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Liebe im Jahr 1889

Kurzbeschreibung
KurzgeschichteLiebesgeschichte / P6 / FemSlash
24.10.2021
24.10.2021
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Das erste Mal als ich dich traf, war es auf Jakes Party. Er wollte allen seine neue Freundin vorstellen. Ich weiß es noch genau, weil ich dieses blaue Kleid trug, was er mit mir gekauft hatte. An diesem Abend haben wir das erste Mal geredet und du warst super verängstigt von mir, immerhin war ich Jakes beste Freundin. Ich sage bewusst war, denn nach dem er dich ein Jahr später Betrogen hatte mit Meike, konnte ich ihm nicht mehr in die Augen sehen. Du wolltest mir nicht glauben, weist du noch? Stattdessen bist du zu ihm und er fing an mich zu ignorieren. Unsere Freundesgruppe blieb zwar die selbe, aber irgendwie fühlte es sich nicht mehr an wie vorher. Meike war immer öfter dabei und du immer seltener. Manchmal haben wir uns Wochen lang nicht gesehen. Ich hab dir jedes Mal geschrieben, um zu Fragen, warum du denn nicht da bist und jedes Mal hattest du eine andere Ausrede parat. Ich weiß es, dass es Ausreden waren, immerhin hat jeder gesehen, wie komisch Jake sich benahm, wenn du dabei warst. Sogar Jakob, sein Kindheitsfreund, entfernte sich unbewusst von ihm. Am Ende waren nur er und Meike noch auf den Partys, zusammen mit diesen komischen Jungs, vor denen du uns gewarnt hast. Heute kann ich wohl sagen, dass er dich wie scheiße behandelt hat. Keiner würde mir Misstrauen, wie beim ersten Mal, denn nun wusste jeder wer Jake war. Du aber, Lea, hast weiter an ihm gehangen. Hast dich für ihn verbürgt und warst bei ihm, bis zum bitteren Ende. Als er Schluss gemacht hat, hab ich schnell bemerkt, wie die Farbe in dein Leben zurückkam. Dieses leichte rosa auf deiner Nasenspitze, wenn du dich gefreut hast, war das erste Anzeichen. Du hattest dich gefreut und gelacht, als wäre dein Geburtstag, obwohl wir nur über ein Café diskutierten, in welches wir gehen sollten. Unsere Gespräche davor, waren oft noch sehr Unsicher und wir schauten uns nicht an, aber danach... Danach waren wir wieder eine Einheit. Freundinnen. Wahrscheinlich hast du auch da nicht bemerkt, wie mein Blick immer auf dir lag. Wie solltest du. Ich hab es selbst nicht bemerkt, wobei ich hab es sehr gemerkt... Ich hab es verdrängt und versucht es nicht wahr zu haben. Ich Wollte unsere Freundschaft nicht schon wieder zum schwanken bringen. Diese Entscheidung hab ich auch nie bereut, immerhin waren wir 58 Jahre lange befreundet. Ich hab deine Hand gehalten, als Charlie auf die Welt kam und mit dir gelacht, als Patrick uns von LGBT erzählte. Du hast nie hinterfragt, warum nie ein Mann an meiner Seite war. Stattdessen hast du mich unterstützt, sogar als ich Hannah adoptierte. Meine Mutter hat damals voller Wut verkündet, dass ich verrückt war, aber nicht du. Du nahmst Hannah mit in unsere kleine Familie auf und hast nie ihre Hautfarbe gesehen. Das hab ich an dir geliebt Liebes. Du warst offen, wie keiner damals. Heutzutage könnte ich dir wohl gestehen, wie viel du mich bewegt hast, aber damals, damals gab es keinen Platz für uns. Wie nennt es Cleo noch? Lespen? Ein komischer Gedanke, welchen ich aber von Anfang gefühlt habe. Liebe war für uns immer etwas vorgeschriebenes und du hattest das Glück Männer lieben zu können, so bist du nicht aufgefallen. Der Grund warum ich so oft den Raum verließ, wenn deine Freunde da waren, war nichts anderes, als ihre wissenden Blicke. Ich weiß das es nur in meinen Kopf war, aber der Gedanke erwischt zu werden macht mir noch immer Angst. Ich wollte dir oft einen Brief schreiben, aber was wenn jemand anders ihn laß? Es dir in die Augen sagen konnte ich auch nie. Du weißt doch, ich bin ein Angsthase, wenn es um liebe geht. Jetzt wo du so vor mir liegst fühle ich mich aber dazu verpflichtet, dir endlich zu sagen, das ich dich Liebe. Ich liebe dich, seitdem ich dich das erste Mal sah. Ich liebe dich für jedes lachen, was du mir geschenkt hast. Ich liebe dich dafür, dass du mit mir eine Familie erschaffen hast. Ich liebe dich. Ich hoffe wirklich dass du dort oben endlich Ruhe findest kannst, nach all den Jahren voller Unterdrückung. Bitte sei endlich frei Liebes. Ich werde dir bald folgen und ich hoffe du wirst mich nicht hassen. Was Rede ich da, dass könntest du nicht. Also warte auf mich und umarm JJ von mir.
 
 
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