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XVI - Die Zukunft, die ich mir wünsche

Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Freundschaft / P16 / Gen
Emma Norman Ray
22.10.2021
25.06.2022
33
81.652
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19.02.2022 2.571
 
~ XVI ~


oder auch


~ Name ~


~ ~ ~


Emma stöhnte auf, als sie erwachte und versuchte, sich zu rühren. Alles, von den Zehenspitzen bis zu ihrer abstehenden Haarsträhne, war ein einziger, großer Schmerz. Mit viel gutem Willen, noch mehr Knurren und Geschnaufe und am allerwichtigstem, bloß mit viel Überwindung, schaffte sie es, sich umzudrehen. Und erblickte, was ihr diesen Zustand überhaupt erst eingebrockt hatte.

Vorsichtig streckte Emma ihre Hand aus und legte sie neben das Gesicht ihres Babys, das selig bei ihr lag, noch immer schlafend. Taten ihr alle Muskeln weh verwunderte es sie, dass sie noch immer keinen Muskelkater von all dem vielen Lächeln hatte, konnte sie immerhin nichts anderes mehr tun, wann immer sie es erblickte. Ihr Kind… ihre Tochter, endlich war sie da… ein wenig leicht und klein, wie Anna gemeint hatte, doch ansonsten vollkommen gesund… Leuvis‘ Klauen, sein Blutdurst und seine Bösartigkeit hatten ihr nichts anhaben können. Sie war am Leben, trotz allem, was geschehen war und niemand würde sie Emma wieder wegnehmen können.

Trotzig schniefte Emma, als ihre Augen sich schon wieder mit Tränen füllten. In den letzten vierundzwanzig Stunden hatte sie öfter geweint als jemals zuvor, und sie hatte es langsam mehr als satt. Dass es ihrem Baby gut ging war schließlich ein Grund zur Freude, nicht zum Verzweifeln.

Der wahre Grund zum Verzweifeln war, dass Norman ihre Tränen niemals würde teilen können. Niemals wieder bei ihr liegen und gemeinsam ihre Tochter beim Schlafen betrachten, sie nie in den Armen halten, nie erleben, wie ähnlich sie ihm sah…

Die Dämonen, das tausend Jahre alte Versprechen, die Ratris, sie alle hatten ihr das Liebste genommen, das sie besaß, nur um ihr etwas ebenso Unersetzliches zu schenken. Sie hatte Norman nicht beschützen können. Dieses Kind aber, sein Kind, ihr gemeinsames Kind, würde Emma niemals etwas zustoßen lassen. Das hatte sie sich geschworen, seit sie das erste Mal gedacht hatte, dass es existieren könnte, und sie hatte diesen Schwur jeden einzelnen Tag von Neuem in ihr Herz eingraviert. Niemals würde ihr etwas zustoßen.

Niemals.

Gerade als Emma die Augen schließen und ein wenig weiterdämmern wollte, begann es neben ihr zu wimmern. Alarmiert und jeglichen Schmerz ignorierend schoss sie hoch, beugte sich über das Baby und nahm es in den Arm, als es lauter zu quengeln begann.

„Shhh“, flüsterte sie, sanft über den kleinen Nasenrücken streichelnd, „keine Angst. Ich bin doch da. Mama ist da.“

Wie ungewohnt, dieses Wort in den Mund zu nehmen und nicht augenblicklich an die Frau denken zu müssen, die sie mehr geliebt hatte als die ganze Welt und die gleichzeitig ihr ärgster Feind gewesen war. Diese Mama war nicht mehr. Emma war selber eine geworden, genau wie Mama… wie Isabella es sich für sie gewünscht hatte, doch gleichzeitig vollkommen anders. Sie würde ihr Kind nie weggeben, von einer Fremden aufziehen und schlussendlich ausliefern lassen. Ihre Tochter gehörte nur ihr, Norman und natürlich sich selbst.
Sie war jetzt schon freier, als es Emma je gewesen war. Als je ein Fleischmensch in all diesen tausend Jahren.

