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Die Hochzeitsvermittlerin

von Hinata120
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Romance / P16 / Mix
14.10.2021
22.04.2022
5
13.852
4
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Dieses Kapitel
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13.12.2021 3.841
 
Die Sonne ging hinter den dichten Wäldern und Bergen des Dorfes Hokori auf. Eine sanfte Brise wehte durch das Blattwerk. Viele Kirschbäume zierten die Wege des Dorfes und ebneten den Boden mit ihren pinken und weißen Blüten. Obwohl es eigentlich viel zu früh war, gab es einige die bereits auf den Beinen waren um ihre Pflichten zu Erfüllen. Vor einem großen, beeindruckendem Gebäude stand eine ältere Dame. Mit strengem, emotionslosem Blick stand sie oberhalb der Treppe in einem edlen Gewand. Wie ein Kaiser hatte sie von hier oben das gesamte Dorf Hokori im Blick. Dort oben zu stehen, diesen Palast hinter sich zu wissen, hatte sie jahrelange harte Arbeit gekostet. Ihre dunklen, ergrauten Haare waren zu einer strengen Frisur gebunden. Sie erlaubte keiner Haarsträhne ihren Platz zu verlassen. Ihr dunkelgrünes Gewand hing faltenfrei knapp über den Boden. Um Ihren Bauch trug sie einen braunen, ledernen Gürtel der eng um ihre Taille geschnürt war. Lange Ärmel versteckten ihre Hände die sie aneinander gelegt hatte. Ihre dunkelbraunen Augen ließen noch eine letzte Runde über das im Sonnenlicht gebadete Dorf gleiten, bevor sie diese etwas senkte.

Vor ihr knieten eine Reihe von Männern. Alle waren sie in einer dunkelblauen Uniform gehüllt. Ehrfürchtig hatten sie die Häupter gesenkt und wagten es nicht ihr ins Gesicht zu blicken.
“Eure Aufgabe ist euch klar. Geht und überbringt die Nachrichten. Vor Sonnenuntergang erwarte ich eure Antworten zurück”.
“Jawohl!” Unisono antworteten die Männer ihr und verschwanden dann in einem Wimpernschlag. Sie schloss für einen kurzen Moment die Augen bevor sie sie zurück aufs friedliche Dorf richtete. Einige Kandidaten lebten bereits hier, die Antworten würden schneller kommen, doch die aus Konoha könnten länger warten.
“Ich kann es nicht leiden, zu warten…”, murmelte sie still und leise ehe sie sich zu dem stillen Mädchen hinter sich drehte.
“Sei so gut Mei und bereite die Ankunft vor”. Das brünette Mädchen machte eine leichte Verbeugung und verschwand ebenfalls aus dem Blickfeld der älteren Dame.

Dieser Frühling war der Auftakt zu einer neuen Herausforderung. Hokori, so klein und unbedeutend das Dorf auch schien, war berühmt wegen der alten Dame die dem Sonnenaufgang zusah. Lady Chotei, die Hochzeitsvermittlerin von Hokori war bekannt für die Elite. Wurde man von ihr vermittelt, war es wie in den Stand eines Prinzen oder einer Prinzessin erhoben zu werden, ob man adelig war oder nicht spielte keine Rolle! Durch sie, wurde man zum Adel. Sie ist bekannt dafür, streng und diszipliniert zu sein und stets nur die besten Ergebnisse hervorzurufen. Auch in diesem Jahr, hatte sie eine Liste an Kandidaten. Einige hatten sich bei Ihr beworben, vor längerer Zeit oder erst kürzlich, andere wurden von Familie empfohlen, doch ein paar Personen auf ihrer Liste, diente ihrem eigenen Zweck diese Personen unter ihrem Namen vermittelt zu wissen.


