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Jungs heulen nicht

von Agnar
Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Andi Bill Georg Gustav OC (Own Character) Tom
06.10.2021
27.01.2023
107
307.591
6
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Gewohnheit stellt Einiges mit dir an.
Längst macht es mir nicht mehr halb so viel aus, wenn der Tag der Abreise zuverlässig zügig kommt und ich Bill wieder ziehen lasse.
Emotional darauf einstellen, dass ich ihn die nächsten paar Wochen wieder nur telefonisch erreichen kann, ist mittlerweile ein routinierter Handgriff, der nicht mehr so schwer fällt wie am Anfang.
Die Bauchschmerzen darüber, wie dicht der Schedule der Band gehäkelt ist, unter welchem Starkstrom von Stress er monatelang steht, sind erträglicher geworden.
Wie ein alter Feind, der dich beim ersten Mal wesentlich mehr erschrecken konnte, als nach dem dritten Kampf gegen ihn.
Die brodelnde Wut auf die Profitgier von Universal ist dumpfer geworden, wenn man das Spiel erst einmal kennt, ist es weniger verstörend, sich damit auseinanderzusetzen.
Die Plattenindustrie ist ein Haifischbecken, und wer auf der internationalen Ebene mitspielen will, darf weder Tod noch Teufel scheuen. Schmerz kennen ist gar keine Option.
Die Leute vom Management sind auch nur Rädchen im Getriebe, die ihren Job machen und von dem Profit ihren Lebensunterhalt beziehen, diejenigen, die wirklich Kontrolle haben, sind räumlich so weit von den Künstlern, auf denen der größte Druck lastet, entfernt, dass es ihnen getrost egal sein kann, wenn knapp volljährige Popstars unter ihrem Kreuz zusammenbrechen.
Die Gehälter und Budgets müssen gedeckt werden, die Villen und Ferraris der Plattenbosse müssen finanziert werden, der Teenie-Hype muss abgeschöpft werden, bevor er wieder abflacht.
Und den amerikanischen Markt zu sichern, ist eine Sisyphusarbeit, die im Akkord beackert werden muss, wenn man nicht komplett untergehen will.
Erst recht als deutsche Band.

Daher steht erst mal eine mehrmonatige USA-Tourphase an, die kein Ende zu nehmen scheint.
Kurze Termine in Europa, um Präsenz zu zeigen, Studiotermine und die frühe Albumproduktionsphase gegen Ende des Jahres.
Immerhin muss Material nachgeliefert werden.
Eine Phase am Ende des Tunnels, in der Bill in Deutschland sein und öfter Zeit für mich haben wird.
In der es leichter sein wird, sich zu treffen.



Aber erst einmal heißt es auf unbestimmte Zeit Abschied nehmen.
An dem Abend, an dem wir zum letzten Mal zusammen sind, besuchen Simone und Gordon uns nochmal im Loft.
Teils, um gemeinsam zu essen und etwas Normalität zu leben, teilweise, um Kappa wieder mitzunehmen.
Die Zwillinge lassen sich nichts anmerken, aber gerade der Abschied von dem durchgedrehten Welpen geht nochmal extra nahe.
Der Kleine schlabbert nichts ahnend in seinem Napf herum, wird alle zehn Minuten nochmal extra durchgeknuddelt und mit Liebe überschüttet -  er ist natürlich zu naiv, um zu kapieren, dass das Ganze nur ist, weil er in ein paar Stunden in den Transportkäfig gepackt und für viele Wochen zu Simone nach Magdeburg gekarrt wird.
Tom hat einmal kurz in Erwägung gezogen, ihn Lukas zu überlassen, aber da Kappa einen viel besseren Draht zu Gordon und Simone hat, kommt was Anderes eigentlich kaum infrage.

