Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Prisoner of the cold

Kurzbeschreibung
OneshotDrama, Freundschaft / P12 / Gen
Jeanne Noé Archiviste Vanitas (Mensch)
23.10.2021
23.10.2021
1
2.316
 
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
 
23.10.2021 2.316
 
Hallo alle zusammen ^-^/

Ich habe es mal wieder geschafft einen OS zu einen meiner derzeitigen Lieblings Anime zu schreiben <3
Ich hoffe die Charaktere sind nicht zu OC geworden und kommen ein wenig an die Originalen ran :)
Über ein Kommentar und Verbesserungsvorschläge würde ich mich sehr freuen ^-^/

Viel spaß beim lesen :D



[Prisoner of the cold]


Kälte. Unbarmherzige Kälte die durch Mark und Knochen ging.
Schwerfällige Schritte, die kleine Aushebungen in der weißen Decke hinterließen die, die Landschaft vollkommen eingehüllt hatte.
Vanitas würde gerne lachen und den Anblick dieses Naturphänomens genießen. Würde er sich nicht in dieser Situation befinden, womöglich hätte er es dies getan.

,,Noé..“

Kleine Wölkchen stiegen in der kalten Luft empor und seine Stimme ging unter, war kaum hörbar in der Geräuschkulisse des unaufhörlichen Schneesturms und vermag von niemanden gehört worden zu sein. Selbst für Vanitas klang seine eigene Stimme so weit entfernt, obwohl sie eigentlich aus seinem inneren kam und ein Teil von ihm war.
Während er seinen Körper schwerfällig durch die gefrorene Masse schleifte, presste er seine Arme um seinen Körper, fast so als würde er sich selbst umarmen wollen. Die Kälte zog selbst durch seinen flauschigen Mantel. Doch Vanitas selbst konnte kaum sagen ob ihm kalt oder unglaublich heiß war. Sein Körper schien innerlich zu brennen und würde ihn seine Haut die durch die Kälte unangenehm brannte und seine Lippen aufplatzen ließen nicht spüren, nun dann würde er sich denken das er nicht durch eine Schneelandschaft, sondern durch eine Tropenlandschaft reisen würde.
Ein Arm löste sich kurz von seinem Körper, nur damit die Hand des freigelegten Arms, an seiner Schläfe ihren Platz finden konnte. Er keuchte kurz auf, als ein stechendes Pochen durch sein Kopf zog.
Er schwor sich gerade selbst, wenn er das überleben würde, ja dann war Jeanne ihm ein Date schuldig und bei Noé hatte er definitiv einen Wunsch frei. Sie konnten es ihm einfach nicht ausschlagen, dafür würde er schon sorgen.
Vanitas wusste nicht wie lange er sich schon durch den Schwall aus Schnee kämpfte. Schien er schon seid einer geraumen Weile sein Gefühl für Zeit gänzlich verloren zu haben.
Alleine seine Muskeln trieben ihn voran und auch wenn sie schmerzhaft krampften, verstand er das wenn er jetzt zusammen brechen sollte, womöglich von der grausamen Kälte verschlungen werden würde und dies konnte und wollte Vanitas nicht zu lassen. Er hatte schon weit aus schlimmeres in seinem bisherigen Leben überlebt, da würde ihn ein bisschen gefrorenes Wasser nicht in die Knie zwingen. Doch als würden ihn die Götter, die von den Chasseure so angehimmelt wurden, ihn verfluchen wollen, stolperte er und fiel in den unebenen Boden. Seine Sicht verschwamm für einen kurzen Moment und ihm schien augenblicklich schlecht zu werden. Dennoch versuchte Vanitas sich mit aller Kraft wieder hoch zu stemmen, was ihm nur kläglich gelang, bevor er unter seinem Gewicht wieder zusammenbrach. Die Kälte hatte ihn seine letzte Kraft geraubt, dennoch versuchte er es immer wieder. Vanitas wollte und konnte nicht aufgeben, hatte er seine Ziele ja noch nicht erreicht, deshalb durfte er jetzt hier nicht sterben, nicht auf diese Art und Weise. Das erlaubte ihm schon allein seinen stolz nicht. Er war schließlich nicht irgendjemand Er war Vanitas und dieser würde nicht einfach so leicht sterben. Er hebt seinen Kopf und sah wie die Landschaft vor seinen Augen zu verschwimmen begann. Alles kreiste sich und je öfter er versuchte dagegen anzukämpfen umso schlimmer wurde es. Ein letztes Mal hebt er seinen Kopf und glaubt in der Ferne eine kleine Silhouette zu sehen.
Er war sich nicht sicher, aber die schemenhafte Gestalt wirkte klein, deshalb ging er von einem Kind oder einer jungen Frau aus. Doch bevor er seine Gedanken weiter nachgehen konnte, verschwamm seine Sicht gänzlich und kurz bevor er sein Bewusstsein verlor, konnte er aus der Ferne jemanden rufen hören.

