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Flüsterton

von lila-lida
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Romance / P16 / MaleSlash
Jungkook V
04.11.2021
13.05.2022
41
92.877
46
Alle Kapitel
374 Reviews
Dieses Kapitel
7 Reviews
 
05.05.2022 2.453
 
Hallo ihr Lieben,

da bin ich wieder und ich freu mich, dass euch das letzte Kapitel gefallen hat :)

Als erstes, lieben Dank für die Reviews an: Taekook , jasbir, KpopTime, Noll52, Maggyxx, Blumenladen, KirigayaKasuto und SmaragdFee.

Das letzte Kapitel habe ich die Geschehnisse ein bisschen eurer Fantasie überlassen. Kookie verrät in diesem Kapitel aber ein bisschen was darüber. Die Textpassage ist fettgedruckt, damit ihr sie gleich findet. Wer es also nicht wissen will und es lieber der eigenen Fantasie überlässt, kann die Textstelle einfach überspringen :)

Ich wünsche euch einen schönen Abend und ein schönes Wochenende.

Bin mal gespannt, ob ihr euch darauf freut, wen ihr heute trefft :)

Liebe Grüße,
Lida


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~*~


Kapitel 38


~*~




Jungkook

„Sei doch nicht so nervös“, sagt Tae, der neben mir auf dem Fahrersitz sitzt und sein Auto durch Seoul lenkt. Er hat gut reden. Ehrlich.

„Du warst wegen meinen Eltern auch nervös.“

„Schon.“

„Und was ist dann jetzt der Unterschied?“

Er grinst, während er eine Hand auf meinen Oberschenkel legt. „Es sind meine Eltern.“

Daraufhin schnaube ich nur. Nicht gerade hilfreich, diese Aussage. Er ist entspannt, da seine Eltern bescheid wissen. Sie wissen, dass Tae in mich verliebt ist, sie wissen, dass er bisexuell ist. Sie wissen alles.

Hoffentlich wissen sie aber nicht, was wir gestern getan haben.

Ich sollte wirklich nicht darüber nachdenken, dann werde ich wieder rot, obwohl es war … es war wirklich schön. Es war perfekt. Unter der Dusche. Und als wir später in mein Zimmer gegangen sind, war es ebenso perfekt.

Ich hätte niemals gedacht, dass ich mich so sehr fallen lassen kann. Doch Tae hat mir jegliche Angst genommen, hat sie weggeküsst und weggestreichelt.

Er hat mich eine ganze Weile massiert und als ich vollkommen entspannt war, hat er damit angefangen, mich vorzubereiten. So unangenehm es im ersten Moment gewesen ist, seinen Finger in mir zu spüren, so unglaublich war es später, als er über mir gelegen hat, seine Brust an meinen Rücken geschmiegt und mich so sanft genommen hat, dass ich völlig überwältigt gewesen bin.

Noch niemals habe ich mich so sehr eins mit jemandem gefühlt, wie in der letzten Nacht mit Tae.

Tae, der mich hinterher festgehalten hat und in dessen Armen ich eingeschlafen bin.

Ich liebe ihn so sehr.

Heute Morgen hat er mir dann vorgeschlagen, dass wir den Abend bei seinen Eltern verbringen könnten, damit sie mich auch als seinen Freund kennenlernen können.

Natürlich macht es mich stolz, dass Tae mich nicht von seiner Familie fernhält. Er sucht die Möglichkeiten, Menschen einzuweihen, damit der Radius, in dem wir uns völlig frei bewegen können, sich ausweitet.

Außerdem hat er ein unwahrscheinlich liebevolles Verhältnis zu seinen Eltern. Natürlich will er mich mitnehmen.

Also, wenn er sagt, ich muss nicht nervös sein, glaube ich ihm das durchaus. Seine Eltern mochten mich schon immer, aber trotzdem – das hier ist eine neue Situation. Ich treffe sie, als der Freund ihres Sohnes und nicht mehr als sein Bandkollege.

Tae lenkt den Wagen in die Tiefgarage des Hauses in dem er wohnt, wenn er nicht gerade zum Dormleben verdonnert wurde und stellt den Wagen auf seinem Parkplatz ab.

Wie auch in dem Gebäude in dem ich lebe, wohnen hier viele Prominente und Idols. Das gibt uns ein gewisses Maß an Sicherheit. Ein Sicherheitsdienst sorgt dafür, dass niemand hereinkommt, der nicht dazu befugt ist.

Ich nehme unsere Taschen aus dem Kofferraum, da wir heute Nacht hier schlafen werden und Tae trägt Tannie sowie dessen ganzen Kram, den wir beim Ausflug dabeihatten. Tannie zieht heute wieder zurück zu Taes Eltern und ich weiß jetzt schon, wie schwer es Tae fallen wird, seinen Yeontan zurückzulassen, wenn wir morgen zurück zum Dorm fallen.

