Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Die Hochzeitsvermittlerin

von Hinata120
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Romance / P16 / Mix
14.10.2021
22.04.2022
5
13.852
4
Alle Kapitel
12 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
22.01.2022 2.989
 
Aller guten Dinge sind drei so heißt es. Es sind schon zwei Kandidaten die der “Einladung” von Lady Chotei gefolgt waren. Alle hatten sie unterschiedliche Gründe. Licorice ergab sich Kampflos ihrem Schicksal, während Nadeshiko nur die erhaltene Zukunft im Blick hatte und dies wahrscheinlich wohl eher als eine Art, Mittel zum Zweck betrachten könnte.

So beginnt auch der Morgen für eine weitere Familie mit einer erfreulichen Botschaft. Wie die meisten waren auch dieses mal die Familienmitglieder nicht überrascht über das Auftauchen des Boten.
Als hätte man seinen Besuch verabredet, wurde ihm ohne zu zögern die Türe geöffnet und freundlichst herbei gebeten. Es wurde nicht einmal versucht die Gestalt vor den Augen der Nachbarn zu verstecken.
“Hier entlang. Meine Tochter ist noch im Zimmer”, entschuldigte die blauhaarige Frau den Boten und bat ihn in den Aufenthaltsraum.
Dort saß bereits ein älterer Mann mit dunklen Haaren und nippte an einer Tasse dampfenden Tees. Er blickte auf die Uhr an der Wand und schmunzelte über die Tatsache der Uhrzeit.

“Pünktlich, wie immer zu erwarten”. Er sprach nicht direkt mit dem Boten sondern stellte nur die Tasse ab und wartete auf die einstudierten Worte des Boten.
“Ich bringe die Einladung der Lady Chotei, Adressiert an Duplica Shirokaze”, und mit diesen Worten händigte er dem Familienoberhaupt die Schriftrolle aus.
Er nahm sie dankend entgegen, legte sie aber zur Seite und griff lieber wieder nach seinem Tee.


In der Zwischenzeit konnte man dumpf die Schritte der älteren Frau vernehmen, die die Treppe des kleinen Hauses nach oben schritt, den Flur entlang lief und dann vor einer Zimmertüre stehen blieb. Ihre guten Ohren konnten das gleichmäßige Atmen ihrer Tochter vernehmen, die noch immer zu Schlafen schien.
Ohne zu klopfen schob sie die Türe zur Seite und trat in das Zimmer. Andere Menschen würden das Licht anmachen, doch sie manövrierte sich sicher durch die Stapel der Hindernisse zum Fenster und zog die Vorhänge zur Seite.
Augenblicklich war das Zimmer hell vom Licht durchflutet und brachte das türkis haarige Dornröschen zum Grummeln.
“Duplica steh auf”, waren die begrüßenden Morgengrüße ihrer Mutter.
“Noch fünf Minuten….”, gähnte sie und rollte sich unter der kuscheligen, warmen Decke mehr zusammen.
“Unser Besuch ist bereits da….”.
Als hätte man ihr einen Eimer mit eiskaltem Wasser über den Kopf gezogen schreckte sie auf. Der Besuch war schon da?
Panisch hechtete sie nach dem kleinen Wecker neben dem Bett, fiel dabei halb heraus und warf ein paar Kissen herunter. Ihr pochendes Herz machte einen kurzen Aussetzer, bevor es entspannt und ruhig weiter schlug.
“Er ist zu früh….”, seufzte sie erleichtert und erschrak, als das kleine Metallding in ihren Händen plötzlich vibrierte und ein lautes Klingeln von sich gab. Sie verloren den Halt, rutschte aus dem Bett und versuchte mit fuchtelnden Gliedmaßen zu verhindern, dass sie noch mehr mit sich Riss als nur die Bettdecke.

Ihr Besuch war um genau zu sein eine gesamte Stunde zu früh, weswegen das schlechte Gewissen, welches sich in Duplica aufgebaut hatte, sofort in Luft auflöste.
“Beeil dich dennoch”, verabschiedete sich ihre Mutter aus dem Zimmer und leistete Duplicas Vater wieder Gesellschaft.
Auch wenn der Besuch zu früh war und Duplica für ihren eigentlichen Zeitplan mehr als genug Zeit hatte, beeilte sie sich mit dem fertig machen.
Während sie mit der einen Hand ihre türkisen Haare bürstete, schrubbte sie sich mit der anderen die Zähne. Dabei lief sie im Zimmer auf und ab, schob Bücher mit der Spitze ihres Fußes unter das Bett, zubbelte mal an ein paar Ecken der Bettdecke und stellte den Wecker zurück an ihren Platz, bevor sie die Bürste in einen Korb warf und mit der nun freien Hand ihren Raumtrenner vor das restliche Chaos schob. Darum würde sie sich später kümmern! Sie durfte den Besuch nicht warten lassen!

Sie eilte die Treppe herunter, kurz vor dem Raum in dem der Besuch bei ihrem Vater geparkt wurde hielt sie an, kontrollierte ihren Zopf, richtete die Kleidung und betrat dann den Raum mit einem Lächeln. Es fiel ihr kurz schwer das Lächeln aufrecht zu erhalten und nicht verwundert eine Augenbrau zu heben. Vor ihr stand der Bote der schon gestern als “Besucher” angekündigte. Doch sie hatte eher mit einem alten Freund ihrer Mutter, ihres Vaters oder jemandem aus dem Dorf gerechnet, nicht mit einem Kurier!
Sofort spürte sie wie es unter ihrer Haut vor Anspannung kribbelte. Dieser Besuch schien ein ernstes Thema mit sich zu bringen. Hatte sie Verwandte von denen sie nichts wusste die verstorben waren?
Rasch schüttelte sie den Kopf, besann sich ihrer Benehmen und begrüßte den Besucher freundlich.
“Setz dich Kind”, sprach ihr Vater und schien endlich Licht ins dunkle Geheimnis des Boten bringen zu wollen.
Die Schriftrolle die der Bote mit sich brachte war noch immer ungeöffnet. Als Duplica sich zu ihrem Vater setzte schob er ihr die Schriftrolle rüber.
“Was ist das?”, fragte sie das eigentlich offensichtliche. Sie blickte zum Boten, als erhoffte sie sich durch ihn eine schnellere Aufklärung des Inhaltes.
“Ließ es”, forderte nun ihre Mutter sie auf. Ihre Eltern wussten also bereits was in der Rolle stand, ohne dass sie vorher geöffnet worden war.
Mit nervösen Fingern, sich auf der Unterlippe beißend, brach sie das Wachssiegel auf der Rolle und entfaltete sie.
Sie war nicht besonders groß, eher klein also vermutete sie auch nicht viel Text in ihr, sollte sie nicht warum auch immer mit einem Jutsu verzaubert worden sein.
Sie kniff ein Auge zusammen, da sie für einen Moment eine Explosion erwartet, stattdessen zog sie erstaunt eine Augenbraue hoch.

Von außen war die Rolle mit dickem, lederartigem Material vor Regen und anderen Witterungen geschützt, doch von innen strahlte ihr goldfarbenes Pergament entgegen. Äußerst edel! Handschriftlich mit feinen, sauberen kalligraphischen Linien stand eine Nachricht für Sie geschrieben.

“Wehrte Miss Duplica Shirokaze,


Pünktlichkeit, Anmut, Eleganz, Höflichkeit, Sorgfältigkeit und Respekt sind wichtige Aspekte die eine gute Ehefrau mit sich bringen muss.
Ich werde Sie in diesen und vielen weiteren Punkten meiner sorgsamen Prüfung unterziehen und eine Braut aus Ihnen machen, die ihre Familie mit Stolz erfüllt und ihrem Haus Ehre bringt.

Ich erwarte Ihre Antwort bis zum Sonnenuntergang von meinem Boten zurück. Diese Einladung abzulehnen ist eine Option für Sie, doch bedenken Sie! Sollten Sie ihre Meinung zu einem späteren Zeitpunkt ändern, wird die Ablehnung die Sie bereits einmal ausgeführt haben, Einfluss auf ihre Bewertung nehmen.

Nehmen Sie die Einladung an, sind sie verpflichtet sich sofort zu meiner Residenz nach Hokori zu begeben in Begleitung meines Angestellten.

Lady Chotei
Heiratsvermittlerin Hokoris”

Duplicas Herz setzte aus. Ihr Lächeln gefror steif in ihrem Gesicht. Eine Einladung zur Vermittlung. Zur Hochzeit Vermittlung!?
Sie umgriff das Papier stärker und brachte es leicht zum Knittern. Erschrocken, das goldene Papier somit berknickt zu haben, lockerte sie ihren Griff, blickte aber skeptisch über den Rand des Schriftrolle zu ihren Eltern.
“.......”, sie öffnete den Mund um zu sprechen, doch keine Worte kamen heraus.
“Alles in Ordnung?”, ihr Vater blickte skeptisch, zog die Stirn in Sorgenfalten zusammen.
Duplicas rote Augen glänzten leicht von Tränen die sich anbahnten, die sie aber schnell weg blinzelte. Was sollte dieser Ausbruch?
Sie holte kurz die Luft bevor sie sich wieder zu einem Lächeln rang.
“Es ist euch also wirklich ernst?”, ihre Stimme war etwas piepsig und das veranlasste ihre Eltern noch mehr ihre eigenen Ausdrücke nur noch sorgenvoller erscheinen zu lassen.
“Wir hatten darüber gesprochen….”, erinnerte ihre Mutter sie und Duplica blies sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht.
“Ja..ja ich weiß, ich….es ist trotzdem noch mal etwas anderes wenn es dann wirklich passiert”, sie schnaufte leicht, als wäre sie Kilometer ohne Pause gerannt.
Sie rollte die Schriftrolle zusammen und umschloss sie Fest bevor sie sich erhob.
“Ich gehe einen Moment spazieren, ist das in Ordnung?”. Es war keine wirkliche Frage die Duplica ihren Eltern stellte, schließlich würde sie so oder so gehen ob sie nun zustimmten oder nicht. Dennoch wartete sie ab, bevor sie mit schnellen Schritten das Haus verließ. Der Bote und ihre Eltern blieben zurück.

Duplicas Schritte wurden immer schneller, hastig, doch sie rannte nicht, nicht bevor sie die belebten Straßen verlassen hatte. Dann lief sie, bis ihre Lunge brannte und ihre Knie sie zum Stoppen brachten. Sie stützte sich an einer Hauswand ab, rang nach Luft und richtete schnell ihren Pferdeschwanz. Sie starrte auf die Schriftrolle in ihrer Hand.
Vor einigen Wochen kamen ihre Eltern mit einer Bitte an sie heran. In Hokori, dem Dorf in dem Duplica geboren wurde, war es Tradition von der Hochzeitsvermittlerin Lady Chotei vermittelt zu werden. Normalerweise wurde diese Tradition bereits mit dem 16. Geburtstag der Mädchen eingeführt, doch Duplicas Eltern verschonten das Mädchen noch zwei weitere Jahre damit.
Duplica seufzte als sie sich aufrichtete und feststellte, dass sie am Eingang zum Park gelandet war. Sie kam sehr oft her und setzte sich in den Schatten der Bäume um zu lesen.

Sie richtete ihre Frisur und schlenderte dann zu ihrem Lieblingsplatz. Nicht nur sie hatte die Idee gehabt zum Park zu kommen um ihre Gedanken zu ordnen. Sie konnte ein Liebespärchen dabei beobachten wie sie Händchen haltend durch die Anlage schlenderte. Als ihre Eltern mit ihr über Lady Chotei gesprochen hatten, war Duplica eigentlich nicht abgeneigt von der Idee! Schließlich waren ihre Eltern auf diese Art und Weise zusammengekommen. Zuerst war sie etwas schockiert als ihre Eltern mit dieser Idee um die Ecke gekommen waren jedoch, je mehr Duplica darüber nachdachte und ihre Eltern als Vorbild nahm um so mehr erwärmte sie sich für die Idee. Sie hatte schon viele Romantische Bücher gelesen die das Thema behandelten. Aus arrangierter Ehe konnte durchaus wahre Liebe werden! Vor allem, wählte man nicht Partner aus, die sich in vielen Punkten irgendwo ergänzten?

Es wäre gelogen, wenn Duplica nicht dem ein oder anderen Jungen mal hinterher gesehen hätte und ein paar Dates hatte sie auch, doch niemand mit dem sie eine ernsthafte Beziehung hätte anfangen wollen. Waren ihre Standards denn zu hoch? Sie wollte einen liebevollen Mann haben, der auch eine romantische Ader hatte. Er sollte sanft sein und doch in den richtigen Momenten einen harten Griff haben, wenn ihr versteht was ihre Gedanken waren, er sollte für sie sterben wollen! Aber auch nicht ohne sie leben wollen, den Boden auf dem sie geht verehren, aber auch nicht zu sehr an ihr hängen und ihr auch ihren Freiraum lassen. So, wie in den Büchern die sie las!
Das war doch wohl nicht zu viel verlangt oder?!

