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Grenzerfahrung

Kurzbeschreibung
OneshotMystery / P12 / Gen
Son Goku
07.11.2021
07.11.2021
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Hallo meine lieben Leser! :D

Endlich, ENDLICH hat es mal wieder mit einer Idee (und genügend Zeit) zu einem Prompt bei dem Projekt „Wochen-Challenge“, von Sira-la, geklappt! :D

Hier noch einmal die Erinnerung zur Vorgehensweise bei diesem Projekt:

Sira-la postet, nun, jeden Sonntag einen Prompt unterschiedlichster Art für die nächste Woche, zu dem man dann genau eine Woche Zeit hat, Etwas dazu zu schreiben und am folgenden Sonntag dann hochzuladen.

Der Prompt für diese Woche lautete wie folgt:

Kalenderwoche 44 von Luxet umbra:
Je dichter Halloween kommt, umso mehr verschwimmen die Grenzen zwischen irdischer und überirdischer Welt. Am 31.10 sind sie fast gänzlich verschwunden und lassen somit ein Verschmelzen zu. Was passiert an diesem Tag? Bekommt ihr unerwarteten Besuch? Stolpert ihr versehentlich in eine andere Welt? Bedenkt aber, dass sich die Tore zur anderen Dimension ab Mitternacht wieder beginnen zu schließen. Wer nicht pünktlich vor Sonnenaufgang zurück ist, der muss bleiben, wo er dann gerade ist.

Ich hoffe, die Umsetzung ist mir einigermaßen gelungen! :)


Nun aber genug der langen Vorrede!
Ich wünsche viel Spass beim Lesen! :D



Vlg Lady Duchess



Titel: Grenzerfahrung

Sein Tempo nochmals erhöhend, raste er über den dunklen Himmel davon.
Wenn er zu spät zu Bulmas Halloweenparty kommen würde, würde Chichi ihm den Hals umdrehen!
Sie war ohnehin nicht sonderlich begeistert gewesen, als er am Morgen verkündet hatte, an diesem heute so WICHTIGEN Tag, wie sie seit fast zwei Wochen unaufhörlich betonte, dennoch sein tägliches Training in den nahegelegenen Bergen absolvieren wollte.
Dabei gab es einen ganz einfachen Grund, dass er sich zum Training und insbesondere zum Meditieren in die Berge, und somit in die Natur, zurückzog: Dort konnte er sich einfach viel besser konzentrieren.
Wenn er sein Training in der Nähe ihres Hauses machte, dann tat er alles andere, nur nicht trainieren.
Ständig fiel ihr dann immer wieder etwas Neues ein, wobei er ihr helfen musste und es dennoch nicht selten in einer mittleren Katastrophe endete, weil er einfach kein Talent und noch weniger das Feingefühl für Hausarbeiten oder ähnliches hatte.
So hatte er von Zeit zu Zeit auf die kleine ‚Notlüge‘ zurückgegriffen, in den Bergen jagen zu gehen, um so, neben einem guten Fang fürs Abendessen, ungestört seinem Training nachgehen zu können. Abseits von all den kleinen und großen, alltäglichen Anforderungen und Verpflichtungen als Ehemann und Vater.

Leise seufzte er auf.
Auch wenn er seine Familie über alles liebte, so war ihm sein Training dennoch genauso wichtig. Wenn nicht sogar manchmal etwas wichtiger. Aber er würde den Teufel tun dies jemals laut auszusprechen.
Nur wenn er trainierte, fühlte er sich wirklich frei.
Und außerdem tat er es ja auch, um seine Familie, ihre Freunde und die Erde beschützen zu können.
War dies als Argument nicht genug?
Anscheinend nicht, wenn es nach der Ansicht seiner Frau ging. Oder möglicherweise auch manch seiner Freunde.

