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Shadow Finds You

von Toxa
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Romance / P16 / MaleSlash
Hanzo McCree/Cassidy Reaper Soldier:76
16.10.2021
06.11.2021
21
16.678
1
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27.10.2021 794
 
Stunden vergingen. Die Dosen wurden leerer und ich mit gefühlt jedem Schluck voller. Doch Hanzo war der Alkohol kaum anzumerken.
Immer noch musterte er mich mit einem klaren Blick. Nicht einmal der Hauch von Röte war auf seinen Wangen zu sehen.
Es wirkte, als könnte er die ganze Nacht weitertrinken und würde trotzdem noch gerade stehen können.
Ich konnte diese kaum behaupten. Immer weiter war ich in die Couch gerutscht. Mein Hut war zu Boden gefallen. Lag seitdem dort.
Meine Sätze ergaben kaum noch Sinn. „Warum siehst du noch so verdammt klar aus?“, nuschelte ich vor mich hin. Hatte meinen dunklen Blick dabei auf Hanzo gerichtet.
Jener zuckte mit den Schultern. Musterte das Bier in seiner Hand. „Ich sagte ja, dass dein Getränk für schwache Geister ist.“
Ich verdrehte die Augen. Bekam der Japaner überhaupt einen Satz zustande ohne mich dabei zu beleidigen?
„Wenn du außer Sake sonst nichts trinkst, is‘ es verständlich. Das Zeug ist reines Feuerwasser.“ Angewidert verzog ich dabei das Gesicht.
Hanzo schmunzelte. Wirkte dabei beinahe amüsiert. „Wenn du, außer diesem billigen Alkohol, nichts trinkst, verstehe ich deine niedrige Alkoholtoleranz.“
Kurz wanderte sein Blick zu Genji. Jener blätterte still einige Papiere durch. Briefe, welche er über die Zeit hinweg von Angela erhalten hatte. Viele waren es nicht.
Der Ninja schien sie zu vermissen. Immer öfter wie es mir schien.
Ich sank tiefer in das alte Sofa. Nahm meinen Hut vom Boden und legte ihn auf meine Brust. Umarmte ihn regelrecht.
Ich seufzte angestrengt. Ein weiterer Versuch, Hanzo näher zu kommen, war kläglich gescheitert. Der Japaner war immer noch so wortkarg wie Stunden vorher.
Meine Gedanken schienen dabei wie von selbst abzudriften. Bereits einmal hatte ich mir das Ziel gesetzt, jemanden um jeden Preis an meiner Seite zu haben.
War jemanden blind nachgelaufen. Ohne wirklich zu sehen, welche Konsequenzen dieses Handeln haben sollte.
Nur damals lag es offen auf der Hand, dass ich keinerlei Chance bei Gabriel haben würde. Viel zu sehr war er von Jack besessen gewesen. Hatte mich mehr als Schützling gesehen.
Für einen Augenblick schienen mich meine Erinnerungen zu deprimieren. Doch bevor ich in Selbstmitleid versinken konnte, spürte ich Hanzos brennenden Blick auf mir.
Überrascht hob ich eine Augenbraue und erwiderte den Blickkontakt. Ich war derart in meinen Gedanken versunken, dass ich nicht einmal bemerkt hatte, dass Genji weg war.
Verwirrt verzog ich das Gesicht. Suchte das kleine Zimmer nach dem Ninja ab. „Mein Bruder wollte einen Brief wegschicken“, erklärte Hanzo nach kurzer Stille.
Ich nickte nur als Antwort. Es war nichts Neues. Genji verschwand oft plötzlich, um einen Briefkasten aufzusuchen.
„Warum hast du ihm damals das Leben genommen?“ Meine Frage kam so überraschend, dass Hanzo für einen kurzen Augenblick seine Maske fallen ließ. Der Hauch von Reue durchzog seine sonst strengen Gesichtszüge.
„Als Erben des Shimada-Klans waren wir seit seiner Geburt Rivalen. Genji gehorchte Vater nicht und beschmutzte unseren Namen. Ich hatte keine Wahl.“
Verständnislos legte ich den Kopf schief. „Und das war Grund genug um ihn umzubringen?“
„Ich denke nicht, dass du das verstehen könntest.“ Hanzo schüttelte unterstreichend den Kopf. Trotz dem Hauch Reue in seinen dunklen Augen schien er überzeugt von seiner Tat zu sein.
„War bestimmt ein nettes Wiedersehen.“ Ich grinste amüsiert. „Ich meine, muss dir ordentlich einen Schock verpasst haben, als er lebendig vor dir stand.“
Der Japaner nickte. Seine Mimik sprach dabei Bände. „Wenn du Jahre um jemanden trauerst braucht dein Kopf Zeit um zu verstehen, dass sich jener nur versteckt gehalten hatte.“
„Versteckt?“ Kritisch zog ich eine Augenbraue in die Höhe. „Overwatch hat ihn zurück ins Leben geholt. Danach wurde er gejagt. Genji hatte Schwierigkeiten sich zurechtfinden. Versteckt hat er sich sicher nicht.“
Verständnislos über Hanzos Aussage schnaubte ich. Dies in Verbindung mit meinen Worten schien dem Japaner beim besten Willen nicht zu gefallen.
Rapide sprang er auf. Kam mit wenigen Schritten auf mich zu. Seine Hände ruhten auf meinen Schultern. Drückten mich unsanft auf das kalte Leder.
„Du hast kein Recht zu urteilen.“ Ich hatte zweifellos einen schwachen Punkt erwischt. Hanzos Worte klangen restlos bedrohlich.
Mein Kopf konzentrierte sich natürlich stattdessen auf die neue Nähe. Nicht auf die Drohung, welche der Japaner im selben Augenblick aussprach.
„Misch dich nicht in etwas ein, dass du nicht verstehst, Amerikaner.“ Das letzte Wort spuckte Hanzo regelrecht aus. Für weitere Sekunde drückte er mich zurück.
Meine Gedanken fuhren währenddessen Achterbahn. Natürlich in Verbindung mit meinem durchdrehenden Herz. Ich musste mich sichtbar zusammenreißen nicht wie dumm zu grinsen.
„Verstanden“, presste ich zwischen zusammengebissene Zähne hervor. Verlor mich dabei in seinen dunklen Augen.
Ich kämpfte damit Hanzo nicht noch näher an mich heranzuziehen. Innerlich malte ich mir die verschiedensten Szenarien aus. Die unzähligen Möglichkeiten, die ich dem sturen Japaner zeigen konnte und durchaus auch wollte.
Nur mit Mühe hielt mich mein Kopf in der Realität.
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