„Wenn die Tour nach dem nächsten Album ansteht, nehmen wir ihn einfach mit.“, schlägt Tom schließlich vor, als Gordon Salat auf unsere Teller verteilt. „Entweder kümmert sich jemand aus dem Team um ihn, wenn wir am Arbeiten sind, oder wir stellen extra jemanden dafür ein.“
„Dann muss er sich aber extra an jemanden gewöhnen.“, wendet Gordon ein und stellt die Schüssel beiseite.
„Nicht, wenn wir die ganze Zeit in der Nähe sind und er weiß, dass er uns in ein paar Stunden wieder sieht.“, nuschelt es neben mir.
„Nicht mit vollem Mund, Bill!“
„Siehst du hier irgendwo ne Kamera? Nein? Ich auch nicht, Mama.“
Für Bill Entschuldigung genug, auf die ein oder andere Form von Tischmanieren zu pfeifen.
Auch wenn es nur mit vollem Mund labern ist.
Wehe aber, jemand kaut vor ihm mit offenem Mund.
Das geht gar nicht.

Wir versuchen, den restlichen Abend über normale Sachen zu reden, soweit es geht.
Gordon erzählt, wie es in seiner Musikschule läuft, dass einer seiner neuen Gitarrenschüler unbedingt „mal so werden will wie Tom“, Simone fragt mich hochinteressiert dazu aus, wie mir meine Ausbildung nach dem ersten Jahr so gefällt.
„Super. Die Berufsschule ist ziemlich langweilig, am liebsten würde ich bloß im Betrieb lernen.“
Sie lächelt sonnig. „Das ist so schön zu hören, dass du gerne dort arbeitest. Dann fällt dir der Einstieg später in den Beruf bestimmt nicht schwer.“
„Um ehrlich zu sein…“, ich schiebe meine verbliebenen Salatblätter etwas hin und her, „freu ich mich fast schon drauf. Mein Ausbilder hat mal angedeutet, dass er mich gerne anstellen würde, wenn ich fertig bin. Ich würde gut ins Team passen und wäre super zuverlässig, sagt er.“
„Ist das denn die Werkstatt, in der du gerne arbeiten würdest?“
„Naja, ich kenn nicht so Viele. Aber ich mag es auf jeden Fall da.“
Ich schlucke. „Und ab September bekomm ich mehr Ausbildungsgehalt. Dann kann ich anfangen, auf ne neue Maschine zu sparen, oder irgendwann mal ein Auto zu haben. Dann müssen Sven und Ben nicht immer den Bandfahrdienst machen.“
„Und du wohnst noch zuhause, richtig?“
Echt krass.
Bei jeder Familienfeier hätte ich bei so einer Frage das blanke Kotzen bekommen, von wegen ich werde nicht erwachsen und überhaupt, wann gibt’s Enkel und wann wird geheiratet?
Aber Simone schafft es tatsächlich, dass selbst solche Fragen einfach nur nett klingen und vermitteln, dass sie Interesse zeigt.
„Ganz ehrlich, bis vor einem Jahr wollte ich noch unbedingt ausziehen. Aber jetzt, wo die Scheidung von meinen Eltern über den Tisch ist und ich nur noch mit Papa und Alli zusammen wohne… ist irgendwie alles besser geworden. Seither hab ich mir keine großen Gedanken mehr gemacht.“
„Das ist doch schön, Torri. Ich finde es viel trauriger, wenn man nur noch darauf wartet, achtzehn zu werden, um danach ausziehen zu können.“

Das Thema wechselt, nach den Nudeln gibt es Eis zum Nachtisch und Gordon macht sich daran, den Transportkäfig auszupacken.
Wir entscheiden uns spontan dazu, noch eine Runde Mariokart zu spielen, da es eh nur zu viert geht, verzichtet Simone als Älteste im Raum darauf, mitzumachen.
Sie macht es sich mit Kappa auf dem Schoß am Rand des Sofas bequem, bis wir tatsächlich alle sechzehn Rennbahnen durchgespielt haben.

Danach verabschieden die Beiden sich.
Kappa versteht erst, was abgeht, als Bill ihn ein letztes Bal drückt, ihn auf die Stirn küsst, behutsam absetzt und die Klappe von dem Hundetransporter sich schließt.
Er winselt leise.

Simone umarmt Tom zuerst, will dann direkt zu Bill übergehen, der es gerade noch so verhindern kann. „Mama… das Tattoo ist noch frisch.“
„Achja. Stimmt.“
Wie kann man nur eine so coole Mutter haben?
Erst in solchen Sekunden fällt mir wieder ein, dass Simone mit zwanzig schwanger geworden ist und ihre Zwillinge mit einundzwanzig zur Welt gebracht hat.
Krasse Aktion von ihr.
Vorsichtig legt sie ihre Arme so um ihren jüngeren Sohn, dass ihr nur die Seite von ihm zugewandt ist, wo keine Tinte unter der Haut verheilt.