Schneller als Wind und Blitze, huschten die Männer durch die Straßen. Einige verblieben in Hokori, doch einige andere von ihnen waren verpflichtet, sich außerhalb Hokoris nach ihren ZIelpersonen umzusehen. Bis Sonnenuntergang waren es noch einige Stunden, da der Morgen des Tages gerade erst angebrochen war, doch je nach Strecke würde dies dennoch äußerst knapp werden.
So war der Bote Nr. 4 glücklich darüber, seine Zielperson nur einen halben Tagesmarsch vom Dorf Konoha und Hokori zu wissen. Er lief den Hauptpfad aus der Stadt raus und bog dann einen schmaleren Pfad entlang, weg von Hokori und auch weg vom Dorf Konohagakure. Das Dorf versteckt unter den Blättern lag einen ganzen Tag vom Dorf Hokori entfernt, wenn man nicht mit der Geschwindigkeit eines Shinobis unterwegs war, dann benötigte man nur wenige Stunden.

Zu seinem Zielort benötigte der blaue Blitzbote nur zwei Stunden, ehe er vor den Toren des noch unscheinbareren Dorfes stand. Als er durch die Pforten trat, richteten sich augenblicklich alle Blicke auf ihn. Er war diese schon gewohnt. Groß und Stolz prangerte das Symbol der Lady Chotei auf seiner Uniform und sofort machte man ihm Platz. Die Straßen waren erfüllt mit dem Flüstern und Tuscheln der Dorfbewohner.
“Seht! Ein Bote der großen Lady! Einer aus unserem Dorf wird vermittelt?”,
“Was für eine Ehre!”
“Was glaubt ihr, wenn ruft sie zu sich?"


Solches und noch vieles mehr drangen dumpf an die Ohren des Boten. Er machte sich nichts aus dem Tratsch und Klatsch der Dorfweiber und Bewohner. Er hatte eine Aufgabe und die würde er erfüllen!
Nach einer Weile Fußmarsch durch das Dorf fand er sich endlich zurecht und konnte das Haus seiner Person ausfindig machen.
Vor der Türe aus Holz blieb er stehen. Vor dem Gebäude standen bereits ein paar Bewohner, doch sicherlich nicht, weil sie wussten, dass er hier hin wollte. Es hatte eher etwas damit zu tun, dass dieses Gebäude nicht nur ein Wohnhaus war, sondern auch gleichzeitig die Apotheke des Dorfes. Er verbeugte sich vor den Bewohnern.
“Verzeiht, ich bin in einem wichtigen Auftrag der Lady Chotei unterwegs. Dürfte ich bitte vortreten?”
Stille wurde ihm entgegen gebracht, bevor man ihm mit einem freundlichen Lächeln und dem Erwidern der Verbeugung seiner Bitte nach kam und ihn gewähren ließ.

Er trat in den Laden. Sofort wehte ihm der Geruch unterschiedlicher Kräuter entgegen, die ihn kurz benebelte. Sein jahrelanges Training half ihm dabei, sich nichts anmerken zu lassen. Seine dunklen Augen suchten den Raum ab und blieben dann an einem jungen Mann hängen, der hinter der Theke des Ladens stand.
Bevor er sich dem Jungen näherte, prägte er sich den Laden genau ein.
Die Dielen unter seinen Füßen waren alt, aber gut in Schuss gehalten, sie knarzten nicht als er über sie lief.
Die Theke war ein massives Konstrukt aus Holz mit einer kleinen Lücke, um darum herum zu laufen um in den Verkaufsraum zu gelangen. Auf der Theke stand eine große Kassen Maschine die den Erhalt des Geldes quittierte. Über dem Tisch war ein Seil gespannt, welches von einem Ende des Raumes, zum Anderen verlief. Daran hingen unterschiedliche Büchel von Kräutern getrocknet. Eines davon war Lavendel, soviel konnte der Bote sagen.
Hinter dem Jungen ragten Regale und Schränke bis unter die Decke. Darin standen Tuben, Salben und Döschen mit Pillen und Pastillen. Er rümpfte die Nase bei dem anhaltenden Geruch der Medizin, die sich stark und doch wiederum schwach mit dem Geruch von Desinfektionsmittel und Iod vermischte.
“Guten Tag werter Herr!”. Der junge Mann schien den Kunden bemerkt zu haben und somit trat er vor.
DerJunge war schmächtig gebaut, besaß braunes, zerzaustes Haare dafür aber strahlend blaue Augen die ihn freundlich hinter der Theke empfingen.
Erneut verbeugte sich der Bote bevor er sprach:
“Guten Tag, ich bin im Auftrag von Lady Chotei hier. Ich habe eine wichtige Nachricht zu überbringen”.
Die Augen des Jungen weiteten sich neugierig und erstaunt.
“Eine wichtige Nachricht? Das klingt ja ziemlich ernst…..hmm….”, der Junge tippte mit dem Zeigefinger am Kinn. Er kann sich nicht daran erinnern, dass er eine Bestellung für eine Lady Chotei aufgenommen oder vorbereitet hatte. Generell sagte ihm der Name wenig was.
“Warten Sie einen Moment”, bat der Junge und beugte sich in den Gang, der wohl in den hinteren Bereich der Apotheke führte.
“TANTCHEN!?”, rief er laut nach hinten. Einen Moment war Ruhe, bevor schwere Schritte von den Wänden halten und eine weitere Person auf die Bildfläche trat.

