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Ausgelöscht

von Avivit
GeschichteAllgemein / P16 / Het
Loki OC (Own Character)
01.11.2021
25.11.2021
14
13.796
6
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25.11.2021 1.333
 
Am nächsten Morgen wecken mich die durchs Fenster einfallenden Sonnenstrahlen. Der Platz neben mir ist leer. Suchend schaue ich mich im Zimmer um und entdecke Loki in Shorts und T-Shirt am gedeckten Tisch sitzen und verträumt zu mir herüber schauen.
“Morgen”, nuschele ich verschlafen und reibe mir die Augen, bevor ich mich aufsetze.
“Ob du gut geschlafen hast, brauche ich dich wohl nicht zu fragen”, entgegnet er mir und legt den Kopf schief.
Ich sehe ihn verwirrt an. “Wieso?”
Er steht auf, lässt sich neben mir nieder und deutet auf eine einige rote Flecken auf seinem Kopfkissen.
“Ist das Blut?”, frage ich entsetzt.
“Neben dir zu schlafen ist nicht ganz ungefährlich. Hattest du wieder einen Albtraum?”
“Ohje, war ich das? Tut mir wirklich leid. Ich kann mich an nichts erinnern.”
“Das kennen wir ja schon”, grinst er amüsiert und fügt beschwichtigend hinzu. “Ist nicht so schlimm. Schon vergessen? Ich kann mich heilen. Du hast aber ziemlich heftg um dich geschlagen. Es gibt mit Sicherheit schönere Arten mitten in der Nacht geweckt zu werden.”

Schelmisch lächelt Loki mich an und ich streiche mir verlegen eine Strähne meines strubbeligen Haares hinters Ohr. Ich will noch etwas erwidern, doch er legt seinen Finger auf meinen Mund. Mein Herzschlag beschleunigt sich rapide, als er mir in die Augen schaut, während sein Finger sanft über meine Lippen fährt. Mit einem flinken Satz sitzt er auf mir und drückt mich zurück in die Kissen, um sich über mich zu beugen und meine Worte mit einem fordernden Kuss zu ersticken. Siedend heiß durchflutet mich die gleiche Leidenschaft, die mir bereits gestern den Boden unter den Füßen weggezogen hatte. Er löst sich kurz von meinen Lippen und ich streiche ihm mit den Fingerspitzen durch sein ihm ins Gesicht fallendes Haar, bevor wir uns in einem weiteren innigen Kuss verlieren.
Mit einem Ruck zieht Loki die Bettdecke zwischen uns weg und ich spüre seinen Körper auf meinem. Forschend gleiten meine Hände unter sein T-Shirt und schieben dieses langsam und doch beharrlich nach oben. Wieder löst er sich für einen Moment von mir, streift sich in einer fließenden Bewegung das Shirt vom Leib und schenkt mir ein verheißungsvolles Lächeln. Dann spüre ich seine Hände auf meiner Haut, wie sie sich gefolgt von zarten Küssen am Rande meines nach oben wandernden Shirts ihren Weg bahnen und mir eine Gänsehaut bescheren. Kurz darauf landet auch mein Shirt auf dem Boden und ich beiße mir auf die Unterlippe, als er mit seiner Zunge spielerisch jeden Zentimeter meines Körpers liebkost, während er uns beide geschickt von den letzten Kleidungsstücken befreit. Nackt liegen wir beieinander und Loki sieht mir erneut in die Augen, während seine Hand in meine Kniekehle greift und behutsam mein Bein ein wenig nach oben zieht.
Das Feuer, das er in mir entfacht hat, brennt nun lichterloh. Hingebungsvoll strecke ich mich ihm entgegen, damit mein Schoß ihn sehnsüchtig in Empfang nehmen kann, während er mit einem leisen Stöhnen seinen Kopf an meinem Hals vergräbt. Schwer atmend verweilt er für einen Augenblick und sieht mir ins Gesicht. Ich genieße das warme Pulsieren in meinem Inneren, bevor er beginnt, sich langsam zu bewegen, ohne den Blick von mir abzuwenden. Meine Finger krallen sich in seinem Rücken fest und wir finden uns in einem stetig schneller werdenden Rhythmus wieder, während unsere Lippen wieder und wieder den Weg zueinander finden.
Auf dem Zenit unserer lustvollen Vereinigung glaube ich zu zerspringen. Mein ganzer Körper zittert vor Extase und ich klammere mich an Lokis Körper, der sich versteift, als er schließlich selbst mit einem tiefen Seufzen zusammenzuckt und seinen Höhepunkt erreicht. Eng umschlungen verharrt er, seinen Kopf an meinen Hals geschmiegt, bis auch die letzten unwillkürlichen Zuckungen verklingen und sein Körper langsam zur Ruhe kommt. Dann sinkt er verschwitzt neben mir auf das Laken und lächelt mich noch einmal schwer atmend an, bevor er mich in seine Arme zieht.

Regungslos liegen wir eine kleine Ewigkeit lang einfach nur eng umschlungen da. Schließlich schiebt Loki mich ein Stück von sich weg. „Magst du Frühstück?“
Ich nicke. „Und ob.“
Voller Elan springt er aus dem Bett, schlüpft in seine Sachen und angelt ein Tablett aus dem oberen Küchenschrank, auf das er unser Frühstück umläd. Vorsichtig stellt er es auf dem Bett ab und setzt sich wieder zu mir, während ich meinen nicht minder verschwitzten Körper in die Bettdecke hülle.

Wir genießen unser schlichtes Picknick im Bett, obwohl der Kaffee längst kalt und absolut ungenießbar ist.
“Danke für den wundervollen Abend gestern”, bringe ich kauend hervor und ergänze nach einer kleinen Pause. “Und diesen anregenden Morgen.” Ich spüre, wie meine Wangen warm werden und ich rot anlaufe.
“Mit hat es auch gefallen, Lea. Sehr sogar.” Zärtlich streicht Loki mir über die Wange.

„Wie geht es jetzt weiter?“, frage ich, was mich nun doch beschäftigt.
Loki schaut zum Fenster und seine Gesichtszüge wirken mit einem Mal sehr erst. Dann sieht er mich wieder an.
„So gern ich das hier mit dir einfach nur genießen und alles andere vergessen würde. Ich kann es nicht.“
„Was meinst du?“, hake ich erschrocken nach.
„Ich hatte etwas begonnen und bin gescheitert. Aber durch dich habe ich nun eine zweite Chance bekommen. Ich muss sie ergreifen und zu Ende bringen, was mir vereitelt wurde.“
Das seltsame Funkeln in seinen Augen ängstigt mich und ich ziehe die Decke etwas fester um meinen Körper.
„Du willst also erneut Menschen umbringen und dort draußen alles verwüsten?“
„Es ist nicht so, als ob mir das irgendwie Freude bereitet hätte“, entgegnet er mir kopfschüttelnd. Es muss auch nicht sein. Es hätte schon vorher nicht so enden müssen, weißt du. Aber man hat sich mir in den Weg gestellt. Und das war ein Fehler.“

Die Entschlossenheit in seinen Augen verunsichert mich nur noch mehr. Mir wird ganz unwohl bei dem Gedanken daran, ihm die Freiheit geschenkt zu haben. Was habe ich nur getan? Wie konnte ich davon ausgehen, dass er nun ein anderer sei als vor seiner Inhaftierung in Asgard. Ich muss unbedingt versuchen, ihn davon abzubringen, so etwas noch einmal zu tun. Wenn ich es nicht tue, wird es ein böses Ende nehmen. Und ich wäre daran schuld.

“Du magst es nicht, wenn man sich dir in den Weg stellt, mmh?”, hake ich vorsichtig nach und er nickt zur Antwort.
Wir schweigen einen Augenblick und ich suche nach Worten, um mir weitere Antworten zu verschaffen, ohne ihn unnötig wütend zu machen. Nachdem wir uns eben noch so nah waren, möchte ich einfach nicht, dass er wieder so ist. Mein Herz würde das nicht ertragen. Nicht jetzt.

„Verrätst du mir, was du vor hast?”, beginne ich vorsichtig. “Vielleicht gibt es einen Weg ohne weiteres Blutvergießen.”
Besänftigend lege ich meine Hand auf seinen Arm. „Wenn ich dir helfen kann, werde ich das tun. Aber ich weigere mich, anderen Menschen Leid anzutun.“
„Du weigerst dich …“, empört er sich amüsiert. „Hast du nicht genauso für Verwüstung und Tod gesorgt? Oder habe ich da etwas falsch verstanden?“
Seine dreiste Anschuldigung verletzt mich. „Mag sein, aber ich erinnere mich verdammt nochmal nicht mehr daran und ich kann es mir auch noch immer nicht vorstellen. Sieh mich an, wie soll jemand wie ich so etwas zustande bringen? Das bin ich nicht, klar?“
Meine Stimme ist merklich lauter geworden und ich füge leiser hinzu. „Ich will das nicht, Loki. Und ich möchte auch nicht, dass du so etwas tust. Das hast du doch gar nicht nötig. Bitte, was kann ich tun?”

Nachdenklich sitzt Loki da und betrachtet meine Hand, wie sie noch immer auf seinem Arm ruht.
„Nun gut“, fährt er schließlich mit ruhiger Stimme fort. „Ich benötige einen Gegenstand. Er gehört mir und man hat ihn mir genommen. Ich muss ihn wieder in meinen Besitz bringen. Wenn du einen Weg findest, das gewaltfrei hinzubekommen, bin ich gerne dabei. Falls nicht, ist mir jedes Mittel recht.“
Ich schlucke bei seinen letzten Worten, die er auf eine Weise ausspricht, dass ich erschaudere. Zugleich schöpfe ich Hoffnung, dass wir gemeinsam einen Weg finden können, der ihn nicht wieder zum Monster werden läßt.
 
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