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Shadow Finds You

von Toxa
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Romance / P16 / MaleSlash
Hanzo McCree/Cassidy Reaper Soldier:76
16.10.2021
06.11.2021
21
16.678
1
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
20.10.2021 695
 
Bereits zu Blackwatch-Zeiten waren Genji und ich gute Freunde gewesen. Der Japaner hatte deutliche Schwierigkeiten gehabt, als er zurück ins Leben geholt worden war. Viele Ereignisse, welche er schlichtweg nicht verstand und verarbeiten musste.
Zu Anfang hatten Gabriel und ich uns um ihn gekümmert. Doch mit der Zeit schien Gabriel sich immer weniger dafür zu interessieren.
Im Nachhinein betrachtete, verwunderte es mich kaum. Sein Verrat war ihm schlichtweg wichtiger gewesen.
Nach Overwatch’s Zusammenbruch verbrachten Genji und ich ab und zu gemeinsame Zeit. Insofern wir nicht gerade gesucht wurden.
Genji fand irgendwann seinen Meister in Zenyatta. Jemand, der ihm helfen konnte.
Und ich hatte nichts Besseres zu tun, als Deadlock aufzumischen. Was zu jenem Resultat führte, dass ich meinen Arm verlor.
Obwohl uns die Jahre trennten, entschieden wir uns später dazu erneut den Kontakt zu suchen. Und begannen zu reisen.
Genji wuchs in jener Zeit über sich hinaus. Als ich ihn endlich wiedersah, war er kaum wiederzuerkennen. Schien endlich Frieden mit seinem Körper geschlossen zu haben. Eine Tatsache, welche mich zweifellos freute. Dennoch wusste ich, dass ihn weitaus mehr belastete.
Wir zogen uns an jenem Abend in ein Hotel in der Schweiz zurück. Genji hatte Angela einen Besuch abstatten wollen. Zur Zeit von Overwatch waren sich die beiden bereits näher gekommen. Doch wirklich die Möglichkeit, sich wiederzusehen, hatten sie kaum gehabt.
Achtlos warf ich meinen Hut auf eine Kommode, ehe ich mich gegen die Lehne meines Stuhls lehnte. Die Füße auf den kleinen Tisch vor mir ablegte. Eine Zigarre in einer Hand und eine Dose Bier in der anderen.
Genji schien zu meditieren. Er saß auf einem der beiden Betten im Schneidersitz.
Bis zu diesem Tag tat ich mir schwer die Emotionen des Japaners zu verstehen oder gar zu sehen. Dessen Cyborg-Körper machte es einem zweifellos nicht einfach.
„Denkst du über etwas nach?“, fragte ich schließlich, um die Stille zu brechen. Immerhin war mir ja bewusst, dass Genji noch nicht restlos in Frieden lebte.
„Hanzo wird bald zurückkehren.“
Verwirrt über die Antwort zog ich eine Augenbraue in die Höhe. Jene kam so plötzlich, dass ich mir keinen Reim darauf machen konnte. Noch weniger konnte ich erraten wen oder was er damit meinte.
„Hanzo?“
Ich spürte Genjis Blick auf mir. Er nickte. „Mein Bruder. Er wird nach Hanamura zurückkehren.“
„Du weißt, dass dein Satz in etwa so wenig Sinn ergibt, wie der zuvor? Hanamura? Dein Bruder?“
Ich versuchte, so gut es mir möglich war, zu verstehen, was der Ninja mir sagen wollte. Doch der Alkohol in meinem Blut ließ mich scheitern.
Dass Genji einen Bruder hatte, wusste ich. Er sprach früher schon von ihm. Doch nie im Guten.
„Hanamura ist die Heimat des Shimada-Klans, Jesse. Hanzo kehrt jedes Jahr zum selben Tag dorthin zurück.“ Erneut sprach der Japaner in einer Ruhe, welche ich nicht nachvollziehen konnte.
„Ein Streit zwischen uns führte damals zu meinem Tod. Ich möchte ihn aufsuchen. Mit ihm reden“
Ich musterte Genji mit einem Blick, als wäre er gerade durchgedreht. „Du willst mit deinem Mörder reden? Einfach nur reden?“
Ich würde es verstehen, wenn er zumindest Rache suchen wollte. Doch seitdem er von Zenyatta gelernt hatte, schien er regelrecht fanatisch nach Harmonie zu sein.
„Hanzo ist von Schmerz und Reue erfüllt. Ich möchte ihm helfen, Frieden zu finden. Seine Ehre wiederzuerlangen.“
Fragend legte ich den Kopf schief. Hörte mittlerweile auf Genjis Wunsch nachzuvollziehen. „Dann trennen sich erneut unsere Wege?“
Ein Hauch von Enttäuschung erfüllte mich. Nach dem Tod von Gabriel und Jack war ich mehr als erfreut darüber gewesen, dass Genji meine Gegenwart suchte.
„Du kannst mich gerne begleiten, Jesse. Hanzo scheint einsam zu sein. Vielleicht könnt ihr Freunde werden.“
„Denkst du wirklich dies sei eine gute Gelegenheit um Freunschaften zu schließen? Ich meine, ich bin mir sicher, dass er dich für tot hält.“
Genji zuckte mit den Schultern. Wie immer schien er gelassen und ruhig zu reagieren.
Ich seufzte leise. Ich hielt seine Idee für Schwachsinn. Doch alleine nach Texas zurückkehren, lag ebenso nicht in meinem Interesse. Ich war mir beinahe sicher, dass Ashe beim nächsten Mal nicht damit zögern würde, mich umzubringen. Oder mir den anderen Arm abzureißen.
„Also gut. Dann gehen wir nach, äh, nach-?“
„Japan.“
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