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Die Kräuterhexe

von skyraes
Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Freundschaft / P16 / Div
Henry Mills jr. OC (Own Character) Peter Pan Red / Ruby Lucas Rumpelstilzchen / Mr. Gold Verrückter Hutmacher / Jefferson
08.11.2021
08.04.2022
5
7.254
 
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08.11.2021 1.661
 
-in Storybrooke-

Ich atme tief durch, während ich langsam versuche das Ei an der dicksten Seite zu öffnen um das Ei innere raus zu lassen. Meine beste Freundin Bell ist gerade einmal seit 20 Minuten los und ich verliere jetzt schon meinen Verstand. Die Schuldgefühle in mir steigen ohne meinen Willen ins unermessliche. Langsam lasse ich die Flüssigkeit aus der Schale in eine Schüssel gleiten, wasche das Innere mit Mondwasser aus und trockne es mit Salbeirauch. Bell ist, nachdem Henry gekidnappt wurde, zusammen mit ihrem großen Bruder Hook, Emma Swan, der bösen Königin, Snow White und Charming nach Neverland aufgebrochen. Würde mich nicht wundern, wenn Rumpelstilzchen auch noch auf der Insel auftaucht. Der mischt sich ja aus Prinzip schon überall mit ein. Schnell lege ich das Ei zur Seite und nehme mir ein weißes Stück Papier, um den Namen Isobell Hook darauf zu verewigen. Äußerst mürrisch erinnere ich mich daran, wie mir Bell noch vorgeschlagen hat mit zu kommen mit der Begründung, dass wir ja unbedingt Henry retten müssen. Pah! Das Mädchen läuft genau in ihr bitteres Verderben. Obwohl ich es nicht gerne zugebe, liegt mir was an ihr. Ich konnte zwar entschieden Nein zu ihrer Bitte sagen sie zu begleiten, trotzdem lasse ich sie nicht mit ein paar sehr emotional gesteuerten Erwachsenen allein rumlaufen, die jederzeit Henrys Wohl über Bells stellen werden, wenn sie die Chance dazu haben. Auch wenn sie die kleine Schwester von Killian ist, scheint selbst der Captain eher an Henry interessiert zu sein, sonst hätte er sie ja erst gar nicht mit auf diese Mission genommen, aber er ist nun mal viel zu verschossen in Emma und geht solche Risiken zu meinem Leid sehr gerne ein. Langsam und vorsichtig stecke ich den mittlerweile fertig beschriebenen und gefalteten Zettel in die Eihülle und gebe etwas Zaubersalz hinzu. Danach fülle ich den Rest des Platzes mit normalen Speisesalz auf und zünde eine schwarze Kerze an, um die Öffnung im Ei mit Wachs zu schließen. Dabei murmele ich ein paar Schutzzauber, die mir gerade so einfallen. Dann lege ich das Ei in eine kleine Holzschatulle und spreche einen Zauber, der verhindert sie zu öffnen. Seufzend mache ich mich daran meine Gewürze auf zu räumen, obwohl ich von diesem äußerst starken Zauber sehr ermüdet bin. Normalerweise ist sowas überhaupt nicht so kräftezerrend, nur leider muss dieser bis hinüber in eine andere Realität reichen und das fordert nun mal seine Energie.

