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new Horizons

von JaneS
Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Schmerz/Trost / P18 / Gen
Chris Fehn Corey Taylor Craig Jones Joey Jordison OC (Own Character) Sid Wilson
04.10.2021
01.12.2021
107
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04.10.2021 4.423
 
Ja, ich kann es nicht lassen. Ben lässt mich noch nicht los, ich muss da noch was fixen, sorry! :-)


Alltag


Es war herrlich ruhig im Haus, zum ersten Mal seit langer Zeit, denn heute hatten die Knirpse einen Arzttermin und zum ersten Mal seit langen Wochen war außer ihm niemand zuhause. Befremdlich, so ganz allein im Wohnzimmer zu sitzen und der Stille zu lauschen war es schon, ihr Alltag als Familie sah ja normalerweise wesentlich turbulenter aus. Doch heute waren alle Vögelchen ausgeflogen und hatten ihn ganz allein zurück gelassen. „Hm.“, brummte er deshalb und lauschte noch einmal in die Stille, ehe er sich auf den Garten besann. Es war Sommer in Kalifornien, nun, eigentlich war es immer Sommer in Kalifornien. Die Sonne schien und wärmte die Luft, das Gras war saftig grün und der Pool glitzerte in der Hitze des Tages friedlich vor sich hin. Am Poolhaus waren alle Fensterläden geschlossen und auch dort lag alles in diese Stille gebettet, war sein Dad ja seit zwei Wochen in Napier und frönte dort der Liebe. „Tja, und was mach ich jetzt so ganz mit mir allein? Das bin ich ja gar nicht mehr gewöhnt. Geh ich Diego ein wenig auf den Sack, der wird sich freuen.“, murmelte Ben und stand auf, um durch die Gartentür zu schlendern, sich eine Kippe anzustecken und gemütlich über den Rasen zu der verborgenen Tür zu schlendern, die Diego vor einigen Jahren hier extra für ihn und die Familie hatte einbauen lassen. Ob die Garcias überhaupt zuhause waren? Nun, tief an der Kippe ziehend und den Zug auch genießend öffnete er nach wenigen Metern die Gartentür und spähte durch den zweiten Garten, auch hier war keine Spur von Leben zu entdecken. „Alle ausgeflogen oder was?“, brummte er und grunzte darüber, denn da hinten, auf dem Sofa hinter der wundervollen Glaswand der Villa saß Amelia und schien eine Tasche zu sortieren, oder Papiere oder was auch immer sie da hin und her räumte. Das verborgene Tor im Zaun hinter sich zuziehend betrat Ben deshalb den Garten und schlenderte am Pool vorbei, hob die Hand und winkte Amelia, die ihn natürlich entdeckt hatte und sich mit ihren Papieren auch verzettelte beim Aufstehen, alles rutschte ihr vom Schoß zu Boden, worüber Ben nur schmunzelte. „Benny, was willst du denn hier? Ich meine, schön dich zu sehen, wolltet ihr heute nicht zum Kinderarzt?“, fragte Amy an der Glasfront angekommen und musterte ihn, Ben hingegen blieb einige Schritt weit weg stehen und zog nochmal an seiner Kippe, nickend und Amy ebenso musternd. „Japp, Lilly und Cobe sind mit den Zwergen unterwegs, da war kein Platz mehr in den Autos für mich. Naja, ich dachte ich geh Diego ein wenig auf den Zeiger, ist er da?“, erklärte er und drückte die Kippe aus, Amy hingegen nickte nun und grinste. „Sie haben dich allein gelassen? Benny allein daheim, oy. Komm rein, Diego ist bei Valeria und zieht die Kleine um, wir wollten in die Stadt und ein wenig bummeln, ich brauch noch einige Sachen für das Babyzimmer.“, bat Amy und streichelte sich den kleinen Bauch, den sie vor sich herschob. Sie sah wundervoll aus mit diesem grauen Kleid und der kleinen Kugel, die Ben beim Betreten des Wohnzimmers auch mal frech antatschte. „Wie geht es dir denn? Und was schaffst du hier für ein Chaos?“, fragte er und grinste über das ganze Papier auf dem Boden, derweil Amy hinter ihm die Tür zum Garten schloss und da auch mal hinsah. „Hm, mir geht es prima, alles ruhig da unten. Und das, das sind die Unterlagen aus dem Club. Ich wollte sie neu einsortieren und hab den Überblick verloren, dann hab ich dich im Garten gesehen und bin erschrocken und tja. Bück dich gefälligst und sei ein Gentlemen, Schwangere dürfen nicht so schwer schuften!“, frotzelte sie und lachte auf, weil Ben nur eine Augenbraue hob und den Kopf schüttelte, sich aber dennoch bückte und ihr mit dem Papierkram half. „Dürfen nicht so schwer… du bist im fünften Monat, ich bitte dich. Lilly hat mit Zwillingen bis zum achten Monat gearbeitet. Warum habt ihr die Papiere denn überhaupt hier, sollten die nicht im Safe des Clubs liegen?