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Flüsterton

von lila-lida
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Romance / P16 / MaleSlash
Jungkook V
04.11.2021
13.05.2022
41
92.877
46
Alle Kapitel
374 Reviews
Dieses Kapitel
13 Reviews
 
23.01.2022 2.790
 
Hallo ihr Lieben,

danke für die Reviews an Taekook, jasbir, NatiBTSArmy, freelover, annaromantika, KpopTime, Maggyxx, LiNsDeVilLaDy, Only-Hope, Vanna, Ayasha, SmaragdFee und Everybodysaylalalala.
Seid mir nicht böse, dass ich die Reviewantworten für Kapitel 21 nicht mehr geschafft habe, aber dafür habe ich die Reviews für Kapitel 22 alle beantwortet :)

Jetzt sind wir also wieder bei Jungkook und Dong-min spielt auch noch mal eine Rolle. Keine Ahnung, ob ihr ihn vermisst habt. Ich bin gespannt, was ihr vom Kapitel denkt. Hier passiert eine Menge unausgesprochenes, aber ich bin mir sicher, ihr lest alles heraus ;)

Ich wünsche euch einen schönen Sonntag.
Ich selbst werde ihn wohl entweder mit den Gilmore Girls (schon wieder) oder einem K-Drama verbringen (vermutlich aber Gilmore Girls, ich glaube ich fühle mich heute nicht nach Untertitel-Lesen :D)

Lida


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~*~


Kapitel 23


~*~



Jungkook

Als ich mich von ARMY verabschiede, ist es immer noch nicht besonders spät, aber dennoch lasse ich mich von einem Chauffeur zurück zum Dorm bringen. Ich weiß nicht, was ich im Firmengebäude anstellen soll, wenn ich nicht in den Fitnessraum darf, Tanztraining kann ich auch nicht machen und ich habe keine Lust, einen Song zu schreiben. Dafür sind meine Gedanken momentan einfach zu sehr in Unruhe, auch wenn ich versuche nicht darüber nachzudenken, dass Tae bei der Tänzerin ist.

Als ich zuhause ankomme, wirbeln Jin und Yoongi durch die Küche. Alles wie immer eigentlich, aber irgendwie auch nicht. Jin sieht ziemlich angefressen aus.

„Hey“, grüße ich und lehne mich über die Theke.

„Alles okay?“, fragt mich Jin. „Wieder aufgewärmt?“

„Ihr habt mein vlive geschaut?“

„Ja“, bestätigt Yoongi und er grinst amüsiert. Ist das wegen mir? War ich so lustig? „Und Jin hat ein ziemliches Theater veranstaltet.“

„Was? Warum?“

Jin grummelt nur, deswegen ergreift Yoongi erneut das Wort. „Weil du so oft erwähnt hast, dass dir kalt ist, hat Jin irgendwann bei Big Hit angerufen und dem Staff Beine gemacht.“

„Das war dein Verdienst?“, frage ich Jin, der daraufhin erneut nur grummelt. Ich muss einfach lachen. Es hat eine Weile gedauert, bis jemand vom Staff aufgetaucht ist und es hat mich schon gewundert, weil sie normalerweise unsere vlives schauen und reagieren, wenn wir etwas benötigen. Heute hat es wirklich lang gedauert. Wer weiß, wie lange ich hätte warten müssen, wenn Jin nicht eingegriffen hätte.

„Es ist fast wie früher“, meint Yoongi, während Jin schweigend Gemüse schneidet. „Wenn er jetzt wieder anfängt dir deine Lunchbox vorzubereiten, sind wir wohl wirklich durch die Zeit gereist.“

„Ich weiß nicht, was du hast. Jins Lunchbox war damals der Hit.“

„Das klingt, als hättest du damit deine Schulklasse versorgt.“

„So ungefähr“, bestätige ich. „Ich habe den Inhalt meiner Lunchbox gegen die Hausaufgaben getauscht.“

„Was?“ Jetzt blickt Jin doch auf. „Ist das dein Ernst?“

„Hallo? Eine Lunchbox gepackt von World Wide Handsome Jin? Natürlich ist das mein Ernst.“ Ich trete um die Theke herum und umarme Jin von hinten. „Hast du heute Abend Zeit für mich?“

„Für dich hab ich immer Zeit, das weißt du doch.“

Und natürlich hält Jin dieses Versprechen. Eine ganze Weile verbringen wir noch mit den anderen Membern auf dem Sofa, bevor wir uns in mein Zimmer zurückziehen und gemeinsam ein Spiel auf der Playstation spielen.

