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Eine ganz normale Eule

von Monama
GeschichteFantasy, Schmerz/Trost / P12 / Gen
Harry Potter Severus Snape
04.11.2021
04.12.2021
11
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25.11.2021 2.686
 
Am nächsten Tag kam Snape dann endlich wackelig auf die Beine. Ein eiserner Wille zahlte sich also doch aus. Und natürlich Poppys Besuche am Morgen und Abend, die sie ihm bis auf Weiteres angeboten hatte und die er leider nicht ablehnen konnte, denn er brauchte sie, das wusste er selbst. Snape war der Heilerin auch dankbar dafür, auch wenn er nicht die Worte gefunden hatte, um das entsprechend zu würdigen.
Seine Tränke waren nun restlos aufgebraucht, Snape musste also wenigstens bis ins Labor kommen und sich das Nötigste zusammenstellen, das half jetzt alles nichts.
Harry hatte ihm vorhin die Gemüsesuppe gebracht, die er ihm am Vortag angekündigt hatte, und die schmeckte sogar. Snape nahm ein paar Löffel davon zu sich, bis ihn jäh ein eisiger Schrecken durchfuhr. Der Junge hantierte unbeaufsichtigt in seiner Küche herum!
Wenn er versehentlich vergaß, den Herd auszumachen und das Haus in Brand steckte!
„POTTER!!!“, bellte er und hörte umgehend Schritte, die jetzt die Treppe hochpolterten.
„Professor?“, tauchte wenig später das Gesicht des Jungen in der Tür auf. Er wirkte alarmiert, erschrocken.
„Hast du schon mal gekocht?“, fragte Snape.
„Äh, ja“, sagte Harry erstaunt, „regelmäßig. Schmeckt es Ihnen nicht? Wollen Sie was anderes haben?“
Jetzt war Snape erstaunt. Dieser sonst so rotzfreche, arrogante Junge, der hochgelobte Star der Zauberwelt, benahm sich hier vorbildlich und höflich, obwohl sie hier ganz allein waren und Potter bei Ungebührlichkeit noch nicht einmal ein Nachsitzen drohte.
Wie kam das?
„Nein, die Suppe… kann man essen. Sei aber vorsichtig, wenn du in meiner Küche hantierst. Vergiss nicht, den Herd auszustellen. Äh… ja.“ Snape versuchte, seine plötzlich aufkommende Verlegenheit mit einem umso ruppigeren Gesichtsausdruck zu kaschieren. Was spielte sich hier eigentlich ab? Warum war der Junge auf einmal so anders?
„Natürlich, ich passe auf, keine Sorge, Sir, ich, äh, koche zu Hause regelmäßig. Wenn Sie einen Essenswunsch haben –?“ Potter sah ihn fragend an.
„Nein.“
„OK, dann – gehe ich wieder runter?“
Snape nickte knapp und starrte noch auf die offene Tür, nachdem der Junge längst wieder die Treppe hinuntergelaufen war. Harry Potter allein mit einem bettlägerigen Severus Snape, und der Junge benahm sich so dienstbeflissen und devot wie ein Hauself??
Warum?
Snape wusste ja nun selbst am besten, dass der Junge nie Angst vor ihm gehabt und ihn nie respektiert hatte und ihn auch kein Stück leiden konnte, genauso wenig wie umgekehrt. Warum also benahm Potter sich hier so gut und war so bemüht, Snapes Wünschen nachzukommen?
Das ergab doch alles keinen Sinn! Hatte Dumbledore den Jungen mit irgendwas bestochen? Vom Nachsitzen auf Monate freigestellt?
„POTTER!!!!“, bellte er wieder. Er wollte jetzt wissen, was hier los war, verdammt!
Wenn das wieder eines von Dumbledores Spielchen war…!
Harry guckte erneut etwas erschrocken durch den Türspalt. „Professor?“
„Was hat dir Dumbledore dafür versprochen??“, knurrte Snape und spürte, wie er mit jedem Wimpernschlag zorniger wurde.
Aber der Teenager runzelte nur die Stirn: „Sir?“
„Stell dich nicht dumm, Potter: Was kriegst du dafür, dass du mir hier wie ein Hauself zur Seite stehst??“ Das „zur Seite stehst“ hatte Snape so verächtlich ausgesprochen, beinahe ausgespuckt, wie es ihm überhaupt nur möglich war.
Potter zuckte zurück und jetzt regte sich auch in seinem Gesicht Ärger. „Gar nichts“, sagte er patzig, „ich bekomme dafür gar nichts. Sie haben mich in Ihr Haus aufgenommen und meinen Arm versorgt, der ist dank Ihnen schon fast wieder gut zu gebrauchen. Ich möchte mich dafür revanchieren, darum möchte ich jetzt Ihnen helfen.“ Trotzig reckte er das Kinn nach vorne.
Ja, das sah schon eher nach dem Jungen aus, den Snape kannte.
Jetzt beäugten sie sich wie die Kontrahenten, die sie immer gewesen waren. Das fühlte sich vertraut an, Snape war beruhigt.
Die normale Ordnung stellte sich wieder her!