Aber vielleicht ist unsere Strafe ja auch bald vorbei.

Allerdings lebe ich dann nicht mehr mit Tae unter einem Dach, das wäre auch blöd. Wenn wir nicht mehr im Dorm sind, wird es vielleicht schwerer für uns, dass wir uns sehen.

Gemeinsam machen wir uns auf den Weg. Tae lebt in einem der obersten Stockwerke, mit toller Aussicht über die Stadt. Das weiß ich allerdings nur von Bildern, ich war tatsächlich noch nie hier.

Schritt für Schritt den wir näher auf seine Wohnung zugehen, wird mir ein bisschen schwerer ums Herz. Was ist denn, wenn seine Eltern gegen uns sind, weil ich einfach viel zu lange ein Idiot gewesen bin und sie denken, ich bin nicht gut für Tae?

Tae schließt die Tür auf und lässt Tannie dann erstmal hineinflitzen.

Wir ziehen unsere Schuhe und Jacken aus. Yeontans Sachen und unsere Taschen lassen wir auch erstmal im Flur stehen, bevor Tae nach meiner Hand greift.

„Es ist alles gut“, verspricht er. „Sie mögen dich, das weißt du doch.“

„Schon …“

Aber wenn sie mich mit Fackeln und Mistgabeln aus der Stadt jagen wollten, verstünde ich das auch.

„Bereit?“

„Nein.“

„Jungkook-ah.“ Tae lächelt sanft und haucht mir einen Kuss auf den Mundwinkel. „Komm schon.“

Ich seufze. Nun gut. Es hilft ja nichts.

Ich bin allerdings froh, dass Tae meine Hand nicht loslässt, als er mich aus dem Eingangsbereich führt. Taes Mutter kniet auf dem Boden und knuddelt Yeontan. Seinen Vater sehe ich nicht.

„Hallo Eomma.“

„Da seid ihr ja.“ Sie lächelt und steht auf, kommt auf uns zu. Taes Mutter sieht so aus, wie immer, wenn sie mich ansieht. Warme Augen, ein sanfter Blick. „Hallo Babybär.“ Sie umarmt Tae und gibt ihm einen Kuss auf die Wange, bevor sie mich mir zuwendet. „Schön, dich endlich mal hier zu sehen, Jungkook-ah.“

„Danke für die Einladung, Eomeoni.“ Kurz überlege ich noch ein „nim“ dahinter zuhängen, damit es noch respektvoller klingt, aber das habe ich schon lange nicht mehr getan, und vermutlich würde das seltsam wirken. Vielleicht würde das so wirken, als würde ich Distanz aufbauen wollen.

Ich werde in eine Umarmung gezogen und bin erleichtert. Keine Fackeln. Keine Mistgabeln. Welch ein Glück.

Natürlich habe ich nicht wirklich damit gerechnet, aber man sollte immer auf alles vorbereitet sein.

„Wo ist Appa?“

„Er überwacht den Schweinebauch im Backofen.“

Schweinebauch! Ich liebe Schweinebauch.

„Es gibt Jeyuk bokkeum.“

„Oh, lecker!“ Wer würde sich nicht fürchterlich darüber freuen. Es ist eins meiner liebsten Gerichte. Und selbstgemacht? Noch viel besser.

„Komm, sagen wir Appa kurz hallo, bevor er noch ganz in seiner Aufgabe abtaucht.“

Schmunzelnd folge ich Tae in die Küche. Tatsächlich kniet sein Vater vor dem Backofen und starrt hinein, als würde er erwarten, es käme auf jede Sekunde an.

„Appa?“

„Honigbär!“ Sein Vater springt auf, als er die Stimme seines Sohnes hört und ein glückliches Lächeln liegt auf seinen Lippen, als er sich zu uns umdreht.

Früher habe ich schon immer bemerkt, wie groß die Liebe zwischen Tae und seinem Vater ist. Was er alles auf sich genommen hat, um Tae eine halbe Stunde lang besuchen zu können, war wahnsinnig. Und ich war oft neidisch, weil meine Eltern das nicht konnten und ich sie viel seltener sehen konnte.

„Ihr seid also wieder da.“

„Ja.“ Tae lässt sich von seinem Vater drücken und sieht mich dann von der Seite an.

„Abeoji“, sage ich, als sein Vater sich mir zuwendet und ich verbeuge mich leicht vor ihm. Taes Mutter hat mir dazu keine Chance gelassen, doch sein Vater mustert mich ausgiebig.

