Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Vom ganzen Herzen

von Hobbit91
Kurzbeschreibung
KurzgeschichteLiebesgeschichte, Erotik / P18 / FemSlash
Mei Aihara Yuzu Aihara
07.11.2021
07.11.2021
1
3.219
 
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
 
07.11.2021 3.219
 
„So ein verdammter Mist aber auch“, fluche ich auf dem Weg nach Hause vor mich hin und fasse damit den vergangenen Schultag im Prinzip ziemlich gut zusammen. Zuweilen scheint aber auch eine blöde Sache die nächste zu jagen.

Möglicherweise bin ich ja tatäschlich nicht ganz unschuldig was meine aktuelle Situation betrifft, aber ein bisschen Pech war dabei definitiv auch mit im Spiel gewesen. Vielleicht habe ich wirklich ein bisschen Mist gebaut und so ganz nebenbei ein paar eher unbedeutende Regeln gebrochen. Auf jeden Fall war – zumindest meiner bescheidenen Meinung nach – nichts Schlimmes passiert. Niemand ist zu Schaden gekommen und das Ansehen der Schule hat bestimmt auch nicht gelitten. Also könnte man doch wohl meinen, dass ein Mensch, der einen aufrichtig liebt, mir diesen kleinen Patzer verzeihen und noch einmal ein Auge zudrücken würde, oder?

Na ja... Bei Mei ist so etwas leider nicht so einfach. Sie dachte nämlich gar nicht daran, diese Sache auf sich beruhen zu lassen, sondern brummte mir prompt Nachsitzen auf. Also echt mal! Zumindest ihrer Verlobten gegenüber – also mir! - könnte sie doch mal ein bisschen nachsichtiger sein, oder? War sie heute aber nicht. Aus diesem Grund ist es jetzt ja auch schon so verdammt spät, als ich schließlich zu Hause eintrudele.

Noch immer ziemlich wütend auf meine Stiefschwester betrete ich unser Haus, ziehe mir die Schuhe aus und pfeffere meine Tasche in die nächste Ecke. Dabei frage ich mich, wieso mir das ausgerechnet heute passieren muss, wo ich doch nachher noch ins Kino gehen will. Dank meiner lieben Stiefschwester, Mei, bleibt mir nun noch nicht einmal genügend Zeit, um mir was Ordentliches zum Abendbrot zu machen.  

Als ich einen Blick in den Kühlschrank werfe, stelle ich fest, dass noch etwas von gestern Abend da ist. Zwar lässt mich das jetzt nicht unbedingt innerlich aufjubeln, aber was soll's. Es ist schließlich immer noch besser als gar nichts, stimmt's?

Ich wärme mir die Mahlzeit rasch in der Mikrowelle auf und mache mich dann darüber her, während ich noch in der Küche stehe. Anschließend wandert das benutzte Geschirr in die Spülmaschine, welche ich auch gleich einschalte, weil die eh schon total vollgestopft ist. Danach flitze ich die Treppe hinauf und betrete jenes Zimmer, das ich mir mit Mei teile. Mit einem lauten Krachen fällt die Tür ins Schloss.

Jetzt könnte ich ein bisschen Entspannung wirklich gut gebrauchen, aber dafür fehlt mir gerade echt die Zeit, wie ich mit einem kurzen Blick auf die Wanduhr feststelle. Mir ist klar, dass es nun auf jede Sekunde ankommt. In einer knappen halben Stunde würde nämlich schon der Bus abfahren. Sollte ich den verpassen, schaffe ich es womöglich nicht mehr rechtzeitig ins Kino und kriege vermutlich nichts mehr vom Anfang des Films mit. Verdammt! Ich muss mich beeilen.

