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Roberts Lieblingsfest

Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P12 / Gen
Bibi Blocksberg Dr. Eichhorn
31.10.2021
25.11.2021
6
10.476
4
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
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18.11.2021 1.784
 
Bibi und Robert erreichen gerade die Hauptstraße. Die Laternen sind noch nicht wieder eingeschaltet, so dass die Straße im Dunkeln liegt. Doch es ist keine unheimliche Dunkelheit, sondern eine gemütliche, die eine romantische Stimmung verbreitet, was vielleicht auch daran liegt, dass sie nicht undurchdringlich ist, sondern von dem Licht, das aus den Fenstern der Wohnhäuser heraus dringt erhellt wird. Vor allem aber liegt es daran, dass Robert Bibis Hand fest in der seinen hält, da ist sie sich ganz sicher.

"Ich hoffe, es ist in Ordnung, wenn wir hier in Falkenstein ins Restaurant gehen, oder willst du lieber nach Rotenbrunn in ein feineres Lokal?" will Robert von Bibi wissen und reißt sie somit aus ihren Gedanken. "Nein. Hier ist gut. Das Restaurant mag ich gerne, auch wenn ich schon ewig nicht mehr da war. Außerdem genieße ich den kleinen Spaziergang mit dir gerade sehr." antwortet Bibi. Robert drückt Bibis Hand liebevoll, als ob er ihr sagen will, dass es ihm genau so geht. Bibi lächelt ihn an und er lächelt zufrieden zurück.

Ein paar Minuten später sitzen die beiden an einem Tisch am Fenster im kleinen regionalen Restaurant im Falkenstein. Bibi war zwar erst einmal mit der Familie Martin hier, aber schon damals fand sie das Lokal toll. Die rustikalen Möbel sind allesamt aus hellem, naturbelassenem Holz und strahlen eine unglaubliche Gemütlichkeit aus, die jetzt noch von der flachen Kerze, die zwischen steht, unterstrichen wird. Bibi versinkt in Roberts dunkel Augen, in denen sich die Flamme der Kerze spiegelt und er erwiedert ihren Blick fest. Erst als der Kellner an den Tisch tritt unterbrechen sie den Blickkontakt. "Guten Abend. Darf ich ihnen die Speisekarte geben?" fragt der ältere Herr höflich und hält demonstrativ zwei übersichtliche Karten in der Hand. Robert winkt dankend ab. "Vielen Dank. Aber für mich nicht. Ich nehme die traditionelle Martinsgans, die sie draußen an ihrer Tageskarte stehen haben." sagt Robert. Bibi ist gar nicht aufgefallen, dass sie draußen an einer Tageskarte vorbeigekommen sind, so vertieft war sie in das Gefühl so dicht bei Robert durch den Abend zu schlendern. "Gans klingt gut. Ich glaube, die nehme ich auch." beschließt sie nun spontan.

Die zwei führen ein lockeres Gespräch und schauen sich immer wieder verliebt an, während sie auf das Essen warten. Als die vollen Teller mit Gänsekeule, Klößen und Rotkohl gebracht werden ist Bibi klar, dass dies ein phantastischer Abend wird und das nicht, weil das Essen vorzüglich riecht und die Haut der Gans knusprig ist, sondern weil ihr bei den Blicken die Robert ihr zu wirft ganz warm wird und weil ihr Herz schneller schlägt, als er seine Hand auf ihre legt und ihr einen guten Appetit wünscht. Himmel, es hat sie total erwischt, so hat sie sich noch nie gefühlt. Noch nie hat ein Mann bei ihr mir so einfachen Gesten so ein flattern im Bauch ausgelöst. Und wenn sie Robert so ansieht, dann glaubt sie fast, dass es ihm ähnlich geht, denn auch er lächelt unentwegt und sein Blick ist so voller Gefühl, dass Bibi schon wieder ganz anders zu mute wird. Bibis Herz klopft nun noch stärker, denn plötzlich hat sie das Gefühl, dass das zwischen ihnen der Anfang von etwas ganz großem werden könnte.

