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Shadow Finds You

von Toxa
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Romance / P16 / MaleSlash
Hanzo McCree/Cassidy Reaper Soldier:76
16.10.2021
06.11.2021
21
16.678
1
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Dieses Kapitel
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26.10.2021 802
 
„Was war das denn vorher?“, maulte mich Genji beinahe auf Anhieb an. Wir hatten gerade erst einen Fuß aus dem Gebäude gesetzt.
Kurz vorher hatten wir eine Art Unterkunft gefunden. Ein großes Gebäude in einer etwas kleineren Stadt mit heruntergekommen Zimmern.
Ich hatte mich auf dem Weg gemacht, um Zigarren und eventuell etwas Alkohol zu organisieren. Der Japaner hatte dabei darauf bestanden, dass er mich begleitete.
Verwirrt hob ich bei seiner Frage eine Augenbraue. „Was meinst du?“, hakte ich mit schiefgelegtem Kopf nach.
Genji atmete hörbar durch. Schien sich wieder etwas zu beruhigen. „Das war doch vorher ein Anmachspruch oder nicht?“
Ich fing an zu grinsen. Darauf wollte mein Freund also hinaus. „War es, ja. Warum fragst du?“
Der Ninja zuckte mit den Schultern. Er hatte zweifellos nicht erwartet, dass ich mein Interesse derart einfach zugeben würde. „Wenn du ein Problem damit hast, sag’s ruhig. Ich kann auch die Finger von ihm lassen.“
Ich versuchte, die Sache etwas herunterzuspielen. Dennoch hoffte ich, dass Genji nichts einzuwenden haben würde. Immerhin hatte ich mich regelrecht auf Hanzo festgefressen. Ich konnte mir noch keinen Reim darauf machen, aber das war mir mehr oder weniger auch egal.
„Ich hab kein Problem damit, Jesse. Ich denke nur nicht, dass Hanzo das ist wonach du suchst.“ Die Stimme des Japaners klang durchaus zweifelnd. Er schien nicht überzeugt davon zu sein.
Leichtfertig winkte ich ihn ab. „Mach dir deshalb keine Gedanken. Meine Ex hat mir meinen Arm abgerissen. Ich denke, ich komme mit Hanzo klar.“ Amüsiert lachend betrat ich eine alte Tankstelle. Besorgte mehr als genug Bier sowie Zigarren.
„Wenn du das sagst.“ Genji seufzte. Ließ dennoch davon ab weiter auf mich einzureden. Ich konnte regelrecht spüren, dass er aufgegeben hatte.
Den Weg zurück begleitete uns Stille. Genji schien weiterhin zu zweifeln. Sich einen Kopf, um die Sache zu machen.
Ich hingegen verschwendete meine Zeit, damit einen kleinen Plan zurechtzulegen. Die Unmengen an Alkohol waren schließlich nicht zur Zierde mit mir gekommen. Irgendwie hegte ich die Hoffnung, dass Hanzo dadurch etwas Zugänglicher werden würde. Nicht jeden meiner Sätze mit einem Fluch beantworten würde.
Ich grinste bei jener Vorstellung. Der Bogenschütze hielt mich derweil zweifellos noch auf Abstand. Zumindest versuchte er es.
Als wir das Zimmer wieder betraten, saß Hanzo auf einem der Betten. So wie es Genji oft tat. Er schien zu meditieren.
Schwungvoll riss ich die Tür auf. Begrüßte ihn mit einem charmanten Grinsen. „Na kommt, lasst uns trinken“, sprach ich voll Motivation.
Hanzo musterte mich. Erneut durchdringend und regelrecht verurteilend. „Vor uns liegt noch eine lange Reise. Wir sollten unseren Kopf nicht mit Alkohol benebeln.“
Wie immer klang die Stimme des anderen ruhig. Doch der feindliche Unterton war nicht zu überhören. Es ging ihm nicht um die Reise. „Und ich sehe keinen Grund mit einem Amerikaner zu trinken.“
Angestrengt seufzte ich. „Sind Japaner immer solche Spaßbremsen?“, murrte ich. Ohne länger zu zögern, warf ich eine Dose Bier auf Hanzo’s Bett. Ein Nicken sollte ihn zum Trinken auffordern.
Jener betrachtete die Dose. Er wirkte noch weniger begeistert als zuvor. „Natürlich. Ein einfaches Getränk für einen einfachen Geist.“
Hanzo nahm das Bier und warf es schwungvoll in den Mülleimer. Genji setzte sich währenddessen auf sein eigenes Bett. Beobachtete die Szene schweigend. Irgendwie war mir allerdings bewusst, dass er sich dabei amüsierte.
„Einfach? Was heißt hier einfach?“, entsetzt schüttelte ich den Kopf. Fischte die Dose wieder aus dem Eimer. „Tut mir leid, dass Tankstellen nicht euer Gesöff verkaufen. Was auch immer Japaner trinken.“
Schmollend warf ich mich auf die kleine Couch. Nahm eine der Dosen, öffnete sie und nahm einen großzügigen Schluck.
„Ich bevorzuge Sake“, antwortete Hanzo. Schien mich erneut auf jeden Schritt zu beobachten.
„Sake?“ Fragend musterte ich ihn. „Hatte ich mal vor einer Weile. Ist mir nicht scharf genug.“
Nun schüttelte Hanzo entsetzt den Kopf. Zu meiner Überraschung erhob er sich von dem Bett. Und kam direkt auf mich zu.
Unsicher beobachtete ich ihn dabei. Sein Gesichtsausdruck war derart undurchdringlich, dass ich nicht abschätzen konnte, was er nun wollte. Ebenso könnte er mir ein Messer durch die Brust rammen und es würde mich nicht überraschen.
Aber das tat er nicht. Stumm nahm er sich eine der Dosen. Und setzte sich mir gegenüber auf die Couch.
Meine Verwirrung war mir zweifellos anzusehen. Hanzo schmunzelte. Amüsiert und regelrecht herablassend. „Du wolltest trinken oder nicht?“
„Äh, ja.“ Etwas zögerlich hob ich mein Bier. Prostete dem Bogenschützen dabei zu.
Wenn ich in der kurzen Zeit eines gelernt hatte, dann, dass Hanzo undurchschaubar war. Es nicht einfach eine Maske. Es war schlichtweg unmöglich, seine Gedanken zu lesen.
Doch immer mehr beschlich mich das Gefühl, dass er keine Probleme damit hatte mich zu lesen. Doch daran wollte ich keinen Gedanken mehr verschwenden. Hanzo hatte mir die Möglichkeit gegeben, ihn kennenzulernen. Wenigstens etwas.
Und ich würde sie um jeden Preis nutzen.
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