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Flüsterton

von lila-lida
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Romance / P16 / MaleSlash
Jungkook V
04.11.2021
13.05.2022
41
92.877
46
Alle Kapitel
374 Reviews
Dieses Kapitel
9 Reviews
 
10.05.2022 2.232
 
Hallo ihr Lieben,

danke für die lieben Reviews an dieser Stelle an jasbir, KpopTime, Taekook , KirigayaKasuto, Scarlet Yaxley und Blumenladen.

Es kam die Rückmeldung, dass der Link den ich gepostet habe, nicht zu öffnen ist. Ich glaube, man muss ein Konto bei Insta haben, um das sehen zu können. Vielleicht liegt es daran.

Ansonsten bleibt mir gar nicht mehr viel, als euch viel Spaß mit dem Kapitel und am Ende habe ich dann noch was zu sagen :)

Lida


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~*~


Kapitel 39


~*~




Jungkook

Während ich mit Tae zurück zu seinen Eltern laufe, scrolle ich durch mein Handy und schaue mir die Bilder an, die wir von Bam gemacht haben. Eins mag ich ganz besonders. Da halte ich Bam auf dem Arm und er kuschelt sich an mich.

Ich kann immer noch nicht ganz glauben, dass ich mich gerade einfach so dafür entschieden habe, einen Welpen bei mir aufzunehmen.

Natürlich habe ich öfter darüber nachgedacht. Aber gewagt den letzten Schritt zu machen, habe ich nie. Es kam mir immer zu leichtsinnig vor. Okay ja, Namjoon hat Moni, aber der lebt hauptsächlich bei seinen Eltern. Das gleiche gilt für Holly und Mickey, die Hunde von Yoongis und Hobis Familien. Und Tae lebt mit Yeontan mit seinen Eltern zusammen. Um Jins Sugaglider kümmern sich auch oft seine Eltern. Tja, und ich? Na ja, mein Bruder lebt in Seoul. Und ich bin mir sicher, dass er sich um meinen Hund kümmern würde, wenn ich nicht da bin, aber vielleicht hätte ich das erstmal mit ihm besprechen sollen?

„Jetzt schaust du so nachdenklich drein“, meint Tae, als wir wieder seine Wohnung betreten haben. „Ich dachte, ich mache dir eine Freude.“

„Hast du auch.“ Ich ziehe ihn zu mir und küsse ihn in die Halsbeuge. Es war absolut aufmerksam von ihm, dass er das gemacht hat, dass er sich gemerkt hat, dass ich gern einen Dobermann hätte und die Möglichkeit am Schopf packt. „Ich bin nur etwas vor den Kopf gestoßen, glaube ich. Ich habe gedacht, die größte Aufregung heute ist, deine Eltern zu treffen und nicht, dass ich plötzlich Appa eines Welpen geworden bin.“

„Aber Bamie ist fürchterlich süß.“

Das ist er! Und eigentlich sollte ich mir wohl auch nicht so einen Kopf machen. Tae hat ja Recht, ich kann mir einen Hund leisten und alles andere wird sich finden. Ich habe ja auch noch ein paar Wochen Zeit das zu organisieren.

Nur, hätte ich diese Wohnung verlassen und ich wüsste, der kleine Bam würde vielleicht morgen schon jemand anderen finden, der ihn bei sich aufnimmt – nein, das will ich mir auch nicht vorstellen. Es war Liebe auf den ersten Blick.

„Und ich helfe dir. Ich hab ja immerhin Erfahrung mit Tan.“

„Danke.“ Ich lasse mich nochmal von Taehyung küssen, bevor wir in Richtung des Esszimmers laufen, in dem seine Mutter bereits auf dem Boden sitzt.

Es ist tatsächlich nur für vier gedeckt. Das bedeutet wohl, dass Taehyungs Geschwister nicht hier sein werden.

Da ich weiß, dass die drei nicht immer das einfachste Verhältnis zueinander haben, bin ich schon ein bisschen erleichtert darüber. Ich hab seine Geschwister noch nicht besonders oft getroffen, aber sie stehen mir, wie auch den anderen BTS-Mitgliedern eher kritisch gegenüber. Vielleicht haben sie immer das Gefühl gehabt, wir haben ihnen den Bruder weggenommen.