Solange, bis wir mal wieder gemeinsam in meinem Bett einschlafen.

Es ist kurz nach Mitternacht als ich wieder aufwache. Jin schläft seelenruhig neben mir und eigentlich will ich mir die Decke wieder über den Kopf ziehen und weiterschlafen, aber ich habe Durst und das treibt mich aus dem Bett.

Auf nackten Füßen schleiche ich die Treppe hinunter. Das ist noch so etwas. In meiner eigenen Wohnung musste ich nicht schleichen, wenn ich nachts herumgelaufen bin. Aber hier sind noch sechs andere, die … na ja. Fünf andere. Der sechste hat vermutlich gerade eine Menge Spaß weit außerhalb unseres Dorms.

Ich taste verschlafen nach dem Lichtschalter und die Lampe in der Küche springt sofort an.

„Heilige Scheiße!“, entfährt es mir, als ich Tae entdecke, der auf einem der Hocker am Tresen sitzt und unter meinem Aufschrei zusammenzuckt. „Warum sitzt zu denn hier im Dunkeln?“

„Du hast mich erschreckt“, antwortet er und hält sich das Herz. Sein Brustkorb hebt und senkt sich schnell.

„Ich hab dich erschreckt? Du hast mich erschreckt.“ Ich gehe an den Kühlschrank um mir eine Flasche Wasser zu nehmen. Dafür bin ich ja schließlich hierhergekommen und außerdem ist es vielleicht gar nicht so schlecht, wenn die Theke zwischen uns ist. Mittlerweile kann ich das ganz gut. Flasche zwischen Brust und verletztem Arm einklemmen, mit der linken Hand die Flasche öffnen und versuchen nicht zu unbeholfen dabei auszusehen. „Nicht mehr bei Soomin?“ Es bereitet mir körperliche Schmerzen, ihren Namen auszusprechen.

„Hm?“ Tae hebt den Kopf. „Nein.“

„Nein.“

Irgendwie sieht er traurig aus. Ob sie sich gestritten haben? Ob es vorbei ist?

Verdammt, ich ekel mich vor mir selbst, dass ich wirklich hoffe, dass es einfach vorbei ist. Wieso denke ich sowas?

Ich stelle ein Glas Wasser vor Tae ab. „Willst du drüber reden?“

„Ich … nein. Nein, ich will nicht, ich … Ich glaube, ich gehe schlafen.“ Er schiebt das Glas unberührt von sich und verschwindet die Treppe nach oben, bevor ich weiß, was ich sagen soll.

Ich hätte halt doch bei Jin unter der Decke bleiben sollen. Mit meiner Flasche Wasser folge ich Tae die Treppe nach oben. Als ich am Treppenabsatz ankomme, sehe ich, dass er vor Jimins Zimmer steht. Jimin lehnt verschlafen im Türrahmen. Ich höre ihn seufzen und dann packt er Tae am Handgelenk und zieht ihn in sein Zimmer.

Natürlich. Natürlich will Tae mit Jimin reden und nicht mit mir. Das habe ich verdient, nachdem ich mich tatsächlich darüber gefreut habe, dass es vorbei sein könnte mit seiner Tänzerin.

Ich wäre wirklich gern für Tae da, aber es ist sicherlich besser, wenn er sich seinem besten Freund anvertraut. Ich kann da sowieso nicht helfen und außerdem würde es wohl wehtun.

Also schleiche ich zurück in mein Zimmer und krieche zu Jin unter die Decke.



~*~




„Viel Zeit bleibt uns nicht mehr“, sagt Jin, als wir alle gemeinsam beim Essen sitzen. „Wenn wir erstmal richtig mit den Comeback-Vorbereitungen anfangen, bleibt uns überhaupt keine Zeit mehr. Wir haben Ende der Woche ein paar Tage frei.“

Ich nicke neben ihm, während ich mit meiner Gabel, und dem Reis vor mir kämpfe. Hätte ich mir nicht wenigstens die linke Hand verletzen können? Mich nervt das alles maßlos. Kann mich bitte jemand füttern?