Bevor alle verflucht wurden, war ich eine junge Kräuterhexe in einem kleinen Dorf nahe einem dunklen Wald. Nun ja, der Wald an sich war normalerweise nicht so finster, aber es versteckt sich ein Portal zu Wonderland hinter einem kleinen Wasserfall, der umringt war mit lauter Kalkstein. Meine Mutter und ich hat es damals dort hin verschlagen, da ganz in der Nähe Wonderlandkräuter und -pilze wuchsen, die wir gut zum Zaubern und Brauen gebrauchen konnten. Als sie starb, ging ich nur noch allein. An sich nichts Tragisches, nur leider ist mit ihrem Tod ihre Aufgabe auf mich gefallen, der ich nicht wirklich entgegengejubelt habe. Außer Pflanzen von Wonderland sind durch den Portal auch lauter Kreaturen gekommen, die ganz sicher nicht gemütlich Tee trinken wollten. Ich habe jedes Einzelne getötet, dass mir über den Weg lief, bevor es irgendwen auch nur ansatzweise zu nahekam. Man würde meinen ich wäre dafür als Held gekürt wurden, aber niemand hat etwas davon mitbekommen und ich habe es auch für mich behalten. Natürlich blieb es nicht unentdeckt, dass ich ab und zu in undefinierbarer Flüssigkeit – meistens Blut - auf meinen Klamotten Heim gekehrt bin, doch keiner hatte sich getraut mich danach zu fragen, was auch durchaus gut war. Trotz dem Nebeneffekt, dass ich womöglich tausenden von Menschen ihr kleines Leben gerettet habe, diente das Abschlachten von diesen grausamen Kreaturen in erster Linie mir selbst. Da Menschen eindeutig zu dumm waren, um ein Portal in Erwägung zu ziehen, wäre der Verdacht früher oder später auf eine Hexe gelandet und wie weit wäre ich dann weg gewesen? Auch wenn ich nur als Heilerin und merkwürdige Eigenbrötlerin bekannt war, kam ich doch am nächsten einer normalen Hexe, die man nun mal kennt. Als „normale" Hexe konnte man mich aber nicht sehen. Klar, ich bin nicht so wie die Böse Königin, Maleficent oder Rumpelstilzchen, wenn man den überhaupt als Magier bezeichnen kann. Wenn man alles zusammen sieht, dann sind alle bekannten Hexen böse und alles andere, was zaubern kann lieb, wie Feen oder sowas, aber ich sehe mich nicht unbedingt als böse an. Ich bin eher so... nun ja, irgendwie meh. Ich zaubere mit Dunkler Magie, will mich aber nicht in andere Sachen einmischen und auch nicht die Weltherrschaft. Ich sammle Kräuter und versuche so gut es geht meine beste Freundin zu beschützen und mein Leben zu leben. Nicht, dass ich nichts anderes könnte... nein, ich bin schon mächtig. Jedenfalls so mächtig, dass ich meine Kräfte retten konnte, als 10 Minuten vor dem Eintreffen des Fluches die Nachricht überhaupt zu uns kam. Nun konnte ich auch hier zaubern, jetzt wo ich mich wieder daran erinnere, versteht sich. Ich hatte damals abgewogen, lieber Erinnerungen oder Kräfte? Ich habe dabei eher an Emma gedacht und, dass sie uns schon erlösen würde, so wie es die Prophezeiung weißsagte. Ich bin eine geborene Hexe, ich hatte meine Magie schon immer, anders als Rumpel oder die böse Königin... ich weiß kein Leben ohne sie.

Ich ziehe mir langsam eine große schwarze Strickjacke über und gehe zur Tür. Ein Stück süßen Kuchen und etwas Tee in Granny's Diner würden bestimmt jetzt gut meine Nerven beruhigen. Schnell schaue ich noch einmal zurück auf mein ziemlich vollgestelltes Wohnzimmer und überlege, ob ich etwas vergessen habe. Alles wieder weg zu räumen hat ohne Magie deutlich lange gedauert. Meine Kräfte erholen sich zwar in mir wieder spürbar, trotzdem muss ich sparsam mit ihnen umgehen. Dies ist eine Welt ganz ohne Magie, dass ich überhaupt Zauber wirken kann, liegt ganz allein an meinem Schutz bevor der Fluch kam, an meinem Erbe - die Kraft die von mir als geborene Hexe ausgeht -, und an mit Natur aufgeladenen Kristallen, die ich mittlerweile im ganzen Haus horte und penibel genau darauf achte immer aufzuladen, wenn ich merke, dass ihre Kräfte schwinden.

Mit einem schulterzucken, betrete ich die dämmrigen Straßen Storybrooke's und ziehe hinter mir die Haustür zu. Das Diner ist zum Glück nicht weit von mir entfernt. Ich weiß nicht, wieso genau ich durch den Fluch mitten in der Stadt mein Häuschen habe, da ich eher am Rand meines damaligen Dorfes gewohnt habe, aber ich will mich auch nicht beschweren. Das macht meinen Job – verschiedene Kräuter mixen, sie für Granny in lieblichen Tee umwandlen und bei ihr verkaufen – um einiges einfacher. Natürlich keine magischen Kräuter, versteht sich. Es war einfach mein Beruf, als ich damals, genau wie alle anderen auch, ohne Gedächtnis hier aufgetaucht bin. Aber schon da hatte ich kaum was mit irgendwem zu tun gehabt. Ich habe einfach stumm und heimlich Kräuter aus dem Wald gepflückt, sie getrocknet und gemahlen.

