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Talk to me, Baby

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Romance / P16 / Het
Michael Jackson
06.10.2021
06.11.2021
13
44.340
1
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07.10.2021 2.980
 
Wenige Tage sind vergangen nach dem großen Streit. Delali ignoriert mich öfter wie sonst, diesmal aber kämpfe ich nicht um ihre Aufmerksamkeit und konzentriere mich auf das große Projekt, was ich mit meiner Band vor habe. Wir haben sogar Sponsoren gefunden; die Kirchengemeinde hat dafür extra Spenden gesammelt, die Krebsstation des Krankenhaus und wenige Supermärkte unterstützen uns ebenfalls.

Es ist Sonntag. Und für meine Verhältnisse ziemlich früh als ich im Kinderheim ankomme und mit den Kindern die Choreografie einstudiere. Während ich die Kinder beim Tanzen zuschaue, kommt mir immer wieder das Gerücht in den Kopf. Schon die ganzen Nächte über hatte ich davon Alpträume. Schlucke Schmerztabletten um wenigsten Ruhe vor den Kopfschmerzen zu haben, die ich seither habe. Dabei ist es nur ein Gerücht und entspricht nicht mal annähernd die Wahrheit. Ich möchte den Kindern helfen, ihnen Mut geben. Dabei kommen mir doch nicht solche ekelhaften Gedanken. Kein Stück bin ich daran interessiert. Ich weiß auch gar nicht, wie jemand auf so etwas kommen soll. Was haben die davon?

So sehr ich den Kindern noch weitere Schritte beibringen möchte, da der Termin für die Aufführung näher rückt, kann ich momentan nicht hier sein. Mein Magen dreht sich. Mir ist schlecht. Ich laufe zu einer dunkelhäutigen älteren Nonne mit dem Namen Elsa und entschuldige mich herzlich bei ihr: „Ich muss dringend wohin. Sie brauchen sich keine Sorgen machen, ich komme die Tage wieder. Die Kinder sind großartig aber ich muss wirklich gehen."

Ich lasse die ältere Frau kaum zu Wort kommen und laufe auch schon aus dem Saal. Die frische Luft tut gut. Mehrmals atme ich tief ein und wieder aus bis ich mich dann fort bewege und in mein Auto steige. Ich fahre zu Greg. Denn ihm kann ich wirklich alles sagen, ohne das er vorwurfsvoll wird oder so. Und genau bei ihm erzähle ich von dem Gerücht, weshalb Delali mich vermutlich auch abweist. Wie ich ist er der Meinung, dass da mehr sein muss. Nur wegen einem blöden Gerücht, macht man schließlich nicht so eine Welle.

Wir sitzen vor seinem Gebäude mit zwei Klappstühlen. Während Greg die Sonne genießt, sitze ich unter dem Sonnenschirm und seufze immer wieder fest in Gedanken. Auch wenn dieses Gerücht bisher keinen Schaden in meinem Leben tat, tut es dennoch massiv weh.

Hey, Jennifer!" ruft er und die Punkdame nähert sich uns. Sie war wohl gerade unterwegs. Greg und Jennifer sind nicht zusammen in einer Beziehung aber dennoch wohnen sie mit einem weiteren Bandmitglied zusammen in einer Wohnung. Die Weißhaarige kommt zu uns, die Nieten an ihrer Jacke klimpern, in ihrer Hand ein Dosenbier an das sie nippt.

Wenn seit längerer Zeit, die Frau sich wie eine absolute Zicke verhält und jegliche Versöhnung oder Gespräche abweist. Ist es denn wirklich nur, weil sie ein dummes Gerücht von ihren Freundinnen hörte, wobei sie selber weiß, dass es nur eine Lüge ist?" fragt Greg sie und sie überlegt kurz: „Nein. Definitiv nicht." antwortet sie, nippt kurz an ihrem Bier und kommt mit einer völlig absurden Idee, „Sie hat sicher einen anderen Mann. Kann es mit ihrem schlechten Gewissen nicht klären und zickt herum."

Greg und ich lachen.

So ein Bullshit." meint Greg, „Delali ist doch nicht der Typ für eine heimliche Affäre. Mike ja, aber nicht Delali."

Delali ist meine Traumfrau." wehre ich mich, „Da würde ich doch niemals eine Affäre mit wem anderes starten."

War ja nur so gesagt." vergewissert er mich, wobei ich nur den Kopf schüttel und meine kalte Sprite, die mir Jennifer aus ihrem Rucksack gab, trinke.

Später als sie Proben haben und mich eher weniger benötigen, mache ich mich auf den Weg zu meinem Bezirk. Ich spaziere einfach durch die Gegend. Schaue mir die Leute an, die Gebäude. Gehe mal kurz in ein Supermarkt um mir was zu Trinken zu holen. Stelle mich beim Bäcker an für ein süßes Gebäck und setze mich damit auf einer Bank im Park hin. Während ich esse schaue ich mir die verschiedenen Familien an. Die perfekten Bilder von Vater, Mutter und Kind werden mir präsentiert, wie glücklich sie wirken. Oder möchte Delali vielleicht eine Familie gründen? Frage ich mich. Schließlich sind wir beide Anfang Dreißig und fünf Jahre zusammen. Aber warum sprichst sie dann nicht mit mir? Ich wäre nicht abgeneigt eine Familie zu gründen, im Gegenteil, es würde mich glücklich machen. Wenn wir zusammen mit unseren Kindern hier sitzen würden, Picknick, sie tollen um uns herum. Es wäre wundervoll. Genau dafür hat man doch das Leben.

Plötzlich, gerade als ich einen weiteren Bissen meines Gebäcks nehme, bekomme ich etwas hartes an meinem Hinterkopf und verschlucke mich. Mein Hut fällt dabei zu Boden. Panik kommt mir, da ich keine Luft bekomme. Ich knie mich auf den Boden, schlage gegen meine Brust um das Stück aus meinem Hals zu lösen. Ich glaube wirklich, dass meine letzte Minuten geschlagen hat. Doch ich höre hastige Schritte und wie man mir am Rücken klopft. Meine Sinne schwinden. Ich bemerke schlanke Arme um meinen Bauch und ein großer Druck dagegen. Bis ich endlich das Stück, was ich verschluckte, ausspucke. Vollkommen außer Atem setze ich mich hin, versuche mich zu beruhigen und atme erleichtert auf.

Meine Scheiße, war das knapp." ertönt eine weibliche Stimme neben mir und ich schaue zu dieser rauf. Eine zierliche Frau mit braunen, schulterlangen Haaren. Gleichgültige Augen. Einer normalen Jeans und darüber ein weiter Pullover. Ihr Gesicht kommt mir so bekannt vor. Auch sie atmet hastiger: „Geht es Ihnen gut?" fragt sie mich und ich nicke kurz, halte mir automatisch am Hinterkopf fest: „Was hatte mich getroffen?"

Es tut mir leid, dass war meine Tochter." antwortet sie, „Sie hat den Ball zu fest getreten."

Es tut mir ehrlich leid, das wollte ich nicht." erklingt das Mädchen, das ich 6 Jahre alt schätze. An ihrer Hand ein kleiner 3 Jähriger Junge. Mild lächel ich ihr zu und setze meinen Hut wieder auf: „Schon gut, ich lebe ja noch." sage ich, wobei die junge Frau etwas schmunzeln muss und sich nochmal entschuldigt aber ich winke ab und will aufstehen. Sie bietet mir ihre Hand an, die ich annehme und lasse mich hoch ziehen.

Sie haben mich gerettet." wende ich mich zur Frau, die ziemlich klein erscheint so wie mir nebeneinander stehen, „Ich danke Ihnen."

Mit wem hat sie nur Ähnlichkeit? Habe ich sie schon mal getroffen?

Ich hätte Sie nicht sterben lassen können. Mein schlechtes Gewissen würde mich nur verfolgen." sagt sie ein wenig kalt, wobei es vielleicht auch einfach ihre Art sein kann und so wirklich weiß ich nicht, was ich darauf erwidern kann. Sie lacht kurz auf und stellt sich zu ihren Kindern: „Wir werden dann auch mal."

Machen Sie es gut!" winkt die 6 Jährige und ich stehe einfach so da, beobachte wie sie davon gehen. Wie die Frau ihre Kinder bei der Hand hält und noch etwas mit dem Mädchen schimpft. Irgendwas in mir schreit, dass ich sie hinterher laufen soll. Meine Beine bewegen sich automatisch und ich laufe ihnen hinterher: „Warten Sie!" rufe ich und sie bleibt stehen, dreht sich verwundert zu mir.

Ich möchte mich gerne erkenntlich zeigen als Dank, dass sie mich gerettet haben." sage ich, wobei sie schmunzelt: „Wegen uns sind Sie doch beinahe erstickt."

Kinder spielen nun mal." erwidere ich, „Ich möchte Sie und ihre Kinder gerne zu etwas einladen. Wie wäre es mit Mcdonalds, gleich paar Blöcke weiter?"

Die Kinder bekommen strahlende Augen und wollen es annehmen doch die Frau ist skeptisch und verneint entschuldigend: „Es ist wirklich nicht nötig, dass Sie uns einladen wollen."

Bitte. Ich möchte es aber tun. Sonst bekomme ich noch ein schlechtes Gewissen."

Die Frau beißt sich überlegend auf die Unterlippe. Ihre Kinder wollen sie überzeugen bis sie letztendlich zustimmt und ich siegreich grinse, auch die Kinder jubeln.

Ich heiße übrigens Michael." stelle ich mich vor und überreiche ihr meine Hand, die sie mild lächelnd annimmt: „Ich bin Lisa."

Lisa. Der Name sagt mir was. Die Kinder stellen sich selbstständig vor, zumindest eine von ihnen: „Ich bin Riley und das ist mein Bruder Benjamin."

Auch ihre Hand nehme ich an, wobei der Junge zu eingeschüchtert ist und ich ihn lieber lasse, dafür schenk ich ihm ein Lächeln doch er versteckt sich hinter Lisas Bein.

Tut mir leid, er sehr schüchtern was Männer angeht." erklärt sie mir und streichelt den blonden Schopf des Jungen.

Wollen wir?" frage ich und gehe mit ihnen auch schon durch den Park.

Wie war es kurz vor dem Tod zustehen?" fragt Riley auf einmal, wobei Lisa sie ermahnt doch ich mag die direkte Art von Kindern und lache kurz: „Aufregend und beängstigend, würde ich sagen."

Warum bist du so gekleidet?" fragt sie weiter, wobei Lisa wieder was sagen will doch ich stoppe sie: „Schon in Ordnung, ich bin nicht so prüde."

Lisa schließt ihren Mund und ich unterhalte mich weiter mit Riley: „Ich mag es mich so anzuziehen."

Hast du deine Augen geschminkt?"

Verlegen kicher ich: „Ja, sie sind geschminkt."

Warum die langen Haare und dieser Hut?"

Der Hut schützt mich vor Sonne, da ich allergisch bin und die langen Haare sind irgendwie mein Markenzeichen. So wie bei dir deine blauen Augen oder deine dunkelblonden Haare." erkläre ich sanft.

Was hast du im Park gesucht?"

Ich wollte mich entspannen."

Als was arbeitest du?"

Ich arbeite in einem Club als Tänzer und Sänger. Nebenbei mache ich ehrenamtliche Sache."

Riley zieht ihre Brauen zusammen: „Ehrenamtlich?"

Lisa erklärt es ihr: „Ehrenamtlich heißt, dass man es freiwillig tut ohne Gegenleistung oder Bezahlung."

Cool!" ruft sie, „Und was genau machst du da?"

Ich muss lachen, irgendwie mag ich das Mädchen: „Momentan habe ich ein Projekt. Lerne mit den Kindern aus dem Heim eine Choreografie mit dieser sie dann auf einer Bühne stehen werden und es dem Publikum präsentieren. Dafür werden die Leute aufmerksamer und spenden Geld."

Scheint eine gute Sache zu sein." meint Lisa, „Wann wird es sein?"

Es gibt paar Schwierigkeiten." sage ich betrübt, „Die Regierung hat was dagegen und wir müssen etwas kämpfen für die Genehmigung."

Dieser Staat ist so verlogen." murmelt sie, wobei ich in mich hinein grinse. Während wir weiter gehen fragt mich Riley noch etwas weiter aus. Selbst noch im Restaurant, wo sie und ihr Bruder ein kleines Menü für Kinder verdrücken und sie mit vollem Mund redet, was ihre Mutter nicht gerade begeistert und ab und an gestresst stöhnt. Lisa selbst wollte nichts essen und nahm nur einen kleinen Milchshake. Sie zu überreden schien nutzlos zu sein, weshalb ich darauf nicht weiter einging. Ich mag die Eigenschaft von stur und bescheiden ja irgendwie, selbst wenn diese oft nervig sein kann. Ich nahm mir auch nur ein Milchshake als Riley mit spannenderen Themen kommt: „Von wo kommst du?"

Ursprünglich aus Gary, Indiana." antworte ich schlicht, „Später mussten wir umziehen und zogen nach Brooklyn. In einem ärmlichen Bezirk, wo es kaum Supermärkte gibt oder andere Läden bis auf wenige dreckige Clubs."

Hey Mom, das klingt nach deiner Gegend!" wendet Riley sich zu Lisa. Nun werde ich neugierig. Ich blicke ebenfalls zu Lisa: „Darf ich fragen, wie dein voller Name ist? Vielleicht kennen wir uns ja von früher."

Riley antwortet für sie: „Sie heißt Lisa Marie Presley!"

Presley. ... Genau ... Jetzt fällt es mir ein!

Oh mein Gott. Du wohntest zwei Türen weiter." weiten sich meine Augen, „Dein Vater hatte so eine coole Westerngitarre und spielte den Kindern immer was vor. Er hatte auch immer so spektakuläre Tänze hingelegt, die mich letztendlich inspiriert haben! Oh man, was ein Zufall! Ich habe dich gerade noch als kleines Mädchen im Kopf als du 11 Jahre alt warst und nun bist du Mutter von zwei wunderschönen Kindern. Wie geht es deinem Vater? Was machst du so?"

Lisa wirkt etwas überrumpelt, wobei ich gleich unschuldig meine Hand hebe: „Sorry, war wohl zu viel. Ich bin gerade nur so überrascht und fröhlich dich wiederzusehen. Schließlich zogst du einfach so weg und ich habe nichts mehr von dir gehört."

Sie wendet sich zu den Kindern: „Riley, spiel du mit deinem Bruder bei der Rutsche."

Riley macht keine Einwände und nimmt ihren Bruder zur Hand um zu spielen. Da wir draußen sitzen, können wir sie beobachten.

Hab ich was falsches gesagt?" frage ich leise und sie schüttelt den Kopf: „Nein. Es ist mir unangenehm, doch ... wer bist du?"

Das hat mich mehr getroffen als erst angenommen. Aber mir kommt meine Hautkrankheit im Kopf. Sie kann mich gar nicht erkennen. Ich schmunzel: „Kein Wunder, dass du mich nicht erkennst. Ich bin nicht mehr so schwarz wie damals. Ich habe mich aber nicht bleichen lassen, es ist eine Krankheit, die-"

Vitiligo." stoppt sie mich kurz, „Ich habe davon schon mal gehört. Die Hautpigmente werden zerstört und man erblasst. Erklärt auch die Allergie gegen die Sonne."

Genau." meine ich verblüfft und fahre dann fort, „Wir haben damals viel Zeit miteinander verbracht. Haben Ball gespielt, zusammen gelesen oder Musik gehört."

Ihre Augen zeigen mir, dass sie sich langsam erinnern kann: „Michael. Ja genau, Michael Joseph Jackson. Der schwarze Junge, der immer etwas sensibel war und sogar eine Ratte als Haustier hatte."

Ganz genau!" sage ich überschwänglich, da ich glücklich bin, dass sie sich an mich erinnert.

Das ist wirklich ein Zufall." nuschelt sie und beugt sich zu mir am Tisch vor, „Du hast dich ziemlich geändert. Ich dachte vor kurzem noch; Oh Gott, was ist das für ein Spinner."

Wir lachen zusammen.

Du bist hübsch geworden." gebe ich ihr ein Kompliment, wobei sie sich am Ohr kratzt und eine Grimasse zieht.

Wirklich! Ich hätte dich auch kaum wieder erkannt. Und dazu noch deine hübschen Kinder." ich wende meinen Blick kurz zu diesen, die freudig mit anderen Kindern spielen.

Ja, sie sind alles was ich habe." murmelt sie und ich höre da einen traurigen Ton. Ich versuche es nicht so melancholisch zu wirken: „Was macht dein Vater? Er macht sicher noch Musik und begeistert die Menschen, oder?"