„Also?“ Jin stößt mich mit dem Ellenbogen in die Seite.

„Hm?“, mache ich und blicke auf. „Was?“

„Wir wollten doch einen Angelausflug machen.“

„Du wolltest einen Angelausflug machen“, korrigiere ich ihn und wende mich wieder meinem Reis zu. „Ich fahre zu meinen Eltern.“

„Du kannst mit deiner Hand nicht Auto fahren.“

„Jin-Hyung. Mein Wagen hat Automatik und die Hand ist doch schon wieder ein bisschen besser. Natürlich kann ich fahren“, widerspreche ich und kämpfe weiter mit der Gabel und dem Reis, aber jetzt hat Jin wohl genug davon, denn er nimmt mir die Gabel ab und hält sie mir vor das Gesicht.

„Du kannst ja nicht mal essen“, meint er und ich würde ja dagegenhalten, wenn ich nicht so viel Hunger hätte. Also lasse ich mich einfach füttern.

„Ich möchte meine Eltern sehen. Es ist schon wieder Monate her“, erkläre ich.

Ich muss unbedingt hier weg. Weg von Tae. Es sind natürlich nur ein paar Tage und absolut nicht genug Abstand, um mich von ihm zu lösen, aber vielleicht verschaffen diese Tage mir wenigstens ein bisschen Ruhe. Ein bisschen Abstand. Ein bisschen … weniger hoffnungslose Verliebtheit.

Jin sagt nichts, aber als ich aufblicke, nickt er. „Wie wäre es, wenn ich mitkomme?“

„Zu meinen Eltern?“, frage ich überflüssigerweise. Natürlich weiß ich, dass Jin das meint. Er mag meine Eltern und meine Eltern mögen ihn. Nein, sie lieben ihn, besonders weil er sich so sehr um mich gekümmert hat, als ich noch ein Teenager gewesen bin. Irgendwie haben sie ihn als drittes Elternteil adoptiert und dass ich Jin hin und wieder spaßeshalber Mama nenne, findet meine Mutter witzig.

„Ja. Also?“

„Meine Eltern würden sich sicher freuen, wenn du mitkommst.“

„Ich fahre auch nach Busan“, erklärt Jimin da und stößt Taehyung in die Seite. „Du wolltest doch mitkommen, nicht wahr?“

„Was?“ Taehyung scheint unserem Gespräch nicht gefolgt zu sein – kein Wunder, da er so intensiv auf sein Handy starrt. Jetzt schaut er verwirrt zwischen uns hin und her.

„Wenn wir frei haben, wolltest du doch mit mir nach Busan, oder?“, fragt Jimin nachdrücklich. Taehyung sieht ihn aus großen Augen an und ich wende lieber wieder den Blick ab. So eifrig wie er auf seinem Handy herumtippt, hat er sich vielleicht schon wieder mit der Tänzerin vertragen und die beiden planen die freien Tage gemeinsam zu verbringen. Vielleicht will er aber auch wirklich mit Jimin nach Busan fahren. Beides macht mich eifersüchtig und das, obwohl ich mir doch fest vorgenommen habe, nicht eifersüchtig zu werden.

Jimin und Taehyung sind eben unzertrennlich. Nur weil Taehyung und ich uns jetzt wieder annähern, heißt das nicht, dass ich jemals ähnlich wichtig für ihn sein könnte, wie Jimin. Die beiden sind die Seelenverwandten, die besten Freunde.

„Oh. Ich … Ja?!“, bestätigt Taehyung mit einem Stirnrunzeln.

Mir sollte kein Stein vom Herzen fallen, weil er seine freien Tage nicht mit der Tänzerin verbringt, ich weiß. Aber es ist leider so. Ich bin nicht stolz darauf.

„Cool. Dann können wir doch auch einfach zu viert fahren.“, meint Jimin. „Warum sollen wir mit zwei Autos nach Busan fahren und zu viert ist es doch auch viel lustiger.“

Wenn es möglich ist, fahren Jimin und ich öfter gemeinsam nach Busan, um uns die Fahrtzeit zu teilen, von daher ist seine Frage zu erwarten gewesen.

Zu viert im Auto mit Jimin und Taehyung vor Augen wird allerdings eine Herausforderung. Gut, dass Jin dabei ist, der mich ablenken kann, bevor ich noch in einen Autositz beiße vor lauter Frust.