Als er sich mit den letzten zwei Stärkungstränken so weit aufgepäppelt hatte, dass er nicht nur aus dem Bett steigen konnte, sondern auch noch langsam und mit der Hand am Geländer die Treppe hinunterkam, hörte Snape Potter in der Küche werkeln. Da musste er wenigstens einmal kurz reingucken, um sicherzugehen, dass da keine Gefahr im Verzug war.
Snape straffte sich, atmete tief durch und bündelte alle Energiereserven, um aufrechten Ganges in der Tür stehen zu können. Er hielt sich am Türrahmen fest, aber so, dass Potter das nicht sehen konnte.
Der Junge wusch gerade das benutzte Geschirr ab und hatte die Stücke ordentlich auf der Spüle zum Abtropfen aufgereiht. Der Küchentisch war blitzblank abgewischt und aufgeräumt, und auch sonst befand sich alles an Ort und Stelle. Im Backofen stand ein Pie.
Snape staunte. Er hatte erwartet, ein mittleres Chaos in seiner Küche vorzufinden, so wie im Zaubertränke-Unterricht, aber Potter hatte hier tatsächlich aufgeräumt. Ordentlich aufgeräumt! Und wusch jetzt das Geschirr ab!
Jetzt hatte der Junge Snape bemerkt und sagte als erstes: „Ich trockne das gleich noch ab, Sir. Kann ich Ihnen was bringen? Einen Tee? Ich kann Ihnen auch was aus der Hogwarts-Küche ordern, wenn Sie etwas Bestimmtes haben möchten. Ansonsten habe ich ein Pie für heute Abend vorbereitet.“
Snape musste das träumen. Konnte man sich noch nicht mal mehr auf alte Feindschaften verlassen?
Was passierte hier?
Er wusste dazu nichts zu sagen, also drehte er sich einfach kommentarlos um und wackelte in sein Labor.


