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I don't know what's right anymore

von Saya
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Het
Eren Jäger Irvin / Erwin Smith Jean Kirschtein Levi Ackermann / Rivaille OC (Own Character) Reiner Braun
12.10.2021
27.02.2022
50
95.331
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27.02.2022 2.235
 
Es war eine schöne Schwangerschaft, die wie im Flug verging. Vermutlich auch, weil ich mich wieder meinen Freunden angenähert hatte und nicht mehr ständig allein herumhing. Es war fast so, als wären gerade Armin, Jean und Connie nie weg gewesen – wir konnte einfach da weitermachen, wo wir aufgehört hatten. Wir waren einfach nur Freunde. Menschen, die füreinander da waren und sich gernhatten. Die den Schmerz des anderen verstanden, weil sie ihn teilten.
Ich war besonders überraschte darüber, dass es für Jean völlig in Ordnung war an früher anzuknüpfen, bevor wir eine sehr kurze Zeit ein Paar waren. Tatsächlich hatte ich befürchtet, dass diese kurze Affäre alles zwischen uns verkompliziert oder gar kaputt gemacht hatte, aber wir konnte darüber reden und, zu meiner absoluten Verwunderung, war er sehr verständnisvoll und hat mich noch eher darin bestärkt, dass es richtig war, was ich getan habe. Alles. Nach diesem Gespräch gehörte er zu meinen besten Freunden. Genauso wie Armin, den ich ja bereits seit unserer Kindheit kannte. Er vertraute mir an, dass er schon immer diese Ahnung hatte – dass da mehr zwischen mir und Eren war, aber er wollte uns nicht reinfunken.
Levi war einfach mein Vater und kümmerte sich rührend um mich, was zu Anfang etwas befremdlich war, weil ich ihn auch anders kannte, viel energischer. Aber nun, wo der Krieg vorbei war, legte er mir gegenüber seine harte Schale ab und war total fürsorglich.
Auch mit Reiner sprach ich und wir freundeten uns wieder an, auch wenn lange nicht so dicht wie zu den anderen. Ich ertrug seine unendliche Trauer nicht, denn sie kam meiner so nahe, dass es mich nur noch mehr aufrieb. Ich versuchte für ihn da zu sein und er für mich, aber dennoch blieben wir auf Abstand. Pieck und Annie wurden zu sehr guten Freundinnen und gerade die erstere war eine willkommene Ablenkung für mich durch ihre quirlige, offene Art.
Es entstand einzig ein Bruch zwischen Mikasa und mir. Wir redeten nur noch sehr wenig bis gar nicht miteinander. Es war nicht wirklich angespannt zwischen uns, aber unsere Wege hatten sich getrennt. Worüber ich traurig sein sollte, aber ich war fast eher erleichtert, weil ich ihr nichts mehr vorspielen musste.
Nichtsdestotrotz zerriss mich die Trauer um meinen Geliebten jeden Tag aufs neue. Ich vermisste Eren so unfassbar, dass es mich ängstigte. Es war wirklich so, als würde ein Teil von mir fehlen und nicht einmal das kleine Leben unterhalb meines Herzens konnte diese bittere Traurigkeit in mir löschen.
Wir hatten so viel durchgestanden und nun schien es endlich so, dass das Leben bergauf ging und dann konnte Eren das nicht einmal mehr erleben. Es tat weh. Unsagbar weh. Und ich wusste, dass ich niemals darüber hinweg kommen würde. Er würde auf ewig ein Loch in meinem Herzen, meiner Seele, einer Selbst hinterlassen.
Ich vermisste das Gefühl seiner Haut unter meinen Fingern, seine Berührungen auf meinem Körper, das Prickeln, dass er hinterließ, die Liebe, die er mir schenkte. Ich vermisste sein Gesicht, seine Stimme, die Unterhaltungen, seine Küsse. Vor allem aber auch seine Stärke und Präsenz, sein hitziges, leidenschaftliches Gemüt und seine liebevolle, sanfte Art. Einfach ihn im Ganzen. Ich vermisste alles so unendlich!
So viele Dinge wollte ich noch mit ihm teilen und nun war er einfach nicht mehr da.
Ich kam lange Zeit nach damit zurecht, dass sogar ich es war, die ihn tötete. Aber ich wusste, dass es richtig war, dass ich ihm damit einen Gefallen getan habe, auch wenn es den Schmerz nicht milderte.

Als ich an diesem Tag Armin besuchte, bekam ich Wehen und er brachte mich ins Krankenhaus. Wenig später gebar ich einen kleinen Jungen.
Als der Kleine schlief, erhob ich mich aus dem Bett, weil ich das dringende Bedürfnis hatte, aufstehen zu müssen. Alles in mir zog mich hinaus auf den Flur. Da ich mich soweit fit fühlte, fragte ich nicht nach Hilfe einer Schwester, sondern hielt mich einfach ein wenig am Geländer fest.
Im Gang sah ich dann einen Schatten, bei dem mir die Beine merkwürdig weich wurden. Ich meinte, jemanden erkannt zu haben, aber das konnte nicht wahr sein. Der Schatten hatte etwas vertrautes an sich. Ich würde diese Figur, dieses Statur, diese Haare, die Gangart und diese Ausstrahlung immer und überall wiedererkennen, so hatte ich sie doch mein Leben lang immer vor Augen. Immer an meiner Seite gehabt. Selbst nun nach seinem Tod hatte ich ihn jede Nacht in meinen Träumen gesehen.
Das war Eren gewesen. Aber das war unmöglich.
Ich folgte ihm und als die Person ein Zimmer ansteuerte und fast darin verschwand, wurde ich schneller. Trotz der Qualen und der Tortur der Geburt, die noch in meinen Knochen steckte, beschleunigte ich meinen Schritt bis ich wenig später bei der Tür angekommen war. Doch die Person war plötzlich weg und ich sah mich panisch in alle Richtungen um. 'Hatte ich mich geirrt? Hatten mir mein Herz einen Streich gespielt? War hier doch niemand? Bin ich einem Geist hinterher gelaufen?Woher kam dieses Bedürfnis? Dieses Ziehen und Drängen in mir, dass ich nachsehen musste, wer die Person war? Wo sie war? Was ging hier nur vor sich?'
„Hallo?“, rief ich, erhielt aber keine Antwort. „Eren?“, fragte ich zittrig und dabei trat jemand aus dem Schatten und eine Welle der Glückseligkeit überrollte mich.
„Oh mein Gott, du bist es!“ Noch ehe ich zu Ende ausgesprochen hatte, stürzte ich zu ihm. Allerdings gaben meine Beine dabei nach und er musste mich auffangen.
„Du lebst. Du bist hier. DU LEBST!“ Mit jedem Wort wurde meine Stimme schriller. Tränen stiegen mir in die Augen und meine Atmung ging nur noch stoßweise. Ich hatte keine Ahnung, in welch rasendem Tempo mein Herz schlug, es schien mit irgendetwas um die Wette zu laufen.
„Du erkennst mich?“, fragte er besorgt und ich nickte heftig. „Natürlich!“
„Da bist du bisher die Einzige … Keiner sonst weiß wer ich bin … Niemand erinnert sich an mich...“, erklärte er verwirrt, schob mich aber gleichzeitig höher und fest an seine Brust. Ich umschlang seine Hüften mit meinen Beinen, dabei ignorierte ich den Schmerz in meiner Leiste, weil ich so unsagbar glücklich war und ich mich so dicht es irgendwie ging an ihn pressen wpllte. Nichts würde mich aufhalten, ihm zu zeigen, wie unendlich froh ich war. Meine Hände krallte ich in den Stoff seines dünnen Shirts. Löste dann aber eine Hand aus dieser Umklammerung und vergrub meine Finger in seinen Haaren. Sie waren länger geworden. Er trug sie auch jetzt in einem Knoten im Nacken, aber viel weniger Strähnen hatten sich daraus gelöst.
„Was machst du hier?“, wollte ich auf Augenhöhe wissen und lächelte ihn überglücklich an. Immer mehr Tränen schlichen sich in meinen Blick und quollen dann über, doch er wischte sie zärtlich weg. Mein Herz quoll über vor Freude.
„Die Ärzte sagen, ich hatte Kriegsverletzungen und lag einige Monate im Koma, bis ich vor wenigen paar Tagen hier aufgewacht bin. Sie meine, das sei ein Wunder.“ „Das ist es!“, wimmerte ich erstickt, aber nicht weil ich traurig war, sondern so unsagbar glücklich. Ich klammerte mich noch fester an ihn. Wie eine Ertrinkende an eine Rettungsboje, denn genau das war dieser Moment für mich. Genau das war Eren für mich.
„Du hast mich gefunden, Arisa! So wie du es versprochen hast!“ Seine Worte waren gehaucht und einen langen Moment sahen wir uns einfach nur an, ehe er mich küsste.
Eine Welle der Euphorie verschlang mich, ehe sich Erlösung in mir breitmachte. Endlich!

„Warum bist du hier? Bist du krank? Geht es dir gut?“, wollte er dann besorgt von mir wissen und mein Blick wurde noch glücklicher. Langsam setzte er mich ab und verschränkte seine Finger mit meinen. Sein Blick war forschend und er drehte mich leicht hin und her. Er war in diesem Moment wieder der Junge, der sich um mich sorgte, weil ich vom Baum fiel, um über die Mauer sehen zu können. Das konnte ich nie.
„Komm mit. Ich zeigs dir!“
Wir gingen zu meinem Zimmer, wobei Eren mich mit Fragen löcherte und ich nur meinte, dass er es gleich sehen würde.
Völlig verkrampft umklammerte er meine Hand und hielt sich nun an mir fest.
Im Raum war es ruhig und ich steuerte zielgerichtet auf ein kleines Bettchen an, in dem ein Baby mit wuscheligen braunen Haaren schlief und bis zum Kinn in eine Decke eingewickelt war.
Er hatte dieselbe Augenfarbe wie Eren, wenn sich seine Lider öffneten.
„Das ist dein Kind, Eren. Ich habe es heute vor einigen Stunden geboren.“, erklärte ich und sein Blick schnellte von dem kleinen Bündel zu mir. Er sah mich fassungslos an und ich musste darüber lächeln. Er war genauso überrumpelt, wie ich, als Armin mir sagte, dass ich schwanger war.
Ich legte eine Hand auf meinen Bauch, wo vor wenigen Stunden sein Kind noch mit mir verbunden war. Ich fühlte mich leer, aber gleichzeitig auch so voll wie noch nie zuvor. Alles in mir sprudelte über vor Glückseligkeit.
„Du wurdest also wirklich schwanger?“, fragte er zittrig und ich nickte, streichelte ihm über die Wange, während er sich in die Berührung lehnte.
„Das ist mein Baby?“, flüsterte er und ich nickte abermals, wobei sich Tränen in meinen Augen sammelten. „Ich gab ihm den Namen Erisan. Es ist eine Verbindung unserer Namen.“ Diese Mal war ich diejenige, die unsicher war, weil ich bisher niemandem von diesem Namen erzählt hatte.
„Es klingt perfekt!“ Tränen des Glücks traten auch in seine Augen, die ich zärtlich wegwischte.
Ich hob das kleine Bündel hoch und reichte es ihm. Wie einen kostbaren, sehr zerbrechlichen Schatz nahm er es entgegen, aber ich sah, wie überrumpelt er immer noch war. Wie unsicher und verwirrt.
„Du hast einen Sohn, Eren. Und er sieht aus wie du!“, erklärte ich glücklich.
Eine Weile herrschte Stille, in der Eren sein Kind betrachtete und ich wusste, er würde es genauso vergöttern, wie ich. Es lieben, so wie wir einander liebten.
Vorsichtig legte er das Baby wieder in sein Bettchen, wo es weiterschlief und zog stattdessen mich an sich. „Ich kann dir gar nicht sagen, wie stolz ich bin. Stolz und glücklich! Wir sind endlich eine Familie!“ Diese Worte kamen vom tiefsten Herzen, das sah ich ihm an und ich zog mich dicht an ihn.
Es war so verrückt und gleichzeitig wunderschön. Ich traute mich wirklich nicht zu glauben, was ich sah.
Als wir uns kaum merklich von einander lösten und ich mich aufs Bett setzte, da mir allmählich doch meine Kräfte ausgingen, sprach ich weiter. „Bis vor kurzem war Armin auch noch hier. Er war bei der Entbindung bei mir. Als er weg war, musste ich aufstehen. Ich glaube, mein Herz wusste, dass du hier irgendwo bist und ich konnte den Drang nicht widerstehen. Ohne es zu wissen, habe ich dich gesucht und gefunden.“ Erstickt kamen mit die Worte über die Lippen, während sein Blick zwischen mir und dem Neugeborenen hin und her wanderte.
„Du hast mich gefunden! Ich habe nie daran gezweifelt! Auch wenn ich keine Ahnung habe, wie es möglich ist, dass ich hier bin...“
„Ist das ein Traum?“, fragte ich und spürte eine Sekunde später, wie jemand mir kräftig in den Oberarm kniff. Ich hatte gar nicht mitbekommen, dass wir Besuch bekommen hatten.
„Hey, spinnst du?!“, fauchte ich Jean an. Dieser sah mich seinerseits hitzig an und meinte, ich wollte doch wissen, ob ich träumte. „Aber doch nicht so, verdammt! Das war im übertragenen Sinne gemeint, du Idiot!“
„Das kann ich ja nicht wissen! Und nenn mich nicht Idiot!“, fuhr er mich an und ich hörte Eren lachen. Verwirrt sahen wir ihn an und ein glückseliges Lächeln legte sich auf seine Züge.
„Euer Gestreite wird sich wohl nie ändern... Das habe ich echt vermisst.“, erklärte er auch wenn ich eine Spur Eifersucht in seinem Blick sah. Ich flog ihm in die Arme und presste mich so dicht an ihn, dass nichts mehr zwischen uns passte. Nichts und niemand würde uns je wieder trennen können.

Außer Jean waren auch Connie, Armin und Levi hier und sie alle erkannten Eren.
Ich kam zu dem Schluss, das nur wir, die ihn im Herzen trugen, ihn niemals vergessen würden.
Dadurch kam er irgendwie zurück zu uns. Vielleicht, weil er etwas unvorstellbares geschafft hatte und diese Art von Belohnung oder Zugeständnis verdiente.
Vielleicht wurden aber auch meine Gebete erhört, wer weiß.
Er war wieder bei mir, mehr zählte für mich nicht!
Endlich war er frei!
Keine Mauern, keine Ketten würden ihn je wieder einengen, dafür würde ich sorgen.

„Ich liebe dich unendlich, Eren Jaeger!“, flüsterte ich ihm ins Ohr und spürte, wie er unter diesen Worten erzitterte. Er nahm den Kopf ein Stück zurück, um mich besser ansehen zu können, ehe er sich wieder nach vorn lehnte und mich küsste. Aber bevor unsere Lippen sich berührten, sprach er noch mal. „Ich liebe dich mehr als alles andere auf dieser Welt, Arisa Ackermann! Alles, was ich getan habe, würde ich immer wieder tun. Für dich!“

P.S: Wie gefällt dir das Ende? Zugegebenermaßen bin ich sehr zufrieden damit, auch wenn es mich schmerzt, dass die Geschichte vorbei ist *heul* Ich hatte tatsächlich zuerst vor, Arisa sterben zu lassen, weil sie nicht ohne Eren leben wollte, bis mir der Gedanke mit der Schwangerschaft kam – wie findest du das? Ich brauchte einfach ein Happy End, wenn es das schon im Manga und Anime nicht geben wird. Eren darf nicht sterben, auch wenn es natürlich unausweichlich ist. Dennoch schmerzt es mich sehr.

P.P.S: Möchtest du noch einen Epilog Arisa x Reiner????????
 
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