Ich nicke, da ich keine Ausrede habe, weshalb wir nicht zu viert nachhause fahren könnten. Ich kann ja schlecht sagen, dass ich es nicht möchte.

„Dann Deal. Ich mache eine Playlist für die Fahrt.“

„Nein!“, stoßen Jin, Taehyung und ich gleichzeitig aus. Roadtrip-Playlists und Jimin … das ist einfach keine gute Kombination. Ich weiß auch nicht, warum, aber er sucht sich immer absurde Titel heraus, die niemand kennt und dann singt er die ganze Zeit lauthals mit, während der Rest von uns sich wünscht, nie geboren worden zu sein.

„Hey. Nichts gegen meine Playlists.“

„Vergiss es. Wenn du eine Playlist erstellst, fährt der Rest von uns in einem anderen Auto“, erklärt Taehyung nachdrücklich und wir wechseln ein Grinsen miteinander. Auch wenn ich seinem Blick nicht lange standhalte. „Ich mache die Playlist.“

Jimin ist etwas beleidigt, fügt sich aber, als unsere Wahl des Playlist-Beauftragen auf Tae fällt.

Ich weiß noch nicht so recht, was ich von diesem Arrangement halten soll, zu viert nach Busan zu fahren, aber die paar Stunden im Auto werde ich wohl schaffen. Ich kann vielleicht ein bis zwei Stunden schlafen.

Danach werden Jimin und Taehyung bei Jimins Eltern sein und Jin und ich bei meinen. Vermutlich sehen wir uns erst wieder, wenn wir zurückfahren. Das wird schon zu machen sein.

Während ich noch diesem Gedanken nachhänge, teilen die anderen sich auf, um die Küche aufzuräumen oder sich ins Wohnzimmer zu setzen. Da ich wegen meiner Hand nicht helfen darf, setze ich mich mit Taehyung, Yoongi und Hobi ins Wohnzimmer. Jimin verabschiedet sich derweil von uns. Er will unbedingt in seine Wohnung fahren und von dort noch etwas holen.

Ich unterhalte mich mit meinen Bandkollegen, auch Jin und Namjoon kommen schließlich zu uns, nachdem sie den Abwasch erledigt haben. Es tut gut, dass es sich nicht mehr so falsch anfühlt. Ich fühle mich wieder so viel wohler mit meinen Membern und habe gar kein Bedürfnis, so schnell wie möglich zu fliehen.

Stattdessen rede ich so begeistert wie alle anderen über Butter und das Comeback. Ich mag das Konzept und die Choreographie. Das wird eine tolle Zeit werden. Wenn diese blöde Pandemie nicht wäre und wir mit diesem Song durch die Welt touren könnten, wäre es noch ein bisschen cooler, aber man kann wohl nicht alles haben.

Wir sind gerade in eine Diskussion über den Songtext vertieft, als mein Handy endlich klingelt.

Dong-min und ich hatten heute telefonieren wollen, und er ist viel später dran, als ich erwartet habe. Aber ich wundere mich auch nicht weiter darüber, das Training kann sich manchmal ziehen. Letztlich ist das bei Astro auch nichts anderes als bei uns. Das Training geht immer vor. Wenn man ein Idol ist, kann man froh sein, wenn man überhaupt mal ein Privatleben hat. Einen festen Feierabend gibt es nicht, aber das wussten wir ja alle, als wir uns für diesen Weg entschieden haben. Außerdem sind wir mittlerweile doch in einer besseren Situation als die meisten andern Idol-Gruppen. Wir bekommen mehr Freizeit zugeteilt, als früher. Früher waren wir eigentlich immer nur müde und hungrig.

Ich ziehe mein Handy aus der Hosentasche und nehme den Videoanruf von Dong-min an.

„Hey.“

„Hey. Was … stör ich?“, fragt er, als er bemerkt, dass Hobi neben mir sitzt.

„Hallo.“ Hobi winkt in die Kamera und Dong-min erwidert das mit einem unsicheren Lächeln. Er kennt die anderen kaum. Außer Jimin natürlich, weil er im selben Haus wohnt wie wir – wenn wir nicht gerade wieder ins Dorm verfrachtet worden sind.

