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Shadow Finds You

von Toxa
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Romance / P16 / MaleSlash
Hanzo McCree/Cassidy Reaper Soldier:76
16.10.2021
06.11.2021
21
16.678
1
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06.11.2021 703
 
Manchmal handelte man schneller, als man tatsächlich nachdachte. Ich wusste nicht ob es in diesem Moment genauso war. Schließlich spielte ich mit jenem Gedanken bereits eine Weile. Doch nun zu dieser Entscheidung gekommen zu sein wirkte surreal.
Ich wandte den Blick ab. Konzentrierte mich auf die Zigarre, welche ich mir so eben anzündete.
Bereits seit Jahren wusste ich, dass das Leben niemals fair spielte. Man seinen eigenen Weg oft genug selber wählen musste. Ohne zu wissen, was man eigentlich tat.
Meine Vergangenheit ruhte bereits lange schwer auf meinen Schultern. Die Tatsache, dass Gabriel und Jack noch lebten, machte es nicht besser.
Ich wusste, dass es vielleicht nicht unbedingt fair war, was ich getan hatte. Doch die beiden erneut einfach verschwinden lassen, konnte ich nicht. Sie hatten ihre Chance gehabt. Und uns alle bereits einmal in ein Chaos gestürzt.
Nun sollten wir die Möglichkeit dazu haben in Frieden leben zu können. Ohne Angst zu haben, dass uns erneut jemand anderes das Leben ruinierte.
„Geht es dir nun besser?“ Hanzo stand dicht hinter mir. Sein brauner Blick war auf die Szene vor uns gerichtet.
Mein Blick wanderte zu dem Japaner. Musterte ihn durchdringend. Ich hatte zweifellos Glück gehabt, als er plötzlich in mein Leben getreten war. Meine Zukunft war ungewiss. Ich würde weiterhin gejagt werden. Doch zumindest sollte ich nicht alleine sein.
„Frag mich morgen erneut“, war meine schlichte Antwort. Ich empfand weder Reue noch Genugtuung. Die Geschichte musste erst einmal sacken.
Ich verstaute meinen Revolver zurück in das Holster an meiner Hüfte. Wie gewohnt in einer schwungvollen Drehung.
„Genji und Angela werden Fragen stellen.“
„Ich weiß. Und ich werde mich ihnen erklären.“
Erneut musterte ich Jack und Gabriel. Beide Körper waren leblos zusammen gesackt. Nach wie vor hielten sie sich im Arm. Dicht aneinandergedrängt.
„Hast du denn eine Antwort?“
„Natürlich. Ich denke nur nicht, dass sie den beiden ebenso gefallen wird.“
Ich wandte den beiden ehemaligen Commandern den Rücken zu. „Jack und Gabriel hätten ohnehin nie ihren Frieden gefunden. Früher oder später hätten sie sich gegenseitig umgebracht. Einer wäre immer alleine gewesen.“
Langsam setzte ich mich in Bewegung. Entfernte mich von dem kleinen Massaker. Hanzo war mir dicht auf den Fersen.
„Wohin gehen wir?“
Ich wusste nicht, wie der Bogenschütze darüber dachte. Doch er schien mich nicht zu verurteilen.
Nach unserem erneuten Kuss hatte ich nicht anders gekonnt, als mich erneut mit Hanzo zu unterhalten. Ihm von meinen Sorgen zu erzählen. Ihm zu erklären, wie ich mich fühlte.
Und der Japaner hatte Verständnis gehabt. Hatte mir gesagt, was er dachte. Und das er mich unterstützen würde. Gleichgültig, was meine Entscheidung sei.
„Irgendwohin, wo uns niemand kennt.“ Fürs Erste wollte ich abtauchen. Spurlos verschwinden und meine neue Liebe restlos auskosten.
„Willst du untertauchen? Neuer Ort? Neuer Name?“ Hanzo schien meine Gedanken zu lassen. Fragend musterte er mich von der Seite.
Ich fing an, breit zu grinsen. Dies war genau das, was ich mir gewünscht hatte. Von null anfangen mit jener Erfahrung, die ich nun besaß. Mit einem Menschen an meiner Seite, welcher mich restlos unterstützte. Zu mir gehörte.
„Ein neuer Name wäre doch toll, findest du nicht? Ich finde Cole ganz nett. Funktioniert nur nicht mit McCree.“
Nachdenklich legte Hanzo den Kopf schief. Mit jedem Schritt verließen wir die Stadt weiter. „Was hälst du von Cassidy? Wären schöne Inizialien.“
„Cole Cassidy.“ Mein Lächeln wurde breiter. Ich schien überzeugt zu sein. „Das klingt großartig.“

Und so kam es, wie wir gesprochen hatten. Hanzo und ich verließen die Schweiz sang- und klanglos. Ließen alles zurück, was mich festgehalten hatte. Mitunter meinen einstigen Namen.
Nach einiger Zeit hatte ich erfahren, dass Genji und Angela die beiden Leichen nur wenig später gefunden hatten. Ich wusste nicht, ob sie bemerkt hatten, dass ich dahinter steckte.
Früher oder später kehrte Ruhe ein. Ich verlor zu vielen Veteranen den Kontakt. Bemerkte lediglich Genji, welcher nach uns suchte.
Doch fürs Erste wollte ich mich restlos auf mein Leben mit dem Bogenschützen konzentrieren. Wir hatten uns auf eine abgelegene Farm in Texas zurückgezogen. Natürlich weit weg von Deadlock. Verbrachte unsere Zeit fürs Erste in Frieden.
Ich wusste, dass jenes Glück nicht für immer sein würde. Dennoch war mein Wunsch in Erfüllung gegangen.
Und Jack und Gabriel? Jene waren endlich frei von ihrem Leid.
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