächelnd beobachtete ich die beiden bis sie zu dem nächsten Haus tigerten und aufgeregt klingelten. Mein Atem beschlug die Fensterscheibe leicht.
„Und, kommen sie schon?“
Ich schaute über die Schulter.
„Nein, sie sind noch am Nachbarshaus“, erwiderte ich und seufzte leise auf. „Ich wünschte, wir könnten den Schutzzauber wenigstens heute Nacht kurz aufheben, damit sie bei uns klingeln können…“
„Du weißt, warum das nicht geht, Lily“, erwiderte James bedauernd und kam durch das Wohnzimmer auf mich zu.
Ich schlang die wärmende Decke enger um mich und schaute wieder traurig in die kalte Oktobernacht hinaus. James trat an mich heran und legte die Arme um mich.
„Ich würde sie zu gern hereinlassen. Ihnen Schokolade und Bertie Botts Bohnen geben“, flüsterte James mir zu und hauchte einen Kuss auf mein Haar.
„Damit würdest du den Muggeln einen ziemlichen Schreck einjagen“, sagte ich schmunzelnd. „Bohnen, die nach Lebern und Kutteln schmecken, sind nicht gerade üblich in der Muggelwelt.“
James grinste und auch ohne hinzusehen, wusste ich, dass seine Augen aufleuchteten bei dem Gedanken an entsetzte Muggeleltern.
„Das wäre dann wenigstens ein denkwürdiges Halloween für die Kleinen“, sagte er. „Und wir wären die seltsamen Potters, die komische Süßigkeiten verteilen. Ich wollte schon immer mal in einem Dorf leben und der komische Kauz von einem Nachbarn sein.“
Ich lachte und drehte den Kopf, um ihn anzusehen.
„Wenn es dich beruhigt, egal, wo du auch hingehst, du wirst immer der seltsame Potter sein.“
Er lächelte und strich über meine kalte Wange.
„Solange du meine seltsame Mrs Potter bist, ist das alles, was ich mir je erträumt habe.“
Seine Lippen senkten sich auf meine herab und ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen. Doch als ich wieder die Augen öffnete, sah ich wie er seufzte und ein Anflug von Traurigkeit über sein Gesicht huschte.
„Ich wünschte wirklich, wir könnten nur kurz die Tür öffnen. Wenn das Harry wäre… ich würde nicht wollen, dass er vor verschlossener Tür steht und sich fragt, warum die Nachbarn so gemein sind und nicht aufmachen wollen.“
Nachdenklich nickte ich und schaute wieder in die kleine Gasse von Godric´s Hollow, die nur spärlich beleuchtet war durch eine einzelne Straßenlaterne.
„Glaubst du, er wird auch einmal verkleidet durch diese Nachbarschaft ziehen?“, fragte ich und meine Fingerspitzen legten sich auf die Scheibe, als könnte ich durch das Glas hindurch greifen und die Welt dort draußen ertasten.
„Lily, er wird nicht für immer eingesperrt sein“, sagte James, doch der Ton in seiner Stimme ließ mich erschaudern.
Ich sah zu ihm auf und spürte wie die Kälte sich in mir ausbreitete.
„Glaubst du wirklich, Voldemort wird jemals aufhören ihn zu suchen?“, flüsterte ich und mein Hals zog sich eng zusammen.
James nahm meine Hand und seine Finger verschränkten sich eng mit den meinen.
„Ich weiß es nicht“, sagte er, doch ich wusste, dass er die Antwort sehr wohl kannte.
Er scheute sich lediglich davor sie mir gegenüber auszusprechen. Vielleicht wollte er sie auch selbst nicht hören, um zu vermeiden, dass sie wahrhaftig wurde.
„Keiner von uns kann wissen, was die Zeit bringen wird. Vielleicht ist Voldemort morgen schon besiegt, vielleicht aber auch erst in zehn Jahren. Was immer es kostet, wir werden Harry beschützen. Was haben wir immer gesagt?“
Er zog die Augenbrauen fragend nach oben und ich seufzte.
