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A thousand lives

GeschichteRomance, Übernatürlich / P18 / MaleSlash
Eren Jäger Levi Ackermann / Rivaille
07.10.2021
21.10.2021
3
15.434
7
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
14.10.2021 3.027
 
Hallo,
zuerst einmal möchte ich mich ganz herzlich für die bisherigen Rückmeldungen bei euch bedanken. Für uns Autoren ist das sehr wichtig, denn wir haben umso mehr Spaß und Motivation, umso mehr wir das Gefühl haben, dass die Leser sich auch für das interessieren, was wir hier zum Besten geben. Nun zur Geschichte: Es geht nun in die Hauptzeitlinie der Story. Ich hoffe, dass immer deutlich ersichtbar ist, wenn es sich gerade um die Hauptstory und wann um einen Traum bzw. viel mehr eines der vergangenen Leben handelt. Sollte euch da doch mal etwas verwirren, scheut euch nicht es mir mitzuteilen. Und nun habe ich noch eine Frage an die Leute, die es möglicherweise betrifft. Mit der Hauptzeitlinie werden wir irgendwann an einen Punkt kommen, an dem die Songtexte der hier genannten Lieder eine wesentliche Bedeutung bekommen. Diese sind auf englisch. Braucht ihr dafür eine Übersetzung, soll ich eine im Kapitel hinzufügen? Lasst es mich wissen, damit ihr alle auch das möglichst beste Leseerlebnis habt.

Liebe Grüße und viel Spaß beim Lesen!

******************

Ich werde wach und schnappe nach Luft, betaste meinen Körper, um zu überprüfen, dass ich noch in einem Stück bin, stelle aber nur die feuchten Stellen unter meinen Augen fest.
Schon wieder dieser merkwürdige Traum.
Seit meiner Kindheit verfolgt er mich, wie so viele andere Albträume, die ich habe. Es ist komisch. Je mehr ich versuche, mich an die Details zu erinnern, umso mehr verschwimmt die Erinnerung. Alles, was bleibt, ist ein dumpfes Gefühl in meinem Magen und Bruchstücke, die nicht recht zusammen passen wollen. Mal sehe ich mich im alten Ägypten, mal im Mittelalter, mal in einer Welt, die von riesigen, humanoiden Wesen bevölkert ist, die Jagd auf Menschen machen. Die Menschen um mich herum fühlen sich dabei so vertraut an, auch wenn ich ihnen weder Namen noch Gesichter zuordnen kann, sobald ich erwache. Und immer ist da dieser Mann, der mir mehr als alles andere bedeutet. Selbst jetzt, im wachen Zustand, kann ich die Gefühle für ihn nicht abschütteln. Es ist, als wäre mein Herz jedes Mal gebrochen, wenn ich aus einem der Träume erwache, so sehr hallt der Schmerz seines Verlustes nach. Ich komme mir dabei so dumm vor, dass ich über mich selbst den Kopf schütteln muss. So viele attraktive Männer auf der Welt, genug, die auf einen Fingerzeig von mir umgehend nackt in mein Bett springen würden, und ich denke immer nur an diese Gestalt aus meinem Traum, als wäre er real. Wenn das so weiter geht, sollte ich vielleicht doch noch einen Psychologen deswegen aufsuchen.
Viel Zeit noch länger in meinem Bett zu bleiben und über meine sich wiederholenden Träume nachzudenken habe ich aber nicht. Deswegen schlüpfe ich aus den Laken und werfe mir schnell frische Kleidung über, um mir danach mein Frühstück zu machen. Im großen Wohn-und Essbereich der Wohnung sehe ich zuerst Armin, der auf der Couch liegt und irgendeine Dokumentation im Fernseher ansieht, dann sticht mir Mikasa ins Auge, die gerade ihr Frühstück am Esstisch vertilgt.
»Morgen«, begrüße ich die beiden und schlendere in die offene Küche, um mir einen Kaffee aufzusetzen.
»Oh, hallo Eren«, plaudert Armin aufgekratzt drauf los, »Hast du das schon gesehen? Auf Madagaskar wurden gerade die Ruinen einer antiken Stadt ausgegraben, noch älter, als alle uns bekannten Hochkulturen. Und das Spannendste ist, die Menschen damals waren technologisch fast so weit entwickelt wie wir! Dann sind sie plötzlich alle verschwunden und keiner weiß, wieso.«
»Zu viele Informationen am Morgen, Armin!«, bremse ich ihn in seinem Redefluss, denn ich kann das unmöglich alles verarbeiten und so recht interessiert es mich auch nicht. Mein Leben ist die Musik, aber Armin war schon immer der Wissenschaft verschrieben. Daher hätte ich auch nie gedacht, dass er unserer Band erhalten bleibt, nachdem wir den Schulabschluss gemacht haben. Ich habe ihn immer mehr in einer Schule oder in einem Hörsaal unterrichten sehen. Dass es dann doch anders gekommen ist, macht mich aus ziemlich egoistischen Gründen glücklich, denn ich könnte mir keinen besseren Bassisten an meiner Seite vorstellen.
»Hey«, murmelt Mikasa, während sie sich ihr Brötchen in den Mund schiebt und ich am Tisch neben ihr Platz nehme.
»Selber hey«, erwidere ich und nippe an meiner Tasse.
»Musst du nicht los? Shadis wollte dich doch heute sehen«, erinnert sie mich mit Blick auf die Uhr. Ich winke ab.
»So viel Zeit muss sein.«
Mikasa zuckt mit den Schultern.
»Dein Problem, wenn du zu spät kommst. Ach ja, hier!«, sie schiebt einen MP3-Player über den Tisch, sodass er direkt vor mir liegen bleibt, »Ich habe die Drum-Spur für den neuen Song eingespielt und das Stück noch einmal abgemischt. Jetzt sollte es passen.«
»Danke«, entgegne ich und stecke den Player in meine Hosentasche. Dann leere ich meinen Kaffee und werfe mir schnell noch Jacke und Mütze über, bevor ich mich auf den Weg zu meinem Manager mache.
Als ich mich auf der Straße befinde, ziehe ich meinen Beanie noch etwas tiefer ins Gesicht. Jetzt von einem aufdringlichen Fan aufgehalten zu werden, würde mir gerade noch fehlen, wo ich ohnehin schon spät dran bin. Zum Glück ist es nicht weit bis zu dem großen Gebäude und ich schaffe es gerade noch rechtzeitig zum angesetzen Termin. Warum mich Shadis heute sehen will, ist mir nicht klar. Meine Band, E:M:A, hat gerade ihr zweites Album heraus gebracht und zur Zeit befinden Mikasa, Armin und ich uns in den Studioarbeiten zum dritten gemeinsamen Album. Also gibt es nichts, was dringend besprochen werden müsste, sollte man meinen. Aber Shadis Stimme hat am Telefon keinen Widerspruch geduldet und den Ton, den er an den Tag gelegt hat, verwendet er nur, wenn er etwas wirklich Wichtiges zu verkünden hat.
Ich betrete das Hochhaus und melde mich an der Rezeption an. Die Dame am Empfang deutet zu den Fahrstühlen und lässt mich wissen, dass Herr Shadis und sein Gast bereits auf mich warten.
Sein Gast?
Ich frage mich, wer das sein könnte?
Als ich im zehnten Stock ankomme und vor dem Büro stehe, höre ich bereits Stimmen aus dem Raum kommen. Eine davon gehört zweifelsfrei Shadis, die andere kann ich nicht zuordnen. Ich verstehe nur Bruchstücke ihrer Unterhaltung, denke aber, dass es besser wäre, die beiden nicht zu unterbrechen, solange sie sich noch so angeregt unterhalten.
»Ich bin froh, dass wir uns einigen konnten. Die Vorgesetzten haben auch endlich Einsicht gezeigt. Das Ganze geht schon viel zu lange«, höre ich die fremde Stimme sprechen.
»Ganz deiner Meinung.«, antwortet Shadis. Die Worte, die er danach spricht, werden zu sehr durch die Tür gedämpft, als dass ich sie ausmachen könnte, aber ich habe ohnehin das Gefühl, dass ich nicht einfach eine Unterhaltung belauschen sollte, die nicht für meine Ohren bestimmt ist. Daher nehme ich auf einem eleganten Sofa Platz, das vor der Bürotür für wartende Klienten, wie mich, bereit gestellt ist, und stecke mir meine Kopfhörer in die Ohren, um über meinen MP3-Player noch einmal das Lied zu hören, das ich vor kurzem komponiert habe und das Mikasa heute neu abgemischt hat. Bisher habe ich noch keine Idee für den Text, daher höre ich die Melodie immer und immer wieder, von den sanften Klaviertönen am Anfang, bis zum emotional geladenen Ende. Aber auch nach der fünften Wiederholung bin ich keinen Schritt weiter. Vielleicht liegt es daran, dass wir für gewöhnlich härtere Töne als Band anschlagen, dass ich nicht so richtig weiß, was ich mit dem Stück anfangen soll. Aber es ist, als hätte sich diese Melodie in mir eingenistet und würde mich seitdem nicht mehr loslassen. In kürzester Zeit hatte ich das Arrangement fertig, viel schneller, als ich sonst für das Songschreiben brauche. Umso mehr ärgert es mich, dass es ausgerechnet an den Lyrics scheitert, sind sie doch das, was ich verkörpere. Neben der Gitarre.
Die Tür öffnet sich endlich und Shadis kahler Kopf lugt durch den Spalt. Zeit, die Kopfhörer wieder einzupacken.
»Eren!«, begrüßt er mich mit tiefer Stimme, »Komm rein, komm rein!«
Dabei winkt er mich mit der Hand zu sich, bis er meine greifen kann um sie zu schütteln.
»Herzlichen Glückwunsch zur Auszeichnung!«, spricht er dann und deutet auf die goldene Schallplatte, die auf seinem Schreibtisch liegt, »Wurde heute geliefert.«
»Danke«, sage ich beiläufig und blicke mich dann um, um auszumachen, wer der mysteriöse Gast ist. Weiter hinten im Raum mit dem Blick aus dem Fenster gerichtet, steht ein großer, blonder Mann, den ich nie zuvor gesehen habe. Umso mehr frage ich mich, was er von mir will?
»Ah, darf ich dir meinen alten Freund Erwin Smith vorstellen?«, spricht Shadis dann weiter, »Er ist, wie ich, Manager.«
Endlich kommt Bewegung in den Körper des blonden Mannes. Er dreht sich zu mir um und geht mit ausgestreckter Hand auf mich zu.
»Freut mich, Eren. Ich bin Erwin Smith, aber Erwin reicht vollkommen aus«, stellt er sich noch einmal persönlich bei mir vor und schüttelt mir die Hand. Noch immer kann ich mir keinen Reim auf das ganze Theater machen. Man scheint mir wohl anzusehen, dass ich nichts von dem verstehe, was hier gerade passiert, denn Shadis scheint sich endlich ein Herz zu fassen, um mich aufzuklären.
»Erwin hier vertritt die Band No Name.«
Ich blinzle kurz, denn die Band kenne ich wiederum. Sie sind eine große Nummer, schon viel länger als wir im Geschäft, aber über die eigentlichen Mitglieder ist kaum etwas bekannt, außer der Anfangsbuchstabe ihrer Vornamen, weswegen sie sich wohl für den Bandnamen entschieden haben, der in ihrem Fall durchaus wörtlich zu nehmen ist. Zudem verdecken sie ihre Gesichter mit Bandagen, um nicht erkannt zu werden. Dass es keine Skandale und keine Informationen über ihr Privatleben gibt, ist die logische Schlussfolgerung. Bisher habe ich die Band einmal getroffen, bei der Gala einer Musikpreisverleihung. Ich bin dort mit dem Sänger der Band aneinander geraten, der meiner Meinung nach ein überbewertetes und arrogantes Arschloch ist. Ja, seine Stimme ist gut, aber die ganze Nummer mit der Geheimhaltung ist inzwischen wirklich abgenudelt und nur, weil er mehr Tonträger verkauft und Downloads zu verbuchen hat, gibt es ihm nicht das Recht, mit mir so abwertend umzugehen, wie er es an dem Abend getan hat. Ich atme tief ein, um meine Wut zu unterdrücken und konzentriere mich dann wieder auf die beiden Männer vor mir.
Nun weiß ich zumindest, mit wem ich es zu tun habe, aber der Grund von Erwin Smiths Anwesenheit ist mir immer noch nicht klar.
»Ich verstehe nicht ganz, Shadis. Warum ist er hier?«, hake ich daher nach.
Für einen Moment habe ich Angst, dass Shadis seinen Job als Manager meiner Band niederlegen will und den Posten an seinen Kollegen abgeben will. Zum Glück nimmt er mir diese Angst schnell, als er sagt: »Wir planen eine gemeinsame Tour von E:M:A und No Name.«
Erst einen Augenblick später erkenne ich, was das bedeutet.
»Moment, was?«
»Lass es mich dir erklären, Eren«, beginnt Erwin zu erzählen, »No Name und E:M:A haben ein ähnliches Konzept: Es sind beides Rock- beziehungsweise Metalbands, die religiöse Symbolik benutzen, jeweils drei Bandmitglieder, zwei Männer, eine Frau, wobei der Leadsänger männlich ist und so weiter und so fort. Eure Bands sprechen eine ähnliche Zielgruppe an und E:M:A kann noch von No Names größerer Bekanntheit profitieren.«
»Aha«, antworte ich und klinge dabei genauso unzufrieden, wie ich mich fühle, »Und warum genau sollten sich No Name darauf einlassen? Was springt für die dabei raus?«
Mir passt es nicht, ausgerechnet mit dieser Band verglichen zu werden und noch weniger, dass E:M:A mal wieder in ihren Schatten gestellt wird.
»Unsere Umfragen haben gezeigt, dass E:M:A deutlich bekannter und beliebter bei der Zielgruppe der bis Fünfundzwanzigjährigen ist. Das ist die Gruppe, bei der No Name noch Ausbaubedarf haben. Ihr lockt die jüngeren Menschen an und No Name kann vielleicht auch noch ein paar neue Fans gewinnen«, führt Shadis nun die Erklärung fort.
»Und was sagen No Name dazu?«, will ich wissen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die drei besonders glücklich darüber sind, ausgerechnet mit uns zusammen auf Tour zu gehen.
»Sie verstehen, dass es die weiseste Entscheidung im geschäftlichen Sinne ist«, sagt Erwin, doch etwas an seinem Blick sagt mir, dass ihre Reaktion wohl ganz ähnlich wie meine war.
»Verstehe«, sage ich knapp, »Und wie sind die weiteren Rahmenbedingungen? Wo soll es hingehen? Wie viele Termine gibt es?«
Shadis geht um seinen Schreibtisch herum, setzt sich auf den großen, gepolsterten Stuhl dahinter und nimmt einige Blätter Papier aus einer der oberen Schubladen, während Erwin die goldene Schallplatte vom Schreibtisch nimmt und an der nächsten Wand abstellt. Als würden sie einen Schlachtplan ausarbeiten, beugen sich beide über die Papiere, die sie auf dem Tisch ausbreiten und winken mich zu sich heran.
»Wir planen zehn Konzerte in Japan«, erklärt Erwin, »Alle innerhalb eines Monats. Für die Zeit stellen wir euch ein gemeinsames Loft in Tokio.«
Shadis übernimmt: »Nach jedem Konzert habt ihr zwei Tage Zeit euch für den nächsten Auftritt vorzubereiten und zur Ruhe zu kommen. Ihr werdet zu den Auftritten geflogen und danach geht es sofort wieder zurück in eure Basis. Wenn ihr euch im Loft befindet, erwarten wir, dass ihr euch aktiv auf euren Social Media Kanälen zeigt. Werbt füreinander, zeigt euch kollegial. Die Presse hat aufgeschnappt, dass es Rivalitäten zwischen den beiden Bands gibt und so, wie du auf die Nachricht mit der gemeinsamen Tour reagiert hast, scheint da was dran zu sein. Du musst verstehen, dass wir so etwas nicht gebrauchen können, wenn wir euch gemeinsam promoton wollen.«
»An mir soll das nicht scheitern«, erwidere ich. Ich bin schließlich nicht derjenige, der den Streit angefangen hat.
Erwin schenkt mir ein halbherziges Lächeln, dann erklärt er weiter: »Keine Angst, für eure Mühen werdet ihr natürlich auch entsprechend entschädigt. Für jedes Konzert erhält jedes Mitglied beider Bands 50.000 Dollar, also eine halbe Million nach einem Monat. Ich denke, für die Summe könnt ihr eure Streitigkeiten für eine Weile vergessen. Natürlich muss zu jeder Zeit die geheime Identität von No Name vor der Öffentlichkeit gewahrt werden, daher muss ich dich und die anderen Mitglieder von E:M:A bitten, eine Schweigepflichtserklärung zu unterschreiben, bevor wir mit den weiteren Formalitäten fortfahren.«
»Schön, ich frage mich sowieso, warum Mikasa und Armin nicht gleich zu der Besprechung eingeladen wurden. Sollten die in der ganzen Sache nicht auch ein Mitspracherecht haben?«
»Zugegeben, die beiden waren gestern schon hier«, antwortet Shadis und schaut dabei schuldbewusst, »Wir wollten zuerst die beiden ins Boot holen, da sie im Allgemeinen«, er hält kurz inne, um nach dem richtigen Wort zu suchen, »kooperativer sind als du. Hättest du heute abgelehnt, hätten wir dir gesagt, dass Armin und Mikasa bereits ihre Zustimmung gegeben haben, damit du es dir vielleicht noch einmal anders überlegst.«
»Clever gespielt«, zische ich und werfe dann einen Blick auf die Dokumente auf dem Schreibtisch, die Shadis und Erwin dann gemeinsam mit mir durchgehen.
»Heaven and Hell?«, frage ich, als ich mir die Details durchlese.
»Das Motto eurer Tour«, erläutert Erwin, »Wie ich vorhin schon sagte, E:M:A und No Name spielen mit religiöser Symbolik, da schien uns das Motto nur passend.«
»Klar«, erwidere ich und lese mir den weiteren Text durch. Die Klauseln sind Standard und ich kann keine versteckten Haken entdecken, also zeichne ich die Papiere ab und überreiche sie dann Shadis.
»Und wann soll es losgehen?«, frage ich Shadis, während ich ihm die unterzeichneten Verträge überreiche.
»In einem halben Jahr. Wir brauchen noch etwas Zeit, um die Locations zu buchen und der Ticketverkauf muss auch erst beginnen. Solange habt ihr noch Zeit, euer drittes Album zu beenden. Wir werden es kurz vor Tourbeginn veröffentlichen, so können wir die Verkaufszahlen hoffentlich noch ein bisschen ankurbeln. Oh, es kann außerdem nicht schaden, wenn ihr euch ein wenig um das Publikum bemüht. Bringt ein paar japanische Zeilen in die Lieder ein, lernt einfache Begrüßungen und Phrasen, da stehen sie drauf. Mikasa wird dir sicherlich helfen können, eure Lieder entsprechend umzuschreiben.«
»Sicher«, entgegne ich, denn so etwas gehört ohnehin zu unserem Standardverfahren bei internationalen Tourneen.
»Eren«, spricht mich dann Erwin an, »Wir sind sehr froh, dass du dich darauf einlässt. Du wirst es ganz sicher nicht bereuen, das verspreche ich dir. No Name haben zwar den Ruf, unnahbar zu sein, aber wenn du Levi, Hanji und Mike erst einmal kennen lernst, wirst du merken, dass sie vielleicht ein wenig unkonventionell, aber durchaus sehr umgänglich sind.«
Ich brauche einen Moment, bis ich die Namen zuordnen kann und mir klar wird, dass sich sich dabei um die Mitglieder der Band handelt, die ich bisher nur unter den Pseudonymen L, H und M kannte. Wenn ich mich recht entsinne, ist Levi dann der Sänger, Hanji die Gitarristin und Mike der Drummer der Band.
Levi... Levi...
Ich lasse mir den Namen auf der Zunge zergehen. An irgendetwas erinnert er mich, aber ich kann beim besten Willen nicht sagen, an was. Es fühlt sich ähnlich, wie ein Déjà-vu an, nur viel schwächer und ungreifbarer. Vermutlich bilde ich es mir auch nur ein. Er ist ja nicht der einzige Mensch mit diesem Namen. Außerdem will ich nicht länger über diesen überheblichen Idioten nachdenken, deswegen schüttle ich den Gedanken ab und konzentriere mich wieder auf das Wesentliche.
»Gut, ich denke, dann sind wir uns in allen Punkten einig. Ich bedanke mich für die Möglichkeit, die ihr beiden mir und E:M:A damit bietet und freue mich auf die zukünftige Zusammenarbeit.«
Den professionellen Ton habe ich mir schon vor einiger Zeit angewöhnt, als ich bemerkt habe, dass man damit meistens weiter kommt, als wenn man ewig auf stur stellt.
»Die Freude ist ganz unsererseits«, betont Erwin noch einmal und auch Shadis schenkt mir eines seiner seltenen, zufriedenen Lächeln. Ich höre beinahe, wie er denkt: »Gut gemacht, Junge
Mit einem letzten, freundlichen Händedruck verabschiede ich mich von den beiden, bitte Shadis noch einmal darum, die goldene Schallplatte an unsere WG zu schicken und mache mich dann auf den Heimweg, wo Mikasa und Armin schon ungeduldig auf mich warten.
»Und?«, fragt Armin als erstes.
»Ihr beiden hättet mich ruhig vorher einweihen können«, gebe ich mürrisch von mir, kann die Fassade aber nicht länger aufrecht erhalten, als beide mich voller Vorfreude ansehen und sich automatisch ein breites Grinsen auf meinen Lippen ausbreitet, »In einem halben Jahr geht’s nach Japan!«
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