Mit einem kleinen Klirren öffnet sich die Tür zum Diner. Etwas ratlos betrete ich den Raum und schaue mich suchend um. Normalerweise würde ich mich auf einen der Sitze an den Tischen setzen, immer im Hinterkopf, dass Bell bestimmt irgendwann auftauchen würde, um mir auf die Nerven zu gehen, so dass es gerechtfertigt ist, dass ich so viel Platz für mich bestimme, doch jetzt... Etwas ungewohnt klettere ich auf einen der Barhocker in der Nähe von Ruby, die gerade einen der Zwerge bedient. Ich bin nicht ganz sicher welcher der Sieben, aber ich glaube dieser da hat Aggressionsprobleme. Nicht ganz so elegant habe ich mich endlich richtig hingesetzt. Ein großer Grund, warum ich die Hocker im Granny's nie leiden konnte, ist deren Größe. Sie sind einfach viel zu hoch für mich. Auch wenn ich es nicht gerne zugebe, bin ich schon etwas klein, doch selbst mit Hackenschuhen, die ich mittlerweile täglich trage – natürlich mit einem Zauber angenehm tragbar gemacht -, sehe ich beim Hinsetzen immer noch wie ein Kleinkind aus, dass versucht auf die Couch zu klettern. Ich streife mir die Strickjackenkapuze ab und hole meine langen schwarzen Haare hervor, die immer noch zwischen mein Korsettoberteil und Jacke auf meinem Rücken eingeklemmt waren. Desinteressiert spiele ich mit der Speisekarte, die auf einer kleinen silbernen Halterung auf der Theke steht und beobachte wie meine vielen Ringe im grellen Licht der Decke immer mal wieder aufblitzen.


-auf der Jolly Roger-

Emma schaut verzweifelt hin und her und hätte sich am liebsten ein lauteres Sprechorgan herbeigewünscht, so laut wie sich hier alle streiten. Isobell steht etwas unschlüssig am Geländer und versucht sich so gut es geht an der Reling festzuhalten, da der Wellengang für diesen Teil des Meeres eine absolute Zumutung ist. Ein Beweis dafür, dass sie wahrscheinlich kurz vor Neverland sind. Die Erwachsenen machen sich mit ihrem kindischen Benehmen mittlerweile abwechselnd zum Affen, was den Zuschauern hier auf dem Deck zunehmend auf die Nerven geht. Nach einem weiteren Augenrollen der jungen Hook, beschließt sie ins Schiffinnere zu gehen und schon ein paar der Vorräte auf den Landgang vorzubereiten. Sie hat sich das ganze irgendwie anders vorgestellt. Sie wollte ein richtiges Abenteuer, wo die ganze Crew zusammenhält und sich das Gefühl einstellt, dass sie alles meistern können. Doch die momentane Situation ist ein absoluter Witz. Sie hätte wenigstens von ihrem großen Bruder mehr erwartet, als ständig nur rumzuschreien. Wenn er denkt, dass er so bei Swan landen kann, hat er sich da definitiv geschnitten. Nach einer Weile des Zusammenpackens von Essen und Wasserflaschen wurde es plötzlich ruhig. Zu ruhig... Etwas panisch rennt Bell nach oben und sieht die anderen komischerweise ziemlich still. Charming und Emma sind komplett durchnässt und auch ihr Bruder scheint etwas abbekommen zu haben, aber sie streiten nicht mehr. Sofort fängt die Piratin an zu grinsen. Egal was Swan gemacht hat, damit sich endlich wieder alle halbwegs vertragen, beziehungsweise ihre Streitereien nur mit Blicken austragen, es hat funktioniert und sie würde sie am liebsten dafür knutschen.
 
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