Es kommt mir vor, wie eine Unendlichkeit, in der ich von ihm begutachtet werde und ich weiß nicht, was ich tun soll, was er erwartet. Doch dann schleicht sich ein Lächeln auf seine Lippen. „Schön, dass du uns endlich mal besuchen kommst, Jungkook-ah.“

„Danke für die Einladung“, entgegne ich und werde fest umarmt. Taes Eltern sind sehr herzliche Menschen. Und dass sie ähnlich auf uns reagieren, wie meine Eltern, macht mich glücklich. Ich weiß nicht, ob unsere Eltern uneingeschränkt glücklich damit sind, dass Tae und ich zueinander gefunden haben oder ob sie sich insgeheim nicht doch wünschen würden, wir hätten Freundinnen gefunden. Doch wenn es so ist, dann zeigen sie es alle vier nicht.

„Taehyung-ah hat gesagt, dass du gern Jeyuk bokkeum isst?“

„Sehr gern, ja.“

„Dann hoffe ich, wir können dich zufrieden stellen. Das Essen dauert noch einen Moment. Aber du wolltest Jungkook-ah sowieso noch etwas zeigen, habe ich Recht?“

Zu meiner Überraschung nickt Tae.

„Was willst du mir zeigen?“

Er grinst daraufhin ziemlich geheimnisvoll.

Sein Vater ist auch nicht hilfreich. Dieser zwinkert mir zu und entlässt uns dann.

„Wir sind dann nochmal kurz weg“, erklärt Tae seiner Mutter, die daraufhin breit grinst und uns viel Spaß wünscht.

Was ist das hier für eine Verschwörung.

Ich folge Tae in den Flur, wir ziehen unsere Schuhe wieder an. Aber nicht unsere Jacken. Was wohl bedeutet, dass wir das Gebäude nicht verlassen. „Wo gehen wir hin?“, frage ich, als wir aus der Wohnung treten.

„Komm mit.“ Tae verrät kein Wort, er geht einfach los und da ich nicht weiß, was ich sonst tun soll, dackle ich ihm hinterher. Wir nehmen die Treppe, drei Stockwerke nach unten und schließlich klingelt Tae an einer Tür.

„Wer wohnt hier?“

„Wirst du schon sehen.“

„Und was machen hier?“

„Wirst du schon sehen.“

„Tae …“

Bevor ich noch etwas sagen kann, wird uns die Tür geöffnet und eine junge Frau, ungefähr in unserem Alter öffnet uns die Tür. Sie lächelt. „Da seid ihr ja.“

„Fast pünktlich“, entgegnet Tae und grinst.

„Für deine Verhältnisse sogar überpünktlich, Taehyungie.“

Taehyungie. Ist diese Ansprache nicht ein bisschen sehr … intim?

„Hallo Noona. Das hier ist Jungkook-ah“, erklärt Tae und deutet auf mich. „Vermutlich muss ich das aber nicht wirklich erwähnen.“

„Doch. Danke für die Aufklärung. Von BTS habe ich schließlich noch nie etwas gehört. Lead Rapper der Band, richtig?“ Sie grinst mich frech an und auch wenn ich noch nicht verstanden habe, was hier gespielt wird, muss ich unwillkürlich lachen.

„Main Rapper natürlich“, korrigiere ich und verbeuge mich leicht vor ihr.

„Ich bin Sunhi.“

„Freut mich.“ Ich folge Tae in Sunhis Wohnung, auch wenn ich immer noch keine Ahnung habe, was hier gespielt wird.

Während sie uns im Eingangsbereich allein lässt, dreht Tae sich zu mir um. „Ich kenne Sunhi-Noona schon eine Weile“, sagt er. „Sie setzt sich seit einiger Zeit für den Schutz von Hunden ein. Sie hat mir auch den Kontakt damals vermittelt, von dem ich Yeontan bekommen habe.“

„Okay?“

Worauf läuft das hier bitte hinaus?

„In Busan hast du zu mir gesagt, du hättest gern einen Dobermann.“

Ich nicke. Ja, habe ich gesagt. Trotzdem weiß ich noch nicht so genau, wo das hier hinführt.

„Sunhi-Noona hat gerade eine Dobermann-Hündin in Pflege hier. Sie ist von ihrem Besitzer weggenommen worden, weil dieser sich schlecht um sie gekümmert hat. Als sie hier ankam, war recht schnell klar, dass sie trächtig ist.“

Bevor ich das genau prozessieren kann, was Tae mir da gesagt hat, zieht er mich ins Innere der Wohnung. Er kennt sich hier aus, führt mich zielsicher ins Wohnzimmer.