Dieses Gefühl hält den ganzen Abend über an. Sie unterhalten sich, scherzen und lachen miteinander und immer wieder Lächeln sich an, schauen sich intensiv in die Augen oder berühren sich an den Händen. Auch jetzt, als die Teller geleert sind und Bibi ihr Besteck zur Seite legt spürt sie Roberts Finger, die über ihre Hand streicheln. "Was hat dir am Martinsfest am besten gefallen?" knüpft er an ihr vorheriges Gespräch während des Essens an. "Puh, schwer zu sagen. Der Moment, als alle Laternen angegangen sind war ein sehr schöner Anblick, aber die Wegstrecke im dunklen Park war auch ein toll. Wobei..." sagt Bibi und senkt nun unsicher den Blick. Doch Roberts streichelnde Finger an ihrer Hand ermutigen sie zum weiterreden. "Ich glaube, es war so besonders, weil du dabei warst und meine Hand gehalten hast." gesteht sie ihm mit geröteten Wangen. Robert lächelt auf ihre Aussage hin noch etwas mehr. "Du weißt, wie gerne ich Sankt Martin mag, aber ich habe mich seit Jahren nicht mehr so auf das Fest gefreut wie dieses Jahr und es hat bisher alle meine Erwartungen übertroffen. Wenn es nicht eh schon mein Lieblingsfest währe, dann wäre es das mit dem heutigen Tag und unseren Date ganz bestimmt." sagt er

Wenig später stehen die beiden auf der Straße vor dem Restaurant. Robert hat Bibi höflich in den Mantel geholfen und ihr die Tür aufgehalten. All das sind so kleine Gesten, die Bibi an ihm besonders mag. Dieses aufmerksame, dass ihr das Gefühl gibt etwas besonderes für ihn zu sein. Jetzt lächeln sie sich einen Augenblick an, dann greift Robert nach Bibis Hand und schlägt den Weg zu sich nach Hause ein, wo sie vorhin den Jeep angestellt haben.

Die beiden genießen den Spaziergang durch die frische Abendluft und die Nähe und Vertrautheit zueinander sehr und viel zu schnell stehen sie in der Auffahrt zu Roberts Haus. Die beiden halten immernoch die Hand des jeweils anderen, wobei sie sich jetzt aber sehr nah gegenüber stehen und sich lächelnd in die Augen sehen. Robert streicht mit seinem Daumen über ihre Hand und legt seine Lippen federleicht auf ihre Wange. "Willst du schon zum Martinshof oder noch auf ein Glas Wein mit nach oben kommen?" fragt er sie leise. Sein Mund ist dabei so dicht an ihrem Gesicht, dass sie seinem warmen Atem auf ihrer Haut spüren kann. Dann zieht Robert sich etwas zurück um sie besser ansehen zu können. Bibi bemerkt, dass Unsicherheit im Blick des sonst so selbstbewussten Mannes flackert. "Ich komme gerne noch mit rein." sagt sie deshalb schnell, woraufhin Robert sie erleichtert anlächelt. Er hatte Angst, dass er zu weit gehen würde, obwohl sie ja vor anderthalb Wochen schon mit ihm einen Abend in seiner Wohnung verbracht hat, aber so nach einem Date ist das doch etwas anderes.

"Setz dich schon Mal." sagt Robert und deutet auf sein Sofa. Und so nimmt Bibi schon Mal Platz, während Robert eine Flasche Wein auswählt und zwei Gläser aus dem Schrank nimmt. Bibi schaut ihm einen Augenblick lang zu, wie er mit dem Korkenzieher hantiert, doch dann lässt sie den Blick durch seine Wohnung schweifen. Dabei bemerkt sie, dass bunte Blätter auf den Fensterbänken liegen. Neugierig steht sie auf und geht auf eines der Fenster zu um die Blätter genauer anzusehen. Überrascht stellt sie fest, dass es die Blätter sind, die sie letzte Woche zusammen mit Robert bei ihrem spontanen gemeinsamen Spaziergang gesammelt und dann in seinem Auto liegengelassen hat. Und noch überraschter ist die, als sie bemerkt, dass Robert die Blätter mit der Wachsmethode konserviert hat, von der sie ihm erzählt hat. In Gedanken versunken streicht sie mit den Fingern über eines der Blätter. Als sie plötzlich zwei warme Hände spürt, die sich auf ihre Schultern legen schreckt sie aus ihren Gedanken auf. Sie hatte gar nicht bemerkt, dass Robert zwei volle Weingläser und die Flasche auf den Tisch gestellt hat und dann hinter sie getreten ist.