Augenblicklich lief ein Schauer dem Boten über den Rücken, als er in die kühlen, lilafarbenen Augen der Dame blickte. Er schüttelte sich kurz, bevor er seine Begrüßung und Information wiederholte.
Sofort weiteten sich ihre Augen, bevor sie wieder kühl wirkte.
“Vielen Dank. Sie können dann gehen”, murmelte die Dame, als sie den Brief in der Hand hielt, doch der Bote rührte sich nicht.
“Verzeihen Sie,” begann er und hielt den musternden Blick stand, “ich habe Anweisung, nicht ohne eine direkte Antwort zurück zu kehren”.
Genervt rollte die ältere Frau mit den Augen.
“Das könnte eine Weile dauern”, fing sie zu sprechen an.
“Dem bin ich mir bewusst. Ich warte am Eingang auf ihre Antwort. Vor Sonnenuntergang muss ich zurück in Hokori sein und der Lady berichten”.
Die Weißhaarige stief einen Seufzer aus, bevor sie mit der Flachen hand vor ihrem Mund wank.
“Dann warten Sie eben draußen”.
Der Bote verbeugte sich und bezog seine Stellung vor dem Eingang der Apotheke. Trotzdem stand er etwas abseits, um der normalen Kundschaft nicht im Weg zu stehen.

“Wer ist diese Lady Chotei?”, fragte der junge Mann und versuchte neugierig über die Schulter seiner Tante zu spieken um einen Hauch der Nachricht aufsaugen zu können.
“Eine Dame mit Einfluss, zu hohem Einfluss”, erklärte die Weißhaarige nur und ging wieder in den hinteren Bereich. Der Junge war leider an die Theke gebunden und konnte die wartenden Kunden nicht einfach abweisen. Er müsste sich also bis zum Wechsel oder zum Abendessen gedulden um seine Neugierde zu befriedigen.

Die Weißhaarige Dame lief den Weg auf Socken zurück nach hinten, vorbei an den Regalen, durch einen kleinen Raum in dem noch mehr Kräuter getrocknet wurden, bis sie einen langen, offenen Flur entlang schritt. Sie befand sich nun im Wohnraum, wo allerdings auch die Gärten mit den Kräutern zu finden waren.
Ihr Weg führte sie direkt zur Terrasse wo sie den Mann ihrer Suche fand.
“Jintaro”, fing sie zu sprechen an und konnte somit die Aufmerksamkeit des Mannes auf sich lenken. Stechend Gelbe Augen wie die einer Viper blickten sie aus seiner sitzenden Position heraus an.
“Was gibt es Niruka?”. Seine Stimme klang ungewöhnlich für sein Erscheinungsbild weich und klar.
“Ein Bote hat einen Brief gebracht”, fing sie an und hielt den besagten Brief ihrem Bruder entgegen.
Der Blick glitt von den lila Augen herunter auf den Umschlag. Sofort erkannte er das Siegel der Lady Chotei.
Schweigend nahm er den Brief entgegen. Ohne den Umschlag auch nur geöffnet zu haben wusste er, was in etwa darin zu lesen war.
“Das ist sehr gut”, fing er an und ein leichtes Lächeln umspielte seine Lippen.
“Ich nehme an, Sie weiß von ihrem Glück noch nichts?”. Obwohl die Augen kühl waren, brach ein Feuerwerk an Emotionen in der Frau aus.
Sie wusste ganz genau was es hieß, solch einen Brief, persönlich von einem Boten überreicht zu kriegen.
“Natürlich nicht”, antwortet ihr Bruder. Erneut seufzte die Dame und schüttelte leicht den Kopf.