Kurz verweilte er noch bei diesem Gedanken, ehe er ihn beiseiteschob und sich weiter auf seinen Weg konzentrierte.
Bevor er jedoch auf Bulmas Party erschien, musste er noch einen schnellen Zwischenstopp zu Hause einlegen, um sein dämliches Kostüm anzuziehen. Einen Wikinger sollte er darstellen.
Er hatte nicht die leiseste Vorstellung, wie Chichi auf diese Idee gekommen war.
Dende allein wusste es.
Sie selbst würde als adliges Burgfräulein gehen und übte schon seit ein paar Tagen den dafür richtigen Gang, um ihre Rolle perfekt zu spielen.
Was er reichlich lächerlich fand.
Doch er würde sich hüten ihr dies zu sagen.
Son Goten würde als Kürbis-Monster gehen.
Was Son Gohan anging, hatte niemand eine Ahnung, als was er sich verkleiden würde.
Sein Ältester hatte ein ziemliches Geheimnis daraus gemacht und sich auch nicht mit halbversteckten Fragen aus der Reserve locken oder auch nur ansatzweise in die Karten gucken lassen.

Im nächsten Jahr würde er mit Sicherheit selbst auf eine Kostüm-Idee kommen, statt die Entscheidung Chichi zu überlassen.
Er könnte als König oder gar Prinz gehen.
Genau, als Prinz!
DAS war doch mal ein originelles Kostüm!
Bei dieser Verkleidung würden seine Freunde Augen machen!

Ein leicht amüsiertes Grinsen legte sich auf sein Gesicht, als er sich die Blicke und Verwunderungen seiner Freunde dabei vorstellte.

So vertieft in seine Vorstellung bemerkte er nicht den seltsam konzentrierten und klar begrenzten Nebel, in knapp 100 Metern Entfernung vor ihm.

Gerade, als er bei Vegetas, mit Sicherheit, verblüfftem Gesichtsausdruck angekommen war, ließ ihn ein Impuls aufhorchen und aus seinen Gedanken kommen.

Den Nebel vor sich bemerkend, war er verwundert, dass dieser so merkwürdig konzentriert und klar begrenzt war, aber dachte sich nichts weiter dabei.
Ohne sein Tempo zu zügeln, behielt er seine Richtung bei und flog geradewegs darauf zu.
Nur wenige Augenblicke später tauchte er in den Nebel ein und wartete geduldig, dass sich seine Umgebung wieder lichtete.

Den kalten Schauer am ganzen Körper spürend, als er durch dieses feuchte Luft-Wasser-Gemisch flog, überschlug er schon einmal seine ungefähre Ankunftszeit zu Hause und wie viel Zeit ihm blieb, sein Kostüm anzuziehen, ehe Chichi sie alle zum Aufbruch drängte.

Doch auch nach mehreren Minuten lichtete sich der Nebel nicht, was ihn verwirrt die Stirn runzeln ließ und er sich nun umblickte.

Wie in einem Nebel zu erwarten, waren keinerlei klare Konturen um ihn herum zu erkennen.
Seltsamerweise auch keine verschwommenen Silhouetten, wie in einem dichten Nebel durchaus üblich.
Nicht einmal ein kleines Stück vom Himmel konnte er erkennen, was wirklich sehr merkwürdig war.

Nun sichtlich verwirrt, scannte er förmlich mit seinen Augen seine Umgebung, doch es war einfach nichts zu erkennen.
Was war hier los?

Weitere Augenblicke verstrichen und immer noch war kein Ende der Nebelwand in Sicht.
Jetzt wirklich allmählich nervös werdend, spannten sich seine Muskeln an und sein Körper schaltete langsam auf Alarmbereitschaft um.

Irgendetwas ging hier nicht mit rechten Dingen zu.
Und nach weiteren Minuten, wo sich nichts änderte, hielt er es für das Beste, zu stoppen.
Abrupt seinen Flug abbrechend, war er nun in erhöhter Alarmbereitschaft und musterte seine Umgebung ganz genau, in dem er sich nach allen Seiten umdrehte.
Aber wie schon zuvor war nicht das Geringste zu erkennen, außer grauer, unförmiger Masse.

Was, bei den sieben Dragonballs, ging hier vor?, und konnte einen Hauch an Unsicherheit nicht unterdrücken.

Wiederum drehte er sich aufmerksam um sich selbst und erst beim dritten Mal fiel ihm ein etwas hellerer Fleck in diesem grauen, wabernden Nichts, auf.

Kurz wog er seine Möglichkeiten ab und schwebte dann langsam, aber wachsam, darauf zu.