„Wir genießen jeden Tag. Egal, wie viele uns auch bleiben“, flüsterte ich und rang mich zu einem nicht ganz ehrlich gemeintem Lächeln durch.
Meine Augen brannten verräterisch und erneut breitete sich ein Gefühl der Hilflosigkeit in meiner Brust aus. James bemerkte es und nahm mich in den Arm, doch er war machtlos. Ich wusste, er fühlte dasselbe.
Als hätte er es gespürt, hörten wir ein zaghaftes Quengeln aus dem oberen Stockwerk schallen. Harry war offenbar wach geworden. Wir tauschten einen Blick und lächelten dann.
Wie viele frischgebackene Eltern es auch verabscheuten, wenn ihr Nachwuchs anfing zu schreien, wir gehörten nicht dazu. Jedes Quengeln, jede durchzechte Nacht erschien plötzlich so kostbar. Denn es bedeutete, dass er noch am Leben war.
Gemeinsam verließen wir das Wohnzimmer und gingen hoch. In Harrys Zimmer, das wir in zarten Blautönen gestrichen hatten, brannte nur das Nachtlicht und wir öffneten die angelehnte Tür.
„Na, wer ist denn da schon wieder wach?“, fragte James und ging zu dem Gitterbettchen, an dessen Streben Harry sich tapfer festhielt.
Sein kleines Gesicht war ganz rot geweint. Offenbar hatte ihn ein Alptraum geweckt. Ich drehte das Licht im Zimmer ein wenig hoch und beobachtete wie James seinen Sohn aus dem Gitterbettchen in seine Arme hob.
Für einen Augenblick stand ich nur da und betrachtete die beiden. Harry schmiegte sich an seine Brust und schaute mit wachsamen Augen umher, während James ihn beruhigend wiegte. Als er meinen Blick bemerkte, schaute er mich verwundert an.
„Ist was?“, fragte er.
„Ich hab gerade nur daran gedacht wie alle meinten, dass James Potter niemals zum Vater taugen würde“, sagte ich mit einem Lächeln und lehnte mich an Harrys Bettchen.
„Ich stecke halt voller Überraschungen“, sagte er grinsend, doch er kam nicht dazu sich zu sehr in seiner Selbstliebe zu sonnen, denn Harry griff nach seiner runden Brille und zerrte sie ihm unsanft von der Nase. „Hey – hey, nicht so stürmisch!“
„Harry, dein Vater braucht seine Brille“, sagte ich und ging lieber, bevor Harry die Brille noch zerdrückte oder zu Boden warf. „Ohne ist er nämlich so gut wie blind.“
Ich nahm den lachenden Harry an mich und James entwand ihm vorsichtig seine Brille.
„Hey, wie soll ich eine Autoritätsperson werden, wenn du meinem Sohn direkt meine größte Schwachstelle verrätst?“, sagte James und schob sich das Gestell wieder auf die Nase.
Ich lachte und Harry quietschte auf. Der Klang gefiel ihm offenbar.
„Du und eine Autoritätsperson? Ich will dir ja nicht die Illusionen rauben, aber wenn dein Sohn auch nur ein kleines bisschen nach dir kommt, wird er jede Autorität, die ihm in seinem Leben begegnet, missachten.“
James verdrehte theatralisch die Augen.
„Ach, das meinte McGonagall immer damit, dass mir alles, was ich je angerichtet hätte, irgendwann heimgezahlt werden würde, verstehe“, sagte er und fuhr sich durch das unordentliche schwarze Haar.
In diesem Moment wirkte er mehr denn je wie der Schuljunge mit dem Hang Regeln zu brechen, den ich einst gekannt hatte.
„Du kriegst, was du verdienst“, stimmte ich zu und küsste ihn auf die Nase.
Er lächelte und seine braunen Augen blitzten auf.
„Und womit habe ich dich dann verdient?“, fragte er leise und ein altbekanntes Kribbeln fuhr mir unter die Haut.
„Das frage ich mich manchmal auch“, erwiderte ich mit einem Zwinkern und Harry zwischen uns quengelte wieder.
