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Jungs heulen nicht

von Agnar
Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Andi Bill Georg Gustav OC (Own Character) Tom
06.10.2021
27.01.2023
107
307.591
6
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06.10.2021 2.659
 
Wenn Alli abends in der alten Scheune, die unser Großvater zur Garage umfunktioniert hat, verschwindet, und nur ein leises Knarren verrät, dass sie die Treppe zum vermoderten Heuboden hinaufklettert, weint sie. Nicht, dass ich es je mitbekommen hätte, aber ich weiß, dass sie es tut.
Auch wenn es für angehende Scheidungskinder nichts Ungewöhnliches ist, gut und gerne mal täglich in salzige Tränen auszubrechen, schämt sie sich dafür. Ich kann ihr keinen Vorwurf machen, ich will dabei auch nicht gesehen werden.

Einem 13-jährigen Mädchen würde man etwas Herumgeheule vermutlich nicht genauso übelnehmen wie einem fast 18-jährigen wie mir, aber ich vermute, dass es ein Familiending unter uns Geschwistern ist, nach außen unverletzlich wirken zu wollen.
Gerade jetzt, wo wir uns fast schon damit abgefunden haben, Scheidungskinder zu werden und keiner in dieser zerrütteten Familie noch einen Nerv dafür hat, sich mit den jüngsten Sprösslingen auseinanderzusetzen.
Max und Martin, unsere älteren Brüder sind beide fast dreißig und seit ihrem Umzug aus dem Gröbsten heraus, wenn man erwachsen und ausgezogen ist, fällt es vermutlich leichter, hilflos dabei zuzuschauen, wie die Beziehung der Eltern, die schon seit Jahren nicht mehr sehr herzlich war, langsam aber sicher in die Brüche geht.
Und das nicht gerade leise.
Oft ist Alli nachts unter dem Vorwand, sie könnte wegen dem Lärm, den unsere Eltern veranstalten, nicht schlafen, in mein Bett geklettert, wenn um ein Uhr nachts plötzlich Schreie laut wurden und Geschirr mitsamt anderen Haushaltsgegenständen zerbrach.
Alles nur ein Vorwand.
Alli ist was Lärm betrifft, absolut abgehärtet. Oft genug hat sie bei unseren Bandproben im Nebenraum gesessen und hat Hausaufgaben gemacht, wenn es zu spät wurde, hat sie auch gerne mal auf der abgewetzten Couch vor dem Proberaum geschlafen, bis ich sie wieder wachrüttelte.
Der offensichtliche Grund, warum sie sich ins Bett von ihrem großen Bruder flüchtete, war immer der Gleiche, aus dem ich sie auch immer dankbar dort schlafen gelassen habe: Sie fühlte sich abgestoßen, abgelehnt und vergessen von der Welt.
Egal, wie viele Freunde man hat, irgendetwas in einem jungen Menschen scheint zu zerbrechen, wenn die Eltern, die größten Vertrauenspersonen seit Beginn des Lebens sich mehr und mehr emotionale und körperliche Gewalt antun.
Wenn man Geschwister hat, sucht man sich den familiären Halt eben bei ihnen.
Nebeneinander zu schlafen ist dann eine Art Mixtur aus Zweckgemeinschaft und Leidensgenossenschaft. Das schweißt Geschwister dann meist noch enger zusammen, während das Eltern-Kind-Band distanzierter wird.

Aber wenigstens war unser Vater vor einer Woche so taktvoll, zu begreifen, was er und seine noch-nicht-Exfrau ihren noch im Elternhaus lebenden Kindern mit ihren allabendlichen Gewaltorgien eigentlich antun. Die logische Konsequenz war: Die Kids müssen hier raus.
Am Abend vor dem letzten Schultag vor den Ferien wurden Alli und ich an den Küchentisch zitiert, wo sie uns so schonend wie möglich klarmachten: Ihr verbringt die Ferien auf dem Hof von Opa Gerd und seiner Frau.
Klingt beschaulich, oder?
Bruder und Schwester ziehen aufs Land auf den süßen Bauernhof von den Großeltern, wo die Kühe auf der Weide grasen und die Oma jeden Morgen Waffeln backt.

Nur blöd, dass in unserem Fall die Kühe angekettet in einem wirtschaftsüblichen Massenstall ihr trauriges Dasein fristen, während die Milch gewaltsam aus ihnen herausgepumpt wird und sie verzweifelt nach ihren Kälbern schreien, die jede Saison an einen anderen Landwirt, der sie in einen Maststall bringt, verkauft werden, die Oma keine Waffeln backt, sondern uns nur sauertöpfisch mustert und gelegentlich anschreit, weil sie nicht mit uns verwandt ist und in keinem der fünf Ehejahre, die sie schon mit Opa Gerd verbinden, ein nettes Wort in unsere Richtung übrig hatte und der Großvater ein verbitterter, kinderhassender Miesepeter ist, der DDR-Zeiten hinterhertrauert.
Zum Glück sind Alli und ich keine Kinder mehr und waren für unser jeweiliges Alter schon immer recht reif.
Mehr Zuneigung empfindet er deswegen trotzdem nicht für uns. Um uns trotzdem weiteren Ärger zu sparen, sind Alli und ich brav abgereist, um die Sommerferien mit Haushaltsaufgaben und Internet-Kontakthalten mit unseren Freunden, die wir aufgrund der räumlichen Entfernung kaum noch sehen können, zu verbringen.

Allis Freundinnen hatten damit kein Problem, meine Freunde auch nicht besonders, allerdings ist es völlig unmöglich geworden, anständige Bandproben zu veranstalten.
Wäre ich bereits achtzehn, hätte ich einfach sechs Wochen lang in die Untergeschosswohnung von unserem Frontmann Ben einziehen können und unsere Eltern irgendwie dazu überreden, Alli mitkommen zu lassen… aber offenbar ist Minderjährigkeit ein Freifahrtsschein für Fremdbestimmung.
Also proben die Jungs ohne mich weiter und halten mich auf dem Laufenden, damit ich unbemerkt im schallisolierten Kartoffelkeller Gitarre üben kann.
Oft leistet Alli mir dabei Gesellschaft, Musik scheint uns beiden irgendwie Trost zu spenden.

Heute allerdings nicht. Die Standpauke von Stiefgroßmutter Erna hat ihr für heute den Rest gegeben.
Eigentlich war bis heute Morgen noch alles gut, nur irgendwie hatte die alte Drachendame wohl einen schlechten Tag, den sie natürlich an uns auslassen musste.
Nachdem Alli den Fehler gemacht hatte, ihr in einer monotonen Tonlage einen guten Morgen zu wünschen, wurde sie von Erna angeschrien, was für ein verwöhntes Luder sie doch sei, dass unsere Generation doch nur noch ein Haufen verweichlichter Pflänzchen wäre, die nichts könnten außer so zu tun, als wären sie depressiv und was würde sie sich eigentlich so anstellen, was meinte sie denn, wie viele Kinder jedes Jahr die Scheidung der Eltern miterleben würden und sich dabei nicht halb so viel darauf einbilden.

Den Rest des Tages hatte Alli auf Ernas Zwang hin mit Milchkanister schrubben und Badezimmer putzen verbracht, und jetzt gegen Abend hat sie sich auf dem Heuboden versteckt.
Das emotionale Elend, das uns beide herunterdrückt, ist kaum noch auszuhalten.
Wenn ich in Richtung Treppe sehe, die aus dem Kartoffelkeller, meinem provisorischen Proberaum herausführt, sehe, weiß ich, dass Alli vermutlich gerade ihre Kopfhörer aufhat und auf höchster Lautstärke den Klängen von Avril Lavigne, Fall out Boy, Linkin Park, Panic! at the Disco, Nevada Tan, Limp bizkit und Green Day lauscht, um die tonnenschwere Alltagswelt, in der wir beide festsitzen, zu vergessen.

Währenddessen dresche ich die Akkorde der wenigen Titel, unserer Band, die aktuell noch provisorisch TakeSixx heißt, in die Saiten meiner auf leise gestellten E-Gitarre. Wenn ich damit fertig bin, gehe ich zu den Meisterwerken meiner Lieblingsbands über, heute ist Walk von Pantera an der Reihe.
Als die letzten Töne verklungen sind, werfe ich einen Blick auf meine digitale Armbanduhr. Normalerweise würde ich es nicht dabei belassen, sondern mit irgendwas von Black Sabbath weitermachen, aber heute stimmt etwas nicht.
Normalerweise wäre Alli längst wieder im Haus und hätte mich gesucht, spätestens kurz vor acht kommt sie immer hier runter, um mir zuzuhören… nur ist es mittlerweile nach neun.
Entweder ist sie Erna in die Fänge geraten oder sie sitzt immer noch auf dem Heuboden.

Nach kurzem Nachdenken beschließe ich, nach ihr zu sehen.
Sorgfältig packe ich meine E-Gitarre ein, klemme mir stattdessen die Akustikgitarre unter den Arm und verlasse so unauffällig wie möglich das triste Bauernhaus.
Leicht gemacht, da Erna freundlicherweise um diese Zeit im Wohnzimmer sitzt und sich irgendwelche lahme Seifenopern reinzieht.
Nachdem ich den Seitenhof überquert und Opa Gerds Garage erreicht habe, erklimme ich die morschen Leitersprossen um im düsteren Abendlicht, das durch das zumindest noch wasserdichte Dach gedämpft wird, meine Schwester auszumachen.
Vergeblich.
Gut verstecken konnte sie sich schon immer.
„Alli?“, frage ich leise und mit sanfter Tonlage in die muffige Stille.
„Alli, ich bin‘s. Bist du hier oben? Lebst du überhaupt noch?“
Ein ersticktes Glucksen, halb Lachen, halb Schluchzen ertönt hinter einem Heuhaufen.
Ich wusste es doch.
Sofort bin ich auf der anderen Seite des Strohbergs, wo ich auch schon die zusammengekauerte Gestalt von Alli erkennen kann.
„Ich lebe noch, wie du siehst.“, sagt sie eher zu sich selbst als zu mir.
Langsam lasse ich mich neben ihr auf den Boden sinken. Normalerweise würde sie jetzt an mich heranrücken, was sie aber nicht tut.
Verdammt, es muss ihr wirklich dreckig gehen.
Wie bitte tröstet man jemanden, der gerade unter genau denselben Problemen leidet wie man selbst? Aber wenigstens bleibt sie dort sitzen, wo sie ist, und versucht nicht, meine Nähe zu meiden. Demensprechend mache ich wenigstens nichts Falsches.
„Hast du schon was gegessen?“, fange ich so belanglos wie möglich an.
Abendessen ist ein leidiges Thema, weil das Betreten der Küche eine zwangsläufige Konfrontation mit Erna bedeutet, und sie ist gerade im Moment so unerträglich, weil Opa Gerd aus irgendwelchen bürokratischen Gründen für ein paar Tage nicht zuhause ist.
Und so lange ist sie die Herrin auf dem Hof, ungebremst von ihrem Mann, der zumindest nicht gehässig zu uns ist.
Wie die Blutgräfin Elisabeth Bathory.
Würde mich nicht wundern, wenn diese Schreckschraube Leichen im Keller hätte.
„Nein. Du?“, beantwortet Alli kurz angebunden meine Frage.
„Nee, kein Hunger.“
„Ich auch nicht.“
Eine Weile lang schweigen wir.

Dann spüre ich, dass Alli sich leicht in meine Richtung lehnt. Ich rücke ein Stück an sie heran, und dann bricht ihre Mauer auf einmal. Erst bemerke ich nur, wie sie sich an mich lehnt, dann wie sie zu Schluchzen anfängt.
Sie weint.
Vor mir.
Vor einem anderen Menschen.
Das hat sie seit sie sechs ist, nicht mehr getan.
„Ich hasse sie.“, presst sie hervor.
Völlig automatisch, von einem instinktartigen Gefühl getrieben, schlinge ich meinen Arm um ihre Schulter, als könnte ich uns gegen die ganze Welt abschirmen.
„Ich hasse sie alle.“ Ihr Finger verkrampfen sich, sie krallt sich in meiner Jeansjacke fest.
„Ich will nicht mehr nach Hause und auch nicht in dieses Scheißhaus da drüben. Die würden uns doch alle ins Heim stecken, wenn sie könnten. Wir sind nur noch im Weg, niemand will uns dahaben, aber uns einfach die Ferien bei Katrin oder Ben bleiben lassen sie uns auch nicht!“ Ihre Stimme wird langsam lauter. Es klingt wie eine Glaskanne, die auf dem Küchenboden zerspringt.
Mein Griff um ihre Schulter wird fester, irgendwie beschleicht mich die irrationale Angst, meine Schwester zerspringt gleich genauso wie alles, was unserer Eltern nacheinander werfen und ihre Beziehung sowieso.
Alli wird von erneutem Schluchzen geschüttelt.
„Ich habe meine Tage bekommen.“
Schniefen.
Ach du scheiße.
„Kurz, bevor wir abgereist sind. Ich habe es erst nicht gerafft, und bin zu Mama gelaufen, es hat sie nen scheiß gejuckt. Sie meinte, ich müsse mir halt Tampons holen gehen, weil sie keine mehr im Bad hat, sie braucht ja keine mehr…“
„Alli…“ ich weiß nicht, was ich sagen soll.
Plötzlich redet sie weiter, jedes Wort gleicht einem Klageschrei.
„Es hat sie nicht interessiert! Ich bin ihr egal! Sie hat früher mal gemeint, das ist nach ein paar Tagen wieder vorbei, aber es ist jetzt fast schon eine Woche… und es tut so weh, Torri.“
„Soll ich dir eine Wärmflasche holen gehen?“
Als ich das letzte Mal eine Freundin hatte, war die Sache damit meist schon geregelt.
„Hab ich schon, aber es hört nicht auf. Mein Schritt brennt, ich kann nicht mal mehr aufrecht stehen.“
Ein leises, kraftloses Seufzen.
„Alles tut weh, Torri. Alle hassen uns.“
Fast könnte ich auch heulen.
Aber soweit kommts noch.
„Nur ein paar Idioten hassen uns, Alli. Katrin schreibt dir jeden Tag, und Ben hat vorhin gefragt wie es dir geht. Die anderen Jungs würden dich auch jederzeit im Proberaum haben wollen… und vielleicht kriegen wir Opa Gerd doch noch dazu, dich bei einer Freundin übernachten zu lassen… und wenn es nur ein Wochenende ist.“
„Ich lass dich hier nicht allein. Wenn wir hier abhauen, dann nur zu zweit.“
„Stimmt.“
Sie hat sich mittlerweile so nah an mich herangedrückt, dass ich in ihre schwarz gefärbten Haare nuschle.
„Wir müssen schließlich zusammenhalten.“

So bleiben wir eine Weile lang schweigend sitzen.
Dann fällt mir ein, dass ich meine Gitarre mitgenommen habe.
„Ich wollte vorher noch Heaven and Hell von Black Sabbath spielen. Hast du Lust darauf?“
Ich spüre ein Nicken an meinem Hals.
„Klingt gut. Aber nur wenn du dazu singst.“
„Nur wenn du auch singst. Es wird abgewechselt, wie es sich gehört.“
„Okay.“
Zielsicher greife ich in die Saiten.
„Sing me a song, you’re a singer…“ Aus reiner Gewohnheit beginne wie immer ich.
„Do me a wrong, you’re a bringer of evil“, setzt Alli leicht schräg ein. Keiner von uns war je ein guter Sänger. Meine Veranlagung ist reine Handarbeit, Alli hat kein musikalisches Gen in sich.
Aber es ist uns egal. Es kittet seelische Wunden und lenkt von der Realität ab.
„The devil is never a maker“ Mir selbst beim Singen zuzuhören wäre eine Folter für mich. Gerade was Black Sabbath angeht, kann Ozzy Osborne sowieso niemand das Wasser reichen.
„The less that you give, you’re taker“ Aber wenigstens kann man bei den meisten Black Sabbath Titeln auch gut in eine Art Halb-Sprechgesang verfallen, ohne die Ohren komplett zu vergewaltigen.
So vergehen die nächsten Minuten.

Rockklassiker können Alli und ich seit jeher auswendig. Auch wenn sie was Musik angeht, doch eher in die Pop-Rock-Richtung tendiert, hat sie auch immer ein offenes Ohr für meine Metal-Leidenschaft gehabt, weshalb ich sie auch von Anfang an zu Bandproben mitgenommen habe, wenn wir nach der Schule keine Lust hatten, nach Hause zu gehen, und ihre Freundinnen gerade keine Zeit hatten.

Ich erinnere mich noch sehr gut an das erste Mal, als sie hinter mir den Proberaum betreten hat und die Band, die mich gerade neu aufgenommen hatte, fassungslos auf ihren Rucksack starrte, den sie über und über mit Tokio-Hotel-Logos verziert hatte.
Ein anderer hätte sich vielleicht für seine Schwester geschämt, aber wenn es eins gibt, was ich früh gelernt habe, dann dass du dich nur dann angreifbar machst, wenn dir etwas peinlich ist. Wenn ich selbstbewusst zu etwas stehe und kein großes Ding drum mache, dann wird mir auch kein Strick daraus gedreht.
Also sagte ich nur: „Das ist Alli, meine Schwester. Kann sie im Nebenraum ihre Hausaufgaben machen? Sie ist super entspannt drauf.“
Da sie den kurzen Moment der Stille genutzt hatte, um auf dem Sofa Platz zu nehmen, ihre Jacke auszuziehen, worunter ein altes Iron-Maiden-Shirt von mir zum Vorschein kam, und mit einem selbstsicheren Lächeln „Hey.“ zu sagen, waren Ben und der Rest der Crew irgendwie einverstanden.
Drei Proben später hatten sie Alli zum inoffiziellen Bandmaskottchen erklärt.
Zwei Jahre ist das her.

Als Heaven and Hell sich dem Ende nähert, beschließe ich, dass es Zeit für etwas anderes ist. Bevor Alli damit rechnen kann, lasse ich die letzten Akkorde in einen etwas schnelleren Takt übergehen. Im Augenwinkel sehe ich, wie Alli ruckartig den Kopf hebt, als sie die Melodie erkennt.
Mit gehobener Augenbraue bedeute ich ihr, dass dieser Text ganz sicher nicht von mir gesungen wird.
Das gebührt nur wahren Fans. Sofort versteht sie.
„Ich hab heut nen andern Plan, und er geht dich gar nichts an, ich halt ihn fest in meiner Hand, mit dem Rücken an der Wand…“, sprudelt sie los und für die nächsten drei Minuten sehe ich sie fast schon ein wenig strahlen.
Ein anderer Bruder würde niemals zugeben, "Ich brech aus" auf der Gitarre zu beherrschen.
Mir ist es egal.
Erstens macht man sowas unter Geschwistern gerne mal, Zweitens: Auch wenn die Musik etwas zu poppig für meine Ohren ist, ist sie garantiert nicht scheiße. Wenn man einem durchschnittlichen Tokio-Hotel-Hasser einen ihrer unbekannteren Songs vorspielen würde, würden sie es vermutlich ganz okay finden, und sich sobald sie den Interpreten erfahren, dafür schämen.
Ich schäme mich für nichts.
Vielleicht werde ich auch nur deswegen nicht dumm angemacht, weil ich männlich und breitschultrig bin, aber ein bisschen Über-den-Dingen-Drüber-Stehen gehört sicher auch mit dazu. Sonst würde Alli es sicher auch schwerer haben. Aber sie als zierliches Mädchen schafft es sehr gut, Tokio-Hotel-Bandmerch zu tragen, und dabei nur halb so heftig dumm angemacht zu werden wie viele andere Fans derselben Spezies an ihrer Schule.

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