“Oh…..”, murmelte sie. Vielleicht waren ihre Ansprüche doch etwas zu hoch? So einen Mann gab es vielleicht doch nur in ihren Büchern.
“Was mache ich nur….?”, murmelte sie zu sich selbst. Sollte sie zu stimmen? Hatte sie eine andere Wahl? Eigentlich hatte sie ja schon vor einiger Zeit zu gestimmt…doch wieso klopfte ihr Herz dann wie verrückt? Wieso wollte sie dann wegrennen und brauchte frische Luft? Schwitzige Hände….ein beklemmendes Gefühl? War das….Angst? Ja…aber wovor? Wovor hatte sie genau Angst? Dass sie abgelehnt wurde? Das Lady Chotei ihr einen Stempel aufdrückte und niemand sie dann mehr haben wollte? Oder vielleicht fürchtete sie sich gerade davor, vermittelt zu werden. Was war, wenn der Mann dem sie vorgesetzt wurde schrecklich ist? Sie nicht gut behandeln würde und nur in diese typische Frauenrolle drängte? Kochen, putzen und um Kinder sorgen?!

Sie schüttelte kräftig den Kopf. Nein! Sicherlich würde das nicht so laufen! Ihre Eltern sind ein gutes Team und Lady Chotei würde sich selbst viel mehr Schaden, würde sie eine unglückliche und schreckliche Ehe hervorrufen! Das täte ihrem Ruf nicht gut. Überhaupt nicht gut! Sie hielt viel von sich und ihre Ehen gehörten zur Elite! Selbst Kaiser und Feudalherren trauten der Frau bei der Suche nach einem geeigneten Partner, ob nun für sie oder deren Familien..
“Ruhig Blut Duplica. Es macht keinen guten ersten Eindruck wenn du vor so einer Chance davon läufst und dich wie ein kleines Mädchen irgendwo verkriechst!”
Sie atmete noch kurz mehrmals durch, bevor sie sich erhob und den Heimweg antrat. Der Park war nicht weit also war sie in 15 Minuten schnellem Gang auch wieder zu Hause.
“Tut mir leid, dass ich so lange Weg war…”, lächelte sie und schloss die Türe des Wohnzimmers hinter ihr. Es schien sich an der Szene nichts geändert zu haben. Immer noch saß ihr Vater ruhig da und ihre Mutter saß daneben. Der Bote stand ruhig in seiner Ecke und wartete.
“Gehts dir besser?”, fragte ihre Mutter sorgenvoll und stand auf um ihrer Tochter entgegen zu laufen. Ihre Hände ruhten fürsorglich auf den Oberarmen ihrer Tochter.
“Ja…ich war nur ein wenig überwältigt…..das fließt hoffentlich nicht negativ in meine Bewertung?” Fragend hob die Türkishaarige eine Augenbraue an um sah auf den Boten. Dieser schüttelte nur resigniert den Kopf und erleichtert atmete sie aus.
“Es klingt als hättest du dich entschieden?!”, fragte ihr Vater und erhob sich nun auch von seinem Platz.
“Das hatte ich mich doch vorher schon…..”, schmunzelte sie und legte den Kopf leicht schief.
“Das freut mich zu hören. Bitte packt, damit wir schnell aufbrechen können”. Erschrocken japste Duplica und machte einen kleinen Sprung zur Seite als der Bote seine schmalen Lippen auch wirklich zum Reden nutzte! Sie hatte die Art von Stimme auch nicht von ihm erwartet! Freundlich, sanft und warm…..
“Ähm…ja…ja okay….wie viel muss ich denn packen? Und was?”, fragte sie dann nur verwirrt. Es war ja nicht so, als wäre eine Packliste bei der Nachricht beigefügt worden. Diese fehlte nämlich wirklich!
“Nur ein paar persönliche Sachen, etwas Kleidung….den Rest erhaltet ihr dort”.
Über Duplicas Kopf tauchte ein Fragezeichen auf, doch ihre Mutter zog sie bereits die Treppe Zimmer hoch und holte einen Koffer aus dem Schrank.
“Ist der nicht etwas klein?”, fragte sie skeptisch und betrachtete die Größe.
“Glaub mir, der wird reichen”. Während ihre Mutter akribisch den Schrank begutachtete und einige Dinge heraus zog und fein säuberlich verstaute, machte Duplica sich an die persönlichen Gegenstände zu schaffen. Was sollte sie denn mit nehmen? Was sollte sie hier lassen und vor allem wie lange würde sie weg sein? Sie packte ein paar ihrer Haargummis ein und auch einige ihrer Romane, alle hatten keinen Platz also wählte sie nur ihre liebsten, die sie ganz weit unten im Koffer verstaute. Diese Art von Bücher waren nicht bei allen wirklich beliebt, zumindest nur bei denen die die Wahren Geheimnisse dieser Bücher kannte!
“Willst du die wirklich mitnehmen?”, fragte ihre Mutter als Duplica schnell noch ein weiteres Buch unter ihre Kleidung in den Koffer schob.
“Romane werden doch wohl erlaubt sein? Ich meine, Lesen ist doch gut oder?”. Mit einer Mischung aus Trotz und Skepsis blickte sie zwischen Koffer und ihrer Mutter hin und her.
“Hmm…ich denke gegen ein paar Liebesromane wird Lady Chotei nichts dagegen haben…”. Und damit fiel Duplica ein Stein vom Herzen. Auf ihre Paradies-Romane hätte sie nun wirklich nicht verzichten wollen!

Fertig gepackt und etwas angenehmeres für die Reise angezogen stand Duplica unten an der Türe der Bote nahm ihr Gentlemen like den Koffer ab.
“Viel Erfolg!”, wünschte ihre Mutter ihr bei der Umarmung die länger und intensiver war als Duplicas Herz verkraftete. War dies ein Abschied für immer? Was war, wenn ihr Mann aus einem anderen Dorf war und sie dort leben musste? So weit weg von ihren Eltern?
Tränen bildeten sich bei dem Gedanken in ihren Augen, die ihre Mutter als einfaches verfrühtes Heimweh und dem Abschied zu Grunde legte.
“Ich wünsche dir kein Erfolg, denn ich bin mir sicher, dass du es schaffen wirst”. Nun rollte Duplica doch eine Träne über die Wange, vor Rührung als sie die Worte ihres Vaters vernahm und schnell in ihrem Herzen einbrannte.
“Ich habe trotzdem Zweifel….”, nuschelte sie. War nicht ein Argument gewesen, dass Duplica hier und dort doch ein wenig….chaotisch war? Nicht immer ihr Zimmer aufräumte oder Hausarbeiten erledigte wie es wohl eine gute Hausfrau und Ehefrau täte?
“Ich habe keine Zweifel”, bestätigte ihr Vater ihr erneut und zog auch sie in eine innige Umarmung.
Der Bote gab der Familie den Moment die sie zum Abschied brauchten, bevor Duplica sich losreißen konnte.

Der Weg führte sie zum großen Tor von Konoha, dem Dorf das versteckt unter den Blättern lag. Sie war oft hindurch spaziert und wieder rein, doch nichts fühlte sich je so endgültig an wie der heutige Tag! Wie dieser Moment.
“Hey! Duplica!”, hörte sie vertraute Stimmen. Sie riss ihren Blick los und blickte zu der kleinen Bude neben dem Toreingang. Zwei immer zu sehene Gesichter strahlten ihr entgegen und auch verwirrend.
“Guten Morgen Kotetsu, Guten Morgen Izumo!”, grüßte sie die Wachen und löste sich von ihrer Reisebegleitung um auch ihnen noch einen Abschiedsgruß da zu lassen.
“Verreist du?”, wollte Izumo wissen und blickte dann skeptisch zu dem Boten.
“Kann man so sagen…”, druckste die Rotäugige ein wenig herum.
“Wohin gehts denn? Scheinst ja nicht viel gepackt zu haben…”, kommentierte Kotetsu den lächerlich kleinen Koffer.
“Nach Hokori…”, erzählte sie und zwirbelte eine lose Haarsträhne um ihren Finger.
“Hokori? Ach ja..du bist ja dort geboren worden…besuchst du Familie?”, fragte Izumo und kratzte sich nachdenklich am Kinn.
“Nein…nicht so wirklich……”, als Antwort wedelte sie mit der kleinen Schriftrolle der Lady Chotei und als die beiden Jungs das Siegel erkannten rissen sie zeitgleich ihre Augen auf.
“Du machst das wirklich?! Also…wirklich wirklich?”.
Duplica rückte einige Schritte zurück, als beide Jungs sich fassungslos über den Rand des Tresen beugten und sie eindringlich musterten.
“Ja…”, antwortete sie piepsig ehe ein Räuspern hinter ihr sie wieder an den Zeitplan erinnerte.
“Ich muss jetzt auch schon los! Ich erzähl euch alles wenn ich wieder zurück bin. Auf Wiedersehen!”, lächelte sie, wank ihnen noch zum Gruße zu ehe sie schnell aus dem Dorf verschwand.

“....Weiß sie, dass sie ein Jahr lang weg sein wird? Und vielleicht nicht nach Konoha zurückkehrt?”, fragte Izumo seinen Kameraden.
Kotetsu schüttelte mit verschränkten Armen den Kopf und blickte dem Mädchen wehmütig hinterher.
“Nein…ich glaube das weiß sie nicht…..”, er verzog das Gesicht zu einer schmerzhaften Mimik, als hätte er einem Freund gerade Lebe Wohl gesagt.

 ~*~ Chapter four - Mirai coming soon ….~*~
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast