Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Flüsterton

von lila-lida
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Romance / P16 / MaleSlash
Jungkook V
04.11.2021
13.05.2022
41
92.877
42
Alle Kapitel
374 Reviews
Dieses Kapitel
14 Reviews
 
08.01.2022 2.035
 
Hallo ihr Lieben,

also, ihr braucht mich gar nicht erst suchen um mich zu lynchen. Ich bin gut versteckt :D

Ihr wisst nicht, wovon ich rede? Wenn ihr mit dem Kapitel fertig seid, wisst ihr es :D Und ihr werdet mich nicht finden. Hehe.

Erstmal an dieser Stelle wie immer noch: DANKE für die Reviews an SmaragdFee, Ayasha, jasbir, KpopTime, WhereistheLOVE, Taekook, annaromantika, Only-Hope, freelover, Vanna, LiNsDeVilLaDy.

Zu euren Fragen, warum ich dachte, das letzte Kapitel wäre nicht so euer Ding: das war nur, weil einige von euch gehofft hattet, dass Kookie in der Badewanne nicht fantasiert und ich euch da einen Strich durch die Rechnung machen musste. Sorry :)

Ich wünsche euch ein wunderschönes Wochenende.
Borahae,
Lida


_____________________________________________



~*~


Kapitel 19


~*~




Jungkook

Ich fühle mich großartig. Tae und ich verstehen uns gut. Es ist nicht so, als würden wir jetzt ständig zusammenhängen, darüber bin ich auch froh, weil ich das nicht aushalten würde.

Aber wir reden miteinander, wir lachen miteinander und Tae ist wirklich sehr besorgt um mich und will ständig sicher gehen, dass ich genug zu trinken und zu essen habe. Es ist schön so. Ich genieße es.

Manchmal verfalle ich in meine Tagträumereien. In diesen ist Tae mein Freund. Wir haben keine vorsichtige Freundschaft, die jede Sekunde zerstört werden kann, weil das geringste Beben alles durcheinander werfen könnte.

Wenn er sich in meiner Fantasie um mich kümmert, bekomme ich kleine Küsse von ihm und er streichelt mir durch die Haare.

Ich weiß, dass ich diesen Fantasien nicht nachgeben sollte. Sie sind nicht gut für mich und treiben mich eher tiefer in die Verliebtheit, als mich herauszuholen, aber momentan kann ich damit umgehen und deswegen erlaube ich mir, Taes fürsorgliche Art aus der Realität in meine Träumereien zu übertragen.

Wenn ich merke, dass das nicht gut ist, muss ich das wieder abschalten, aber im Moment ist es schön, meinen Fantasien nachzugeben. Und das macht es auch einfacher, Taehyung in der Realität zu begegnen. Weil ich meine Fantasien in meiner Fantasie ausleben kann.

„Wollen wir heute Abend zusammen kochen und einen Film schauen?“, fragt Jin in die Runde, als wir im Studio eine kleine Pause machen.

Allgemeines zustimmendes Gemurmel und auch ich nicke, aber Tae, der auf dem Boden gegen eine Wand gelehnt sitzt, schüttelt den Kopf. Da stimme ich seit Monaten das erste Mal einer Gruppenaktivität zu und ausgerechnet Tae macht mir einen Strich durch die Rechnung?

„Warum nicht?“, fragt Jin.

„Ich bin verabredet“, sagt Taehyung und ich denke mir gar nichts dabei. Er hat eine Menge Freunde unter Idols und Schauspielern, warum soll er sich nicht mit jemanden treffen? Ich habe das wesentlich häufiger gemacht in letzter Zeit und Zuflucht in meiner 97-Line gesucht. Tae steht es natürlich genauso zu, seine Freunde außerhalb der Band zu treffen.

„Verabredet?“, hakt Hobi nach.

„Ja. Ich habe heute Abend ein Date.“

Taehyung sieht keinen von uns bei diesen Worten an, sondern betrachtet lieber den Butter-Songtext in seiner Hand. Er muss wohl spannender sein, als wir.

Mir wird heiß und kalt gleichzeitig. Und schlecht. Furchtbar schlecht.

Natürlich weiß ich, dass es ganz normal ist, dass er Dates hat. Und es sollte mir nichts ausmachen. Ob er nun Dates hat oder nicht, ob er eine Frau küsst oder nicht, das macht für mich doch gar keinen Unterschied. Ich kann ihn nicht haben, egal ob er Single ist oder vergeben.

Trotzdem kann ich nichts gegen die Eifersucht in meinem Bauch tun.

Ich wende mich ab und gebe vor, mir etwas zu trinken zu holen. Ich brauche einen Moment. Ich weiß, dass ich meine Gefühle einschließen kann, aber einen kleinen Moment muss ich für mich haben, damit ich das tun kann.

In vorgespielter Ruhe schraube ich meine Wasserflasche auf und trinke einige Schlucke, während das Gespräch hinter mir wunderbar unangenehm wird.

Ich hasse es, wenn sie über Frauen und Dates sprechen, weil ich mir dann immer vorkomme, wie ein Fremdkörper, aber da Tae derjenige mit dem Date ist, ist es noch mal viel schlimmer.

Okay Jungkook.

Eins.

Zwei.

Drei.

Ich schlucke meine Gefühle hinunter, sperre sie sorgfältig in mir ein, um sie später herauszulassen, wenn ich allein bin. Ich kann das. Dann drehe ich mich wieder um und setze mich auf meinen Stuhl neben Jin, als wäre nichts gewesen.

Tae erklärt gerade, dass es sich um eine der Background-Tänzerinnen aus dem Big-Hit-Ensemble handelt.

Big Hit hat das natürlich arrangiert. Ich kenne das aus den Erzählungen der anderen und natürlich von dem Briefing, das auch ich vor Jahren von Big Hit bekommen habe, was Dating betrifft. BigHit kümmert sich um die Dating-Wünsche und organisiert alles, sofern nötig. Sehr romantisch.

Aber natürlich ist das die einzige Chance auf Dating, die wir haben.

Ich bin so ein Idiot. Ich hätte nicht vergessen dürfen, dass das jederzeit passieren kann. Auch wenn Taehyung in den letzten Monaten – zumindest meines Wissens nach – keine Dates hatte, heißt das ja nicht, dass er nicht jederzeit jemanden treffen kann. Wenn Tae sich für sie interessiert, ist sie sicherlich hinreißend.

Ich muss mir nur klar machen, dass es nicht wehtun darf. Ich habe mich in falsche Sicherheit wiegen lassen, weil wir uns wieder so viel besser verstehen und jetzt bekomme ich die Quittung dafür.

„Wo geht ihr hin?“, fragt Hobi. Zum Glück achtet niemand auf mich, da die gesamte Aufmerksamkeit auf Tae liegt und Tae selbst betrachtet immer noch am liebsten sein Textblatt und schaut niemanden von uns an. Ein verlegenes halben Grinsen liegt auf seinem Gesicht und es ist bezaubernd. Ich wünschte, ich könnte der Grund für so ein Lächeln auf seinen Lippen sein.

„Ich fahre zu ihr nach Hause. Sie will für uns kochen.“

Zu ihr nach Hause. Nun, ich habe genug aus den Gesprächen der Jungs aus den letzten Jahren gelernt, um zu wissen, worauf ich mich einstellen muss.

Ich mache mir keine Illusionen, was dieses Date betrifft. Es wird damit enden, dass Tae mit der Tänzerin Sex haben wird und dass ich mir morgen nicht anmerken lassen darf, dass es mir etwas ausmacht, während die Jungs darüber reden.

Wenigstens kann ich mich darauf einstellen und die Nacht nutzen, um mich damit abzufinden.

Ich weiß, dass ich nicht schlafen werde. Die Vorstellung davon, was Tae gerade tut, wird mich um den Verstand bringen, aber andererseits ist es gut so.

Es ist vermutlich genau der Schlag mit dem Brett gegen den Kopf, den ich gebraucht habe, um meine Träumereien wieder abzustellen. Tae wird niemals zu mir gehören.

Niemals.

Also sollte ich aufhören, in einer Fantasiewelt zu leben und der Realität ins Gesicht sehen.

Das ist natürlich leichter gesagt als getan. Aber ich kann das. Ich muss es können.

Später am Abend als wir wieder zuhause sind, lasse ich mich von Jin in der Küche einspannen, damit ich nicht darüber nachdenke, dass Taehyung gerade ein Stockwerk über mir ist und sich für sein Date fertig macht. Einspannen heißt in meinem Fall, neben ihm zu stehen und mit ihm zu reden. Aufgrund meiner Hand kann ich mich nicht wirklich nützlich machen.

„Geht’s dir gut?“, fragt Jin mich, als ich mir einen Hocker geholt habe, um mich neben ihn zu setzen.

„Ja.“

„Jungkook-ah!“ Er sieht mich vorwurfsvoll an.

Da Jimin oben bei Tae ist, um ihm zu helfen, Yoongi und Hobi im Trainingsraum sind und Namjoon am Telefon hängt, um mit seiner Schwester zu telefonieren, wage ich es, offen zu sprechen. Es ist niemand da, der mich hören kann.

„Es tut weh“, gebe ich zu und sofort spüre ich Jins warme Hand auf dem Rücken.

„Es tut mir leid für dich …“

„Schon gut. Es macht ja eigentlich keinen Unterschied. Nicht wirklich. Ob er nun ein Date hat oder nicht … für mich ist das Endergebnis doch am Ende das gleiche. Ich kann ihn nicht haben. Egal, ob er Single ist oder mit jemandem zusammen. Dann kann ich ihn doch auch glücklich sein lassen.“

Jin seufzt leise und umarmt mich. „Manchmal frage ich mich, woher du so eine Schmerzgrenze hast. Es darf dir wehtun und du darfst verletzt sein, ganz egal, ob es rational ist oder nicht.“

„Ich will, dass er glücklich ist“, wiederhole ich nachdrücklich.

Jin seufzt erneut. „Wollen wir uns später verkriechen und einen kitschigen Film schauen?“

Ich schüttle den Kopf. Nachdem aus dem Plan für heute Abend nichts geworden ist, weil Tae abgesagt hat, wollte Jin mit Namjoon und Hobi irgendein Spiel spielen und ich werde ihn nicht davon abhalten. Jin kann nicht ständig für mich da sein und das muss er auch nicht.

„Ist schon gut. Du musst nicht auf mich aufpassen.“

„Und was ist, wenn ich das will? Auf dich aufpassen?“

„Hyung, ich bin nicht mehr 15.“

„Nein. Du bist 23 und ich weiß manchmal nicht, ob das nicht noch viel schlimmer ist.“

Dazu sage ich nichts. Ich kann es ihm doch sowieso nicht ausreden. Er wird in meinem Zimmer auftauchen und mit mir den Abend auf dem Bett verbringen und mich versuchen abzulenken von meinen Gedanken an Taes Date, ob ich das nun will oder nicht. Jin ist einfach so und dafür liebe ich ihn auch.

Und es ist ja auch seine Entscheidung, nicht wahr? Wenn er sich dazu entscheidet, seine Zeit mit mir zu verbringen, anstatt mit Namjoon und Hobi, warum sollte ich mich denn dagegen wehren, wenn ich doch weiß, dass es mir guttun wird.

Jin drückt noch einmal meine Schulter, dann wendet er sich wieder dem Fleisch zu, das er in der Pfanne anbrät.

Ich will gerade das Thema wechseln, als Tae in die Küche kommt. Er sieht zum Niederknien aus.

Wieso ist dieser Mann nur so schön?

Mit offenem Mund starre ich ihn an, aber zum Glück ist Jin geistesgegenwärtig genug und tritt mir recht unsanft gegen das Bein, sodass ich mich wieder im Griff habe, als Taes Blick auf mich fällt.

„Wie sehe ich aus?“, fragt er und dreht sich auch noch vor uns im Kreis.

Wenn er mich umbringen will, ist er auf dem besten Weg.

„Gehst du auf ein Date oder auf eine Modenschau?“, fragt Jin. Ungefähr so eine Frage geistert mir auch durch den Kopf, ich würde sie aber niemals stellen. Nicht Tae. Außerdem ist mein Hals furchtbar trocken.

Die Vorstellung, dass er jetzt zu einer Frau fährt und sie ihn den ganzen Abend ansehen darf, ohne dass sie verstecken muss, was sie empfindet, ist kaum zu ertragen.

„Zu viel?“, fragt Tae auf Jins Frage hin und sieht an sich hinunter.

„Kommt drauf an. Wenn du mit Präsident Moon verabredet bist, passt das, ansonsten finde ich dich ein bisschen overdressed.“

Tae lacht. Ihm scheint diese Bewertung nichts auszumachen oder vielleicht war das auch sein Ziel. Als ob er das nötig hätte. Wenn diese Frau Augen im Kopf hat, verfällt sie ihm selbst, wenn er einen Reissack anhat. Und noch wichtiger als sein Aussehen ist sowieso sein Charakter. Tae ist vereinnahmend. Man kann ihn gar nicht, nicht lieben.

„Ich fahre dann jetzt los.“

„Viel Spaß“, bringe ich heraus und ich bin beeindruckt, dass es klingt, als würde ich es so meinen.

„Danke.“ Tae nimmt seinen Schlüssel vom Board und zeigt nochmal auf mich. „Schone deine Hand, hm?“

Ich blinzle irritiert. Ich weiß, er meint meinen verletzten Arm, aber das was mir bei seinen Worten in den Sinn schießt, lässt mich erröten. Natürlich hat er das nicht gemeint, aber die Vorstellung, dass er sich vorstellen könnte, was ich allein unter meiner Bettdecke mache …

„Ja, klar, mach ich.“ Ich strecke ihm einen Daumen entgegen und sehe ihm dabei zu, wie er in seinen Mantel schlüpft.

„Ich bin weg“, ruft er in Richtung der oberen Etage.

„Du bist ein Idiot“, antwortet Jimin und klingt ziemlich genervt.

Taehyung seufzt daraufhin, verlässt aber die Wohnung ohne darauf zu reagieren. Haben die beiden Streit?

Ich beuge mich über die Arbeitsplatte und stützte meinen Kopf auf die Arme. Es wird einfach niemals besser werden.

„Ich sehe schon, wir brauchen Süßigkeiten … und Alkohol.“

„Als ich bei Dong-min war, wolltest du nicht, dass ich meinen Kummer in Alkohol ertränke“, gebe ich zurück, ohne den Kopf zu heben. Ich weiß gar nicht, warum ich das sage. Alkohol ist definitiv nötig, wenn ich diesen Abend überstehen möchte.

„Schon, aber jetzt bin ja ich bei dir und nicht Dong-min.“

Ich schnaube halbherzig. „Absolut logisch.“







Samstag, 08. Januar 2022
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast