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Im Fokus III

von Julirot
GeschichteKrimi, Liebesgeschichte / P16 / Gen
30.10.2021
25.11.2021
7
11.979
4
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25.11.2021 834
 
Guten Abend ihr Lieben,

ich hab euch ja gesagt, ich hab mir wieder was ausgedacht, was ein wenig Verwirrung stiftet. Ich bin gespannt, was ihr jetzt dazu sagt. Ob ihr mir den Kopf abreißt oder nicht.
Wir arbeiten dieses Mal mit Vorblenden, dachte ich mir. Ist ja mal was anderes. ;-)

So, und nun muss ich die Weihnachtspause für den Fokus ankündigen. Ich habe nämlich ein kleines Adventskalenderprojekt vor und da werde ich hier erst mal nicht weiterkommen. Ich hoffe, ihr seid dann nach der Adventszeit wieder mit an Bord.
Und die, die noch am Lesen der ersten beiden Teile sind oder hier noch nachholen müssen, haben auch ein wenig Luft. ;-)

Ich wünsch euch an dieser Stelle schon mal ein paar schöne Adventstage und bleibt mir alle gesund und munter. Lasst euch nicht stressen und unterkriegen.
Ich drücke euch.

Bis bald

Eure Juli

****

Joselyn


Tijuana, Mexiko, Dienstag, 25. Juli, früher Nachmittag, 24 Stunden vor der Geburt


Ich schaue auf die auf mich gerichtete Waffe und weiß in diesem Moment nicht, was ich denken und was ich fühlen soll. Sollte ich mich so getäuscht haben? Sollten meine jahrelange Ausbildung und meine Berufserfahrung mir nichts genützt haben? Habe ich mich die ganze Zeit von meinen Gefühlen ablenken lassen? Habe ich irgendetwas verpasst? Wollte ich glauben, dass er immer noch ein guter Mensch ist? Ich weiß es nicht. Doch mir bleibt keine Zeit, es herauszufinden. Er steht vor uns, vor mir und Eric, und schaut uns einfach nur an. Er sagt nichts, steht nur da und hält uns seine Pistole vors Gesicht. Ich meine in seinen Augen einen Funken Bedauern zu sehen, eine kleine Bitte, aber ich kann mich irren. Nach außen hin wirkt James Raynolds mit einem Male eiskalt. In mir geht etwas kaputt. Etwas, woran ich geglaubt habe, etwas, was ich gehofft habe. Tränen treten mir in die Augen und ich schüttele leicht mit dem Kopf. Meine Lippen formen ein NEIN, doch er schaut mich nicht mehr an.
Das alles kann nicht sein. Mein Herz will nicht glauben, was meine Augen doch so deutlich sehen.
„Los! Wir gehen“, sagt er jetzt und macht eine kurze Bewegung mit der Hand, mit der er die Waffe auf uns richtet. Ich laufe los, mechanisch, ohne dass ich weiß wie. Neben mir geht Eric und ich spüre seine Spannung, seine Wut und seine Angst. Ich wage einen Blick auf ihn, doch er starrt nur stur geradeaus und läuft stoisch neben mir her.
Draußen ist es hell und die Sonne blendet uns, als wir nun das Haus verlassen und die drei Stufen hinunter in die Einfahrt gehen. James tritt näher an uns heran und ich fühle die Waffe in meinem Rücken. Kurz wage ich zu hoffen, dass uns jemand sehen könnte, aber die Anlage ist leer. Wahrscheinlich sind alle unten am Strand oder machen Siesta. Niemand ist auf der Straße zu sehen und das nutzt er aus. Ich sehe den schwarzen SUV, der vor der Garage steht, getönte Scheiben, wahrscheinlich geklaute Kennzeichen und etwas zu protzig für diese Gegend. Der Motor läuft.
Ich greife nach Erics Hand und er drückt sie instinktiv, hält sich an mir fest oder ich mich an ihm. Ich kann es nicht sagen. Vergessen sind mit einem Mal all die Dinge, die wir uns an den Kopf geworfen haben. Vergessen sind unsere kleinen Sorgen, denn sie wurden gerade abgelöst von größeren. Von wirklich gefährlichen.
Die Fahrertür wird geöffnet und ein Mann in dunklen Klamotten steigt aus. Er sieht aus wie der typische Schläger, der, den man für das Grobe anheuert und der sich nicht zu fein dafür ist, sich die Hände schmutzig zu machen.
„Was soll das?“, fährt er James an, doch der bleibt ruhig, eiskalt ruhig und deutete auf den Kofferraum.
„Ging nicht anders“, antwortet er und wirft dem Typen eine schwarze Sporttasche zu, die dieser schnell im Kofferraum verschwinden lässt. Ich wechsele einen Blick mit Eric, der mir zunickt. Meine Ahnung bestätigt sich. Der Typ läuft um das Auto herum und öffnet die Tür zur Rückbank.
„Rein da!“, befiehlt James und schupst uns vorwärts, auf das Auto zu. Wir werden auf die Rückbank geschoben und die Tür schließt sich mit einem leisen Plopp. Doch für mich klingt es extrem laut. Das darf doch jetzt alles nicht wahr sein. Ich frage mich, in welchem Albtraum ich mich gerade befinde.
Ich halte noch immer Erics Hand und plötzlich spüre ich einen Stich in meinem Bauch. Er ist heftig und ich habe das Gefühl ein Messer fährt durch mich hindurch. Ich unterdrücke einen Aufschrei, doch schaffe es nicht ganz. Ein Wimmern kommt über meine Lippen. Ich versuche zu atmen. Eric dreht den Kopf zu mir herum und in seinen Augen lese ich Panik, während ich versuche mir nichts anmerken zu lassen.
James ist vorne eingestiegen, der andere Typ sitzt wieder hinter dem Steuer. Das Auto setzt sich in Bewegung und ich drücke noch einmal Erics Hand.
„Cole“, flüstere ich und er legt meine Hand mit seiner zusammen auf meinen Bauch.
„Ich bin da, Jo“, flüstert er zurück.
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