Sobald die Kleine herausgefunden hatte an ihrem Daumen zu nuckeln, schlief sie wieder ein, ab und an ein leises Schmatzen von sich gebend. Sie musste Hunger haben… Emma seufzte auf. Aus den Büchern im Schutzraum hatte sie gelernt, dass Tage vergehen konnten, bis sie ihr Kind würde stillen können. Gestern hatten sie es immer schon mal probiert, ohne wirklichen Erfolg… Was, wenn sie bis dahin verhungerte? Anna hatte bereits versucht sie zu beschwichtigen, doch Emma ertrug den Gedanken nicht, nach Leuvis‘ Angriff auf sie und ihrem wochenlangen Koma dem Baby beim Verhungern zusehen zu müssen.

„Vielleicht sollte ich erst einmal etwas zwischen die Zähne bekommen“, murmelte sie aus der alten Gewohnheit heraus, sich mit ihrem Ungeborenen zu unterhalten. Ein Blick auf die Uhr verriet ihr, dass es gleich halb neun war; das Frühstück musste bald zuende sein. Die perfekte Gelegenheit.

Ächzend und in der Geschwindigkeit einer Schnecke stand Emma aus dem Bett auf, mehr watschelte sie an die andere Seite des Bettes als dass sie lief. Dass sie sich einmal so kaputt fühlen würde können hätte sie nie für möglich gehalten. Selbst als sich nach ihrem langen Schlaf ihre Muskeln abgebaut hatten, war ihr das Gehen und Stehen nicht so dermaßen schwer gefallen.
Nun gut, sie hätte auch nicht gedacht, dass etwas auch nur ansatzweiße so weh tun könnte wie das Bein gebrochen zu bekommen oder sich selbst ein Ohr abzuschneiden. Der gestrige Tag hatte sie eines Besseren belehrt.

„Ein Glück bist du so niedlich“, sagte sie zu dem Baby und packte es in eine Decke ein, um es mit in Richtung Speisesaal zu nehmen. „Dafür hat sich die ganze Quälerei wenigstens gelohnt.“

Die alltäglichen Geräusche vom gemeinschaftlichen Frühstück vernahm sie schon vom Weitem; immer mal wieder fiel jemanden etwas unter den Tisch, Stühle wurden gerückt, Teller klapperten und Gespräche wurden geführt. Immer und überall unterhielten sich alte und neue Freunde, zu jeder Tages- und sogar Nachtzeit.
Emma lächelte breit. Die Zukunft, die sie sich wünschte lag noch in so weiter Ferne. Aber die Gegenwart, die sie sich wünschte, lag direkt vor ihr, zum Greifen nah.

„Guten Morgen!“ Kaum hatte Emma den Saal betreten, erstarben die Geräusche jeglicher Art, wenngleich nur für wenige Sekunden. Schon ging der Tumult von vorne los, sogar schlimmer als zuvor, wie ihr jemand einen Stuhl unterschob und sie darauf platzierte, während andere sie fieberhaft bestürmten.

„Du solltest doch im Bett liegen bleiben!“

„Ist etwas passiert? Brauchst du Hilfe?“

„Möchtest du etwas von meinem Eintopf haben?“

Eine Hand erhebend versuchte sie alle zu beschwichtigen, die sich um sie versammelt hatten, insbesondere Anna und Ray, die sie, die Hände in die Hüften gestemmt, verstimmt anfunkelten.

„Mit mir ist alles in Ordnung. Ich wollte mir bloß etwas zu Essen holen“, erklärte Emma, derweil sie das Kind so im Arm drehte, dass es jeder sehen konnte. „Außerdem wollte ich euch allen jemanden vorstellen.“

Ein Raunen ging durch den Raum; ein dichtes Gedrängel entstand um sie herum, doch die Kinder und Jugendlichen blieben ausnahmensweise einmal mucksmäuschenstill, schließlich wollte jeder einen Blick auf das neueste Familienmitglied erhaschen.

„Darf ich vorstellen: Das ist Minerva. Minerva, das ist deine Familie.“

„Minerva…?“ Ray war der Erste, der die Sprache wiederfand nach Emmas unerwarteter Ankündigung. „Du hast deine Tochter wirklich...“

„Genau, nach der römischen Göttin der Weisheit benannt.“ Emma prustete los, als sie die verdutzten Gesichter der anderen sah. „So ein Quatsch, natürlich habe ich sie nach William Minerva benannt!“ Liebevoll strich sie über die hellblonden, sich bereits leicht lockenden Haare der Kleinen. Normans Farbe. Ihre Textur. Das Beste von ihnen beiden.
„Minerva hat uns all dieses Glück hier geschenkt. Ohne seine Hinweise hätten wir nie von unseren Farmen entkommen können, wären einander nie begegnet. Er gab uns diesen Schutzraum, in dem dieses Kind sicher zur Welt kam und aufwachsen wird dürfen können. Ihm ist es zu verdanken, dass es sie überhaupt noch gibt.“ Emma drückte ihre Minerva fester an sich. „In der Tonbandaufnahme sagte er, er hätte uns gerne kennengelernt, unsere Stimmen vernommen. Ich denke, es würde ihn freuen zu wissen, dass es uns genauso geht und dass wir ihn niemals vergessen werden, selbst wenn es nur durch die Kleine sein sollte.“

Viele der Anwesenden stimmten ihr zu, einige verdrückten sogar ein paar Tränchen vor lauter Rührung. Lucas legte Emma die Hand auf die Schulter. „Ein sehr schöner und passender Name“, er lächelte das Mädchen in Emmas Armen warm an, „für das erste freie Kind dieser Welt. Lasst uns alles dafür tun, dass es so bleibt und ihr noch viele folgen werden.“ Einige lachten auf, vielsagend. Lucas bemerkte seine fatale Aussage sogleich. „A-aber nicht sofort! Ein Baby reicht erst einmal!“

Während die Jugendlichen aus dem Widerstand ihren Ziehvater genüsslich aufzogen, traten nach und nach die restlichen Kinder zu Emma und Minerva, bestaunten Letztere neugierig und fragten Emma Löcher in den Bauch über dies und jenes. Es war zwar anstrengend, doch sie tat es gern. Dass alle ihre Tochter sofort ins Herz zu schließen schienen ehrte sie nicht nur, sie konnte es sogar sehr gut nachvollziehen. Wer konnte diesem bezauberndem kleinem Wesen schon widerstehen?

Nachdem Groß und Klein mit Gucken an der Reihe gewesen waren, baute Yugo sich vor Emma und dem Baby auf. „Zeig mal her“, befahl er und beugte sich auf ihre Höhe, um sich den Neuankömmling mit skeptisch zusammengekniffenen Augen zu begutachten. Sonderlich beeindruckt wirkte er im Gegensatz zu allen anderen jedoch nicht. „Der ganze Stress der letzten Monate für das bisschen? Ich fang dir Hasen, an denen mehr dran ist.“

„Möchtest du sie mal halten?“

Yugo schnippte wieder hoch und drehte sich demonstrativ zur Seite. Unwirsch juckte er sich an der Nase. „Ach, nee, lass mal“, stammelte er vor sich hin, da ihm gerade unübersehbar die Courage flöten ging.

Da hatte Emma sich allerdings schon aus ihrem Stuhl hochgeschwungen und Yugo das Bündel vorsichtig, doch bestimmt in die Arme gedrückt. Dem Erwachsenen, der sich sonst zu gerne ruppig und unbeteiligt vom ganzen Trubel im Schutzraum gab, klappte die Kinnlade herunter. Sein Gesicht nahm einen behutsamen, fast schon ängstlichen Ausdruck an. Minerva wand sich ein wenig in dieser ihr fremden Umarmung, die so viel steifer, ungelenker war als die ihrer Mutter, aber nach einem hellen Glucksen machte sie es sich auch bei Yugo gemütlich, den linken Daumen einmal mehr in ihr kleines Mündchen gesteckt.

Emma ging das Herz auf, wie sie das miterlebte. Bis zu diesem Moment hatte sie sich strikt geweigert, jemand anderen freiwillig Minerva zu überlassen (Anna und Sandy konnten ein Lied davon singen), hatte sie sich ihrem Baby doch noch immer so verbunden gefühlt, als bestünden ihre körperlichen Bande auch weiterhin. Sie jetzt schon mit ihrer Familie zu teilen und sie herzugeben war ihr irgendwie falsch, irgendwie trügerisch erschienen. Der Schrecken um das Wohlergehen ihres Kindes steckte ihr auch weiterhin in den Knochen und würde wohl nie wieder wirklich verschwinden, fürchtete sie.
Nun Yugo Minerva zu überreichen fühlte sich trotzdem einfach richtig an. Ihm war es geschuldet, dass sie dieses Glück heute mit allen teilen durfte, nachdem er sie aus dem Goldy Pond gerettet und hierher zurückgebracht hatte. Minervas Leben war ihm ebenso zu verdanken wie es Emmas war.

Lucas trat an seinen ältesten Freund heran und musterte ihn fragend. „Geht‘s dir gut?“, wollte er wissen, woraufhin Yugo rasch nickte.

„Klar – hier hast du‘s wieder.“ Schwupp, hatte er Emma das Baby zurückgegeben, nur um auf und davon zu flüchten.

Die Tränen der Rührung in seinen blassen Augen ob des kleinen Geschöpfes, das er da in den Arm gelegt bekommen hatte, ließ einfach mal jeder unkommentiert, der sich keine Kopfnuss einfangen wollte.

„Welchen Namen hättest du eigentlich gewählt, wenn es ein Junge geworden wäre?“, wollte Ray irgendwann wissen, als das Frühstück vorbei war und der Speisesaal sich merklich geleert hatte; verkehrt herum auf einem Stuhl sitzend hatte er neben Emma Platz genommen, das Gesicht auf seine verschränkten Arme gelegt.

„Ehrlich gesagt… vermutlich trotzdem Minerva.“ Ray schnaubte auf. „Aber nicht nur wegen William Minerva, sondern auch wegen etwas anderem.“

„Das da wäre?“, fragte Gilda, die auf einem der Tische hockte.

„Na, weil auch das Wort NER im Namen zu finden ist“, Emma grinste selbstzufrieden ob ihrer Cleverness. Den Gesichtsausdrücken ihrer Freunde hingegen sah man ihre Begeisterung weniger an.

„Wegen dem kleinen Vögelchen, das ihr mal gesund gepflegt habt?“

„Nein, das nicht. Überlegt mal. N-E-R. Norman, Emma, Ray.“

„Oh...“ Die anderen nickten langsam, nur Ray schreckte aus seiner bequemen Sitzposition auf.

„W-wieso denn ich?!“ Seine Wangen überzogen ein feiner, rötlicher Schleier. „Was habe ich denn bitte damit zu tun?!“

„Wärst du nicht gewesen, gäbe es Minerva gar nicht erst. Hättest du Norman und mich nicht auf die Wahrheit über das Waisenhaus aufmerksam gemacht, wäre sie nie entstanden. Du warst derjenige, der Yugo und alle anderen einweihte, damit wir beide überleben konnten. Wärst du gestern nicht an meiner Seite geblieben, hätte ich es nie geschafft.“

Ray barg sein mittlerweile tiefrotes Gesicht in den miteinander verschränkten Armen. „So ein Quatsch“, murmelte er in seinen nicht vorhandenen Bart, während Don  ihm neckend den Rücken tätschelte.

„Dann dürfen wir dir wohl ebenso gratulieren wie Emma.“ Alle lachten gackernd auf, hoffnungslos erheitert von Rays unbegründeter Scham. Komplimente anzunehmen war wirklich nicht seine Stärke.

„Apropos Gratulation.“ Jemima, Gillian und Alicia sowie weitere Kinder begannen sich um Emma zu drängen, gefaltete Stoffstücke in den Händen haltend. Gillian nahm eines und präsentierte es stolz. „Tadaa! Für deine kleine Minerva!“

Emma machte große Augen. Aus dem weißen Leinenstoff der im Schutzraum vorrätigen Hemden hatten sie Babystrampler genäht, mit winzig kleinen Applikationen wie Blumen oder Häschen daran; dazu ein Mützchen aus dunklem Stoff, das Gillian Minerva vorsichtig auf den Kopf setzte, von wo es ihr auch schon wieder halb herunterutschte.

„Uh, es ist alles wohl noch ein bisschen groß“, merkte Alicia an, die Lippen gestürzt.

„Das macht doch nichts. Minerva wird ja hoffentlich noch etwas wachsen und dann besser reinpassen.“ Lächelnd wischte Emma sich übers Gesicht. Wenn sie nur nicht immer weinen müsste in letzter Zeit! „Vielen, vielen Dank für alles. Ich weiß nicht, was ich… was wir nur ohne euch tun würden.“

„Warte, es wird noch besser!“ Das blonde Mädchen aus dem Goldy Pond legte Strampler samt Stoffwindeln zur Seite und präsentierte Emma, woran sie in den letzten Wochen ohne Unterlass gewerkelt hatte – eine Plüscheule, mit großen, runden Augen, das Gefieder aus vielerlei Stoffresten zusammengenäht, dick und flauschig und -

„Gillian, die ist ja größer als das ganze Kind!“, rief Don erstaunt und hielt sie neben Minerva. Tatsächlich, selbst in ein Erwachsenenhemd und eine Decke gewickelt war das Baby verschwindend klein im Vergleich zu dem Kuscheltier. Nun, zumindest schon mal viel weniger ausgestopft.

„Du hast Emma doch gehört, Minerva wird schon noch wachsen“, sagte Gillian leicht pikiert und schnappte Don die Eule weg, um sie der Rothaarigen in den freien Arm zu legen. „So hat sie immer etwas zum Kuscheln, auch wenn sie nicht mehr so winzig klein ist.“

„Minervas Eule, hmm?“ Ray gluckste erheitert auf. „Als hättet ihr euch abgesprochen.“

„Ich schwöre, das ist reiner Zufall. Wenn Emma mir-“

„Bwäääh… wäääh!“ Alle verstummten, wie es aus Emmas Bündel heraus zu quietschen und zu jammern begann; eilig stand Emma auf und wippte Minerva auf und ab.

„Ich glaube, sie hat Hunger… Anna, was soll ich machen? Ich kann sie noch nicht füttern!“

„Beruhige dich, Emma“, sagte Anna, als sie zu ihr trat. „Das wird schon noch. Vielleicht sind ihr gerade auch einfach zu viele Menschen hier. Ihr solltet euch irgendwo ausruhen, wo es weniger aufwühlend ist.“

„Aber wenn sie dann immer noch Hunger hat?!“ Emmas Stimme wurde zunehmend schriller, wie auch die Minervas, die nun aus voller Kehle zu schreien begonnen hatte. Die anderen verzogen das Gesicht, manche mehr wegen dem einem als dem anderen.

Da fragte Ray plötzlich: „Sag mal, Emma, ist das normal, dass dein Hemd so nass ist oder ist die Kleine ausgelaufen?“

Verblüfft sah sie an sich runter und lachte erleichtert auf, geradezu freudestrahlend, als sie zwei feuchte Flecken in der Höhe ihrer Brüste bemerkte. „Minerva nicht, aber ich! Anna, schau mal! Heißt das…?“

„Komm, wir gucken nach, ob es jetzt was wird.“ Die Blonde schnappte sich die geschenkten Strampler und Windeln, Gilda die Plüscheule, die sie Emma hinterher in ihr Zimmer trugen.

Gillian schüttelte nur mit dem Kopf, als die Mädchen gegangen waren. „Lucas braucht sich keine Sorgen zu machen“, meinte sie. „Die Kleine ist ja recht putzig, aber der Himmel bewahre, dass sich einer von uns so schnell solch einen Schreihals ans Bein bindet.“
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