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Wir schaffen das! Zusammen.

von ferdifan
KurzgeschichteSchmerz/Trost / P12 / Het
Mattes Seeler Melanie Hansen
14.10.2021
14.10.2021
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Bin gespannt wie ihr es findet! :)





Mit hängenden Schultern betrat Mattes seine Wohnung. Er konnte es immer noch nicht fassen. Melanie hat ihr Kind verloren. In einem Einsatz! Wegen einem verdammten Fußball! Frustriert kickte er seine Tasche auf den Boden und ging rüber in sein Wohnzimmer. Wieso hatte er nicht richtig auf sie aufgepasst? Er hatte die ganze Zeit schon ein komisches Gefühl gehabt! Hat auch noch gesagt, dass es ihm lieber wäre, wenn sie hinter dem Schreibtisch bliebe. Wieso hat er nicht auf sich gehört? Nie wieder würde er ihre blutverschmierte Hand vergessen und das kopfschütteln von Jasmin. Melanie hatte so verzweifelt ausgesehen, dass hatte ihm sein Herz gebrochen. Wie er den restlichen Dienst geschafft hatte wusste er auch nicht mehr, aber am liebsten wäre er die ganze Zeit bei ihr geblieben. Aber das hatte sie nicht zugelassen.
Nachdem er kapiert hatte, dass sie schwanger war, musste er erstmal schlucken. Wieso hatte sie sich ihm nicht anvertraut? Erinnerte sich daran wie sauer er gewesen war. Melanie hatte sich und das ungeborene in große Gefahr gebracht! Nachdem er aber nochmal in Ruhe darüber nachgedacht hat, konnte er verstehen, wieso sie so reagiert hatte. Melanie liebte ihre Arbeit, oft genug hat sie es gesagt aber es auch gezeigt, dass ihr Job alles für sie ist. Mattes hatten nicht einfach so auf den DGL Posten verzichtet.  Als schwangere Beamtin, wäre sie zum Innendienst verdonnert wurden. Das kannten sie ja schon von Franziska.  Melanie wäre auf dem Revier eingegangen. Doch auf der anderen seite, dass Baby wäre es doch wert gewesen! Da muss man sein eigenes befinden einfach mal zurückstellen...
"Fuck!" zischte der Polizist und setzte sich auf sein Sofa. Doch lange hielt er es nicht aus und sprang wieder auf, nervös tigerte er durch sein Wohnzimmer und musste an den Moment denken, wo Melanie mit ihm auf der Brücke gestanden hatte. Sie hatte ihm gebeichtet, dass sie Angst hatte..alleine mit dem Kind zu sein und das ihr Kind ohne Vater aufwachsen musste, machte ihr auch schwer zu schaffen. Er hatte sich in dem Moment fest vorgenommen, stets an ihrer Seite zu sein,  und sie einfach zu unterstützen.  Melanie war ihm wichtig und das Kind würde es genauso werden, da war er sich sicher gewesen. Mattes hatte sich schon vorgestellt, wie das Kind irgendwann aussah.. Auf jedenfall hätte es die selben Augen wie die Mutter und die fazinierten ihn immer wieder aufs Neue.

Und dann hat sie auf einmal mit dem Baby gesprochen und er hat wirklich geglaubt das alles gut werden würde.. .Und jetzt? Verzweifelt griff er nach der Wasserflasche die auf den Tisch stand und ohne darüber nachzudenken, warf er sie auf den Boden. Es knallte regelrecht als die Flasche in tausend kleine Scherben, zerbrach. Genau so, fühlte er sich. Wie musste es der Polizistin erst gehen? Wenn es ihm schon so schlecht ging? Er durfte ihr keinen Vorwurf machen, es hätte überall passieren können! Augenblicklich fühlte er sich noch schlechter. Er stand auf, griff nach seinem Schlüssel und machte sich auf dem Weg zu seinem Auto. Er musste einfach nochmal zu ihr! Nach ihr sehen, er konnte sie jetzt nicht alleine lassen. Es war spät und zum Glück nicht mehr viel los. Mattes hatte trotzdem Mühe, sich auf den Verkehr zu konzentrieren. Erleichtert parkte er sein Auto unten im Parkhaus und machte sich auf dem Weg zum Fahrstuhl. Hoffentlich wimmelte sie ihn nicht wieder ab. Er brauchte sie jetzt auch. Seine Schuldgefühle belasteten ihn, drückten ihn unaufhörlich in ein dunkles Loch. Er hätte es besser wissen müssen! ER hätte es Haller sagen müssen!!

