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Nicht jeder Fehler ist zu verzeihen

von Black Owl
GeschichteDrama, Romance / P18 / Het
Astoria Greengrass Blaise Zabini Draco Malfoy Hermine Granger
14.10.2021
14.10.2021
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Hallo liebe alte und neue Leser,
willkommen zu einer neuen Drastoria FF, die gespickt sein wird mit vielen Flashbacks. Ich hoffe, sie gefällt euch. Vielen liebe Grüße eure Mona





Es fühlte sich falsch an. Alles und das seit gut zwei Wochen. Das schöne, hell eingerichtete Stadthaus. Das Stadthaus, dass er selbst mit ausgesucht hatte. Ohne seinen Eltern. Mit seiner damaligen Verlobten. Das Getue. Diese harmonische Stimmung, die nicht… die einfach nicht stimmte. Eigentlich genoss er diese Harmonie. Kein Gerede mehr über sein Todesser Dasein. Über seine Vergangenheit. Sicher, die Leute sprachen trotzdem darüber. Aber meistens ging es um ihn und seine Frau. Das perfekte hübsche Paar. Astoria. Er atmete schwer aus. Er liebte sie. Vergötterte sie. Sie war sein Angelpunkt geworden. Eigentlich. Er schluckte schwer. Bis vor zwei Wochen war es so. Doch diese dumme Mehrarbeit im Ministerium hatte… hatte alles verändert. Diese eine Nacht hatte alles verändert.

Er, hatte einen Fehler gemacht. Den größten in seinem Leben, da war er sich sicher. Größer als die Todessersache. Und seitdem zerfleischte er sich in Gedanken selbst. Er war schuld, dass er das Gefühl hatte in seiner Umgebung zerdrückt zu werden. Nicht mehr atmen zu können in Gegenwart der Frau, die er liebte. Und er wusste ganz genau, wieso das so war. Es war das schlechte Gewissen. Die Schuldgefühle, die ihn erdrückten. Er hatte nichts gegen Harmonie, aber es fühlte sich falsch an, weil er diese Harmonie zerstört hatte. Zerstört hatte mit diesem Vertrauensbruch, von dem seine Frau, seine Astoria, noch gar nichts wusste. Er selbst war der dunkle Fleck auf diese Szenerie, der alles verschlingen und zerstören würde. Hatte alles besudelt mit dieser Tat.

Er hatte mit seinem besten Freund geredet. Er hatte sogar mit ihr, darüber geredet, ob er es Astoria sagen sollte, und beide Personen waren sich einig gewesen. Nun SIE, bestimmt nur, weil ihre Ehe selbst auf dem Spiel stand. Blaise, weil er der Meinung war, dass ein Fehler nicht eine gute Beziehung umbringen sollte. Blaise, der ihn zuerst angeschrien hatte. Nicht glauben konnte, was er da erzählte. Er hatte Draco immer wieder gefragt, ob es ein Scherz war und als Draco hilflos den Kopf geschüttelt hatte, war Blaise nur noch lauter geworden.
„Ist dir klar, dass sie alles für dich aufgeben hat? Die bessere Partie. Den Job in Washington. Alles! Und du hintergehst sie? Ausgerechnet mit ihr?“
Draco hatte hilflos geschluchzt, weil er sich hilflos und verloren gefühlt hatte. Und als Draco verzweifelt gefragt hatte, was er tun sollte, hatte Blaise lange nachgedacht und dann den Kopf geschüttelt. Also hatte er geschwiegen, weil es angeblich besser war. Für alle.

Und zu Beginn hatte er das auch geglaubt. Er hatte sich selbst beruhigen können. Blaise hatte das tun können. Doch jetzt… Er konnte das nicht länger verheimlichen. Wollte es nicht. Es fühlte sich falsch an. Grundlegend falsch. Überhaupt diesen Schritt getan zu haben, war ein Fehler gewesen, doch nun auch noch alles zu verschweigen, fühlte sich auch nicht richtig an. Scheiße verdammt. Wenn er betrunken wäre, hätte er sich wenigstens herausreden können. Oder verliebt, was er definitiv nicht war, dann gäbe es einen Grund. So konnte er nur sagen, dass er ein Idiot war, dass eins zum anderen geführt hatte und… Ja, und was? Er keine weitere Erklärung dafür hatte? Nicht erklären konnte, warum er das getan hatte.