In Höchstgeschwindigkeit entledige ich mich meiner langweiligen Schuluniform, ohne mir aber die Mühe zu machen, diese ordentlich wegzulegen. Den ganzen Kram werfe ich einfach über eine Stuhllehne. Vielleicht wird Mei deswegen später noch einen Anfall kriegen und mir eine Predigt halten, doch das interessiert mich momentan herzlich wenig. Wenn die nach Hause kommt, bin ich voraussichtlich sowieso schon unterwegs. Heute Morgen hat sie mir gegenüber nämlich erwähnt, dass sie nach dem Unterricht und den anschließenden Aktivitäten noch an einer wichtigen Besprechung teilnehmen müsse, weshalb sie wohl erst sehr spät nach Hause kommen wird. Und wenn Mei sagt, dass es spät werden wird, meint sie damit eigentlich „mega-spät“. Gut möglich, dass sie erst gegen 9 oder gar 10 Uhr zurückkommt.

Aber was kümmert mich Mei in diesem Augenblick. Die kann mir heute getrost den Buckel runterrutschen. Das zumindest würde ich jetzt wirklich gern behaupten, doch sieht die Realität ein kleines bisschen anders aus. Auch wenn ich mich total ungerecht behandelt fühle, so fällt es mir trotzdem echt nicht leicht, lange böse auf sie zu sein. Immerhin ist sie ja nicht nur die strenge Präsidentin des Schülerrats. Sie ist eben auch meine jüngere Stiefschwester. Und außerdem ist Mei die Liebe meines Lebens.

Nie hätte ich gedacht, dass ich mich mal in eine andere Frau verlieben würde, doch genau das ist passiert. Es sind zwei völlig verschiedene Welten aufeinander geprallt. Wir hatten mit zahlreichen Problemen zu kämpfen gehabt, doch irgendwie bemerkte ich im Laufe der Zeit immer mehr, dass ich mich auf eine ganz besondere Art und Weise zu ihr hingezogen fühlte. Wir waren die gegensätzlichen Pole zweier Magneten. Während es zunächst den Anschein hatte, als würden wir beiden nie wirklich gut miteinander auskommen, weil wir schlicht und ergreifend viel zu verschieden waren, hatten unsere Herzen schließlich angefangen, eine ganz eigene Sprache zu sprechen. Ich begann Mei immer besser kennen und schlussendlich auch lieben zu lernen. Und obwohl sie es bis heute nicht so gut zeigen kann, weiß ich, dass sie meine Liebe erwidert.



Während ich über meine Stiefschwester nachdenke, die mir heute den Großteil meines Tages versaut hatte, durchforste ich meinen Kleiderschrank nach einem passenden Outfit für den Abend. Meine Wahl fällt dabei auf ein pinkes T-Shirt und einen sehr kurzen Jeansrock. Dann binde ich mir noch eine rote Schleife in meine Haare und schlüpfe in eine schwarze Jacke, deren Reißverschluss ich aber offen lasse. So weit so gut. Fehlt nur noch etwas Make-Up. Dafür muss ich mir freilich etwas mehr Zeit lassen, aber das sollte eigentlich kein Problem sein. Bis zur Abfahrt des Busses kriege ich das mit Sicherheit geregelt. Schließlich bin ich ja längst keine Anfängerin mehr, was das Schminken angeht.

Gut gelaunt und mich bereits tierisch auf den Film freuend, mache ich mich ans Werk. Und siehe da: Wie durch Zauberei verwandle ich mich wieder in ein Mädchen, welches endlich bereit für einen vergnüglichen Abend ist.

„Möchtest du heute noch ausgehen?“, fragt plötzlich eine wohlvertraute Stimme direkt hinter mir.

Vor lauter Schreck beginne ich zu kreischen. Ist diese Mei denn noch ganz dicht? Wie kann die mich nur derart erschrecken?

„W-wie lange stehst du hier eigentlich schon?“, frage ich, ohne mich allerdings zu ihr umzudrehen. Mein Blick ist nach wie vor auf den Ganzkörperspiegel vor mir gerichtet.

„Bin gerade erst reingekommen“, antwortet sie in ihrer gewohnt kühlen Art.

„Ist es wirklich nötig, sich wie ein Geist aus einem Horrorfilm anzuschleichen?“, muss ich sie jetzt fragen.

„Ich habe vorhin geklopft, aber du hast nicht darauf reagiert“, verteidigt sie sich daraufhin.

„Okay“, sage ich gedehnt. „Das muss ich wohl irgendwie überhört haben.“

„Aha.“

„Warum bist du überhaupt schon hier? Ich dachte, du müsstest noch zu irgendeiner Besprechung“, will ich nun wissen, obwohl ich vor Kurzem noch überhaupt keinen Bock auf eine Unterhaltung mit ihr gehabt habe.

„Ein paar wichtige Mitglieder haben ganz kurzfristig abgesagt, weshalb wir die ganze Angelegenheit verschieben mussten“, erklärt sie mir.

„Verstehe“, meine ich. Mehr fällt mir dazu nicht ein. Um ehrlich zu sein interessiert mich dieses Thema auch nicht sonderlich.

„Hör mal, Yuzu, ich...“, beginnt Mei, doch ich lasse sie nicht richtig zu Wort kommen.

„Was habe ich jetzt schon wieder falsch gemacht, hm? Raus mit der Sprache!“, gifte ich sie ein bisschen an, ohne dabei allerdings so genervt zu klingen, wie ich es ursprünglich geplant hatte. Vermutlich liegt es daran, dass ein Großteil meines Ärgers bereits verflogen ist. Dennoch will ich sie wissen lassen, dass ich vorhin echt sauer auf sie gewesen bin, weshalb ich jetzt noch ein bisschen die empörte Schwester spiele. „Habe ich im Vorraum vielleicht die Schuhe nicht ordentlich genug abgestellt oder irgendwo eine Schranktür offen gelassen?“

„Bist du etwa immer noch böse, weil ich dich heute zum Nachsitzen verdonnert habe?“, erkundigt sich Mei bei mir.

„Ach was. Wie kommst du denn darauf?“, feuere ich zurück, sehe sie aber immer noch nicht direkt an.

Auf einmal beginnt Mei zu seufzen. „Weißt du, Yuzu... Für dich mag das ja bloß wieder so eine Lappalie gewesen sein und vermutlich bist du jetzt auch der Meinung, ich hätte wieder einmal überreagiert. Dabei bin ich doch schon bereit, dir das ein oder andere durchgehen zu lassen. Hast du das etwa noch nicht bemerkt?“

„Also...“

„Dann und wann schießt du einfach ein wenig übers Ziel hinaus und in solchen Momenten muss auch ich mal ein Machtwort sprechen. Denke bloß nicht, dass mir so etwas Spaß macht. Ich habe nämlich nicht vor, dich zu ärgern, ehrlich. Es ist nur...“

„Okay, Entschuldigung angenommen“, gebe ich nach.

„Das war keine Entschuldigung“, stellt sie klar. „Ich habe dir nur versucht zu erklären, warum ich manchmal eben so handeln muss, wie ich heute gehandelt habe.“

„Du bist einfach unverbesserlich, Mei“, stöhne ich.

„Gleichfalls“, entgegnet sie.

Daraufhin tritt vorläufiges Schweigen ein. Nach einer Weile meldet sich Mei aber wieder zu Wort.

„Du machst mich manchmal echt fertig, Yuzu, weißt du das?“

„Wie soll ich das denn jetzt verstehen?“, frage ich, weil ich wirklich nicht kapiere, was sie mir damit sagen will.

„In der Schule kannst du wahrhaftig eine mittelschwere Katastrophe sein. Du hast einen enormen Dickschädel und besitzt die Fähigkeit, in so ziemlich jedes Fettnäpfchen zu treten, das sich dir anbietet. Deine unbekümmerte Art sowie dein Desinteresse, was bestimmte Regeln angeht, bringen mich regelmäßig auf die Palme. Andererseits berührt dein liebreizendes Wesen immer wieder mein Herz. Du bist immer für die anderen da und dein bezauberndes Lächeln ist in der Lage die dunkelsten Wolken zu vertreiben. Glaub mir also, wenn ich dir sage, dass ich mich lieber an dich klammern und nie wieder loslassen würde, statt dich mit Putzdienst oder dergleichen zu bestrafen.“

„Mei?“, hauche ich gegen die Spiegelscheibe und frage mich dabei, was wohl eben in meine Stiefschwester gefahren sein mag. Eine solche Rede ist nämlich wirklich alles andere als typisch für sie.

Plötzlich spüre ich, wie sie von hinten die Arme um mich legt und ihr Gesicht in meinen langen, dichten Haaren vergräbt.

„So weich. Und wie herrlich sie duften“, seufzt sie glücklich.

Ich bin im Augenblick nicht fähig, mich zu bewegen, kann einfach nur mein eigenes Gesicht in diesem Spiegel betrachten, während Mei meine Haare sanft zur Seite streicht, um meinen Hals freizulegen. Und als sie mich dann genau dort küsst, verteilt sich von diesem Punkt ausgehend eine Gänsehaut über meinen gesamten Körper. Es fühlt sich so schön an, dass mir ein leises Stöhnen entweicht, aus welchem ihr Name herauszuhören ist.

„Ich liebe dich, Yuzu, und zwar noch viel mehr als du dir wahrscheinlich vorstellen kannst“, haucht sie, während ihre wundervollen Lippen weiterhin an meinem Hals knabbern und mir diese wohltuenden Schauer durch den Körper jagen lassen. „Wenn du mich noch länger warten lässt, werde ich vielleicht irgendwann verrückt werden. Manchmal bist du einfach so unwiderstehlich, dass ich kaum noch an mich halten kann. Ich muss mich regelrecht zusammenreißen, um nicht eines Nachts über dich herzufallen.“

Als ich diese Worte aus dem Mund meiner Stiefschwester vernehme, winde ich mich aus ihrem Griff und entferne mich ein Stück von ihr.

„Tut mir leid, Yuzu“, beeilt sich Mei und während sie mich mit unsicheren Blicken fixiert, beißt sie sich auf ihre Unterlippe. So als würde sie das Gesagte von eben bereuen. „Ich hätte nicht...“

„Nein, bitte“, falle ich ihr ins Wort. „Keine Entschuldigungen! Nicht dafür. Es kam nur gerade ein wenig überraschend für mich, weißt du? Du hast mir gebeichtet, was in dir vorgeht und... im Grunde möchte ich es doch auch. Es ist nur... Ich weiß nicht. Die Unsicherheit wegen meiner Unerfahrenheit? Die Sorge, dass es nicht so wird, wie wir beide es uns vorgestellt haben? Ich habe keine Ahnung, Mei. Aber... Sag: Willst du mich?“

Mei antwortet mir nicht. Sie rührt sich auch nicht vom Fleck, sondern starrt mich einfach nur an.

Ich seufze einmal tief durch, ehe ich die schwarze Jacke, die ich mir vorhin erst übergeworfen habe, zu Boden gleiten lasse und mich aufs Bett lege.

„Komm zu mir, Mei!“, sage ich einladend.

„Dann kann ich aber möglicherweise für nichts mehr garantieren“, warnt sie mich vor.

Ich lächele sie an. „Vermutlich werde auch ich mich nicht mehr zurückhalten können, wenn du erst einmal angefangen hast, Schwesterlein.“

Zu meiner Freude setzt sie sich nun tatsächlich in Bewegung. Als sie sich schließlich über mich beugt, wirkt ihre Miene zwar so kühl wie eh und je, doch meine ich etwas in ihren schönen, dunklen Augen aufblitzen zu sehen, das durchaus Verlangen sein könnte.

Ihre langfingrige, zarte Hand schieb mein T-Shirt Stück für Stück nach oben. Sie entblößt meinen flachen Bauch und legt schließlich auch den weißen BH frei. Irgendwann verschwindet das T-Shirt komplett. Ich wehre mich nicht dagegen, versuche auch nicht sie daran zu hindern, mir den BH auszuziehen. Erst als sie mich erneut küsst, werde ich wieder etwas aktiver. Kaum liegen ihre Lippen auf den meinen, erwidere ich den Kuss und als ich dann ihre Zunge zu spüren bekomme, welche zaghaft um Einlass bittet, lasse ich sie ein Stückchen in meinen Mund eindringen. Am Anfang bin ich noch ein bisschen zurückhaltend. Ich komme ihrer Zunge mit der meinen entgegen und tippe sie nur vorsichtig an, doch als sie allmählich fordernder wird, werde auch ich immer mutiger. Auf diese Weise entwickelt sich ein kleines Duell. Es ist eine aufregende, neue Erfahrung. Meine Erregung beginnt sich zu steigern. Allmählich verlangt es mich nach mehr und offenbar ergeht es Mei genauso, denn diese geht nun zum nächsten Schritt über.

Sie beendet den Zungenkuss und widmet sich erneut meinem Hals. Dort verweilt sie jedoch nur kurz. Wesentlich länger dagegen beschäftigt sie sich mit meinen Brüsten. Ihre wundervollen Lippen schließen sich um den Nippel meiner linken Brust, während meine rechte von ihrer linken Hand geknetet wird. Das fühlt sich so unglaublich gut an, dass ich stöhnen muss. Wie mich ihre saugenden Lippen verwöhnen und ihre Zunge meine linke Brustwarze umspielt. Die rechte Brustwarze nimmt sie derweil zwischen Daumen und Zeigefinger und massiert sie vorsichtig. Dies hat zur Folge, dass beide Nippel hart werden und sich aufrichten.

Ich genieße ihre Liebkosungen in vollen Zügen und glaube schon, dass es überhaupt nicht mehr besser werden kann. Doch meine bezaubernde Stiefschwester belehrt mich eines Besseren. Es gibt nämlich sehr wohl noch eine Steigerung der Lust und das zeigt sie mir, als sie sich daran macht, meinen Körper noch weiter zu erkunden. Ihre Lippen wandern südwärts. Dabei streichen ihre schönen, langen Haare über meine nackte Haut, was ein wenig kitzelt.

Nachdem sie mit ihrer Zunge meinen Bauchnabel erforscht und mich dabei fast zum Kichern gebracht hat, zieht sie mir den Jeansrock aus, was ich natürlich einfach so geschehen lasse. Ich halte sie auch nicht davon ab, als sie mir den hellblauen Slip abstreift. Allerdings schaffe ich es nicht, sie dabei direkt anzusehen. Meine Wangen glühen förmlich, als mir allmählich bewusst wird, dass ich nun vollkommen nackt vor ihr liege und sie quasi alles von mir sehen kann. Ich spüre, wie ihre Blicke über meine Nacktheit wandern. Es ist nicht unangenehm. Nur ungewöhnt.

„Wunderschön“, flüstert Mei, bevor ich zum ersten Mal einen Finger, der nicht zu meiner Hand gehört, an meiner Scham spüre. Er streicht zärtlich über mein rosa Fleisch, gleitet durch die Spalte und dringt schließlich ein Stück in mich ein. Meine warmen, feuchten Wände umschließen den Finger meiner Liebsten.

Nach einer Weile beugt sich Mei zwischen meine Beine und lässt mich erneut ihre Zunge spüren. Dieses Mal jedoch an meiner Perle, was mich wiederum dazu veranlasst, einen kleinen Schrei auszustoßen. Jenes Gefühl ist einfach zu gut. Ich beginne mich auf der Matratze zu winden und ihren Namen zu stöhnen. Ihr Finger bewegt sich derweil in mir. Er glänzt vor Feuchtigkeit, als sie ihn wieder aus mir gleiten lässt.  

Mei betrachtet ihren Finger fast schon ein wenig verträumt und als sie ihn dann in den Mund nimmt, um ihn abzulecken, schließt sie genießerisch die Augen. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Mir schießt die Schamesröte ins Gesicht.

Im nächsten Moment packe ich sie und wälze mich mit ihr herum, sodass ich jetzt nicht mehr unter sondern auf ihr liege.

„Jetzt bin ich dran, Schwesterherz!“, keuche ich, bevor ich sie in einen innigen Kuss verwickele. Danach mache ich mich sofort an ihren Klamotten zu schaffen. Schließlich sehe ich nicht ein, weshalb nur eine von uns splitternackt auf dem Bett liegt, während die andere noch immer vollständig angezogen ist. Also enthülle ich ihren durch und durch perfekten Körper: Makellose weiße Haut, große Brüste mit dunklen Nippeln, eine schlanke Taille, ein flacher Bauch, die von einem kleinen Streifen schwarzer Haare gekrönte, unberührte Weiblichkeit. Ich will sie anfassen, sie küssen, sie schmecken und sie nach Strich und Faden verwöhnen, dafür sorgen, dass sie ihre Lust hinaus kreischt.