Als er sich diesem etwas helleren Fleck näherte, schien dieser immer größer zu werden, bis er so groß war, dass er zweimal hineinpassen würde.
Wohl eher hindurch., korrigierte er sich einen Moment später und betrachtete neugierig diesen fast kreisrunden Fleck vor sich.
Entgegen all seiner Erwartung war da weder ein konturloses Nichts, noch der dunkle Himmel zu sehen.
Tatsächlich waren klare Konturen zu erkennen. Jedoch war dessen Umgebung eher unwirtlich und düster. Kein schöner Ort.

Ein kleiner Schauer rann seinen Rücken hinunter und er versuchte sich an eine Beschreibung eines solchen Ortes zu erinnern. Was ihm allerdings nicht gelang.
Noch während er nachdachte, erfasste ihn eine unsichtbare Kraft und zog ihn geradezu durch dieses kreisrunde Loch hindurch, ohne dass er sich dagegen wehren konnte.
Im nächsten Augenblick stand er in dieser merkwürdigen Umgebung.
Vor ihm türmten sich riesenhafte, kahle Bäume auf, er stand auf etwas Weichem und die Umgebungstemperatur hatte sich gerade um einige Grad nach unten verabschiedet.
Erneut rann ein Schauer über seinen Rücken. Wobei er diesmal nicht sagen konnte, ob es an diesem Ort oder der Temperatur lag.

Plötzlich verspürte er das Gefühl beobachtet zu werden und ohne lange zu überlegen, sah er sich hektisch um und machte sich innerlich kampfbereit.

Die vielen Bäume schienen einen dichten, unheimlichen Wald zu bilden und ein kurzer Blick nach unten, bestätigte seine Annahme.
Das Weiche unter seinen Füßen war ein dicht mit Moos bewachsener Waldboden.

Was war das für ein Ort?
Wo war er hier?
Und was am Wichtigsten war: wie kam er wieder in die ‚normale‘ Welt zurück?

Ein leichtes Gefühl des Unbehagens stieg in ihm auf. Auch wenn er es sich nach außen nicht anmerken ließ.

Wiederum sah er sich wachsam nach allen Seiten um.
Und erst jetzt fiel ihm neben der Düsternis auch die mehr als unheimliche Stille um ihn herum auf.
Normalerweise war ein Wald voller Leben. Selbst nachts.
Doch hier schien dies nicht der Fall zu sein.
Kein Tiergeräusch war zu vernehmen, ja nicht einmal der Wind oder gar ein Luftzug.
Es schien, als wenn hier Zeit und Raum irgendwie stehen geblieben waren.

Sich noch weiter anspannend, warf er noch einmal genaue Blicke nach allen Seiten, ehe er vorsichtig einen Schritt vor den anderen setzte.
Vom Rumstehen allein würde er weder herausfinden, wo er hier war, noch wie er hier wieder wegkam.

Nach ein paar Schritten registrierte er, dass nicht einmal seine Schritte irgendein Geräusch verursachten. Keine leicht quietschenden Sohlen von dem feuchten Untergrund, noch das Gehen über kleine Steine oder Zweige. Schon sehr seltsam.

Die ersten, dichten Baumreihen dieser toten Bäume passierte er ohne Probleme, auch wenn ihm dabei allerlei tief nach unten hängende Pflanzenschlingen, Efeuranken oder sonstiges Geflecht, auffiel und auch nicht zur Gemütlichkeit dieses Ortes beitrugen.

Weitere Reihen an toten Mahnmalen, welche einst stattliche Bäume gewesen sein mochten, passierend, erreichte er nach ein paar Minuten eine kleine Lichtung, auf die dennoch kein einziger Lichtstrahl fiel, um die Umgebung etwas zu erhellen.

Einen neuerlichen Schauder unterdrückend, beschleunigte er nun etwas seine Schritte.

Als er in etwa in der Mitte der Lichtung angekommen war, ließ er seinen Blick nach allen Seiten schweifen und versuchte jenseits der Baumreihen irgendetwas zu erspähen. Doch es war nicht möglich.
Zwischen den Baumreihen hindurch gab es nur undurchdringliche Finsternis.
Nicht einmal die weiteren Baumreihen, wo er vermutete, dass sie dort waren, konnte man erkennen. Einfach nur schwarzes Nichts.
Aber welchem Pfad sollte er nun folgen?

Gedankenversunken, stand er einfach nur da, nur um im nächsten Augenblick heftig zusammen zu zucken, als ihn urplötzlich etwas Nasskaltes an seiner rechten Schulter berührte.

Sofort herumwirbelnd, blickte er wenige Sekunden dorthin und machte beim nächsten Wimpernschlag einen heftigen Satz, gepaart mit einem kleinen Aufschrei, zurück.

Sein Herz raste und sein Körper schrie ihm zu zu fliehen, doch er verharrte vor Schreck auf der Stelle.

Erschrocken und entsetzt zugleich, blickte er auf die Stelle, auf die er bis eben noch gestanden hatte und sah so etwas wie einen Geist vor sich. Dabei glaubte er noch nicht einmal an Geister. Und im Jenseits hatte er eine Menge seltsamer Wesen gesehen.

Zu keinem Wort fähig starrte er diesen Geist oder die Erscheinung oder was auch immer es war, einfach nur an und konnte sich nicht regen.

Die Erscheinung schien seinen aufgewühlten Zustand zu ignorieren, denn sie schwebte näher zu ihm und blieb dann in geringer Entfernung vor ihm „stehen“.

„Sterbliche haben hier nichts verloren!“, begrüßte ihn dieses Geistwesen und er zuckte erneut zusammen.

Immer noch war er zu keinem Wort fähig und hielt weiterhin seinen leicht entsetzten Blick auf dieses ‚Etwas‘, gerichtet.

Sein ‚Gegenüber‘, wenn man es denn so nennen konnte, entsprach nur halbwegs dem gängigen Klischee oder der Beschreibung, die man über Geister hatte.

Einen dicken Kloß in seinem Hals hinunterschluckend, ließ er den Geist nicht aus den Augen, schluckte nochmals und sprach dann langsam und zögernd: „Wer…wer seid Ihr?“

Das Geistwesen warf ihm einen längeren, seltsamen Blick zu, ehe es nüchtern und langsam antwortete: „Ich bin eine jener verlorenen Seelen, die für alle Zeiten in diesem Wald festsitzen. Unsereins haben keinen Namen mehr.“

„Bedeutet das etwa, dass ich im Jenseits bin?“, stellte er eine weitere Frage und seine Augen weiteten sich vor Schreck.

Wieder ließ sich sein Gegenüber Zeit und entgegnete ihm schließlich beinahe zögerlich: „Ja und Nein. Dieser Ort hier ist eine Art Vorstufe zum Jenseits, eine Art Zwischenwelt zwischen der Welt der Lebenden und der Welt jener Seelen, die ins Jenseits eingegangen sind.“

„Heißt das, dass ich jetzt erneut tot bin?!“, und nun bekamen seine Augen die Größe von Tellern vor Ungläubigkeit und Überraschung.

Dieses Mal folgte die Antwort des Anderen schneller, denn dieser sagte: „Nein. Ihr seid lebendig und es ist Sterblichen nicht gestattet diesen Ort zu betreten. Wie seid Ihr hierhergelangt?“

Für einen Moment verwirrte ihn die Frage, bis er sich noch einmal die letzten Minuten in Erinnerung rief und auf einmal nachdenklich sagte: „Nebel…Da war so ein merkwürdig dichter, konzentrierter Nebel vor mir. Da ich mir nichts dabei dachte, flog ich einfach hindurch.“
Erst jetzt fiel ihm auf, wie seltsam das Ganze gewesen ist. Doch nun war es für so eine Einsicht zu spät.

„Ein Nebel sagt Ihr?“, unterbrach der Andere seine Gedanken und er sah wieder auf und ihn an.

„Ja. Er war auf einmal da.“, antwortete er ein wenig verwundert.

Doch dies schien der Geist äußerst interessant zu finden, denn dieser verfiel nun in Grübeleien.

„Was ist daran so seltsam?“, rutschte ihm die Frage unwillkürlich heraus und verstummte wieder, als ein durchdringender Blick ihn traf.

Erst nach einer weiteren, kleinen Stille, begann sein Gegenüber zu erklären: „Keinem Sterblichen oder anderen lebenden Wesen ist es gestattet, diesen Ort hier zu betreten, trotz, dass für einen Tag und eine Nacht im Jahr die Grenze zwischen diesseitiger und jenseitiger Welt verschwimmt und teilweise aufgehoben wird. Dennoch seid Ihr hierhergelangt. Und dafür muss es einen Grund geben.“

Dieses Mal traf ihn ein eindringlicher Blick.

Wiederum schluckte er hart und noch ehe er zu einer Antwort ansetzen konnte, fuhr der Andere nachdenklich fort: „Ihr müsst Etwas Besonderes sein, wenn Ihr hierhergelangen konntet. Oder aber es ist eine Art Warnung und Appell.“

Kaum hatte das Geistwesen zu Ende gesprochen, schien dieses irgendwie auf eine Art Theorie oder auch mögliche Erklärung seinerseits zu warten. Nur hatte er keine.

Als ihm auch nach weiteren Minuten nichts einfiel und der Andere nicht das Wort erhob, resignierte er und sagte sich leicht am Kopf kratzend: „Ähm, keine Ahnung. Ich wüsste nicht, weshalb ich hierherkommen sollte.“, und war wirklich ratlos, was dies alles sollte.

Erneut senkte sich Schweigen auf sie herab und schien sich in unerträgliche Länge zu ziehen, bis dem Geist scheinbar ein Gedanke kam und diesen äußerte: „Wenn nicht Ihr die Seele seid, die für immer verloren sein könnte, nach dem Tod, dann vielleicht jemand, der Euch nahesteht.“

Verwundert die Stirn runzelnd, hielt er den Blickkontakt und noch ehe er darauf etwas entgegnen konnte, fügte sein Gegenüber noch hinzu: „Kennt Ihr denn jemanden, den dieses Schicksal, auf ewig als Verlorene Seele im Wald des Vergessens bis in die Unendlichkeit verbringen zu müssen, ereilen würde?“

„Nein, ich…“, begann er, doch das Geistwesen fiel ihm ins Wort und hakte genauer nach: „Dann vielleicht jemanden, der für seine irdischen Sünden und Vergehen nach dem Tod in die Hölle kommen würde? Es ist nämlich so, dass dies hier auch eine Art Hölle ist. Wenn auch anders und vielleicht sogar noch schlimmer.“

„Ne…“, wollte er antworten, als er zusammenzuckte und ein ganz bestimmtes Gesicht vor seinem inneren Auge erschien.

‚Vegeta‘

Kaum, dass er genauer über das eben Gesagte von seinem Gegenüber nachdachte, musste er wiederum hart schlucken.
Wenn die Worte dieses Geistwesens der Wahrheit entsprachen und es wirklich Vegeta sein könnte, der nach seinem Tod hierherkommen würde, dann…

Bevor er den Gedanken weiter ausführen konnte, riss er sich davon los und fragte leise: „Was geschieht mit demjenigen, der nach seinem Tod hierhergelangt?“, und war sich nicht sicher, ob er dies wirklich wissen wollte.

Der Andere hatte ihn nicht eine Sekunde aus den Augen gelassen, musterte ihn eindringlich, bis er zu sprechen ansetzte: „Wie gesagt, ist dies hier der Wald des Vergessens. Dass heißt, hier müssen bis in alle Ewigkeit jene Seelen hausen, die für ihre Verbrechen und Vergehen im Leben büßen müssen. Dies geschieht auch im Jenseits. Da dies hier aber eine Zwischenwelt ist, wird niemals eine Seele, die hierherkommt, jemals ins Jenseits, egal ob Paradies oder Hölle, hinübergehen.
Diese Seele ist dann, im wahrsten Sinne des Wortes, verloren. Sie wird niemals ihren Frieden finden und auch niemals wiedergeboren werden. Sie muss die Ewigkeit hier an diesem trostlosen, düsteren Ort verbringen. Sie verliert ihren Namen, ihre Identität, ihre Einzigartigkeit. Sie wird nur noch eine namenlose Seele unter Tausenden sein.
Es ist eben eine andere Form von Hölle.“

Sein Herzschlag beschleunigte sich unwillkürlich, nachdem der Andere seine Ausführung beendet hatte.