Sein Herz schlug schwer. Vielleicht fiel er einfach tot um. Das wäre das Beste für sie alle. Die Schuld erdrückte ihn. Machte ihn krank. Ließ ihn seit Tagen nicht mehr richtig schlafen, geschweige klar denken. Er knetete seine Finger und sah auf als Astoria vom Ankleidezimmer wiederkam. Sie lächelte sanft. Sie sah wunderbar aus. Sie trug ein schlichtes dunkelblaues Etuikleid, das ihr unheimlich gut schmeichelte.
„Ich dachte, du musst heute früh im Ministerium sein?“
Musste er, eigentlich. Sie beugte sich zu ihm und küsste ihn kurz auf den Mund, bevor sie zu ihrem Frisiertisch ging und dort eine Schublade aufzog.
„Müsse ich eigentlich.“
„Eigentlich?“, fragte sie und ihre braunen Augen strahlten, während sie amüsiert grinste und ihre braunen Haare zur Seite strich, um sich Ohrringe anzulegen.
Sie war so wunderschön.

„Ich…“ Er hatte eine der Sekretärinnen angerufen in seiner Abteilung und gesagt, dass er heute nicht kommen würde. Das all seine Termine abgesagt werden sollten. Dass er sich nicht gut fühlte, und im Grunde war das die Wahrheit. Er versuchte klar zu denken. Er konnte sie nicht ansehen. So viele hatten immer gesagt, dass er sie nicht verdiente und sie hatten vermutlich alle recht. „Was hast du vor?“
Warum machte sie sich so schick?
„Die Frauen des Clubs planen eine Spendengala und deine Mutter hat um Hilfe gebeten.“ Sie tat es also nur wegen seiner Mutter. Draco wusste, dass Astoria eigentlich mit dem sogenannten Club nichts anfangen konnte. Aber sie fügte sich. Stand Narzissa als perfekte Schwiegertochter bei. Sie lachte leise. „Ich hasse es. Aber Narzissa klang so verzweifelt. Ich wette, ich soll sie nur ablenken von diesen eingebildeten, langweiligen Damen.“

Sie hielt inne als er nichts sagte und sah ihn irritiert an.
„Was ist los?“ Er sagte nichts. „Draco? Was ist los?“, fragte sie besorgt und er öffnete den Mund und schloss ihn wieder, bevor er den Kopf senkte.
Sie murmelte erneut seinen Namen und ging auf ihn zu. Sie strich ihm durchs Haar und er griff mit beiden Händen nach einer ihrer Hände.
„Tori“, sagte er schwer und küsste kurz ihre Fingerspitzen. Sie wirkte noch besorgter.
„Sag mir was los ist? Ist etwas geschehen?“ Ja. Ja, er hatte den größten Fehler seines Lebens begangen und dafür alles aufs Spiel gesetzt. „Du machst mir Angst, Draco.“

„Ich muss mit dir reden“, sagte er schwer und seine Stimme zitterte.
Er brach wieder ab. Schluckte hart. Er konnte ihr das nicht verschweigen und anderseits… fürchtete er sich so sehr auf ihre Reaktion. Auf das was danach kommen würde.
„Draco.“, sprach sie sanft und ging vor ihm in die Hocke, während er auf dem gemachten Bett saß. „Was ist denn los? Wir sagen uns doch immer alles.“
Ja, immer. Aber das hier… Es würde sie verletzten. Er hatte sie betrogen. Sie verraten. Sie hintergangen. Und es gab wohl nichts, um das zu beschönigen. Und dann noch ausgerechnet mit ihr. Er hob den Blick. Sah sie an.
„Ich habe dich betrogen.“

In ihren Augen regte sich etwas. Er konnte es nicht ganz deuten. Unverständnis? Verwirrtheit? Er klammerte sich an ihre Hand.
„Ist… ist das ein Scherz?“, fragte sie verwirrt. Er atmete stockend aus. „Ein schlechter Witz? Wenn ja, finde ich das nicht lustig, Draco.“
„Ich wünschte, es wäre ein Scherz. Aber das ist es nicht. Ich… ich habe mit einer anderen geschlafen.“ Astoria entzog ihm die Hand. „Tori…“, wisperte er als sie aufstand und ihm den Rücken zudrehte.
„Das… das ist nicht wahr“, sagte sie schwer und fuhr sich an die Stirn, bevor sie ihre Hände unterhalb der Brust legte und schwer ein- und ausatmete.
„Astoria“, sprach er und ging auf sie zu, doch bevor er sie berühren konnte, wirbelte sie herum.
„Fass mich nicht an. Fass mich jetzt ja nicht an.“

Sie wanderte hin und her. Atmete schwer ein und aus. Er murmelte ihren Namen und zwang sich stehen zubleiben als sie sich selbst auf das Bett setzte, wo er noch zuvor gesessen war. Ihr Verstand schien zu rasen.
„Liebst du sie?“, fragte sie ruhig.
Er schüttelte den Kopf.
„Nein.“ Und das war die Wahrheit. „Ich liebe dich.“
Sie lachte falsch auf.
„Du liebst mich?“ Natürlich tat er das. „Du liebst mich?!“, fragte sie erneut und sprang auf. „Wieso tust du mir dann so was an?“ Er schüttelte hilflos den Kopf. Er wusste es nicht. „Du hast versprochen, mir versprochen, dass du nie mir so etwas antun würdest.“
Das hatte er. Hatte er, weil er gewusst hatte, wie große Angst sie davor hatte. Vor einer Ehe hatte. Sie hatte an ihren Eltern gesehen wie es am schlechtesten Laufen konnte und sie wollte nie so enden wie ihre Eltern. Niemals. Zerstritten, gefangen in einer Ehe, die lieblos war und wo sich im Grunde jeder von beiden den Tod des anderen wünschte.

„Tori…“, wisperte er schwer und sie wandte sich von ihm ab. Er hörte sie Schluchzen. Er ertrug es nicht, wenn sie weinte. Das hatte er damals schon nicht ertragen. „Können wir nicht in Ruhe… Reden?“, versuchte er es, während sie wieder aufschluchzte.
Sie stemmte die Hände in die Seite und schien versuchen ruhig zu atmen, bevor sie sich wieder zu ihm wandte.
„Wer?“, fragte sie und fuhr sich über die Augen.
„Was?“, erwiderte er irritiert.
„Wer ist sie?“
Er konnte… er konnte das ihr nicht sagen. Das würde das alles nur noch hundertmal schlimmer machen.
„Ist das wichtig?“
„Ist es diese neue Sekretärin?“
Er schüttelte den Kopf.
„Bei Merlin, nein. Astoria.“
„Kenn ich sie?“
Er wollte es ihr nicht sagen. Nicht den Namen. Es würde alles nur noch auf ein anderes Level setzen.
„Es ist nicht…“
„Sag es mir!“, schrie sie ihn an und ihre Augen füllten sich wieder mit Tränen.

Er ballte die Fäuste und atmete schwer ein und aus. Er senkte den Blick. Er murmelte den Namen und Astoria schüttelte den Kopf.
„Was?“
„Hermine.“
Ihre Augen wurden groß. Er sah, wie etwas in ihr zerbrach, bevor sich ihre braunen Augen verdunkelten.
„Granger.“, spie sie und er unterdrückte es sie zu verbessern. Sie zu verbessern, dass Granger schon lange keine Granger mehr war, sondern eine Weasley. Sie lachte hysterisch auf. „Das war ja klar. Von Anfang an…“
Draco unterbrach sie.
„Es war nicht geplant, Astoria. Es hat nichts zu bedeuten. Wir… wir bereuen es beide.“
„Und du nimmst sie in Schutz. Schon wieder. Wie damals?“, fragte sie fassungslos und sie schüttelte den Kopf, bevor Kälte in ihre Augen zog. „Immer noch“, fügte sie tonlos hinzu. „Genau wie damals an der Uni.“
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