"Du hast die Blätter konserviert." stellt die das offensichtliche fest. "Ja. Du hast sie vergessen und ich dachte du freust dich, wenn sie nicht einfach vertrocknen." sagt Robert, dann tritt er noch einen Schritt näher, so dass seine Brust ihren Rücken berührt und sie seine Wärme spürt. "Außerdem erinnern sie mich so jedes Mal wenn ich sie sehe an dich." raunt er ihr nun leise ins Ohr. Bibi läuft ein Schauer über den Rücken und sie merkt, wie sie unwillkürlich kurz den Atem anhält. Sie genießt es, wie sie seinen Atem an ihrem Ohr spürt und wie sie dann jedes Mal eine Gänsehaut bekommt und sie wünscht sich, dass sie hier ewig stehen könnten und er nie aufhören würde mit seinen Händen über ihre Arme zu streichen. Doch als er seinen Mut zusammen nimmt und mit seinen Lippen ganz zart ihren Hals berührt, da hält sie es nicht mehr aus und dreht sich zu ihm herum. Sofort schließt er seine Arme um sie und drückt sie fest, aber dennoch sehr liebevoll an sich und Bibi erwidert diese Umarmung nur zu gerne. Doch das reicht ihr nicht. Sie will mehr von der Nähe zu diesem Mann, der sie ganz schwindelig macht und so löst sie sich ein Stück von ihm, schaut ihm tief in die Augen, überbrückt den letzten Abstand zwischen ihnen und legt ihre Lippen sanft auf die seinen. Zuerst verharren beide in dieser Position und Kosten den Moment aus, doch dann seufzt Robert ergeben, zieht Bibi noch näher an sich und intensiviert den Kuss. Nun lässt auch Bibi ihre Zurückhaltung fallen und schon bald sind die beiden mitten drin in einem leidenschaftlichen Kuss, der darin gipfelt, dass Robert Bibi in sein Schlafzimmer zieht.

Später liegen die beiden eng aneinander gekuschelt in Roberts Bett. Er streicht mit der Hand über die Haut an ihrem Rücken während sie ihren Kopf auf seine Brust gelegt hat und seinem Herzschlag lauscht. "Wenn ich jedes Martinsfest so mit dir verbringen darf, dann ist es auch mein Lieblingsfest. Dann ist es sogar besser, als Weihnachten, Ostern und Geburtstag zusammen." sagt Bibi. Sie hört Roberts lachen nicht nur, sondern spürt es sogar. "Ich hoffe ehrlichgesagt, dass ich nicht bis zum nächsten Martinsfest warten muss." meint er dann. Woraufhin Bibi ihren Kopf hebt und ihn lächelnd ansieht. "Ach, nicht?" fragt sie neckend. "Nein. Definitiv nicht." antwortet er mit fester Stimme. Doch plötzlich wird Bibis Blick ganz ernst. "Robert, was ist das hier für dich?" will sie dann sichtlich unsicher von ihm wissen. Robert legt seine Hand an ihre Wange. "Ich dachte, dass ist dir klar." sagt er, fährt aber fort, bevor Bibi etwas dazu sagen kann. "Bibi, ich möchte mit dir zusammen sein, denn ich habe mich in dich verliebt." erklärt er und schaut Bibi an. Sofort entspannt Bibi sich und stößt die Luft aus, die sie abgehalten hat ohne es zu bemerken. Fest drückt sie sich an Robert. "Mir geht es genau so." sagt sie glücklich.

Tja, nun ist Robert also doch ins kalte Wasser gesprungen, wie Tante Thea es ihm geraten hat und es hat sich ganz offensichtlich gelohnt.

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Ich bin mit dem Kapitel nicht hundertprozentig zufrieden, aber ich wollte euch nicht noch länger warten lassen. Ich hoffe es gefällt euch trotzdem. Es wird noch ein kurzer Epilog folgen, und dann sind wir schon am Ende der Geschichte.
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