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I don't know what's right anymore

von Saya
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Het
Eren Jäger Irvin / Erwin Smith Jean Kirschtein Levi Ackermann / Rivaille OC (Own Character) Reiner Braun
12.10.2021
27.02.2022
50
95.331
2
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23.11.2021 1.422
 
Ganz langsam senkte er den Kopf und ließ mich dabei nicht aus den Augen. Ich stellte mich auf die Zehenspitzen, was ihn zum Schmunzeln brachte. Ich war wirklich klein, doch das war egal, denn ich überlegte in diesem Moment nicht zweimal. Ich überbrückte die letzten Zentimeter und küsste ihn ungestüm. Es kam direkt aus meinem Herzen und das ließ ich ihn spüren. Genauso wie er mich seine Liebe spüren ließ. Ich war wirklich eine Idiotin gewesen, das nicht vorher zu begreifen.

Als wir uns nach einer gefühlten Ewigkeit wieder lösten, sah ich ein Lächeln auf seinem Gesicht, wobei mein Herz einen Satz machte. „Glaub mir, ich werde nicht so dumm sein wie er. Ich lass dich nie wieder gehen! Du bist meine Freundin, keine Widerrede!“, befahl er mir und sah mich frech grinsend an. „Jeder soll es wissen!“, fügte er dann fest entschlossen hinzu, doch als ich immer noch nicht antwortete, wurden seine Wangen wieder rot und mir ging das Herz auf. Ein zärtliches Lachen huschte über mein Gesicht. Er wusste immer genau, welche Knöpfe er zu drücken hatte. Von Anfang an. Und ich war mir seiner Liebe schon eine ganze Weile sicher. Ich wusste, dass er mich genauso wollte, wie ich ihn. Ich hatte nur keine Zeit gehabt, darüber nachzudenken.
„Jeder soll es wissen!“, bestätigte ich und er küsste mich noch einmal.
„Versprichst du mir etwas?“, wollte er wissen und ich nickte sofort. Ich würde diesem Mann alles versprechen.
„Mach nie wieder solche Alleingänge! Es ist mir egal, ob das viel verlangt ist, aber ich will nicht ohne dich leben. Für mich ist das Wichtigste, dass es dir gut geht, Arisa. Ich meine es ehrlich und von ganzem Herzen, wenn ich dir sage, dass ich dich mehr liebe, als ich es in Worte fassen kann. Ich hatte so eine angst um dich. Wenn ich damals nicht ohnmächtig geworden wäre, wäre ich dir hinterhergekommen. Mir gleichgültig, ob ich dann darauf gegangen wäre.“ Mir stiegen Tränen in die Augen, bei der Vorstellung, ihn verlieren zu können. Liebevoll wischte er sie fort. „Ich bin so froh, dass es dich gibt!“, wisperte ich erstickt.
Das Einzige was zählte, waren wir beide. Er und ich und dieser zarte Moment.
Ich begann zu zittern und der Brünette zog mich instinktiv an sich. Fester in seine Arme und an seine Brust, wo ich seinen holprigen Herzschlag spürte. „Du frierst ja. Wir sollten zurückgehen.“, erklärte er, aber ich hörte heraus, dass ihm das widerstrebte. Dass er viel lieber mit mir zusammen bleiben wollte. Langsam löste er sich von mir und legte mir stattdessen schützend einen Arm um die Hüfte, während ich ihn einfach nur anstarrte.
„Jean?“, fragte ich mit bebender Stimme. Er sah mich mit so einem Blick an, der mir fast den Atem verschlug und er mich abermals enger an sich zog. Sein Duft umfing mich und hüllte mich ein, wie eine Decke voller süßer Verheißung. Kleine Blitze jagten meine Wirbelsäule hinab und wieder hinauf und ich erzitterte abermals. „Was denn, Arisa?“, fragte er besorgt und ich lächelte ihn an. „Glaubst du, dass ich mich gleich wieder von dir trenne? Dass ich weggehe? Niemand kommt je wieder zwischen uns. Ich will keine Sekunde ohne dich sein, Jean.“, erklärte ich meinen Gedanken. Ich hoffte inständig, dass er verstand, was ich meinte und legte lächelnd den Kopf schief. Ein Atemzug verging, indem wir einander tief in die Augen sahen und er dann begriff.
„Niemand kann uns je wieder trennen!“, flüsterte er voller Liebe und uns beide durchfuhr daraufhin ein Beben.

Wir verließen die Mauer und steuerten unsere Unterkunft an, wobei wir in sein Zimmer gingen. Ich ließ meinen Blick schweifen, als ich meine Ausrüstung sowie meine Jacke ablegte und er es mir gleichtat.
„Sag mal, Arisa, hast du deine Haare eigentlich meinetwegen zusammengebunden?“, wollte er wissen. Der junge Mann war hinter mich getreten und zwirbelte eine Strähne meiner hüftlangen Haare zwischen seinen Fingern. „Würdest du mir glauben, wenn ich Nein sage?“, wollte ich wissen, woraufhin er angestrengt überlegte und dann „Nö“ meinte. Ich musste lachen und setzte dann zu einer Antwort an. „Es erinnerte mich an dich, während ich von dir getrennt war, meine ich. Es schenkte mir Hoffnung. Und so würde zumindest kein Titan kommen und mich an den Haaren wegzerren können.“, stieß ich lachend hervor, woraufhin er mich kurzerhand durchkitzelte. „Verarschst du mich gerade?“, blaffte er gespielt wütend, weshalb ich nur noch lauter lachte und wild zappelte und zuckte und mich wenig bemühte von ihm wegzukommen. Nein, ich schlang meine Arme um seinen Hals. „Vielleicht ein bisschen. Zumindest was den zweiten Teil betrifft. Das andere hab ich ehrlich gemeint. Du sollst dir keine Sorgen um mich machen, also ist das doch das Mindeste, was ich tun kann.“
„Da hast du verdammt noch mal recht.“, erwiderte er fest, aber grinsend, während er mich weiter durchkitzelte und ich daraufhin rückwärts auf sein Bett plumpste und ihn hinter mir her. Nun war er über mir, halb auf mir drauf. Was ihm im selben Moment klar wurde wie mir. Er wollte sich daraufhin zurückziehen, doch ich hielt ihn fest. Ich schlang meine Arme um seinen Nacken und sah ihm tief in die Augen. Es war so viel in letzter Zeit passiert. So viele Ungewissheiten, so viele neue Erkenntnisse. So viel, das mich aufwühlte und durcheinanderbrachte. So viele Dinge, dessen ich mir unsicher war. Aber er gehörte definitiv nicht dazu. Er war das Beste, was mir passiert ist und ich wollte nur noch ihn wahrnehmen.
„Geh nicht weg!“, bat ich plötzlich atemlos. Seine Augen weiteten sich und kurz verschloss sich seine Miene. Ich brauchte nicht lange darüber nachdenken, warum das so war, nachdem er mir vorhin erzählt hatte, wie eifersüchtig er auf Reiner gewesen war.
„Reiner und ich standen uns nahe, aber merkwürdigerweise nicht so... Nicht das... Wir haben nie...“, flüsterte ich und hoffte schon wieder inständig, dass er verstand, was ich meinte. Dass der Name des anderen ihn nicht noch weiter von mir entfernte, sondern dass er immer schon der Eine für mich war.
„Ihr habt so oft die Nacht miteinander verbracht...“ Er brach ab und seine Arme, die er neben meinen Kopf abstemmte, begannen zu zittern. Vermutlich nicht nur, weil diese Position, solange er sich von mir versuchte fernzuhalten, anstrengend war, sondern auch wegen dem, was sich hinter diesem Gespräch befand. Das Fehlen des Gewichtes seines Körpers war plötzlich kaum zu ertragen für mich, auch wenn er nur kurz auf mir war, fühlte es sich so unsagbar schön an.
„Wir haben die Nächte beieinander verbracht, ja … Nebeneinander geschlafen … Nicht miteinander … Kein einziges Mal...“, raunte ich heiser, während ich spürte, wie mein Gesicht rot anlief.
Er beugte den Kopf zu mir hinunter und küsste mich. So zärtlich, wie die Flügel eines Kolibris schlagen.
„Ich liebe dich, Arisa!“, hauchte er innig zwischen zwei Küssen und dann senkte sich endlich auch wieder sein Körper auf meinen. Sofort sog ich die Schwere in mir auf und legte ihm eine Hand auf den Rücken, die andere vergrub ich in seinen Haaren, die ich in mich hinein grinsend zerzauste. Daraufhin biss er mir ganz leicht auf die Unterlippe. „Du bist echt frech. Das hab ich vermisst!“
Ich presste meinen Kopf tiefer in die Matratze, um ihn ansehen zu können. Diesen Gesichtsausdruck hatte ich zuvor noch nie gesehen, aber das wollte ich unbedingt und immer wieder. Glücklich, aber auch verhangen und verliebt. Die Schmetterlinge in meinem Bauch drohten daraufhin zu explodieren und breiteten sich dann auch schon in jeden Winkel meines Körpers aus. Sie erfüllten mich mit Euphorie und der Gewissheit, dass alles einen Grund hatte. Wenn man es auf die einfache Weise nicht lernte, dann eben auf die harte Tour und ich würde in Zukunft keine Alleingänge mehr machen, sondern mich auf mein Team, meine Freunde, meinen Geliebten verlassen.
Jeans Augen waren nur auf mich gerichtet und ich konnte das wohlige Kribbeln bis hinunter in meine Finger und Fußspitzen nicht unterdrücken. Ich ließ es gewähren und genoss es voll auf. Ich war dort, wo ich hingehörte.
„Niemand wird uns je wieder trennen können...“, hauchte ich voller Euphorie, als ich mich ihm entgegenstreckte und meine Lippen leidenschaftlich auf seine legte, was er sofort erwiderte und wir uns dann darin verloren. Wir erkundeten den anderen nicht nur mit den Fingern und Händen, sondern bedeckten jeden Millimeter mit Küssen und Liebe.

P.S: Demnächst folgt ein alternativer Zeitstrang mit Reiner x Arisa <3 Ich bin gespannt, was du dazu sagst :) Gib mir doch gerne Feedback, damit ich mich mit dir austauschen kann und um zu erfahren, wie du meine Geschichte bisher findest. Es wird noch so einiges kommen.
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