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Schwermut

GedichtPoesie / P16 / Gen
14.10.2021
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Schwermut

Meine verirrten Schritte
Führten mich tief in den Abgrund;
Hier, in der schrecklichen Schlucht,
Gibt es nichts zu erhoffen,
Und große, gezackte Felsen
Verwehren schroff mir den Aufstieg.

Tränen der Trauer regnen
Unaufhörlich herab:
Sie stürzen prasselnd auf mich ein,
Weichen den staubigen Boden auf,
Verwandeln das Erdreich in
Menschenverschlingenden Morast;
Rasch wird der Talgrund zum Mahlstrom,
Der mich ergreift und strudelnd herabzieht.

Wehmütig tragen die Winde
Klagerufe in mein Ohr:
Totenklagen,
Klagen um die, die noch folgen,
Düstere Trauergesänge,
Die wispernd die sterbende Welt
Am offenen Grab beweinen.

Während ich mich noch der Kraft
Des reißenden Wirbels erwehre,
Löst sich, rumpelnd und polternd,
Ein Felsblock:
So schwarz, daß blind ich mich wähne,
Wenn ihn zu betrachten ich wage.
Rasend kommt er mir näher,
Doch ich wehre mich nicht:
Was kann von der Welt ich erwarten?
Was darf ich vom Leben erhoffen?
Etwas besseres als den Tod
Werde nirgends ich finden;
Drum mag mich der Felsen zermalmen.
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