Die Traurigkeit in ihren Gesicht wird deutlicher als sie kurz an ihrem Milchshake nippt: „Er ist vor 10 Jahren verstorben. Plötzlicher Herztod."

Oh." werde ich leiser und bereue es so sehr es angesprochen zuhaben, „Das tut mir leid."

Naja, seither sind nur noch Riley und Benjamin mein Glück." sie lächelt stark, was ich sogleich bewundere. Ich weiß noch, dass sie sehr an ihrem Vater hing. Es muss ziemlich hart für sie gewesen sein. Ich wechsel vorsichtig das Thema: „Wie alt bist du denn jetzt?"

Mild lächelt sie: „24." kommt es knapp. Und kurz bin ich überrascht. Denn Riley müsste sie damit mit 18 Jahren bekommen haben.

Ich weiß, was du denkst." spricht sie auf einmal, „aber ich bin nicht so eine. Ich habe Riley mit 18 bekommen aber ich war verheiratet. So bin ich nicht diese typische Teeniemutter gewesen."

Kann man wirklich so leicht meine Gedanken lesen?

Du warst verheiratet?" frage ich und sie nickt: „Er war ein ziemliches Arschloch. Manchmal kann ich es kaum glauben, dass ich mit ihm noch Benjamin gezeugt habe. Die Scheidung ist mittlerweile im Gange."

Schwere Zeit?"

Ich bin froh über die Scheidung, aber die Kinder." sie macht eine Pause und beobachtet, wie sie immer wieder auf das Klettergerüst steigen, „Ich weiß nicht, wie sie das finden. Ich möchte nicht, dass sie so verwirrte Scheidungskinder werden. Aber ich konnte nicht mehr bei Danny, mein Exmann bleiben."

Was machst du hier? Lebst du mit deinen Kinder hier in der Nähe?" ich möchte nicht weiter über das Thema Scheidung sprechen.

Ja, wir leben seit einem knappen Jahr wenige Blocks weiter."

Wo arbeitest du?"

Sie verzieht ihr Gesicht: „Ich hab nichts." nuschelt sie verlegen und stochert im halbleeren Milchshake herum, „Es ist kompliziert, die Kinder, die Zeiten. Es ist schwierig."

Kann ich gut nachvollziehen." lächel ich ihr mild zu, was sie kurz erwidert: „Und, hast du schon eine Familie gegründet?"

Ich kicher: „Nein. Momentan habe ich paar Probleme mit meiner Freundin, mit ihr bin ich schon über fünf Jahre zusammen." ich beiße mir überlegend auf die Unterlippe, „Könntest du mir vielleicht einen Rat geben? Du bist ja schließlich eine Frau."

Sie lacht auf: „Klar, was ist euer Problem?"

Seit gut einem Jahr ist sie immer so zickig." fange ich an, „Erst war es noch ertragbar doch dann wurde es immer schlimmer."

Ich schütte ihr komplett mein ganzes Herz aus. Einfach so. Normalerweise ist es gar nicht meine Art, doch, vielleicht, weil wir uns von früher kennen, vertraue ich ihr auf Anhieb. Ich fühle mich auch ziemlich wohl bei ihr. Mag es wie nachdenklich sie mich anschaut, während sie mir gespannt zuhört und jegliche Momente die ich schildere analysiert. Bis ich dann ende. Lisa rupft sich die Nase: „Harte Nuss. Ich kennen dein Mädchen schließlich nicht aber ... ihr seid so lange zusammen, da würde ich vielleicht mehr erwarten als ein Bummel auf der Kirmes."

Ich ziehe meine Brauen zusammen, da ich nicht weiß, worauf sie hinaus will. Sie hilft mir auf die Sprünge: „Ein romantischer Abend in einem Restaurant. Ein kleiner goldener Kreis in einer Schachtel."

Heiraten?" frage ich, ob ich es auch richtig verstand. Lisa nickt: „Naja, erst heißt es Verlobung aber ja. Drauf wollte ich hinaus."

Ihr Frauen seid ziemlich kompliziert." murmel ich, wobei sie kichert und mich automatisch mitzieht. Warum fühle ich so eine Verbundenheit zwischen uns?

Vielleicht hat Lisa Recht. Vielleicht erwartet Delali schon so lange einen Ring am Finger? Man hätte mich aber auch irgendwie darauf hinweisen können ...
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