Obwohl ich nicht derjenige bin, der in ein paar Tagen nach Amerika abzischt, geht Gordon genauso auf mich zu, um mich zu drücken.
Naja.
Immerhin werden sie mich in dieser Zeit genauso wenig sehen, oder?

Ich hätte vielleicht über was Anderes nachdenken sollen.
Vor allem, da ich durch Bills zügige Reaktion eigentlich daran erinnert werden müsste.
Aber ich merke erst, dass ich aufpassen sollte, als Gordons Jacke an meinem Hemd so viel Reibung verursacht, dass ich schmerzverzerrt durch die Zähne zische.
„Autsch.“, macht Bill neben mir. „Hab´s dir gleich gesagt. Pass auf den Arm auf.“
„Danke.“, presse ich raus, kremple meinen Ärmel vorsichtig zurück, um die immer noch etwas gereizte Haut auf dem Unterarm zu betrachten.
Sieht alles so aus, wie es sollte.
Die Haare sind noch nicht nachgewachsen, die frische Tinte, die in tiefem Schwarz, dezentem dunkelrot und einigen weißen Akzenten eine von dünnen Ornamenten umgebene E-Gitarre formt, ist noch genauso farbintensiv wie gestern, als der Azubi von Bills Tattoo-Artist es mir gestochen hat.
Er meinte, ich soll mich nicht wundern, und dass alles nach zwei Wochen etwas blasser aussehen wird, wenn die Haut abgeheilt ist.
„Sieht okay aus. Alles gut.“, meine ich und schüttle meinen Arm leicht.
„Du hast dich auch tätowieren lassen?“, fragt Gordon ungläubig. „Wusste ich gar nicht.“
Ich grinse schief.
„War ne ziemlich spontane Aktion.“
Eins der spontansten Sachen, die ich je gemacht habe.
Geboren aus den Zeichenkünsten von dem Nachwuchstätowierer und Bills Engelsstimme, die auch noch die letzte Gehirnzelle bei mir davon überzeugt hat, wie gut es aussehen würde.
Er hatte Recht.
Ohne ihn hätte ich es trotzdem nicht gemacht.
"Sehr gut ist es gewordn.", meint Gordon anerkennend. "Sehr realistisch und harmonisch."
„Ihr beide habt sie echt nicht mehr alle.“, frotzelt Tom, klopft Gordon auf den Rücken und reicht Simone ihre Jeansjacke.

„Dann machts mal gut, Jungs.“
Der Stiefvater der Zwillinge verlässt mit Kappas Transportkäfig in der Hand zuerst das Loft, dann folgt Simone ihm.


Ich bleibe bis zum nächsten Morgen.
Tom ist derjenige, der sich als Stimme der Vernunft dafür opfert, dass die Beiden rechtzeitig zum Studiomeeting in Vögelsen kommen und steht nach halb neun bereits mit Jacke und Sonnenbrille bewaffnet im Türrahmen.
Die Nacht habe ich in dem wohligen Gefühl, Bills Atem in meinem Nacken und seine Arme um meine Brust gewickelt zu spüren, verbracht.
Da wir Beide noch frische Tinte unter der Haut hatten, hat Bill wachhaltendes Gefummel unterlassen, Lust auf unnötige Schmerzen hatte keiner von uns.
Vorsichtig haben wir uns so lange wie möglich aneinander gekuschelt, als wir uns dann doch aus den Laken schälen mussten, habe ich ihm mein altes Bandshirt von Avenged Sevenfold geschenkt.
Ich bin inzwischen etwas rausgewachsen, dadurch sitzt es an Bills Körper nicht ganz so locker wie das Shirt von Kreator.
Und natürlich liebt er das Motiv mit dem geflügelten Totenschädel.
„Flügel und Schädel sind drauf, eins mit Sternchen konnte ich leider nicht finden.“, sage ich bedauernd, als er sein Gesicht theatralisch darin vergräbt.
„Mir egal, ich kleb welche drauf.“, kichert er und fällt mir zum zweiten Mal an diesem Morgen um den Hals.
Dieses Mal ist er ein bisschen vorsichtiger, davor hat er beinahe mein frisches Tattoo gestreift.
Das tut echt weh, wenn man nicht aufpasst.
Aber Hauptsache, es sieht gut aus.
Ich werfe mein dunkel kariertes Hemd über, damit es etwas vor der Sonne geschützt ist.
Und ewig können wir weder Tom, noch das Produzententeam in Peter Hoffmanns Studio warten lassen.