„…itas!“

Hatte da jemand gerade seinen Namen gerufen?


Es war still in dem kleinen Raum lediglich das knacken des Feuerholzes, was im Kamin zu einen kleinen Turm aus Holzsparten sorgfältig zusammengelegt worden war , war zu hören und spendete den Raum eine gewisse wohltuende Wärme.
Als Vanitas wieder zur Besinnung kam merkte er wie schwerfällig sich sein Körper anfühlte, auf seiner Haut bildete sich ein leichtes Kribbeln und seine Augenlider fühlten sich unglaublich schwer an. Das einzige was Vanitas in dem Moment wahrnahm, waren Schritte,  Schritte die auf dem dunklen Parkettboden dumpfe Töne Abgaben.


„ …bist du sicher? Auf mich wirkt er nicht sehr lebendig.“

„Ich denke wir sind noch rechtzeitig  zu seiner Hilfe gekommen. Der Doktor meinte das er ziemlich unterkühlt sei, dennoch keine Gefahr bestünde.“

Nur schwerfällig konnte Vanitas zwei ihm bekannte Stimmen wahrnehmen, dennoch war er zu benommen um die Stimmen Personen zuordnen zu können. Die Erschöpfung nagte an ihm und er war sich nicht sicher wo er war und ob er noch lebte, war er gestorben?
Innerlich lachte er auf, nein so würde sich die andere Welt nicht anfühlen, dafür waren die Schmerzen die von seinem Körper ausging viel zu Real. Er spürte wie sich ein unangenehmes kratzen in seinem Hals ausbreitete, durch dieses unangenehme Gefühl konnte er nicht anders und begann heftig zu husten. Augenblicklich hatte Vanitas die Aufmerksamkeit der beiden Personen die mit ihm in diesem Raum waren und er konnte spüren wie ihm ein Glas Wasser an seine Lippen gehalten wurde. Gleichzeitig legte sich vorsichtig eine Hand in seinen Nacken und hob seinen Kopf ein kleines Stück an, damit er ohne Probleme die wohltuende Flüssigkeit zu sich nehmen konnte. Hastig lehrte er das Glas als würde er schon monatelang nichts mehr zu trinken gehabt haben. Er öffnete mit viel Mühe seine Augenlider und sah in das besorgte Gesichterpaar der zwei Personen die ihn besorgt musterten. Vanitas konnte sofort Noé und Jeanne ausmachen. In Noé`s Gesicht konnte er einen hauch von Sorge erkennen und neben ihm konnte er sehen wie Jeanne sich vor Erleichterung ein paar Tränen aus den Augenwinkeln wischte. Also hatte er sich die rufe, kurz bevor er sein Bewusstsein verloren hatte, nicht eingebildet und die beiden hatten ihn aus der eisigen Hölle befreien können. Tief im inneren breitete sich trotz seines schwerfälligen Körpers ein Gefühl der Erleichterung aus und er konnte es nicht vermeiden das sich ein leichtes Lächeln um seine Lippen bildete.

„Mach das nie wieder mit uns. Als du von den Fluchträger weggezerrt wurdest und wir dich aus den Augen verloren hatten, dachten wir schon es wäre aus mit dir.“

Vanitas konnte den unterschwelligen Ton von Besorgnis in die Stimme seines Partners heraushören. Soweit es ihm möglich war veränderte sein Lächeln sich in ein verschmitztes Grinsen.