„Hast du die Welpen kennengelernt?“, fragt Taes Mutter.

„Ja, und ich bin sofort schwach geworden.“

„Das habe ich mir fast gedacht“, schmunzelt sie. „Ich bin fast jeden Tag bei Sunhi. Die Welpen sind einfach zu niedlich.“

Da kann ich wohl schlecht widersprechen. Das sind sie nämlich tatsächlich. Am liebsten würde ich sie einfach alle fünf mit nach Hause nehmen.

„Einer von den fünf zieht in ein paar Wochen bei Kookie ein“, meint Tae und piekst mich in die Seite. „Zeig Eomma doch mal das Foto.“

Ich weiß zwar gar nicht so genau wieso, schließlich kennt Taes Mutter die Welpen ja, aber weil Tae es so gern möchte, ziehe ich mein Handy aus der Tasche und halte es seiner Mutter hin. Da bin ich mit meinem kleinen Bamie auf dem Arm. Dieses süße winzige kleine Ding. Am liebsten würde ich ihn noch heute Abend nach Hause bringen. Was natürlich nicht geht. Er braucht noch ein paar Wochen mit seiner Mutter und seinen Geschwistern und ich bin auch nicht gerade vorbereitet auf einen Hund. Und das Dorm auch nicht.

Dass wir in zwei, drei Wochen nämlich wieder aus dem Dorm raus sind, sehe ich noch nicht so wirklich.

Ich weiß noch nicht, ob die anderen so begeistert sein werden, wenn ich mit einem Dobermann auftauche.

Ich sehe Namjoons Blick schon vor mir, wenn ich mit einem Dobermann ankomme. Vermutlich fragt er sich dann, ob ich endgültig übergeschnappt bin.

„Und wie war euer Ausflug nach Busan?“, fragt Taehyungs Mutter jetzt und lenkt mich davon ab, dass meine Gedanken gerade dahingehend abdriften wollen, dass ich ungefähr siebentausend Dinge besorgen muss, bevor Bam bei mir einzieht. Und das sind nur die Dinge, die mir spontan einfallen. Wer weiß, wie viele erst die sind, die ich wirklich brauche.

„Sehr schön“, entgegnet Tae. „Tannie hat das Meer auch sehr genossen.“

„Das ist schön, aber vor allem freue ich mich für euch beide. Dass ihr zueinandergefunden habt.“ Es war ihr offensichtlich wichtig, das zu betonen.

Es ist so schön, das zu hören. Meine Mutter hat es auch gesagt. Wie froh sie darüber ist. Unsere Eltern sind einfach unglaublich. Ich bin dankbar dafür, weil ich genau weiß, dass es auch anders sein könnte.

Gleichgeschlechtliche Beziehungen sind in Korea nicht gerade ein Grund für Luftsprünge. Wir bekommen durch unsere Touren natürlich viel mit, wie es in anderen Ländern ist. Perfekt ist es vielleicht nirgendwo, aber weiter als bei uns auf jeden Fall. In vielen Ländern dürfen gleichgeschlechtliche Paare heiraten und Kinder adoptieren. Ich weiß nicht, ob Korea in den nächsten Jahren soweit sein wird.

BTS waren LGBT-Themen hingegen schon immer wichtig. Wir behandeln sie in unseren Songs und besonders Namjoon hat immer Wert darauf gelegt, Fragen in Interviews nicht nur auf die heterosexuelle Norm zu beantworten. Er hat beispielsweise schon mehrfach betont, dass wir keine festen „Freundinnen oder Freunde“ haben. Ich weiß dennoch nicht, ob wir genug Einfluss haben, um eine Änderung herbeizuführen. Korea ist noch sehr konservativ.

Shipping ist sicher ein Thema. Taekook ist eine Sache bei den Fans, das wissen wir seit Jahren. Aber nicht nur wir werden geshippt, sondern jegliche Kombinationen unter uns. Die einen mehr, die anderen weniger.

