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Unser kleines Geheimnis

GeschichteLiebesgeschichte / P16 / FemSlash
Dr. Amelia Sheperd
11.10.2021
11.10.2021
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1.030
 
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Amelia Sheperd lief durch die Flure des Grey-Sloan Memorials. Ihr Tag war wahnsinnig stressig, eine OP nach der anderen, aber bald hatte sie es geschafft. Erschöpft lehnte sie sich an eine Wand neben einer verschlossenen Tür und ließ sich nach unten sinken. Sie musste sich nur kurz hinsetzen. In 30 Minuten hatte sie schon ihre nächste OP.
Für eine Weile schloss sie die Augen. Sie hörte ihrem Herzen ganz genau zu:
poch, poch, poch, schlug es in einem gleichmäßigen Rhythmus. Sie atmete tief ein. Die luft rauschte durch ihre Lunge. Und als sie wieder ausatmete, kitzelte es leicht an ihrer Nase. So saß sie eine Weile da, bis sich die Tür neben ihr öffnete und sie ein weiteres Herz hörte: poch, poch, poch, tat es es ihrem gleich. Schlagartig öffnete sie die Augen und sah sah Carina DeLuca im Türrahmen stehen. ,,Alles okay?“, fragte sie. Amelia wollte eigentlich nicht, dass sie jemand hier sah und gab nur ein verlegenes ,,Ähm.. Ja“ von sich.
Mühsam stand sie auf und streifte ihre Hose ab. Sie könnte ja dreckig geworden sein. Dann lächelte sie freundlich und lief wieder in Richtung Intensivstation.
Aber was ihr eben gar nicht aufgefallen war, war dass ihr Herz unglaublich schnell klopfte. Es war nicht mehr der gleiche, entspannte Rhythmus dem sie eben zugehört hatte und sie wusste genau, woran es lag: sie war nämlich ein wenig verliebt, in die attraktive Brunette. Sie hatte es eigentlich gar nicht ernst genommen, aber jetzt fragte sie sich, ob sie sich da nicht etwas entgehen lässt.
Zögernd blieb stehen. Sollte sie wieder zurück laufen? Sie entschied sich dagegen, da ihr dann die OP einfiel. Sie lief in Richtung des OP-saals und machte sich dort angekommen steril. Die Schwestern hatten schon alles vorbereitet und mit einem freundlichen ,,Hallo zusammen“, begrüßte sie alle, einschließlich Dr. Helm und Dr. Schmitt, die sie zum assestieren ausgewählt hatte. Als der Patent in den Saal gebracht und er in Narkose gelegt wurde, fingen sie an.


*


Total fertig lief sie nach der OP aus dem Saal. Es war alles gut verlaufen. Sie nahm ihre OP Haube ab und lief in Richtung Umkleiden. Ihre Schicht war zu Ende. Sie liebte ihren Beruf, aber er war auch manchmal ganz schön anstrengend. Als sie durch die Flure lief, kam sie wieder an den Studienraum, in dem Carina DeLuca vorhin war. Die Tür stand offen und sie arbeitete konzentriert an ihrem Schreibtisch. Amelia überlegte, ob sie sich bemerkbar machen, oder einfach direkt in ihr Auto steigen und nach Hause fahren sollte. Sie entschied sich für die erste Option. Amelia klopfte leicht gegen die Tür. Mist! Sie hatte sich gar nicht überlegt, was sie sagen wollte. Carina schaute sie erwartungsvoll an. ,,Ähm.. hey“, brachte sie hervor. ,,Hey“, erwiederte Carina. Sie wollte gerade zu einem Satz ansetzen, da fiel ihr Amelia ins Wort: ,,Also es ist so.. ich war...oder bin...“, korrigierte sie sich ,,... etwas in dich verliebt und ich hab es nicht so ernstgenommen, aber dann hab ich mir überlegt...“, Sie machte eine bedeutende Pause. ,,Ob ich vielleicht etwas verpasse...Das muss jetzt wahnsinnig egoistisch klingen, aber ich wollte Wissen ob du vielleicht gleich empfindest?“ Sie legte ihr süßestes Lächeln auf.
Carina schaute etwas überrumpelt drein. ,,Es tut mir leid, wenn das etwas plötzlich kam...“, setzte Amelia an ,,Ich gehe jetzt besser.“


*

Dieser Morgen war nebelig und etwas regnerisch, wie es eben in Seattle üblich war. Amelia parkte ihr Auto auf ihrem Parkplatz und machte die Tür auf.
Sie hätte es schlimmer erwartet. Sie dachte dicke Tropfen würden sich gleich auf sie ergießen, aber es regnete eher wie aus einem Rasensprenger. Trotzdem beeilte sie sich ins Krankenhaus zu kommen.
Sie machte sich gleich auf den Weg zu den umkleiden, um sich umzuziehen.
Dabei kam sie am OP-Saal, an diversen Krankenzimmern und auch an dem Studienraum vorbei. Allerdings war die Tür verschlossen und es sah danach aus, als wäre Carina noch nicht da, also lief sie weiter. Ansonsten hätte sie sicher kurz hineingelugt.
Als sie die Tür der Umkleide für Oberärzte öffnete, verschwand die Vermutung, dass Carina noch nicht da war. Sie stand im BH mit dem Rücken zu ihr an ihrem Spind und zog sich um. Amelia konnte es sich nicht verkneifen hinzugucken, sie wendete ihren Blick aber sofort ab, als Carina sich umdrehte und sie erhaschte. ,,Hey“, sagte sie, als wäre gestern nichts gewesen und zupfte ihr dunkelblaues Oberteil zurecht. „Hey“, erwiederte Amelia. Etwas verlegen schloss sie ihren Spind auf, der in etwa gegen über von Carinas war. Noch bevor sie nach ihrer OP Kleidung, die im Spind war, greifen konnte, sagte Carina: ,,Können wir reden?“
Amelia drehte sich um und nickte. Carina fing an zu reden:
,,Naja das kam gestern etwas plötzlich...“
„Tut mir leid“, sprag Amelia ein. Dann setzte sie sich neben sie auf die Bank. Carina setzte ihren Satz fort: ,,Aber ich denke, ich fühle das Gleiche...und als ich hier her kam, bist du mir direkt aufgefallen. Ich habe mich körperlich sehr stark von dir angezogen gefühlt, doch...“ Sie sah ihr tief in die Augen ,,Mittlerweile ist es mehr als das“
Amelia war sehr erleichtert. Sie hatte bereits das Schlimmste erwartet.
,,wow...ok“, brachte sie zustande. Carina rückte etwas näher. Sie wusste genau, was jetzt kam. Sie schaute ihr auf die Lippen, immer und immer wieder. Amelia machte den ersten Schritt: Sie fuhr langsam mit der Hand zu Carinas Nacken, vergrub die Hände in ihren Haaren und zog sie an sich heran. Ihre Lippen trafen sich Sekundenbruchteile später. Amelia spürte ihren sanften Atem und ihren Herzschlag, der immer und immer schneller wurde. Sie mochte den süßlichen Geschmack ihrer Lippen und der Gedanke daran lies ihre Schmetterlinge höher fliegen.  Langsam traute Carina sich etwas mehr und fasste Amelia an die Taille, wodurch es bei ihren Schmetterlingen für noch mehr Auftrieb sorgte. Am liebsten würden sie nie wieder aufhören, aber sie wussten, dass sie hier in der Umkleide erwischt werden könnten. Sie hielten für einen Moment inne, Ihre Lippen streiften an einander, nur um dann wieder weiter zu machen.
Als würden sie wissen, dass es vorbei ist, lösten sie sich voneinander.
Amelia sah sie schmunzeld an.
,,Das bleibt unser kleines Geheimnis.“ , flüsterte sie ihr ins Ohr.
 
 
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