„Nein, tust du nicht. Ich habe schon sehnsuchtsvoll auf dich gewartet“, erkläre ich und fange beim Aufstehen Taehyungs Blick ein, der fast ein bisschen angefressen aussieht. Keine Ahnung weshalb. So viel wie er vorhin noch auf sein Handy gestarrt hat, antwortet die Tänzerin ihm vielleicht nicht mehr.

„Ich geh nur eben kurz nach oben“, erkläre ich. Ich will nicht, dass Dong-min auflegt, weil er denkt, dass er stört. Ich habe mich auf das Gespräch mit ihm gefreut

„Gute Nacht“, wünsche ich in Richtung der Bandmitglieder und verschwinde dann nach oben.

Dong-min hat den Anstand, nichts zu sagen, während ich mich durch das Haus bewege. Erst als meine Zimmertür hinter mir geschlossen habe, nehme ich mir die Zeit Dong-min wirklich wahrzunehmen. Er sieht müde aus.

„Alles okay?“, frage ich.

„Langer Tag.“ Er gähnt herzhaft. „Was macht deine Hand?“

„Wehtun.“ Ich lege mich auf das Bett, wie ein alter Mann. Mich wie sonst einfach der Länge nach irgendwo hinwerfen, würde vermutlich aktuell weder meinem Rücken, noch meiner Hand, noch meinem Bauch gefallen.

„Chingu?“

„Hm?“

„Hast du in den nächsten Tagen Zeit dich zu treffen?“ Dong-min sieht außergewöhnlich ernst aus. Das kenne ich so nicht unbedingt von ihm. Dass er sich treffen will – ja, aber so viel Nachdruck dahinter.

„Ich weiß nicht. Unser Schedule ist recht voll. Und in vier Tagen will ich für ein paar Tage zu meiner Familie fahren.“

„Nach Busan?“

„Ja. Jin, Jimin und Tae fahren auch mit.“

„Tae?“, fragt Dong-min mit gehobenen Augenbrauen. „Nicht mehr Taehyung-hyung? Hat er dir letztens etwa eine Wundersuppe gekocht?“

„Wir haben uns ausgesprochen.“ Ich befestige das Handy in der Halterung an meinem Bett, sodass ich es mir nicht die ganze Zeit selbst über das Gesicht halten muss. „Wir haben gemerkt, dass wir uns oft ganz falsch verstanden haben.“

„Aha. Und … hat er noch was gesagt?“

„Noch was? Was denn?“

„Keine Ahnung. Hast du denn noch was gesagt?“

Wieso spricht dieser Mann nur so in Rätseln? „Ich weiß nicht, was du meinst. Wenn du denkst, ich könnte ihm gesagt haben, dass ich in ihn verliebt bin, muss ich dich enttäuschen. Ich werde sicherlich den Frieden nicht gleich wieder zerstören, indem ich ihm so etwas sage.“

Dong-min seufzt tief. „Vielleicht solltest du es ihm sagen.“

„Du bist irre. Er hat eine Freundin, okay? Glaube ich jedenfalls. Und wenn er weiß, wie ich fühle, wird er mich gleich wieder meiden. Dann wird es vermutlich noch schlimmer als vorher.“

Dong-min streicht sich durch die Haare und sieht so aus, als würde er sie sich am liebsten büschelweise herausziehen. Frustriere ich ihn so sehr?

Warum will er denn plötzlich, dass ich Taehyung die Wahrheit sage. Sieht er denn gar nicht, was das für eine dumme Idee ist?

„Es ist gut so, wie es ist. Wir verstehen uns wieder besser und wenn das so bleibt, wie es aktuell ist, wäre ich schon mehr als zufrieden. Ich möchte mir das nicht kaputt machen.“

„Aber …“, setzt er an und unterbricht sich im nächsten Moment selbst wieder. „Schaffst du es überhaupt nicht mehr, dass wir uns treffen können, bevor du nach Busan fährst?“

„Ich kann es versuchen, falls mich jemand zu dir bringen kann. Jin-Hyung will mich nicht Autofahren lassen.“

„Ich kann auch bei dir vorbeikommen. Wir können uns ja in deinem Zimmer unterhalten, oder nicht?“

„Natürlich.“

Langsam macht er mir wirklich Sorgen. Ob bei Astro etwas passiert ist?





Sonntag, 23. Januar 2021
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