,,Glaubst du echt mich kriegt man so leicht kaputt? Komm schon Noé. Ich dachte du kennst mich ein bisschen besser. Bevor man mich tot kriegt, muss schon einiges passieren.“

Seine Stimme klang nur halb so sicher wie er es sich erhofft hatte, dennoch versuchte er seine sichere Versade aufrecht zu erhalten, er wollte um keinen Preis das weder Noé noch Jeanne hinter dieser blicken konnte. Wäre ja noch schöner wenn sie ihn einfach so durchschauen könnten.
Um seine Worten Ausdruck zu verleihen, versuchte er so weit wie es sein Körper zuließ ein spöttisches lachen von sich zu geben. Doch das Lachen verstummte augenblicklich als er die Beiden ernst aussehenden Gesichtsausdrücke seiner Begleiter sah. Seine Augen weiteten sich plötzlich und ein ihm unbekanntes Gefühl überflutete seinen Körper. Er legte eine seiner freien Hände sofort auf seiner Brust und spürte ein unangenehmes ziehen in ihr.

,,Lass den scheiß! Du wärst gestorben wenn wir dich nicht rechtzeitig gefunden hätten!“

,,Noé beruhug di…“

,,Nein! Ich werde mich nicht beruhigen, Vanitas! Wir haben uns sorgen gemacht, dieser Fluchträger hat dich einfach mit sich geschliffen und weder Jeanne noch ich konnten was dagegen tun.“

Verdutzt schaute Vanitas seinen Begleiter an, richtig dieser Fluchträger hatte den fahrenden Zug in dem sie sich befunden hatten wie aus dem Nichts angegriffen, anscheinend waren sie nicht alleine in diesem gewesen. Langsam kamen die Erinnerung  von diesem Ereignis zurück, Vanitas fasste sich an die Stirn.

,,Also waren Jeanne und der Knirps auch mit am Board?“

Vanitas konnte gar nicht schnell genug reagieren bevor er schmerzhaft die Luft zwischen seinen Zähnen einsog. Jeanne hatte ihn an seine Schulter gepackt und schaute ihm verärgert in die Augen.

,,Nenn Meister Luca nicht so!“

In den gerade noch besorgt aussehenden Seelenspiegeln flammte nun ein hauch von Ärgernis auf.
Er schaffte es doch immer wieder seiner Angebeteten zur Weißglut zu treiben.
Neben den beiden schüttelte Noé nur mit den Kopf und Vanitas wusste genau das er es mal wieder geschafft hatte, seine wahren Gefühle hinter einer Mauer zu verbergen.

,,War er den nun dabei oder reist die wunderschöne Dame alleine? Oh oder bist du uns womöglich gefolgt weil du es ohne mich in Paris nicht aushalten würdest?“

Vanitas überspielte seine schmerzen mit einem charmanten lächeln und seine Aktion trug Früchte, Jeanne lockerte ihren Griff und rutschte von ihn weg. Er hatte mühe keinen laut der Erleichterung über seine Lippen kommen zu lassen, im normal Fall hätte er sich über jede Art von Nähe die, die Hexe des Höllenfeuers ihm gab gefreut, aber gerade in diesen Augenblick wünschte er sich einfach alleine zu sein.

,,Als ob! Ich war auf einer Mission, aber das geht dich nichts an!“

Vanitas konnte sehen wie sich eine leichte röte auf ihre Wagen gebildet hatte, aufstand und ohne ihn eines weiteren Blickes zu würdigen zu Tür schritt und den Raum verlies.
Nun wanderte der Blick zu Noé, dieser ihn nur aus undefinierbaren Augen musterte.

,,Schau nicht so! Jeanne kommt schon wieder.“

Noé seufzte kurz.

,,Deshalb schaue ich dich nicht so an.“

,,Hmmm? Und Weshalb dann? Ich brauche kein…“

,,Wie lange willst du noch so tun als hättest du keine schmerzen? Ich meine dein Körper muss sich unglaublich schwer anfüh…“

,,Was weißt du schon!“

Als hätte er bei Vanitas ein nerv getroffen wurde er von ihm angefahren. Er wollte beschwichtigend seine Hand auf dessen Schulter legen, doch wurde sie augenblicklich von ihm weggeschlagen.

,,Vanitas…“

,,Deshalb kann ich niemanden langfristig ertragen! Ich hätte dich in Paris lassen sollen.“

Vanitas presste seine Arme um seinen Körper da er spürte wie sein Magen sich krampfhaft zusammen zog.

,,Beruhig dich.“

,,Mich beruhigen? Ich soll mich beruhigen? Du hast keine Ahnung, die habt ihr alle nicht und dennoch tut ihr so als wüsstet ihr alles! Das kotzt mich so dermaßen an.“

Noé`s Ausdruck veränderte sich, doch bevor Vanitas auch nur reagieren konnte hatte er ihn auch schon auf seinen Schoß gezogen und seine Arme stützend auf dessen Rücken gelegt. Ruckartig, aber bedacht ihn nicht zu verletzten.