Also beeilen wir uns, in die Gänge zu kommen.
In der Tiefgarage angekommen macht mich Bill nochmal mit einem unauffälligen Zupfen an seinem Schweißband darauf aufmerksam, dass mein Festivalarmband wieder mal darunter ist.
Bei der Bewegung wird mir für die Temperatur hier unten ziemlich warm.
Die Vorahnung, dass er das Bändchen in Amerika wieder die ganze Zeit bei sich haben wird.
Ob andere Typen so süße Gesten von ihren Mädels bekommen, wie ich von Bill?
Gerade bin ich eh davon überzeugt, dass keiner so viel Glück hat wie ich.



Ich komme am frühen Nachmittag zuhause an, Papa und Alli sind gerade dabei, den Tisch abzuräumen.
„Wir haben noch ein paar Kartoffeln übrig, falls du noch Hunger hast!“, bekomme ich aus der Küche zugerufen, während ich im Flur meine Schuhe abstreife.
„Nee, danke, kein Hunger.“
Ich schlurfe trotzdem in die Küche, einfach nur weil es mal wieder viel zu warm ist und ich ein großes Glas Wasser vertragen kann.
Alli schiebt sich an mir vorbei in Richtung ihres Zimmers.
Routiniert schnappe ich mir das Größte aus dem Regal und halte es unter den Wasserhahn.
Nachdem ich ein zweites Glas geleert habe, runzelt mein Vater die Stirn.
„Willst du nicht lieber ein kurzes Oberteil anziehen?“
„Dann kratzt die Motorradjacke aber immer so auf den Armen.“
„Du kannst ja jetzt was Leichteres anziehen. Flanellhemden im Sommer sind sowieso…“
„Papa.“, seufze ich ein bisschen entnervt. „Wie alt bin ich?“
„Nur weil du volljährig bist, heißt das noch lange nicht, dass du allwissend bist und keine Ratschläge mehr benötigst.“
„Schieb dir deine Ratschläge sonst wohin.“
„Thorsten!“

Ich verdrehe die Augen.
„Warst du wieder bei deinem Freund?“, versucht er das Thema zu wechseln.
„Mhm.“, brumme ich und fülle mein Glas nochmal mit Leitungswasser.
„Wie geht es ihm?“
„Gut.“
„Seine Familie?“
Die hat mich längst als Teil der Familie akzeptiert, aber in Papas Version würden sie mich mit Benzin in Brand stecken, wenn sie herausfinden, dass ich was mit ihrem Sohn habe.
„Wir kommen zurecht.“
„Ach Thorsten, ich mache mir doch nur Sorgen um dich.“
Ein bisschen schlechtes Gewissen brodelt bei mir hoch.
„Brauchst du nicht. Ich komm gut zurecht und pass auf mich auf.“
Papa seufzt.
„Ich weiß nicht, ob das zum Erwachsenwerden dazugehört… aber manchmal habe ich das Gefühl, dich gar nicht mehr so wirklich zu kennen.“
„Das war aber schlimmer, bevor Mama ausgezogen ist.“
„Ja, aber das ändert nicht daran, dass…“, er ringt mit den Worten, „…vielleicht ist das auch völlig normal. Du bist kein kleiner Junge mehr und dein Leben findet außerhalb dieser Wände statt.“

Das hat sich schon seit Jahren angebahnt, vor allem während unsere Eltern sich gegenseitig in Fetzen gerissen haben.
Warum fängt er erst jetzt davon an?
„Papa, ich war schon immer viel mit der Band unterwegs.“
„Das meine ich nicht.“
Er fährt sich hinter die Ohren und holt Luft.
„Ich weiß nicht, warum… aber seit Monaten habe ich das Gefühl… dass du mir etwas Wichtiges verschweigst.“
„Ich kann dir doch nicht alles erzählen. Manche Sachen vergisst man einfach.“
„Es gibt einen Unterschied zwischen nicht erzählen und absichtlich verheimlichen.“
Er lehnt sich an die Spüle.
„Aber wer weiß, womöglich werde ich paranoid.“

„Stimmt doch gar nicht!“, protestiere ich, um das üble Gefühl bei mir zu beruhigen.
„Ich habe gerade allgemein ein bisschen Stress, das ist alles…“
Ich greife nach seinem Arm, er schaut von der Spüle auf und auf meinen Arm.

„Was ist denn das?!“

Verdattert schaue ich dorthin, wo er hinstarrt.
Und erstarre.

Mein Ärmel ist ein Stück runtergerutscht.

Dünne Ränder der schwarzen Ornamente sind sichtbar.
Fuck.
Mein Tattoo.

„Das ist….“

Ich schnappe nach Luft, als Papa den Ärmel nach hinten zieht und dabei mit dem Daumennagel die Haut streift.
Aua.

„Bist du wahnsinnig geworden?!“, ruft er entsetzt aus.

Tja.
Was mache ich jetzt nur?
Lügen geht ja schlecht, oder?
„Ähm. Nö?“, sage ich wie ein Depp.

„Sag mir bitte nicht, dass das echt ist?“
„Äh. Doch.“
„Thorsten, du kannst doch nicht einfach…“
„Naja. Ich habs schon gemacht, also kann ich es wohl doch, wie du siehst?“

„Das kann gesundheitsschädlich sein!“
„Das hat ein Profi gemacht.“
Ein Profi in der Ausbildung, aber das muss Papa ja nicht wissen.
„Wie willst du damit einen Beruf bekommen? Hättest du nicht wenigstens warten können, bis du eine Stelle hast?“
„Mein Ausbilder will mich doch…“
„Was, wenn das nichts wird?!“
„Komm runter, ich kann in jedem Bewerbungsgespräch lange Ärmel tragen!“
„Thorsten…“

„Du hast ein Tattoo?!“
Ich zucke zusammen.

„Boah, Alli, kannst du dich noch leiser anschleichen?“
„Ist doch egal.“, sagt sie und schiebt sich durch die Tür.
„Zeig mal her!“

Vorsichtig greift sie nach meinem Arm und zupfte den Ärmel vollständig zurück.
Erst reißt sie den Mund auf.
Dann quitescht sie leise.

„Oh mein Gott!“
„Wie konntest du nur so dumm sein, Thorsten?“
„Das sieht SOOO gut aus!“

„Das ist eine Katastrophe!“
„Das ist fantastisch geworden! Wer hat dir das gemacht?“
„Das ist doch egal, Alina…“

„Komm schon , sag es, Torri! Ich will auch was von dem Tätowierer haben!“
„Moment. WIE BITTE?“

„Das ist so geil geworden, die ganzen Details, und wie gut es zu deiner Hautfarbe passt…“
„Alina, ich warne dich…“
„…schau mal, die Schnörkel, wie sie die Form von deinen Muskeln andeuten, das ist richtige Kunst!“
„Das ist ein Risiko für Thorstens Zukunft, Alina!“
„…die Gitarre sieht SO ECHT aus, richtig 3D, fast hyperrealistisch…“
„Das tut absolut nichts zur Sache…“

„Torri, denkst du, mir würde eine Rose hier am Oberarm oder sowas stehen?“
„KOMMT GAR NICHT INFRAGE, DU BIST MINDERJÄHRIG!“
„Oder so ein Vogel am Hals?“
„BIST DU WAHNSINNIG GEWORDEN?“

„Torri, du musst mir alles erzählen! Wie war es? Wie lang hat es gedauert, tut das sehr weh?“
„Also eigentlich war es gar nicht so schlimm…“
„Wie heißt der Künstler, ich muss ihn gleich im Internet suchen!“
„ALINA! ICH WARNE DICH!“


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Grüße gehen raus an alle, die mal wieder was von Torris Vater lesen wollten. Vielen Dank für die Kommentare unter meinen Kapiteln, fühlt euch dazu eingeladen, eure Gedanken in die Tasten zu hauen;)
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