Nick hatte recht. Nur seine Art und Weise wie er es gesagt hatte war unverschämt gewesen und wäre Haller nicht gekommen, er hätte ihm wirklich gerne eine reingeboxt. Manchmal sollte man einfach lieber schweigen! Auf der Station angekommen, wurden seine Schritte langsamer. Es war nur noch ein kleines Nachtlicht an und bis auf ein paar Schwestern war nix los. Sie nickten ihm nur freundlich zu und waren so nett und ignorierten die späte Uhrzeit. An Melanies Zimmer angekommen sah er kurz durch die Scheibe, seine Kollegin war noch wach. Hockte auf ihrem Bett und sah Richtung Fenster. Vorsichtig um sie nicht zu erschrecken, klopfte er an die Tür und öffnete sie. Melanie rührte sich kein Stück. Ignorierte den Besucher, bekam es vielleicht auch gar nicht mit, dass da jemand war. "Melanie?" Überrascht stellte er fest, dass seine Stimme zitterte. Langsam ging er um das Bett herum um sie anzusehen. "Hey, ich...Ich musste einfach nochmal nach dir sehen..." flüsterte er und als die Polizistin immer noch nicht reagierte setzte er sich neben sie. So blieben die beiden eine Weile sitzen und keiner von beiden rührten sich. "Es tut mir leid, es ist alles meine Schuld. Ich hätte einfach besser aufpassen müssen..." Tränen liefen ihm das Gesicht hinunter und er griff nach ihrer Hand. "Das ist Schwachsinn, Mattes!" brach es aus der Polizistin wütend raus, zog ihre Hand weg und legte sich wieder zurück aufs Bett. Drehte sich dann demonstrativ von ihm weg. "ICH wollte keine Zimmerpflanze sein! DU hast überhaupt keine Schuld. Du hast mich oft genug gewarnt.." schluchzte sie jetzt laut. "Bitte Mattes... Ich muss jetzt alleine sein..." Doch ihr Kollege rührte sich nicht von der Stelle und so war es wieder eine ganze Weile leise zwischen ihnen.  "Wieso hab ich nicht auf dich gehört?" flüsterte Melanie irgendwann leise. "Ich verstehe es einfach nicht.. " Mattes drehte sich zu ihr um und musterte sie schweigend. Wusste nicht was er dazu sagen sollte. "Ich war so egoistisch.. wieso endscheide ich mich immer wieder falsch, Mattes?" "Das stimmt nicht! Es hätte überall passieren können, Melanie.." Mattes griff ihre Hand und hielt sie einfach nur fest, kurz spürte er ihren Wiederstand aber darauf konnte er jetzt keine Rücksicht nehmen. "Jasmin, hat gesagt das ich eine Gebärmutterhalsschwäche habe..." Vewirrt sah Mattes sie an. "Was heißt das?" Als Melanie nicht antwortete stand er auf und ging um das Bett herum um sie ansehen zu können. "Das es kein nächstes Mal gibt..." ihre Stimme war kaum hörbar. Der Polizist schüttelte den Kopf. "Da gibt es bestimmt Möglichkeiten, Melanie!" "Mattes, ich weiß du meinst es nur gut aber bitte nicht jetzt okay?" Sie richtete sich auf und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. Der Braunhaarige nickte und sah sie bedrückt an.

"Melanie, es tut so weh dich so sehen zu müssen! Du bist meine beste Freundin! Ich ertrag das nicht..." "Dann geh bitte einfach, ich brauche kein Mitleid!..." antwortete sie härter als gewollt und sah ihn sauer an. Verletzt nickte der Polizist, vielleicht war es doch keine gute Idee gewesen hier her zu kommen. Was hatte er auch erwartet? Melanie hatte ihr Kind verloren. "Mattes..." Überrascht drehte sich der angesprochene um, er hatte seine Hand schon auf die Türklinke gelegt gehabt. "Es tut mir leid.. ." Sie hatte sich aufgerichtet und sah ihn mit großen traurigen Augen an. "Bitte, gib dir keine Schuld. Es hätte überall passieren können. Hörst du Mattes?" sagte sie leise und er hatte eher das Gefühl, sie redete mit sich selber. Langsam ging er zu ihr zurück, ließ sie dabei nicht aus den Augen. Es war so schmerzhaft sie so zu sehen. Er hockte sich neben sie auf das Bett. "Genau, Melanie...überall. Du solltest dir auch keine Vorwürfe machen..." flüsterte er. Am liebsten hätte er ihre Tränen aus den Gesicht gewischt. "Darf ich dich in den Arm nehmen?" Ein schwaches nicken ihrerseits und er rutsche ein wenig näher an sie heran. Vorsichtig um ihr nicht weh zu tun, zog er sie an sich. Melanie ließ sich jetzt einfach fallen, ließ ihre Tränen freie Bahn und es tat ihr so gut einfach nur festgehalten zu werden. Sanft strich Mattes ihr über den Rücken und war einfach nur da für sie. Wie lange sie so saßen wussten sie nicht aber irgendwann, waren die Tränen trocken und Melanie war in seinen Armen eingeschlafen. Er wusste, dass sie noch einen harten Weg vor sich hatten aber er würde ihn mit ihr zusammen gehen! "Wir schaffen das! Zusammen." flüsterte er Melanie ins Ohr und drückte ihr sanft einen Kuss auf den Haaransatz.

Ende.
 
 
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