Meistens interessiert mich nicht, was die Fans sich zusammenfantasieren. Ob sie mich mit Tae, Jimin oder Yoongi shippen, hat ja nichts mit meiner Realität zu tun. Oder überhaupt einer Realität. Es ist Fantasie.

Fanwars gibt es deswegen, das weiß ich auch. Völlig bescheuert, wenn man mich fragt. Wenn die eine Gruppe gegen die andere Gruppe stänkert, weil man meint, die ultimative Weisheit zu besitzen. Ich bin nur einmal zufällig über so etwas gestolpert, seitdem halte ich mich ganz weit fern. Wie sie sich über etwas streiten, was sie gar nicht wissen können, wird mir für immer ein Rätsel bleiben.

Solange sie nicht übertreiben, sollen sie einfach machen, was sie wollen.

Nicht mehr so fein damit bin ich allerdings, wenn sie uns damit konfrontieren. Manchmal liest man gewisse Kommentare in Vlives, die sogenannte Fans sich sparen sollten, aber es gibt auch noch wesentlich schlimmere als das. Leider bekommen wir mit zunehmender Beliebtheit auch immer mehr Hasskommentare. Ich weiß zwar wirklich nicht, warum man sich in Vlives von Künstlern aufhalten muss, die man nicht mag, aber manche Leute scheinen nicht so viel mit ihrem Leben anfangen zu können.

Taehyungs Vater reißt mich aus den Gedanken, als er aus der Küche kommt, und das Essen aufträgt. Das sieht alles so unglaublich gut aus. Und ich habe fürchterlich Hunger, jetzt, da ich das auch noch rieche.

Ich bin dankbar für diesen Abend. Es ist so ein Stück Normalität, das ich immer wieder genieße, wenn ich es bekomme.

Ein Abend, in dem es nicht um Musik geht, nicht um das Comeback und ob wir es schaffen, den nächsten Rekord zu brechen, sondern um alltägliche Dinge, für die ich zu jung war, um mich noch richtig daran zu erinnern.

Es geht viel um Tae und mich, was schön ist, dass seine Eltern sich so sehr für uns und unsere Pläne interessieren.

„Wenn ihr nicht mehr im Dorm bleiben müsst, was wollt ihr dann machen?“, fragt Taes Mutter.

Wir sehen uns an – Tae und ich. Darüber haben wir noch nicht so genau gesprochen.

„Ich weiß nicht“, setzt Tae an und hebt die Augenbrauen. „Vielleicht erstmal … pendeln?“ Es ist eher eine Frage an mich, als an seine Eltern. „Dass wir mal hier übernachten, mal in Kookies Wohnung. Jetzt müssen wir ja auch noch schauen, wie das mit Bamie wird. Tannie könnte ihn vielleicht als ein wenig zu groß geraten empfinden, wenn er erstmal erwachsen ist, deswegen sollten sie sich vielleicht direkt aneinander gewöhnen.“

Da hat er nicht ganz unrecht. Der Größenunterschied zwischen Yeontan und Bam dürfte später einmal recht interessant sein. Ich weiß nicht, ob Tannie das so lustig finden wird, aber auch dafür finden wir bestimmt eine Lösung.

„Ich glaube auch, dass sich das erstmal spontan ergeben wird, ob Taehyung-Hyung bei mir übernachtet oder ich hier oder wir die Nächte getrennt verbringen.“

„Du bist uns auf jeden Fall jederzeit willkommen, Jungkook-ah.“ Das betonen beide Eltern und ich freue mich darüber. Schon immer haben sich die Eltern der Member ein bisschen wie Familie angefühlt. Doch Taes Eltern gehen sogar ein bisschen weiter und mit allem was sie heute getan und gesagt haben, haben sie mir gezeigt, dass sie mich als den Freund ihres Sohnes nicht nur akzeptieren, sondern lieben.

Doch auch dieser Abend geht zu Ende und nachdem ich im Badezimmer gewesen bin, betrete ich das erste Mal Taes Zimmer. Es ist gar nicht so anders als sein Zimmer im Dorm. Vielleicht etwas organisierter.