Das besagte Mädchen, welches noch nichts von ihrem Glück (oder vielleicht Unglück?) ahnte, war weit weg von der Apotheke. Ihre Tante und ihr Onkel hatten einen wichtigen Weg ihrer Zukunft für sie geplant, doch ihr Kopf hing bereits weit oben in den Wolken.
In einem leichten Sommergewand lehnte sich an die Rinde eines alten Baumes. Er spendete schon jetzt kühlen Schatten, doch das störte das junge Mädchen nicht.
Sie saß an einem ihrer wenigen Lieblingsplätze, daher war auch ihre Stimmung sehr entspannt.
Ihre kurzen weißen Haare wehten in der leichten aufkommenden Briese. Ihr Blick war auf die Seiten des Buches gefesselt, welches in ihrem Schoß ruhte.
“Dies ist eine meiner liebsten Geschichten”, flüsterte sie dem Wind entgegen, als sei er ihr vertrauter. Doch tatsächlich sprach sie nicht mit dem Wind, die Worte galten dem glatten Stein zu ihrer linken.
“Ich weiß, es ist nicht angemessen für ein Mädchen wie mich, solche Geschichten zu mögen”, seufzte sie wispernd und blickte leicht geknickt. Dennoch hielt sie sich nicht davon ab die Worte weiter zu verschlingen.
Eine Weile sagte sie nichts, bevor sie das Buch zur Seite legte und sich streckte. Wie lange saß sie schon hier? Sicherlich schon vor Sonnenaufang. Sie sollte bald ihren Cousin in der Apotheke ablösen oder ihm zumindest helfen.
Der Entschluss war gefasst und somit erhob sich das junge Mädchen auf ihre Füße. Sie klopfte sich die Blütenblätter des Apfelbaumes von der Kleidung und bückte sich nach ihrem Buch. Sie stellte sicher, dass kein Dreck am Band klebte bevor sie es an ihre Brust drückte und ihren Blick über das Gelände schweifen ließ. Sie fuhr ihre Hand zu ihrem Mund, gab ihren Fingerspitzen einen zarten Hauch ehe sie den glatten Stein neben sich damit berührte.
“Hab euch lieb, bis demnächst”, verabschiedete sie sich ehe sie dem Friedhof ihres Dorfes den Rücken zu kehrte.

Der Kies knirschte unter ihren Schuhen bis das Geräusch verstummte und sie sicher auf den Pfad nach Hause fand.
Der Friedhof lag etwas außerhalb des Dorfes auf einem Berg. Ein geschwungener Pfad führte hinauf und diesen Pfad lief sie nun hinab. Sie passierte den roten Torbogen aus Holz und warf noch mal einen kurzen Blick hinter sich.
Sie war länger geblieben als geplant. Sie schluckte als sie vor sich die belebte Straße vorfand.
Schnell klappte sie das Buch wieder auf, vergrub ihre Nase darin und begann durch die Straßen zu wandern.
Sie kannte den Weg blind. Sie wusste genau wann sie abbiegen musste, wann sie anhalten sollte weil ein Karren ihren Weg kreuzte. Dies war das gute an diesem Dorf, er hatte stets die gleichen Gewohnheiten und fungierte wie ein Uhrwerk.
Sicher schaffte sie es bis zu den sicheren Hallen der Apotheke. Am Zaun klappte sie das Buch wieder zur und erschrak als sie den fremden Mann dort stehen sah.
Das war neu, ungewohnt und überraschend!
Der Mann blickte auf das Mädchen, verbeugte sich zum Gruße, bevor er seine wartende Position wieder einnahm.

Schnell huschte das Mädchen an ihm vorbei in die Räumlichkeiten. Es waren keine Kunden im Laden, was ihre Nerven sichtlich entspannte.
“Taichi”, grüßte sie den Braunhaarigen hinter der Theke.
“Ahhhh da bist du ja endlich!”, begrüßte er sie ungeduldig. Sofort umrundete sie die Theke und legte das Buch in ein verstecktes Fach unter dem Tresen.
“Wer ist der Mann?”, fragte Licorice und nickte zur Türe.
“Ein Bote von einer Lady Chotei”, zuckte er nur mit den Schultern. Grübelnd verzog sie die Stirn zu falten, doch lange würde sie nicht auf eine Erklärung warten müssen.
“Licorice, Taichi”. Beide angesprochenen sahen auf, als ihre Tante aus dem hinteren Bereich zu ihnen stieß.
“Guten Morgen Tante”, grüßte Licorice mit einem schüchternen Lächeln, bevor sie geduldig wartete, was der Grund für das Ansprechen war.
“Taichi, schließ die Türe und häng das Schild dran, dann kommt ins Wohnzimmer”. Ihre Stimme klang ernst und machte deutlich klar, dass sie keine Widerworte duldete.
Cousine und Cousin sahen sich verwirrt an, bevor der Brünette der Aufforderung folgte und die Türe schloss und vorher das Schild an die Türe hing, damit ein jeder Kunde direkt bescheid wusste.
Schweigend folgten die beiden ihrer Tante in den hinteren Bereich, liefen ebenfalls den langen Flur entlang, bevor sie ins Wohnzimmer kamen und sich auf dem Sofa ihrer Tante und ihrem Onkel gegenüber setzten.
Licorice wurde sehr nervös. Sie konnte deutlich die angespannte und ernste Aura wahrnehmen und das behagte ihr nicht. Ihr Cousin neben ihr spürte die verkrampfte Haltung die seine Cousine annahm und drückte ihre Hand. Ein stummes Zeichen, dass er da war und ihr helfen würde!
Dankend blinzelte sie mit den gelben Augen in seine Blauen, bevor sie mit anhaltendem Atem zu ihrem Onkel sah.
“Licorice, heute ist ein Brief der Lady Chotei abgegeben worden”. Licorice blinzelte, dass musste der Mann gewesen sein, der vor der Türe wartete!
Sie öffnete die Lippen, besann sich aber dann eines besseren und lauschte weiter den Worten des Mannes.
“Lady Chotei ist eine sehr einflussreiche Frau und sie lädt dich in ihre Residenz, ihrem Palast, ein”.
Die gelben Augen weiteten sich vor Überraschung. Sie wurde in einen Palast eingeladen?
Auch ihr Cousin schien verblüfft zu sein.
“Wer genau ist diese Lady Chotei? Was will so eine einflussreiche Dame von Licorice?”.
Taichi sprach aus, was sich Licorice dachte und war dankbar, dass er die Stimme vor ihr gefunden hatte.
“Lady Chotei ist die Heiratsvermittlerin des Dorfes Hokori. Sie lädt nicht viele fähige Kandidaten zu sich ein. Ich habe ihr letztes Jahr ein Empfehlungsschreiben zu kommen lassen und gebeten, Licorice auf zu nehmen und eine gute Partie für sie zu finden”.

Stille herrschte in diesem Raum. Taichi und Licorice mussten die Informationen verarbeiten, die ihr Onkel ihnen auftischte.
“Warte, Heiratsvermittlung? Du willst Licorice verkaufen?!”. Taichi sprang vom Sofa auf und ballte die Hände in Missgunst zusammen.
“Beruhig dich Taichi”, mischte sich nun auch seine Tante ein.
“Es ist nicht unüblich, eigentlich sogar ganz normal, dass junge Frauen zur Heirat vermittelt werden. Licorice ist jetzt 18 Jahre alt. Ein passendes Alter für eine Vermittlung”.
Taichi konnte dieses ruhige Verhalten nicht genau verstehen. Licorice hing dafür sofort ihren Gedanken nach.
Es war wie in ihren Büchern…. eine junge Frau wurde von der Familie zur Hochzeit vermittelt, an einen Mann den sie nicht kannte und doch zum Ehemann nehmen musste. Tragische Liebesgeschichten und Dramen ergaben sich meistens daraus und doch wusste sie, viele hohe Persönlichkeiten, starke Frauen waren aus arrangierten Ehen entstanden.
Die Weißhaarige hatte sich oft Gedanken über einen Freund und die Liebe gemacht, doch wie sollte sie Liebe finden, wenn sie es nicht einmal schaffte einen klaren Satz mit einem fremden zu sprechen? Stets übernahm Taichi die Gespräche doch flirten oder Verabredungen waren daraus ja nie entstanden. Das wäre auch zu komisch.

Sie kannte Hokori, sie kannte auch den Palast von dem gesprochen wurde. Sie war einmal da, hatte aber nie genau nachgeforscht wer der Besitzer der Residenz war und warum er oder sie so eine große Stellung hatte. Jetzt wusste sie es.
“Das geht doch nicht einfach!”, bellte Taichi. Seine blauen Augen waren mit Wut und Verachtung getränkt und auch mit Schmerz.
Bevor der Brünette noch mehr sagen konnte, hielt Licorice ihn auf. Sie griff nach seiner Hand und brachte ihn somit aus der Fassung. Sie zog leicht an ihm, damit er sich wieder neben sie setzte.
“Wieso….hast du mir nicht davon erzählt?”, sprach sie an ihren Onkel gerichtet.
“Lady Chotei ist ein hohes Tier, sehr eitel und sehr skeptisch mit der Auswahl der Kandidaten. Ich wollte keine Pferde scheu machen ohne ein klares Ergebnis zu wissen”. Das war logisch schlussfolgerte sie und biss sich leicht auf die Unterlippe.

“Lass mich dir erklären: Du bist ein wundervolles Mädchen mit einem reinen Herzen. Du hast ein gutes Wissen an Medizin und Kräutern und solltest eigentlich auch irgendwann die Geheimnisse der Familie an deine Kinder weiterreichen….du bist sehr schüchtern und zurückhaltend, durch die Vermittlung wirst du eine gute Partie finden…sieh es nicht als Zwang oder Fessel, sondern eher als Möglichkeit. Deine Tante und ich wollen dich in gute Hände wissen und bei Lady Chotei kann man sich sicher sein, das es keine schlechten Männer bei ihr gibt”. Ihr Onkel blickte mit liebe und Wärme in den Augen und doch mit Sorge und Strenge.
Licorice grübelte über die Worte. Sie verstand, ihr Onkel und ihre Tante wollten nur das Beste für sie! Es stimmte, sie war nicht gut darin Kontakte zu knüpfen, sie hatte sich erhofft, es würde sich einfach irgendwann ergeben!

Mit einem Seufzen gab sie sich geschlagen und blickte auf den geöffneten Brief auf dem Tisch. Es war schönes Papier, sehr edel und der Wachs vom Siegel war sehr gleichmäßig gegossen worden. Sicherlich war das Symbol im Siegel auch makellos abgebildet gewesen.
“....Wann muss ich dahin…..?”. Sie blickte auf die Uhr und den Kalender der im Wohnzimmer hing. Wie viel Zeit würde sie haben?
“Noch heute”.
Schock! Das war weniger Zeit als sie gedacht hatte! Noch heute abend würde sie nach Hokori aufbrechen müssen?
“Komm mit, Lady Chotei hat eine Liste angefertigt mit Dingen die du brauchen wirst und mitnehmen darfst. Es ist nicht viel, daher werden wir schnell fertig”.
Sie ließen den Onkel und den Cousin im Wohnzimmer zurück. Licorice konnte hören, wie Taichi sofort wieder diskutierte. Es wärmte ihr Herz zu sehen wie wichtig sie ihrem Cousin war und wie sehr er sie verteidigte.  
Sie folgte ihrer Tante in ihr Zimmer und half ihr schweigend das wenige erlaubte Hab und Gut zusammen zu packen und begleitete sie dann nach unten.
“Hier, den wirst du brauchen”. Ihre Tante reicht ihr den Brief der Lady und gab ihr dann einen Kuss auf die Stirn.
“Wie ich sehe nehmt ihr die Einladung an. Das wird Lady Chotei freuen”. Licorice zuckte zusammen. Sie hatte den Mann an der Türe beinahe vergessen.
Er verbeugte sich und nahm Licorice den kleinen Koffer ab.
“Beeilen wir uns, zum Dorf ist es eine Weile”.
Licorice kamen Tränen als ihr gerade bewusst wurde, dass sie gerade sehr eindeutig und endgültig war!

Sie hatte so sehr mit den Gedanken in dem Wieso, Warum, Wer könnte ihr Ehemann werden, gehangen…dass sie das eigentliche, die Abreise, völlig vergaß.
“Das ist kein Lebewohl”, lachte ihr Onkel und auch er gab ihr einen Kuss auf die Stirn.
“Sondern?”, fragte die Weißhaarige und wischte sich mit dem Handrücken die aufkommenden Tränen weg.
“Eine neue Chance….wir werden uns in einem Jahr wiedersehen”.
// Ein Jahr // dachte sich das junge Mädchen und blickte auf die blühenden Bäume um sie herum. Nächstes Jahr wäre sie dann wieder zu Hause? Oder ganz woanders? Angst schnürte ihre Kehle zu und doch setzten sich ihre Füße in Bewegung als der Bote zum Aufbruch rief.
Die Apotheke wurde immer kleiner, Taichi begleitete sie bis zum Rand des Dorfes wo er sie in einer innigen Umarmung verabschiedete.
Es behagte ihm nicht, doch gegen seinen Onkel würde er nicht ankommen.
“Wenn der Mann den du heiraten sollst ein Arsch ist…”, fing er an und zwinkerte seiner Cousine zu, “dann kann er was erleben”.
Licorice blinzelte bei der Drohung ihres wohl zukünftigen Mannes gegenüber und kicherte dann leise.
“Sicher doch”, lachte sie leise. Ihr Dorf lag schon bald hinter ihr und verschwand hinter den Bäumen. Tausend Gefühle tanzten in ihrer Brust, machten das Gehen schwer und leicht zu gleich.
Wie wird der Palast sein? Gab es noch mehr Mädchen? Würde sie die Mädchen kennen lernen? Was für einen Einfluss würde sie auf die Vermittlung haben? Musste sie diesen Mann dann auch wirklich heiraten?! Würde er nett sein, sie zum Lachen bringen?
Zweifel, Ängste und Sorgen überrannten sie bald. Es würde noch ein langer Weg sein bis Hokori….erst dann würden sich ihre Fragen beantworten können.

 ~*~ Chapter two - Shiko Torinoda coming soon ….~*~


Guten Tag meine lieben Leser!
Vielen Dank, dass ihr auch heute hier seid und mit mir zusammen diesen wunderbaren Moment verbringt. Das erste offizielle Kapitel der MMFF “Die Hochzeitsvermittlerin” ist online! Und ja, wenn ihr das hier lest, seid ihr ja schon durch damit :)

Ein paar Worte zu Beginn.
Jeder Charakter den ich angenommen habe, wird in einem kurzen Kapitel (eines wird sich geteilt) vorgestellt. Natürlich hätte ich alle in eins quetschen können, doch für den Anfang verwöhne ich euch mit kurzen und knappen Einleitungen zur Vorstellung.
Die Hauptstory wird dann in längeren Kapiteln erfolgen. Insgesamt sind wir 7 Charaktere (6 Weiblich, 1 Männlich)  Mein Charakter inbegriffen.
Es kann sein, je nach Handlung, dass ich die Charaktere splitte und nicht alle 6 Charaktere in einem Kapitel vorkommen. Manchmal, je nach Situation und Szene, kann es sein das bestimmte Charaktere mehr Screentime bekommen als andere, doch lasst euch gesagt sein, ich versuche immer Fair alles auf zu teilen.

Wie angekündigt wird es hin und wieder Interaktionsfragen geben die wichtig sind um den weiteren Verlauf der Geschichte zu bestimmen, daher bitte ich euch, diese dann immer zügig zu beantworten!

Bis es soweit ist, dauert es aber noch einige Kapitel. Begrüßt also alle ganz lieb und herzlich unseren ersten Charakter Licorice Kotaru - Erstellt von Rin Fujima <3
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