                                                                                     *~*~*


Ha, dachte Harry und rollte die Augen, da fand nicht mal Snape mehr was zu meckern, so ordentlich räumte er hier auf! Er würde sich von seinem Lehrer nie wieder nachsagen lassen müssen, dass er undankbar war oder seine Schulden nicht beglich! Zweifellos würde Snape anderes zu beanstanden finden, mindestens Harrys allenfalls durchschnittliche Künste in seinem Lehrfach, aber DAS konnte er ihm jetzt nicht mehr vorwerfen, DAS nicht! Das verschaffte Harry eine gewisse Befriedigung, das konnte er nicht leugnen.
Als alles fertig war, hatte er, zugegeben, nichts mehr zu tun und hörte, dass Snape nebenan im Labor herumlief.
Sollte Harry ihm anbieten, dass er ihm half, Zutaten zu schneiden? Sicher würde Snape ihn wegschicken, aber dann hatte er wenigstens gefragt.
In dem Moment hörte er Geräusche aus dem Kamin. Dumbledore wollte bestimmt wissen, wie es ging, und Harry würde ihn dann darum bitten, Zutaten für Lebkuchen aus der Hogwartsküche zu schicken. So wenig ihm nach Weihnachten zumute war, aber er liebte Lebkuchen und hätte Appetit auf welche, außerdem wäre das wenigstens ein Zeitvertreib.
Harry lief also ins Wohnzimmer, aber da erschien nicht Dumbledores Gesicht in den Flammen, sondern das seines Patenonkels!
Sirius!
Der kam gleich zum Punkt und rief wütend in den Kamin: „Harry, komm mit durch, du bleibst keine Minute länger bei diesem... diesem...!“
Im Hintergrund hörte Harry die Stimme von Remus Lupin, der versuchte, seinen Freund zu beruhigen, doch Sirius ereiferte sich weiter und ignorierte Remus: „Ich lasse nicht zu, dass Dumbledore dich bei diesem... KERL lässt, mir sind die Hintergründe völlig egal, die interessieren mich überhaupt nicht...“
„Sirius, es ist OK“, hakte Harry jetzt schnell ein, „ich –“
„Nein, es ist NICHT –“
„Sirius, ich habe Dumbledore angeboten, hierzubleiben, es war MEINE Idee, nicht die von Dumbledore!“, rief Harry in den Kamin.
Das half. Sirius war so verdutzt, dass er innehielt.
Harry erklärte schnell weiter, aber dann hatte sich auch Sirius gefangen und blaffte: „Das ist eine Gehirnwäsche, der dich Dumbledore unterzogen hat, sowas dulde ich nicht! Das macht –“
Er unterbrach sich und Harry hörte jetzt im Hintergrund nicht nur Remus' Stimme, sondern auch die von Arthur Weasley, die Sirius beide rieten, Harry erst einmal ausreden zu lassen.
„Ich habe schon genug gehört!!“, keifte Sirius jetzt die beiden anderen Männer an, sein Patenonkel war wirklich fuchsteufelswild!
Harry übertönte den Lärm noch und brüllte in den Kamin: „HÖR MIR JETZT ZU! Snape hat mir das Leben gerettet und hat sich hier gut um mich gekümmert! Ich weiß, dass du ihn nicht magst, und wahrscheinlich überzeugt dich das jetzt auch nicht, aber ich BLEIBE HIER. Das musst du akzeptieren! Ich schulde es ihm, und er braucht hier jetzt jemanden. Sobald es ihm besser geht, schmeißt er mich sowieso raus, also bin ich bald wieder... wo auch immer. In den paar Tagen bei Snape geht es mir jedenfalls besser, als es mir je bei den Dursleys gegangen ist, OK? Da habt ihr mich ja auch all die Jahre gelassen, also was regt ihr euch jetzt auf, wenn ich in Snapes Obhut bleibe. Hier kriege ich genug zu essen, drei Mahlzeiten am Tag, keiner misshandelt mich und ich werde in Ruhe gelassen. Und bin obendrein noch sicher! Was will ich mehr?? Das ist für meine Verhältnisse schon eine ganze Menge! Haben wir das jetzt geklärt, ja?? Sehr gut, dann hab noch einen schönen Tag, auf Wiedersehen!“
Zornig schickte Harry Sirius' Konterfei weg und unterbrach die Verbindung. Sein Herz raste, er war wütend!
Jetzt kam die Wut wieder, die er als Eule nicht mehr gehabt hatte. Kaum war er ein Mensch, ging das alles wieder los, na großartig! Das hatte er ja vermisst.
Sirius machte sich Sorgen um ihn, klar, das verstand Harry, aber trotzdem musste er nicht so tun, als könne Harry nicht bis drei zählen. Wenn er sagte, er wolle hierbleiben, dann musste Sirius das akzeptieren. Jetzt brauchte er auch nicht mehr anzufangen, Harry wie ein kleines Kind zu behandeln. Er war nicht da gewesen, als Harry eine Vaterfigur oder einen Beschützer gut gebraucht hätte. Das war nicht Sirius' Schuld, er hatte ja unschuldig in Askaban gesessen, aber dennoch, Harry konnte auch nichts dafür, dass ihnen die gemeinsamen Jahre gestohlen worden waren!
Hoffentlich hatte Snape ihn nicht gehört! Vor allem nicht das mit...
Harry schluckte und drehte sich abrupt um und lauschte in den Flur. Keiner da. Er holte tief Luft. Dann werkelte Snape noch in seinem Labor und um ihn herum blubberten die Tränke. Na, wenigstens etwas. Nicht auszudenken, wenn Snape das Gespräch mitbekommen hätte! Wobei er wahrscheinlich sowieso kein Wort davon geglaubt hätte, jedenfalls nicht das über die Dursleys, dazu hätte Snape sicherlich nur geschnaubt und den Ausbruch als „infantile Raserei eines verwöhnten, reichen, hitzköpfigen Kindes“ abgetan, das es nicht mochte, wenn ihm jemand den Marsch blies, denn alles andere passte ja nicht zu dem Bild, das Snape von Harry hatte. Und das würde der Mann ja sowieso nie revidieren.