„Jetzt siehst du wieder so verloren aus“, murmelt Tae, der schon im Bett liegt und mich ansieht, während ich noch im Türrahmen stehe und von einem nackten Fuß auf den anderen trippel. „Komm schon her. Es wird nicht das letzte Mal sein, dass du hier schläfst, das haben wir doch schon geklärt.“

Tatsächlich lasse ich mir das nicht zweimal sagen. Ich krieche zu ihm unter die Decke und kuschle mich an seine Seite. Er hat ja Recht. Aber in fremden Umgebungen tue ich mich oft schwer. Deswegen hänge ich in Hotels ständig in den Zimmern der anderen. Zumindest, als wir noch reisen konnten. Wie es wohl wird, wenn wir das irgendwann wieder dürfen?

Früher hatten wir oft gemeinsame Zimmer, aber seitdem wir mehr Erfolg haben, bekommt jeder von uns ein Einzelzimmer. Das sind dann wohl diese sogenannten Schattenseiten des Erfolgs.

Einerseits ist es natürlich schön, weil man auch einfach mal seine Ruhe haben kann. Andererseits sind wir meistens nie lang genug an einem Ort, als dass ich mich an die neue Umgebung gewöhnen würde, um wirklich Ruhe zu finden, wenn ich in einem neuen Zimmer bin. Deswegen lande ich immer wieder in den Betten der anderen. Das war früher im Dorm auch so. Ich habe die Nächte immer in den Betten der anderen verbracht und auch wenn Jin sich oft darüber beschwert hat, war ich meist in seinem Bett.

Kein Wunder. Jin hat mir schon immer Sicherheit gegeben.

„Es ist schön, dass ich dich einfach mit nach Hause nehmen kann“, sagt Tae leise und krault mir durch die Haare. „Ich bin froh, dass unsere Eltern alle glücklich mit uns sind und dass wir uns nicht verstecken müssen.“

„Ich auch.“ Ich drehe mich ein bisschen, um mein Gesicht in seine Halsbeuge schmiegen zu können.

„Tae?“

„Ja.“ Er klingt müde, ein bisschen schläfrig und vielleicht ist er schon fast dabei einzuschlafen. Aber dieser Abend. Dieser Moment. Diese Nacht.

„Ich liebe dich.“

Ich habe es so oft gedacht. Die drei Worte waren so oft in meinem Sinn, selbst als ich noch gedacht habe, Tae würde mich hassen. Ich liebe ihn so sehr und er soll das auch wissen.

Taes Hand liegt plötzlich ganz still in meinen Haaren und als er einfach nichts sagt, hebe ich den Kopf um ihn ansehen zu können.

Kurz glaube ich, ich habe einen Fehler gemacht. Dass ich irgendeine Dating-Regel missachtet haben. Vielleicht hätte ich es nicht sagen dürfen, vielleicht hätte er es zuerst sagen müssen, weil er älter ist oder vielleicht müssten wir eine bestimmte Zeit zusammen sein, aber da bemerke ich wie sehr Taes Augen leuchten und wie er lächelt, während er mir eine Haarsträhne hinter das Ohr streicht.

„Ich liebe dich“, antwortet er und ich erschauere. Seine Stimme ist so warm wie sein Blick.

Ich hätte niemals gedacht, dass mir das jemals passieren würde. Wie lange habe ich gedacht, meine Liebe zu Tae sei eine Einbahnstraße.

„Starr mich nicht so an. Komm schon her.“

Ich folge dieser Bitte und beuge mich zu ihm, um ihn zu küssen. „Tae?“

„Kook-ah?“

„Ich bin ziemlich glücklich.“

Tae streicht mir mit dem Daumen über die Wange und lächelt daraufhin. „Das bin ich auch“, sagt er und verschließt meine Lippen mit einem weiteren Kuss.





Dienstag, 10. Mai 2022






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So, hier melde ich mich jetzt nochmal.
Ich wollte euch nämlich noch sagen, dass dies das letzte Kapitel ist. Es folgt noch ein Epilog, dann ist Flüsterton tatsächlich zu Ende. ich habe den Epilog am Wochenende geschrieben und mich schon von den Jungs verabschiedet.

Bis zum nächsten (und letzten) Update.

Habt eine wunderschöne sonnige Woche.

Borahae.
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