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Shadow Finds You

von Toxa
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Romance / P16 / MaleSlash
Hanzo McCree/Cassidy Reaper Soldier:76
16.10.2021
06.11.2021
21
16.678
1
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Dieses Kapitel
1 Review
 
19.10.2021 604
 
Die Äste unter meinen schweren Stiefel brachen mit jedem Schritt. Gaben mir eine ungefähre Ahnung, wo ich mich befand.
Gabriel hatte seine Hände auf mein Gesicht gelegt. Nahm mir die Möglichkeit zu sehen. Doch vorsichtig führte er mich den unebnen Weg entlang. Achtete penibel darauf, dass ich nicht stolperte. Zumindest versuchte er es.
Ich hörte seine Stimme ununterbrochen hinter mir. Konnte sein Lächeln wahrnehmen, ohne es sehen zu müssen.
„Niemand, außer uns, wird jemals von diesem Platz erfahren“, schwärmte Gabriel vor sich hin.
Wir hatten unsere Lektionen für diesen Tag beendet. Vor einigen Monaten war ich für das „Soldier Enhancement Program“ ausgewählt worden. Teilte mir seitdem ein Quartier mit dem sogenannten Soldier:24. Obwohl wir dort unsere Privatsphäre hatten, bevorzugte er es mich irgendwohin zu entführen.
„Mach es nicht so spannend, Gabe. Sag mir wo wir sind. Ich kann die Waldluft ohnehin riechen“, sprach ich ungeduldig. Bereits wissend, dass Gabriel sich seine Überraschung nicht derart einfach ruinieren würde.
Jener kicherte leise. „Sei nicht so ungeduldig. Wir sind gleich da.“ Belustigung lag in seiner Stimme.
Ich spürte die Erhebung unter meinen Füßen. Er führte mich deutlich einen Hügel hinauf. „Nur noch ein paar Schritte“, fügte er gedämpft hinzu. Ich spürte, wie sich Gabriel umsah, ehe er abrupt stehen blieb. Derart, dass er mich beinahe von den Füßen riss.
Eine amüsierte Entschuldigung entkam seinen Lippen. „Halt die Augen noch geschlossen, ja?“ Ich nickte stumm. Seine Hände verließen sein Gesicht. Wanderten meinen Oberkörper entlang, ehe sie ihren Platz um meine Hüfte fanden. Gabriel zog mich nahe an sich heran. Legte seinen Kopf auf meiner Schulter ab.
„Sieh es dir an, Caríno“, flüsterte er an mein Ohr. Sorgte mit dem Spitzname für eine leichte Röte auf meinen Wangen.
Etwas zögerlich öffnete ich die Augen. Während sich jene an das Licht der untergehenden Sonne gewohnten, versuchte ich zu erkennen, was Gabriel mir zeigen wollte.
Langsam aber doch zeichnete sich ein Lächeln auf meinen Lippen ab. Erfüllt von Liebe und Freude.
Gabriel hatte ganze Arbeit geleistet. Ein alter Wohnwagen stand am Rande eines großen Waldes.
Eine Art Terrasse war davor aufgebaut. Zwei Campingstühle, ein kleiner Tisch und wenige Pflanzen befanden sich dort. Ein Sonnenschirm schützte vor der Hitze der Sommersonne.
Eine Flasche Wein stand auf dem Tisch. Dicht neben einem kleinen Radio. Punk Rock ertönte aus jenem Lautsprecher. Gabriel hatte diese Art von Musik immer schon gemocht.
„Was sagst du, Jack?“ Ungeduldig wartete er meine Reaktion ab. Sein Griff um meine Hüfte schien fester geworden zu sein.
„Warst du deshalb die letzte Zeit immer so früh weg?“ Ich schmunzelte amüsiert. „Es ist wundervoll, Gabe.“
Schwungvoll drehte ich mich in seinem Griff. Nahm sein Gesicht in meine Hände. Fuhr mit meinem Daumen über seinen dunklen Bart.
„Vielleicht“, antwortete Gabriel. Ein freches doch zugleich entschuldigendes Lächeln zierte seine Lippen. „Ich wollte einen Ort ganz für uns. Weit weg von der Ausbildung oder den anderen Soldaten. Wo uns niemand stören kann.“
Meine Mimik wurde sanfter, während der andere sprach. Zu Anfang hatte ich Gabriel niemals als Romantiker vermutet. Doch umso näher wir uns kamen, umso mehr schien der Soldat aufzublühen. Jeden Tag aufs Neue spürte ich, wie sehr er mich liebte.
„Ein schöner Gedanke“, hauchte ich dicht an seine Lippen. „Einen Ort, den nur wir kennen.“
Gabriel nickte schnell. Schien sich zu freuen, dass seine Überraschung restlos gelungen war.
Er verringerte den Abstand zwischen uns. Vereinte seine Lippen mit meinen zu einem liebevollen Kuss.
Niemand hätte uns in diesem Augenblick voneinander trennen können. Wir verbrachten den Abend sowie die ganze Nacht mit billigem Wein in einem viel zu kleinen Wohnwagen.
Dennoch war es der schönste Moment in meinem Leben gewesen.


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