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Elemantary Chroniken - Buch 1, Scarlet

GeschichteFantasy / P16 / Mix
Engel & Dämonen
06.10.2021
22.10.2021
41
32.847
 
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14.10.2021 482
 
Mit geschlossenen Augen lag er im Gras, seine Flügel waren ausgestreckt und trockneten langsam in der Sonne.
Eine Hand strich ihm über die Flügelinnenseite, er zuckte zusammen. Er musste sich endlich mal dazu überwinden, von Percival angefasst zu werden.
„Deine Flügel sind verdammt heiß, spürst du das denn nicht?“
Gähnend richtete er sich auf und streckte sich, bevor er die Augen öffnete.
Percival saß im Gras, er war auch wieder angezogen. „Wollen wir weiter?“
Saemel streckte die Arme aus, Percival stand auf und legte seine Hände auf Saemels Schultern. Er umarmte ihn zögernd, spannte die Flügel ganz an und stieß sich vom Boden ab. Percivals warmer Atem strich unsanft über seinen Nacken, der Kopf lag unnötigerweise auf seiner Schulter.
Auf einmal fing Percival an zu schreien. „Runter! Ich will kein Eiszapfen werden!“
Verdammt, er hatte nicht auf die Höhe geachtet. Mit einer Schieflage senkte er die Flughöhe, aber behielt das Tempo bei. Auf richtiger Höhe richtete er sich schließlich wieder aus, ein Schwarm Vögel flog über ihnen. Er sah an sich hinunter, Percival war eingeschlafen, der Kopf lag in der Halsbeuge. In der Ferne war endlich der Berg zu sehen, hinter dem die Hafenstadt lag und damit auch das sichere Terrain Nicolaes.
Etwas schoss an knapp an ihm vorbei. Verwirrt fing er an zu rütteln suchte die Umgebung ab. Eine weiters Geschoss, dieses Mal eine Flügelklemme, flog auf ihn zu. Schnell stieg Saemel höher, Percival krallte ihm panisch seine Finger in den Rücken woraufhin er ihm mit der Faust auf dem Kopf schlug. Zum Glück kannte er alle Geschosse der Dämonenjäger. Kurz überlegte er, Percival loszulassen, bevor er anfing wieder deutlich höher zu steigen. Dann drehte er sich Kopfüber und beschleunigte den Senkrechtflug wie in einem Wettrennen, kurz vor dem Boden drehte er sich ohne Tempo zu verlieren und stieß sich mit dem Fuß wieder vom Boden ab, das Gewicht der Geschwindigkeit wollte ihn in den Boden pressen. Mit diesem Manöver war er in der Lage, seine Geschwindigkeit ohne Mühe um vielfaches zu steigern. Cornilies, Nicolaes kleiner Bruder, hatte ihn mal beim Üben des Manövers beobachtet und entsetzt angestarrt. Cornilies hatte wohl gedacht, er würde in den Boden knallen.
„Wie schnell fliegst du?“, schrie Percival ihn gegen den Wind an. „Ich habe das Gefühl, mein Körper wird zerdrückt!“
Innerlich seufzend zog Saemel ein paar Kreise über der Hafenstadt, um sein Flugtempo zum Landen zu verringern. Wenn er zu schnell Richtung Hauptquartier flog, würde er Probleme mit dem Landen bekommen. Es war schwer, bei den ganzen Türmen und Bäumen gezielt bremsen zu können. Schon oft war er mit Schwung gegen eine Scheibe oder Türe geflogen, weil er nicht rechtzeitig abbremsen konnte. In der Nähe von ihrer WG-Unterkunft ließ er Percival in Bodennähe fallen und flog erneut eine Kurve, ehe er landete. Mit angelegten Flügeln trat er nach Percival ein und lief sofort in sein Zimmer. Es war Zeit, Klavier zu spielen.
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