Wir fallen übereinander her, küsen, streicheln und bewegen uns miteinander, verlieren uns in den Augen der jeweils anderen, haben auf einmal kein Zeitempfinden mehr. Ich stöhne, während ich gleichzeitig den lustvollen Lauten meiner Liebsten lausche. Wir werden zu einem Wesen. Außer uns scheint nichts mehr wichtig zu sein. An diesem Ort existiert lediglich das gemeinsame Wir mit all der Liebe, zu der wir fähig sind.



Später liegen wir uns in den Armen. Beide sind wir noch immer nackt und winzige Schweißperlen liegen auf unserer Haut.

„Puh“, macht die erschöpfte Mei. „Da habe ich dich vorhin aber ganz schön überrumpelt, was?“

„Das hast du in der Tat“, gebe ich ihr recht. „Aber bevor du dich jetzt wieder entschuldigst: Ich bin froh, dass du es getan hast, und wir diesen Schritt endlich gemacht haben. Es war wirklich wunderschön, Mei.“

„Fand ich auch“, sagt Mei. „Allerdings habe ich dadurch – fürchte ich – deine Planung für den restlichen Abend komplett über den Haufen geworfen, hm?“

„Wie meinst du das?“, frage ich, weil ich gerade echt nicht raffe, worauf sie hinaus will.

„Na, du wolltest doch noch ausgehen, oder?“, hilft sie mir auf die Sprünge.

„Ach ja.“ Jetzt fällt es mir wieder ein.

„Darf ich fragen, was du vorhattest?“

„Ich wollte mir bloß einen Film im Kino anschauen, aber daraus wird ja jetzt nichts mehr. Der hat sicher schon längst angefangen“, verkünde ich leichthin.

„Tut mir leid. Wahrscheinlich hast du dich schon sehr darauf gefreut, hm?“

„Erzähl doch keinen Blödsinn! Und kling gefälligst nicht so schuldbewusst, Mei“, muss ich sie an dieser Stelle zurechtweisen. „Als ob ich irgendeinen dämlichen Film einer Nacht mit dir vorziehen würde. Du bist schließlich viel interessanter, als jeder Kinobesuch.“

„Yuzu“, flüstert sie ganz erstaunt.

Ich grinse sie glücklich an.

„Meine Güte!“, seufzt Mei daraufhin. „Wie kann jemand nur ein so süßes Gesicht haben. Diese strahlenden Augen, die geröteten Wangen, das liebliche Lächeln.“ Sie legt mir eine Hand an die Wange und schaut mir tief in die Augen. „Ich liebe dich, Yuzu. Mehr als alles andere auf dieser Welt. Du hast mir ein neues Leben geschenkt und mich auf dem Weg zu meinem großen Glück begleitet. Versprichst du mir, dass du für immer an meiner Seite sein wirst, Schwesterchen?“

Da sind sie wieder. Worte, die man von jemanden wie Mei eigentlich nicht erwarten würde. Sie zu hören lässt mein Herz höher schlagen. In ihr geht definitiv eine Veränderung vor. Ihre sonst so kühle Fassade scheint allmählich zu bröckeln. Es ist, als hätte ich den Schlüssel zu ihrem Herzen gefunden. Mei kann jetzt mit mir über ihre Gefühle und tiefsten Wünsche sprechen. Etwas was sie ganz am Anfang nicht gekonnt hat. Ich hoffe sehr, dass wir noch viele weitere Wege beschreiten und ich noch mehr von ihrem Inneren zu sehen bekomme.

Mit halb geschlossenen Augen und immer noch vor mich hinlächelnd, kuschele ich mich an sie und gebe ihr einen weiteren Kuss.

„Natürlich werde ich für immer bei dir bleiben, Mei, denn ich liebe dich vom ganzen Herzen.“
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast