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Das Date

KurzgeschichteHumor, Liebesgeschichte / P12 / FemSlash
14.10.2021
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Das Date

Nervös sah ich auf mein Handy. 13:55 Uhr. Bereit seit 30 min stand ich hier, am Stadtbahnhof. Natürlich war ich viel zu früh, und die Bahn hatte mal wieder Verspätung. Erneut sah ich auf die Uhr, bevor ich mein Handy entschlüsselte und auf den Whatsapp Chat, meines Dates ging. Um 13:30 Uhr hatte sie mir das letzte mal geschrieben. Mit einem letzten Blick auf den Chat, steckte ich mein Handy wieder ein und sah mich immer noch, vielleicht auch noch nervöser als sowie so schon, um. Das war das erste mal das ich mich mit einer Frau ein Date hatte. Bis her hatte ich nur Beziehungen mit Männern. Mir war allerdings schon länger klar, das ich auch auf Frauen stand. Nach meiner letzten, nicht grade schönen, Beziehung hatte mich mir, ehr aus Spaß eine Dating App installiert. Und da hab ich dann Sie kennengelernt. Ella, mein Date.
An mir heruntersehend, zupfte ich an dem Mindgrünen T-shirt rum, bevor ich erneut mein Handy aus der Gesäßtasche meiner Hotpants zog und auf die Uhr starrte. 14 Uhr. Vielleicht kommt sie ja gar nicht. Mich in der Spiegelung des Displays betrachtend überlegte ich gerade, ob ich einfach gehen sollte, als sich jemand vor mich stellte.
Irritiert sah ich nach oben, und blickte in Ellas Gesicht. Sie war etwas größer als ich und trug ein weißes Top mit Blumenmuster, dazu eine schwarze Hotpants. Ihre Schwarzen Haare hatte sie zu einem Zopf zusammengebunden. Sie war nur dezent geschminkt, wobei ihr rosa Lippenstift perfekt zu ihrer kleinen Handtasche passte.
Ich fand sie schon auf den Bildern schön, doch in Real sah sie fast noch besser aus. Mehr als ein schüchternes „Hey“, bekam ich deshalb auch nicht heraus. Grinsend zog sie mich in eine Umarmung. „Hey, sorry das ich zu spät bin, hoffe du hast nicht zu lange warten müssen.“ Sagte sie fröhlich. „Ne ne, alles gut. Du kannst doch nichts dafür.“ Während sie sich wieder von mir löste und einen Schritt zurück trat, lächelte ich sie an, bevor ich, nicht mehr so schüchtern, fragte: „Wollen wir in die Stadt? Wir können uns ja einen Bubble Tea holen und dann etwas bummeln. Später können wir ja noch was Essen gehen, wenn du möchtest.“ „Gerne!“
Auf dem weg zum Chinesen, erzählten wir uns gegenseitig, was wir an dem Morgen jeweils gemacht hatten. Das ich vor Aufregung fast umgekippt wäre, und meine beste Freundin mich letztendlich aus dem Haus schmeißen musste, weil ich mich nicht getraut hab zu gehen, verschwieg ich allerdings.
Als wir dann endlich ankamen, und bestellt hatten, hatte sich die Stimmung schon erheblich gelockert.
Mit einem Cocos-  und einem Taro-Bubble Tea bewaffnet, entschieden wir uns erst einmal dazu, auf eine nahegelegenen Bank, die unter einem Baum stand, zu sitzen und dort etwas zu schnaken.
„Also, du hast vorhin erwähnt das d-IIIIIIhhhh!“ Mich selbst unterbrechend sprang ich auf. Und sah dem Mistvieh von Taube hinterher, die mir doch grade allen ernstes auf meinen Bubble Tea geschissen hatte. „Du Mieses Drecks Vieh, ich habe noch nicht mal die hälfet getrunken!“ Rief ich wütend, während mein Date fast vor lachen von der Bank viel. „He!“ Beleidigt drehte ich mich weg und sah mich nach einem Mülleimer um. Sich das Lachen verkneifend, sagte Sie schwer Atmend: „Sorry, aber das ist einfach zu komisch! Ich meine, die Taube hat genau den Strohhalm getroffen!“ Ein kichern. „Das muss man halt auch erstmal schaffen!“ Nun musste ich auch Lachen. Unser gemeinsamer, darauffolgender Lachflash hielt ganze 5 min an. Als wir es endlich geschafft hatte uns zu beruhigen, hielt ich ihr kichernd die Hand hin und half ihr auf die Beine. „Lass uns in die Stadt gehen.“ „Gute Idee.“ Wir liefen in Richtung Markplatz. Vor einer kleinen Steintreppe war ein Mülleimer, weshalb ich darauf zusteuerte und meinen, nun nicht mehr genießbaren Bubble Tea, darin zu entsorgen.
„Aus dem Weg!“ Schrie jemand hinter mir. Gerade als ich mich umdrehen wollte um zu sehen was da los war, wurde ich von den Füßen gerissen. Mein Kopf knallte gegen das Metallgeländer der Treppe. Mir wurde kurz schwarz vor Augen.
„Hey….wach auf…“ Jemand rüttelte an meiner Schulter. Mein Schädel dröhnte. Vorsichtig legte ich eine Hand auf meine Stirn, bevor ich langsam die Augen aufschlug. Über mich gebeugt sahs Ella und blicke mich besorgt an.
„Was ist passiert?“ Mühsam richtete ich mich auf, dabei stützte mich Ella etwas. „So ein Idiot ist mit seinem E-Roller in ich rein gefahren. Und dann ist der Arsch auch noch einfach abgehauen!“ Angepisst sah sie sich um. „Aber egal, wie geht dir?“ „Mein Kopf tut weh, sonst soweit ganz gut glaub ich.“ Nun sah sie mich wieder besorgt an. „Sollen wir ins Krankenhaus? Du hast dir ja schon ziemlich den Kopf gestoßen, das sollte man lieber abklären. Außerdem ist das ja nicht so weit weg.“ Langsam nickte ich. „Ja, das währe wahrscheinlich besser.“ „Gut!“ Sie stand auf und reichte mir die Hand um mir auf die Beine zu helfen. Als ich jedoch mein rechtes Bein belastete, durchfuhr mich ein stechender schmerz. „Autsch!“ Mit zusammengebissenen Zähnen blicke ich auf meinen Knöchel. Er war angeschwollen und hatte bereits eine deutliche Blaufärbung. Ella die bis dato nur irritiert neben mir gestanden hatte folgte meinem Blick und sog scharf die Luft ein. „Jap, wir sollten eindeutig ins Krankenhaus. Denkst du, das du laufen kannst?“ Ich schüttelte meinen Kopf. Mein Knöchel hatte angefangen unangenehm zu pochen, seit ich ihn belastet hatte. Nickend sah sie mich einen Augenblick abschätzend an, bevor sie sagte: „Setz dich auf die Treppe, ich trag huckepack.“ Ungläubig sah ich wieder zu ihr auf und fragte dann spöttisch: „Sicher das du das packst!“ Sie grinste abschätzig. „Klar, dich Fliegengewicht trag ich locker durch die ganze Stadt.“ Über ihre aussage den Kopf schüttelnd zog ich mich ein paar der Treppenstufen hoch. Ella kam, gab mir ihre Tasche, bevor sie mich auf ihren Rücken hievte.

~10 min später in der Notaufnahme~

Das es nicht die aller beste Idee wahr, Samstagnachmittag in die Notaufnahme zu gehen, wurde und direkt nach betreten des Gebäudes bewusst. Es war voll.
Nach weiteren 10 min, die wir warten mussten, konnten wir endlich zu Anmeldung. Die etwas dickliche Frau, drückte Ella, genervt einen bogen zum Ausfüllen in die Hand, wärend sie meine Krankenkarte einscannte. Danach schickte sie uns ungerührt weg. Da kein einziger Stuhl in dem Raum mehr frei wahr, setzten wir uns auf den Boden nahe des Ausganges. Ich füllte den Fragebigen aus, Ella brachte ihn zurück zur Anmeldung, ging dann zu einem Getränkeautomaten, der in einer Ecke stand und kam mit zwei Dosen Eiskaffee wieder. Dankbar nahm ich die Dose entgegen.
Die nächsten 3 Stunden verbrachten wir damit, auf dem Boden zu Hocken und uns zu Unterhalten. Als ich dann endlich untersucht wurde kam heraus, dass ich einen Verstauchten Knöchel hatte und eine leichte Gehirnerschütterung. Deshalb musste ich übernachte zur Überwachung im Krankenhaus bleiben.

Geschafft lies ich mich auf das Bett in meinem zugewiesenen Zimmer fallen. Ella kam lächelnd zu mir und nahm mir meine Krücken ab um diese an die Wand zu stellen.
„Sorry wegen heute. Das war ein echt beschissenes Date.“ Ich musste grinsen. Sie kam zu mir, setzte sich neben mich und sah mich ebenfalls grinsend an: „Glaub mir, ich hatte schon schlimmere Dates.“ „Schlimmer als fast 5 Stunden im Krankenhaus rumzuhacken?“ „Jap! Außerdem war es ja nicht deine Schuld das wir hier gelandet sind. Und spaß hat es trotz allem gemacht.“ Nun setzte ich mich aufrecht hin und sah ihr direkt in die Augen. „Bedeutet das, dass wir zweites Date haben werden? Ohne Notaufnahme und so?“ Feixend kam sie näher. „Ich hoffe doch!“ Sanft legte sie ihre Lippen auf meine.
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