‚Vegeta.‘, ging es ihm erneut durch den Kopf.
Dies durfte auf keinen Fall passieren!

Sich zusammennehmend, obwohl allein die Vorstellung ewig an diesem Ort existieren zu müssen, grässlich war, versuchte er optimistisch zu bleiben, sah seinem Gegenüber fest in die Augen und fragte leise: „Was kann ich tun, um dies zu verhindern?“

Der Geist bedachte ihn mit einem langen Blick, ehe er sagte: „Ihr solltet alles dafür tun, dass diese Person unbedingt und von sich aus, versucht seine Verbrechen zu sühnen. Die Form und die Intensität hängen von dem begangenen Verbrechen bzw. der Sünde ab. Aufrichtige Reue ist der erste große Schritt.“

Kaum hatte er dies vernommen, seufzte er leise resigniert auf.
Das klang nach viel Arbeit und noch mehr Überzeugungskraft.
Und dennoch wollte er um jeden Preis verhindern, dass dieses Schicksal Vegeta widerfährt.

Erneut so in Gedanken versunken, bemerkte er nicht den aufmerksamen Blick des Geistes.
Kurz schien er mit sich zu hadern, wie viel er sagen durfte, bevor es doch flüsternd aus ihm herausbrach: „Es gibt noch einen anderen Weg.“

Aufhorchend und aus seinen Gedanken kommend, blickte er sein Gegenüber konzentriert an und fragte nur leise: „Ja?“

Doch der Andere verstummte.
Es sah aus, als ob er etwas sagen wollte, aber irgendetwas oder irgendwer ihn zurückhielt.

Das Schweigen wurde mit der Zeit drückend und er selbst schien wie auf die Folter gespannt.

„Ich kann nur so viel sagen: Bestimmte Seelen haben immer eine Seelenverwandtschaft. Diese zu erkennen, ist nicht leicht. Die eine Seele ist oft das genaue Gegenteil der anderen.
Selbst wenn eine der beiden zum Schicksal der verlorenen Seele verdammt wurde, kann dessen Seelenverwandter dies verhindern.
Das Wie ist mir verboten zu sagen.
Fest steht jedoch, dass so eine Seelenverwandtschaft die verloren geglaubte Seele retten kann.
Aber ebenso gilt, dass diese Seelenverwandtschaft bis in die Unendlichkeit gilt. Dass bedeutet, egal wie oft beide Seelen wiedergeboren werden, sie werden immer wieder zueinander finden. Dies macht so eine Seelenverwandtschaft so selten, wenn auch gleichermaßen wertvoll.“

Das Geistwesen verstummte.

Kaum hatte dieser seine Erklärung oder besser kryptische Aussage beendet, war er verwirrter als zuvor.
Was sollte das bedeuten?
Den Beginn hatte er ja noch verstanden, aber das danach?!

Nicht wissen, was er darauf entgegnen sollte, wartete einfach ab.
Doch sein Gegenüber sagte nichts mehr.

Wieder vergingen Augenblicke in absoluter Stille, bis er auf einmal stutzte und leicht die Stirn runzelte.
Hm? Hatte er sich das eben nur eingebildet oder verschwamm die Umgebung wirklich um ihn herum?

Sich daraufhin umblickend, stellte er fest, dass dies keine Einbildung gewesen ist.
Immer mehr Bäume um ihn herum verloren ihre Konturen, verschwammen, bildeten manchmal Wirbel als sie mit der steten Düsternis in Kontakt kamen und verschwanden schließlich ganz.

Alarmiert, blickte er wieder zurück auf das Geistwesen, aber wo bis eben noch eine geisterhafte Erscheinung war, war nun nur noch ein schwarzes, verschluckendes Nichts.

Hastig suchte er die nähere Umgebung nach seinem Gesprächspartner ab, aber es war nichts mehr von ihm zu sehen, als ob er nie dagewesen wäre.

Immer schneller liefen die Formen und düsteren Farben ineinander.
Sein Instinkt mahnte ihn zur Flucht und direkt auf dem Absatz kehrt machend, lief er den bisher gegangenen Weg, zurück, nur, dass dieser nun auch nicht mehr existierte und so unwillkürlich stoppen musste.
Die Schwärze kam jetzt von allen Seiten rasant näher und hektisch blickte er sich nach irgendeinem anderen Fluchtweg um, nur gab es keinen.
Leichte Panik machte sich in ihm breit und er hatte keine Ahnung, was er noch tun könnte.

Sein Herz trommelte hektisch in seiner Brust und als die Schwärze ihren Kreis nun immer enger um ihn zog, hob er instinktiv seine Arme vor das Gesicht, überkreuzte sie und kniff heftig die Augen zusammen.
Zusammen mit seinen letzten Gedanken ‚Ich will nicht sterben!‘ und ‚Vegeta!‘, verschluckte ihn die Schwärze nun gänzlich.


Behutsam und immer noch unter enormer Anspannung, öffnete er vorsichtig seine Augen und lugte durch seine vor dem Gesicht gekreuzten Armen hindurch.
Und war im nächsten Augenblick absolut verblüfft.

Der dunkle Nachthimmel, den er noch niemals als so schön empfunden hatte, war wieder klar zu erkennen, so als ob er niemals weg gewesen wäre. Erste Sterne leuchteten an ihm und immer noch total perplex, löste er langsam die gekreuzten Arme und ließ sie sinken.

Er verstand es nicht.
Um sich selbst etwas zu beruhigen, drehte er sich, immer noch mitten in der Luft schwebend, einmal um sich selbst und sah in jeder Richtung vertraute Dinge. Felder, Dörfer, einzelne Häuser mit Höfen, wie auch unberührte Natur, Wald, Wiesen und Berge.

Nur langsam sank es in seinen Verstand, dass er anscheinend wieder zurück, in ‚seiner‘ Welt, war.

Nicht der Hauch oder Fetzen eines seltsamen Nebels war zu sehen, noch ein düsterer Wald voll kahler Bäume und etwaigen Geistwesen.
Alles schien normal.

Ein weiteres Mal innehaltend konnte er dennoch nicht glauben, was er eben gesehen und auch erlebt hatte. Und gänzlich begreifen, würde er es anscheinend nie.
Doch was er durchaus verstanden hatte, waren die Informationen über diese seltsame Zwischenwelt.
Es gab also tatsächlich einen Ort, der noch schlimmer als die Hölle im Jenseits war.

Gedankenverloren, ließ er die wenigen Erklärungen dieses Geistwesens über diesen Ort innerlich noch einmal Revue passieren, bis ihn ein weiteres Mal ein Impuls ihn dort herausriss.

Aufblickend, ließ er zunächst seinen Blick schweifen und versuchte den Impuls zu zu ordnen, bis er ihn verstand.

Sich fast um 180° umwendend, blickte er dann in diese Richtung.
Son Gotens Aura kam rasant näher.
Für einen Moment runzelte er die Stirn und fragte sich, was sein jüngerer Sohn wohl von ihm wollte, als es ihn plötzlich durchzuckte: Bulmas Halloweenparty!
Verdammt! Über dieses seltsame Erlebnis hatte er doch glatt die Feier der Blauhaarigen vergessen!
Wahrscheinlich war er so spät dran oder Chichi war nahe am Durchdrehen, dass sie ihm Son Goten schickte, um ihn zu holen.
Auweia!
Wenn sie schon einen ihrer Söhne zu ihm schickte, musste sie mehr als kurz vorm Explodieren sein
Oh je! Das würde ein Donnerwetter geben!

Beschließend, sich später weiter mit diesem mysteriösen Ausflug in die andere Welt zu beschäftigen, musste er jetzt erst einmal versuchen die aufkommenden Wogen eines heftigen Hurrikans, in Form von einer mächtigen Standpauke seiner Frau, zu glätten.

Ohne noch weiter darüber nachzudenken, aktivierte er sein Ki, beschleunigte und flog so seinem Sohn entgegen.
Von einem gemütlichen Abend im Kreise seiner engsten Freunde und Familie konnte nun keine Rede mehr sein.
Na dann Fröhliches Halloween!, war sein letzter Gedanke und beeilte sich nun schleunigst nach Hause zu kommen.



-Ende-
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