,,Noé…sag mal bei dir piept es wohl! Lass mich los.“

Halbherzig versuchte er sich aus die Umarmung seines Partners zu winden. Allerdings erfolglos. Als er dann realisierte das er nicht nur in seinen Armen, sonder auch auf dessen Schoß saß, gesellte sich zu den eh schon komischen Gefühl in seinen Magen und den stechenden schmerz in seinen Kopf, eine komische wärme auf sein Gesicht.
Vanitas spürte sofort eine Hand, die sich sampft in seinen Nacken legte und mit leichten druck verdeutlichte, das er seinen Kopf auf dessen Schulter legen sollte.

,,Sei nicht so stur, spar dir deine letzten Kräfte lieber und lass dir ein wenig helfen. Ich kann dir an deiner Nasenspitze ansehen das es dir nicht gut geht und du hast fast einen ganzen Tag dich durch den Schnee gekämpft. Du musst sicher erschöpft sein.“

Erst schien Vanitas wieder protestieren zu wollen, doch zu Noé`s Verwunderung vergrub dieser sein Gesicht an dessen Schulter. Er konnte dessen Atem an seine Haut spüren, weshalb er einmal schlucken musste.

,,Hab ich was falsc…“

,,Halt einfach deine Klappe.“

Verwundert glitten Noé´s Augenpaar zu Vanitas, konnte er jedeglich nur dessen Hinterkopf und seine langen schwarze Haare sehen, dennoch glaubte er das er fühlen konnten, das er Vanitas Maskerade zumindest dieses mal enttarnt zu haben schien. Er lies seine Hand die gerade noch im Nacken seines Partners lag hoch zu dessen Hinterkopf wandern und begann leicht beruhigend durch das Haar zu streichen.
Er spürte wie der Körper unter seinen Berührungen leicht zusammen zuckte, aber kurzzeitig später zu entspannen schien.
Noé`s Mundwinkel hoben sich ein kleines bisschen und er konnte spuren wie sich die Erleichterung in ihn ausbreitete.

,,Du bist so ein Sturkopf.“

Ein wenig verwundert das er keine schnippische Antwort von Vanitas bekam, hielt er in seiner Bewegung inne. Er spürte wie sich der Körper seines Partners leicht senkte und wieder hob. Sein Atem war auch ruhiger. Kurz verharrte er in dieser Position, bevor er vorsichtig aufstand, stets bedacht den anderen in seinen Armen nicht aufzuwecken und legte diesen anschließend vorsichtig auf das Bett. Doch als er die Hände, die sich zuvor in seinen Oberteil verkeilt hatten lösen wollte spürte er, wie der druck sich leicht verstärkte und ließ sich ergeben auf die andere Seite der Matratze nieder.

,,Vanitas?“

Der Angesprochene gab keinen Ton von sich, stattdessen rutschte dieser ein keines bisschen näher an die Brust des anderen. Er würde es wohl niemals zugeben, aber gerade in diesen Moment gab er sich dieses Bedürfnis hin, ein Bedürfnis welches Vanitas schon seit einer Ewigkeit in sich verschlossen hatte. Er war froh das Noé nicht weiter nachfragte und verstand das er bleiben sollte.
Das er ihn jetzt in diesen Augenblick an seiner Seite haben wollte, ein ungewöhnliches Gefühl. Zumindest für diesen einen Tag wollte er diesen nachgeben. Morgen konnte er alles abstreiten und so tun als wäre nichts gewesen. Doch jetzt gerade brauchte er das Gefühl, welches wie ein Regenschauer über ihn herabstürzte.
Ein Arm schlang sich um seine Taille und sein Körper wurde etwas näher herangezogen.

,,Ich glaube ich verstehe.“

Innerlich ärgerte sich Vanitas ein wenig, doch er spürte das er die Kraft nicht aufbringen konnte dieser Luft zu machen. Er spürte wie seine Körper immer schwerer wurde und ihn zu Erholung zwang.
In ein paar Stunden schon würde er seine Maske wieder aufrichten können, die kalte Maske, die ihn bisher vor allem weiteren Unheil beschützt hatte.
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast