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I don't know what's right anymore

von Saya
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Het
Eren Jäger Irvin / Erwin Smith Jean Kirschtein Levi Ackermann / Rivaille OC (Own Character) Reiner Braun
12.10.2021
27.02.2022
50
95.331
2
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13.10.2021 1.546
 
Plötzlich legte mir jemand eine Hand auf die Schulter und ich zuckte heftig zusammen. „Hey, ich bin es nur.“, meinte jemand hinter mir. Seine tiefe Stimme traf unvermittelt an mein Ohr und berührte etwas in mir. Ich wusste, dass Reiner dort stand, noch bevor ich ruckartig zu ihm herumwirbelte. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass mir jemand folgte, vor allem aber nicht, dass Reiner mir nachlaufen würde. Obwohl ich das hätte voraussehen müssen, denn wir waren irgendwie Freunde. Auf jeden Fall war mir seine Stimme viel vertrauter, als es meinem Herz guttäte. Oft lauschte ich ihm und Eren einfach, wie sie sich über Gott und die Welt unterhielten und träumte mich dabei an einen schöneren Ort. Daher verband ich seine Stimme mittlerweile mit dem Gefühl von Hoffnung und Sicherheit. 'Nein, wir waren nirgends sicher!', schoss es mir durch den Kopf.
Auch zu ihm musste ich ein ganzes Stück aufsehen, was allerdings in seinem Fall nicht weiter schlimm war. Nicht wie bei Jean, der mich aufgrund meiner Größe ständig Zwerg nannte, obwohl ich überhaupt nichts dafür konnte.
Reiner nahm mich so, wie ich war, zumindest hatte ich das Gefühl.
„Was sollte das? Warum hast du dich eingemischt?“, fauchte ich ihn an und da war wieder dieser amüsierte Gesichtsausdruck, den ich vorhin bereits bei ihm gesehen hatte.
Schon häufiger hatte ich das Gefühl, seinen Blick ständig in meinem Rücken zu spüren und das er mich wachsam beobachtete, was auch immer ich tat. Aber immer, wenn ich dann zu ihm sah, sah er weg. Nur in seltenen Fällen schaffte ich es mal, ihn dabei zu ertappen und dann bohrte sich sein Blick so intensiv in meinen, bis ich mit brennenden Wangen wegsah. 'Was sollte das alles? Täuschte ich mich oder war da doch etwas?'
Vor einiger Zeit hatte ich ein Gespräch zwischen ihm und meinem Bruder belauscht, in dem der Ältere sagte, dass er auf mich Achtgeben würde und mich immer im Auge hätte, wofür Eren sich bedankte, da er es nicht allein schaffte, auf seine geliebte Schwester aufzupassen. Da ich oft flüchtete, waren ihm die Hände gebunden mich zu beschützen. Und plötzlich war ich mir sicher, dass Reiner mich tatsächlich immer im Blick hatte. 'Aber warum fiel mir dieser Gedanke gerade jetzt ein? Warum kam ich nun zu diesem Schluss?' Da war etwas in seinem Blick, dass ich nicht deuten konnte und was mir eine Gänsehaut bereitete. Ich erschauderte.
„Ich dachte, es wäre besser.“, antwortete er sachlich auf meine Frage und sah mir direkt in die Augen, was mich kurz aus der Bahn warf. „Besser für wen?“, zischte ich wutentbrannt, um diese widersprüchlichen Gefühle in den Griff zu bekommen und raufte mir wieder die langen dunkelbraunen Haare. „Für Jean, für dich, für mich...“, erklärte er und ich sah ihn nun fassungslos an. „Was?“, kam es mir stotternd über die Lippen, doch er ging gar nicht darauf ein. „Du hast Potenzial.“, sagte er stattdessen und unweigerlich weiteten sich meine Augen. Ich schnaubte, antwortete aber nicht. Mir war klar, dass ich eine der Besten sein könnte, wenn ich mich dazu durchringen konnte, dem hier eine wirkliche Chance zu geben. Aber ich war nicht bereit.
Im Gegensatz zu meinem Bruder, der mit Feuereifer dabei war. Eren hatte sogar mit einer kaputten Ausrüstung Halt gefunden. Obwohl es schlecht für ihn aussah, hatte er gekämpft. Warum verdammt noch mal viel mir das so schwer?
„Was hältst du davon, wenn ich dir helfe?“, schlug der Hüne vor und ich stellte nun fest, dass er seine Hand unschlüssig in der Luft hielt, nachdem sie von meiner Schulter gerutscht war, als ich mich zu ihm umgedreht hatte. 'Wollte er mich berühren?'
„Warum solltest du das tun?“, meinte ich abschätzig und verschränkte die Arme vor der Brust. Ich musste mich zwingen, den Blick von seiner Hand abzuwenden und nicht weiter darüber nachgrübeln, ob er mich anfassen wollte oder nicht. Denn ich wollte das so unsagbar, dass es wehtat. Stattdessen sah ich ihm ins Gesicht. In diese atemberaubenden gelb goldenen Augen und ein Schmetterlingsschwarm explodierte in meinem Bauch.
Einen gedehnten Moment erwiderte er meinen Blick, ehe er zu einer Antwort ansetzte. „Ich glaube, dass du ziemlich gut wärst, wenn du deine Angst besiegst und dich fürs Leben entscheidest.“
Mein Kiefer malmte und ich sah ihn fassungslos an. 'War ich so durchschaubar?' „Woher weißt du...? Ich habe keine Angst!“, fuhr ich mich wieder hoch. Ich wusste nicht, woher all diese Emotionen auf einmal kamen und warum ich sie an ihm ausließ, doch es tat irgendwie gut. Ich wusste merkwürdigerweise, dass er mir das nicht krummnehmen würde. Dass er froh war, wenn ich mich öffnete.
Er zuckte mit den Achseln, antwortete aber wieder nicht auf meine Frage, weswegen ich weitersprach. „Wir haben noch nie zusammen trainiert. Also du und ich.“ Mein Blick bohrte sich in seinen, genauso wie er seinen in meinem festkrallte und dann lächelte. „Na siehst du, es wäre also einen Versuch wert, oder findest du nicht?“
Ich wog seine Worte ab und versuchte zu begreifen, was hier vor sich ging. Meine Gefühle führen Achterbahn und sein intensiver Blick machte es nur noch schlimmer.
Als ich nichts dazu sagte, sprach er wieder. „Du kannst das, das weiß ich!“ Ich geriet aufgrund seiner Worte ins Stocken und wurde kreidebleich. „Aber wenn ich gut bin, dann werde ich wieder Titanen gegenüberstehen müssen. Vielleicht sogar dem Gepanzerten...“, flüsterte ich und meine Stimme brach verräterisch. Das war eine meiner größten Sorgen und ich hatte so lange versucht sie auszublenden und geheimzuhalten, doch bei ihm ging das nun nicht mehr. Nicht wenn er mich so direkt darauf ansprach. 'Wegen dem Gepanzerten und dem Kolossalen war meine Mutter gestorben.'
„Ich glaube, das wird so oder so auf uns zukommen. Es wäre daher besser, wenn du dich zur Wehr setzen könntest und ich keine Angst um dich haben muss...“, erklärte er und ich ließ hörbar Luft aus meinen Lungen entweichen. 'Was hatte er da gesagt...?' Doch ehe ich etwas darauf erwidern konnte, sprach er weiter. „Eren ist wie mein kleiner Bruder und vielleicht möchte ich dir deswegen helfen... Wobei nein... Das ist nicht der Grund...“ Er ließ den Satz unbeendet. Mir fiel auf, dass er so sanft mit mir, wie mit sonst niemandem. So, als würde er denken, ich sei ein verängstigtes, verletztes Reh. Als befürchtete er, dass ich etwas Doofes täte, wenn er anders mit mir sprach und ich dann davon lief. Vielleicht war es auch so. Vielleicht bildete ich mir seine nächsten Worte aber auch nur ein, aber es klang wie: „Vielleicht möchte ich dir um meinetwillen helfen. Für uns beide. Ich möchte dir näher sein, als es bisher der Fall ist.“ Ich sah ihn noch eine Spur irritierter an, was ihn zum Lächeln brachte. Ich stellte dabei aber noch etwas fest, nämlich dass ich mich plötzlich merkwürdig ruhig fühlte. Die Wut war verraucht, genauso wie das Chaos in meinem Kopf. Ein beruhigendes Gefühl nahm stattdessen von mir Besitz, zusammen mit einer gähnenden Leere in meinem Kopf, die ich unweigerlich willkommen hieß. Normalerweise hatte ich in jedem wachen Moment panische Angst. Davor Eren zu verlieren oder Mikasa oder Armin. Davor zu scheitern und aus dem Camp zu fliegen, obwohl ich nicht lernen wollte zu kämpfen. Davor einem Titan gegenüberzustehen. Ich wusste, es würde irgendwann so weit kommen, Reiner hatte recht. Aber ich scheute mich davor, dass an mich heranzulassen aus Angst dann gänzlich den Verstand zu verlieren.
Doch bei ihm war es anders. Meine Panik verstummte. Und das machte mich hellhörig.
Ehe ich mich zusammenreißen konnte, strich ich ihm die kurzen blonden Haare ein wenig aus der Stirn. Als ich begriff, was ich da getan hatte, wurden meine Augen unweigerlich groß, genauso wie seine. „Das hätte ich nicht tun sollen... Es tut mir leid...“, stieß ich hervor und wolle einen Schritt von ihm zurückweichen. Doch er reagierte gänzlich anders, als ich es von dem kühlen, distanzierten Reiner gewohnt war. Ehe ich meine Hand wegziehen konnte, hielt er sie fest und strich mir seinerseits eine Strähne meiner langen, dunkelbraunen Haare von der Schulter.
„Soll ich dir sagen, warum ich wirklich dazwischen gegangen bin?“, fragte er so atemlos, wie ich mich fühlte. Ich brachte nur ein Nicken zustande, weil ich nun doch wieder aufgewühlt war.
„Ich will derjenige sein, mit dem du trainierst. Nicht er. Ich möchte für dich da sein.“ Er legte mir eine Hand an die Wange und plötzlich erfüllte mich Wärme, gefolgt von einem Beben, das durch mich jagte.'Hatte ich gerade richtig gehört? War Reiner eventuell eifersüchtig auf Jean? Mochte er mich tatsächlich so, wie ich ihn mag? Was zum Teufel passierte hier gerade?'
Er musste meine Reaktion gesehen haben, denn auf seinem Gesicht erschien ein Lächeln.
„Lass uns zurück zu den anderen gehen und dann trainieren wir.“, schlug er vor und ich nickte stumm.

P. S: Ich halte nicht viel vom stupiden Nacherzählen der Geschichte, daher werde ich meinen eigenen Erzählstrang suchen und hin und wieder die ganzen wichtigen Details in Kurzform einbauen. // P. P. S: Reiner ist hier nicht in Christa verliebt, so wie es im Anime den Anschein hat. Das wäre irgendwie ziemlich hinderlich, aber auch interessant #bitchfight xD Diese ganzen zweideutigen Anspielungen ihr gegenüber existieren einfach nicht! Oder hättet ihr Interessa an gezicke um Reiner? *grübel... Bin nun irgendwie unschlüssig.
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