 
                                                                                        *~*~*


Snape stand wie angewurzelt im Flur. Er hatte, als er im Labor stand, Stimmen aus dem Wohnzimmer gehört und hatte angenommen, es wären Potter und Dumbledore, die sich über sein Befinden austauschten, aber stattdessen kläffte dieser Köter aus seinem Kamin!
Snape steuerte geradewegs auf das Zimmer zu, als er hörte, was Potter antwortete: „Sirius, ich habe Dumbledore angeboten, hierzubleiben, es war MEINE Idee, nicht die von Dumbledore!“
Snape hielt erstaunt inne. Potters Idee war das gewesen? Genauso verblüfft wie er war offenbar auch der Köter und verstummte endlich mit seinem Getobe.
Snape hörte sich Harrys Erklärung an und traute seinen Ohren kaum: Potter verteidigte ihn!
Ungläubig lauschte Snape, wie das Gespräch weiterging.
„In den paar Tagen bei Snape geht es mir jedenfalls besser, als es mir je bei den Dursleys gegangen ist... Hier kriege ich genug zu essen, drei Mahlzeiten am Tag, keiner misshandelt mich und ich werde in Ruhe gelassen. Und bin obendrein noch sicher! Was will ich mehr?? Das ist für meine Verhältnisse schon eine ganze Menge!“
Der Junge klang verbittert!
Er bekam bei den Dursleys nicht genug zu essen?!
Er wurde misshandelt?!
Snape starrte von der Türschwelle in den Raum. Zornig saß Potter auf dem Teppich vor dem Kamin und atmete schwer. Er war aufgeregt, so aufgeregt, dass er gar nicht mitbekam, dass Snape wenige Meter hinter ihm stand. Also zog er sich leise zurück. Potter bemerkte auch das nicht, war ganz und gar mit sich selbst beschäftigt.
Snape wusste nicht, was er von dem, was er gerade gehört hatte, halten sollte. Dumbledores Goldjunge entpuppte sich hier bei näherer Betrachtung ganz anders als alles, was Snape bisher angenommen und selbst erlebt hatte.
„Harry ist nicht so, wie du denkst“, hatte Dumbledore oft genug gesagt. Snape begann zu glauben, dass das wahr war. Doch... sicherlich hatte Dumbledore keine Ahnung, was Potter zu Hause widerfuhr, das würde der Schulleiter doch niemals zulassen, nicht bei seinem wertvollen Harry Potter.
Oder? War auch der Junge letztlich nur eine von Dumbledores Schachfiguren, genau wie Snape?
Das würde er rauskriegen!

Als sie später beim Essen zusammensaßen – Potter hatte tatsächlich ein annehmbares Shepherd's Pie hinbekommen, zwar ohne Hackfleisch, denn das hatten sie nicht mehr, aber alles andere passte – fragte Snape wie beiläufig: „Bald ist ja Weihnachten. Das gedenkst du sicherlich bei deiner Tante zu feiern, oder, Potter?“
„Hmm“, war alles, was der Junge dazu sagte. Er sah Snape nicht dabei an, aber besonders begeistert sah er bei dem Gedanken jedenfalls nicht aus.
„Die werden dich ja sicherlich schon vermissen“, stichelte Snape in einem Ton, auf den der Harry Potter, den er kannte, unbedingt anspringen musste.
Aber er sprang nicht!
Zuckte nur die Schultern, wollte zu dem Thema offenbar nichts sagen.
Irgendwie musste hier doch was rauszukriegen sein!
„Oder sie vermissen mindestens deine Kochkünste!“, sagte Snape so ironisch, wie er konnte, denn darauf musste Potter doch unbedingt antworten. Seine Kochkünste waren in der Tat gut, also würde er sich doch verteidigen!
Potter verzog jetzt tatsächlich ärgerlich die Mundwinkel und raunzte: „Ja, die vermissen sie ganz sicher, aber es gibt ja Take-away.“ Dann verstummte er abrupt, als habe er schon zu viel gesagt.
„Du scheinst SIE jedenfalls nicht zu vermissen“, machte Snape unbeirrt weiter, „ich meine... wenn du stattdessen lieber für MICH kochst... Das könnte ich jedenfalls fast meinen, da du ja immer noch hier bist. Wobei Dumbledore bei seinem grandiosen Einfall, dass du weiter hier verweilen sollst – wo auch immer er den herhatte –, vielleicht deine Befindlichkeit nicht miteinbezogen hat, aber bei Weihnachten... einem Familienfest... möchte sein Goldjunge doch bestimmt zurück in den Kreis seiner Lieben...“
Snape zog seine Augenbraue so hoch, wie es ging, und setzte sein herablassendstes Gesicht auf, was er sich allerdings hätte sparen können, denn Potter sah ihn sowieso nicht an. Schaufelte sich sein Pie in den Mund und blieb stumm, zuckte nur wieder die Schultern.
Der wollte wirklich nicht nach Hause! Snape staunte.

Sie hatten vor den Weihnachtsferien diese erste Okklumentik-Stunde gehabt, denn Snape sollte Harry beibringen, wie er sich gegen die Angriffe Voldemorts wappnen konnte, wenn der in seinen Geist eindrang.
Zu Snapes großer Erleichterung schien der Dunkle Lord von dieser Verbindung selbst noch nichts bemerkt zu haben, sondern er teilte Potter quasi versehentlich manche Informationen mit, die dann als Bilder oder Träume in Potters Kopf erschienen, wie der Angriff auf Arthur Weasley zu Beginn der vergangenen Woche. Es war essentiell, dass der Dunkle Lord das auch nie herausfinden möge.
Als begabter Legilimentiker verstand es Snape, die Gedanken anderer zu lesen, konnte so mehr oder weniger mühelos feststellen, ob ihn jemand belog. Diese Gabe war schon so manchem Schüler schlecht bekommen. Snape, der auch die Okklumentik beherrschte, hatte es bisher geschafft, seine Tätigkeit für den Phoenix-Orden vor dem Dunklen Lord geheimzuhalten. Dass ihm das auch weiterhin gelang, war Snapes Lebensversicherung.
Die Eulenform hatte Potter wohl von der Gedankenverbindung abgeschirmt und den Jungen zusätzlich davor geschützt, das vermutete Snape jedenfalls, aber jetzt, da der Junge wieder als Mensch herumlief... Wer wusste, ob er jetzt nicht wieder diese Träume bekam, und ob der Dunkle Lord dann nicht doch noch von dieser Verbindung erfuhr. Wenn er dann noch herausfand, dass Potter sich bei Snape aufhielt...
Vielleicht sollte Snape hier und jetzt mit Potter weiter am Erlernen der Okklumentik arbeiten. Da er dazu selbst in Potters Kopf eindringen musste, konnte Snape dann ja auch gleich mal nachsehen, was für Bilder Potter aus seinem Ferienalltag mit den Dursleys im Kopf hatte... Dann würde Snape ja herausfinden, was es mit der Vernachlässigung oder gar Misshandlung – oder auch nicht – auf sich hatte.
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