Eine Dobermann-Hündin mit kupierten Ohren und gekürztem Schwanz liegt auf einem großen Kissen und döst vor sich hin. Ich verziehe das Gesicht. Ich habe noch nie verstanden, warum man den Tieren so etwas antut.

Doch dann fällt mein Blick auf die fünf kleinen Welpen, die um sie herumspringen. Oh mein Gott.

Ich knie mich auf den Boden und alles um mich herum ist vergessen. Sunhi. Taehyung. Egal. Da sind nur noch diese fünf kleinen Knäuel, die ich alle am liebsten knuddeln würde.

Ein kleiner Welpe kommt als erstes auf mich zu. Er schnuppert kurz an meiner Hand, als ich sie ihm anbieten, dann leckt er darüber.

„Hallo du süßer kleiner Kerl“, sage ich leise und da er keine Angst vor mir zu haben scheint, hebe ich ihn kurzerhand hoch und nehme ihn auf meinen Arm.

Ich bin vollkommen verliebt, was gar nicht gut ist, das ist mir schon klar, aber wie könnte man dieses kleine Knäuel mit den viel zu großen Tatzen denn bitte nicht lieben?

Er kuschelt sich an mich, gerade so, als hätte er überhaupt keine Sorgen. Vielleicht spürt er, dass er bei mir nichts zu befürchten hat.

„Er fühlt sich ja ziemlich wohl mit dir“, mein Sunhi, die sich auf das Sofa gesetzt hat und selbst einen der Welpen auf dem Schoß hat. Tae hockt auf dem Boden und kuschelt gleich zwei der Babys. Wie immer. Tae und Tiere, eine unendliche Liebesgeschichte. Ich glaube, er würde jeden – inklusive mir – sitzen lassen um mit einer Katze zu kuscheln, die gerade zufällig vorbeikommt. Aber das ist okay, weil ich das an ihm ziemlich mag. Sein großes Herz für Tiere.

Eine Weile versinke ich in den Spielereien mit dem kleinen Welpen. Das wird definitiv nicht einfach, mich wieder von ihm zu lösen.

„Vermittelst du die Welpen?“, frage ich Sunhi, die daraufhin nickt. „In ein paar Wochen sind sie alt genug. Ihre Mama habe ich schon vermittelt und bei den kleinen werden wir morgen beginnen.“

Ich nicke und lache, als der kleine Kerl auf meinem Finger herumkaut. „Du bist so frech“, schmunzle ich und streichle ihm am Bauch, was ihn noch ein bisschen wilder macht.

„Die Frage ist jetzt also“, sagt Sunhi und ich blicke wieder auf. Irgendwie habe ich das Gefühl, etwas verpasst zu haben. So wie Tae und sie mich mustern. „Die Frage ist, ob du den kleinen Kerl auf deinem Schoß gerne haben möchtest.“

„Was?“ Ich blicke auf den Welpen hinunter, der sich auf meinen ausgestreckten Beinen herumkugelt.

„Du willst gern einen Dobermann“, erklärt Taehyung. „Das hast du selbst zu mir gesagt.“

Ja, sicher habe ich das gesagt. Aber ein Dobermann. Als Idol. Das kann doch gar nicht funktionieren.

Mein Blick fällt wieder hinunter auf den kleinen Welpen, der meinen Blick zu spüren scheint und aus großen Augen zu mir aufsieht.

„Wenn wir erst wieder anfangen auf Tour zu gehen, wie soll ich mich denn dann um einen Hund kümmern?“, frage ich und streichle das Köpfchen des Welpen. Ich weiß nicht warum, er erinnert mich an mich selbst.

„Kook-ah, ich weiß, du vergisst das wirklich gern, aber du hast ein winzig kleines bisschen Geld auf dem Konto von dem man Menschen bezahlen kann, die sich um den Hund kümmern.“

Da hat er natürlich nicht unrecht. Ein Hundesitter … oder mein Bruder. Junghyun würde auch sicherlich aufpassen, wenn ich nicht könnte. Und für den Alltag könnte ich ja auch jemanden bezahlt, der mit meinem Hund Gassi geht, während ich arbeite.

Ich beobachte, wie der kleine Kerl seine großen Pfoten über meine Hand legt und genüsslich auf meinem Finger herumkaut. Ich kann wirklich nicht leugnen, dass ich mich auf den ersten Blick verliebt habe.

„Was hältst du von dem Namen Bam?“, frage ich ihn und zur Antwort, leckt er meinen Finger ab. Ich glaube, das ist sein Einverständnis.






Donnerstag, 05. Mai 2022






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In Kookies Storys findet ihr ein paar Bilder von Bamie: https://www.instagram.com/stories/highlights/17939475445740087/
Auch das, das hier erwähnt wird, wo er das kleine Baby Bamie auf kookies Arm ist :)
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