Ich spürte, dass er Hunger hatte und setzte mich daraufhin in einen Schaukelstuhl in der Ecke. James zog sich einen weiteren Stuhl dazu und begann Harry über den schwarzen Flaum auf seinem Köpfchen zu streicheln, damit er sich ein bisschen beruhigte.
Während Harry trank, wurde das Wetter draußen vor dem Fenster immer schlechter. Der Regen prasselte auf das Dach und der Wind fuhr heulend ums Haus.
„Keine einfache Nacht“, sagte James und wir sahen uns an.
Heute würde vermutlich keiner von uns dreien besonders viel schlafen.
„Aber vielleicht gerade die richtige Nacht für ein paar Geschichten“, sagte ich und wies zu der Kommode hin, auf der wir ein paar Bücher gestapelt hatten.
James sah rüber und schüttelte dann unerwartet mit dem Kopf.
„Die Geschichten kennt er doch alle schon in und auswendig. Und wenn ich noch einmal was von Babbelhäschen vorlesen muss…“
Er griff sich an den Hals, als würde er ersticken.
„Schön, dann nimm was von den Muggelmärchen“, schlug ich geduldig vor.
„Du meinst die, in denen sich alle gegenseitig auffressen und qualvoll sterben? Nein, ich denke, mein einjähriger Sohn ist dann doch noch nicht soweit“, sagte James mit unmissverständlichem Blick. „Und da behaupten Muggel Zauberer wären die Bestien.“
„Die Diskussion führe ich jetzt nicht nochmal mit dir“, sagte ich entschieden und rieb mir die schmerzende Schläfe, während ich vor und zurück wiegte. „Bitte, James, such dir einfach irgendeine Geschichte aus. Es ist mir gleich, welche.“
„Naja, es gibt da eine, die er noch nicht kennt“, sagte James mit einem spitzbübischen Grinsen und ich bedeutete ihm fortzufahren. „Es ist eine Geschichte, die er vermutlich noch sehr oft hören wird in seinem Leben. Sie handelt von Abenteuern, von Freundschaften, einem verzauberten Schloss und von einer großen Liebe.“
Ich hob die Augenbrauen, während James weiter erzählte. Harry hörte gebannt zu und schaute seinen Vater aus grünen Kulleraugen interessiert an.
„Es ist die Geschichte eines Mädchens mit flammenden Haaren und eines Jungen, dessen Schönheit und Anmut seinesgleichen suchte-“
„Okay, also wird es ein Märchen“, warf ich grinsend ein und James feixte.
„Hey, du warst es, die mich unbedingt heiraten wollte. Wenn nicht wegen meiner Schönheit und Anmut, weswegen denn dann?“
„Himmel, das kann sich ja keiner anhören!“, rief ich aus und verdrehte die Augen. „Am besten ist es wohl, wenn ich die Geschichte erzähle, damit sie auch ja richtig erzählt wird.“
„Klar, ich bin sehr gespannt“, erwiderte James und lehnte sich zurück.
Ich sammelte mich und sah erstaunt, dass Harry mit dem Trinken aufgehört hatte, um nun mich fasziniert anzustarren. Ich strich über seine weiche Wange und lächelte.
„Aber, was dein Vater gesagt hat, stimmt. Es ist eine Geschichte voller Abenteuer und Freundschaften. Sie handelt davon wie zwei Menschen zueinander fanden, obwohl sie sich zu Beginn nicht ausstehen konnten.“
„Hey, ich konnte dich von Anfang an leiden“, warf James zwinkernd ein und ich lächelte.
Ich sah von unserem Sohn auf und tauchte ein in die haselnussbraunen Augen, die mich verfolgten seit meinem ersten Tag im schwankenden Hogwarts Express.
„Schön, es ist die Geschichte wie ich deinen Vater traf. Und wie aus Hass Liebe wurde…“
Meine Gedanken trudelten weit fort, verließen das kleine Haus in Godrics Hollow und glitten durch Zeit und Raum zu einem anderen Leben, das ich einst mein eigen genannt hatte. In einer Zeit, lange bevor ich Mutter gewesen war.
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