“, frotzelte er zurück und gluckste, weil Amy ihm die Papiere abnahm und sich das Chaos auch mal besah. „Zwillinge. Ben, unter uns, ich komm darauf immer noch nicht klar, dass ihr zweimal Zwillinge bekommen habt. Wie macht ihr das nur? Ich hab 2 Racker und bin manchmal abends total durch.“, murrte sie und setzte sich, Ben zog sich den Sessel bei und las eine Abrechnung, die er selbst vor einigen Tagen erst aufgesetzt hatte. Das war sein Job, die Buchhaltung und das Organisatorische des Clubs, hin und wieder half er auch bei den Bestellungen und den anderen Aufträgen. „Diego hat sie mitgebracht und gemeint, er müsse die alten Sachen auslagern und Platz für neue Ordner schaffen. Der Club feiert bald sein zehnjähriges Jubiläum und das wird wohl eine große Sause, damit beginnt dann aber auch ein neues Jahrzehnt in den Unterlagen und ach was weiß ich, ich blicke bei dem Chaos hier wortwörtlich nicht mehr durch.“, seufzte Amy noch hinzufügend und rieb sich wieder den Bauch, Ben hingegen legte die Papiere alle auf den hübschen Glastisch und berührte ihren Bauch wieder. „Man kann alles schaffen, wenn man will. Löckchen, es gibt Tage, da sind wir auch abends durch und fallen nur müde ins Bett, das ist doch ganz normal. Mach das mal alles in die Mappe zurück und leg es zur Seite, ich sehe mir das gleich an und sortiere es. So, durchatmen und entspannen, ja?“, bat er zwinkernd und spürte, wie das Kind sich leicht bewegte unter dem Druck seiner Finger. Amelia bekam einen weiteren Sohn, Diego hielt sein Wort und glich den Frauenüberschuss in der Kinderschar also aus. „Er mag deine Stimme, spürst du es?“, fragte Amy aber mit Blick zu ihrem Bauch und berührte seine Finger da vorsichtig, weil Ben sie großflächiger berührte. „Mhm, ich kann ihn spüren. Hey kleiner Mann, steck ihr mal öfter die Zehen in die Rippen, sodass sie Pausen macht, ja?“, brummte er mit tiefer Stimme und gluckste, weil es gegen seine Hand stupste und Amy brummelnd schmunzelte. „Ha, sieh an, wer da sitzt und meine Reina befingert! Ben, Amigo, mit dir hab ich heute nicht gerechnet, wolltest du nicht mit deiner Fußballmannschaft zum Arzt? Hey mi pequeño angel, zeig deiner Mama mal dein neues Kleid.”, sagte Diego da aber in den Raum kommend und grinste, er trug Valeria auf dem Arm und ließ das Kind runter. Doch statt zu ihrer Mutter zu laufen hüpfte die Maus einmal auf und quiekte ein „Onkel Benny!“, aus, ehe sie auf ihn zugerannt kam und ihm in die Arme fiel. „Hey mein kleiner Spatz, ein wunderschönes Kleid trägst du da.“, grüßte Ben die Dreijährige und ließ sich schmatzen, das Kind hing an ihm und kletterte auch einfach mal frech auf seinen Schoß. „Vorsichtig, und hoch mit dir. So. Diego, hey. Ich wollte dich ein wenig nerven, da man mich allein zuhause gelassen hat, naja, ich dachte ich schneie mal rein und schau, wie die Lage ist. Amy meinte, ihr wolltet bummeln gehen, dann kümmere ich mich mal um das Chaos in den Unterlagen, welches sie hier vorhin angerichtet hat.“, erklärte er und grinste, weil Amy prustete und sich gegen die Stirn tippte, ehe sie sich ihre Tochter besah und über das Kleidchen aus weißer Baumwolle strich. „Ich? Als wenn ich da noch mehr Chaos hätte reinbringen können. Ihr Männer, ihr und eure sogenannte Ordnung, jaha, schieb nur mir die Schuld in die Schuhe.“, frotzelte sie wieder und gluckste darüber, weil Ben und Diego nur nickten und beide zu dem Ordner und der Mappe auf dem Tisch sahen. „Si, wir wollten bummeln gehen und einige Sachen für Jeronimo Junior kaufen. Komm doch mit, machen wir uns einen schönen Tag. Und kaufen wir dir endlich ein drittes Auto, Madre de Dios, dass du mobil bist. Lass das mal liegen, darum können wir uns morgen im Büro kümmern, das eilt jetzt nicht.“, bat Diego aber schmunzelnd, weil Amy nur wieder prustete. „Das Kind wird so etwas von nicht Jeronimo heißen, Diego!“, motzte sie und ließ sich aus dem Sofa helfen, denn da kam Angelina mit Sebastián an der Hand ins Wohnzimmer und sah überrascht zu ihm hin. „Onkel Benny!“, quäkte dann Sebastián auch auf und kam auf ihn zugerannt, mit einem Griff saß klein Diego Nummer Zwei dann auch auf seinem Schoß und hielt sich an ihm fest, die Kinder waren groß geworden. Und schwer. „Hey Krümelmonster Nummer zwei, was seid ihr denn alle so schick angezogen? Hey Gina. Gehst du auch mit bummeln? Dann habt ihr ja auch keinen Platz mehr im Wagen.“, meinte Ben nur und küsste Valeria auf die Stirn, ehe er Gina, Diegos ältester Tochter, die Hand reichte. „Nein, ich bleibe mit Sebastián hier und bringe ihn in einer halben Stunde zur Tagesmutter, ehe mein Unterricht beginnt. Ich hab doch bald meine Aufführung, ich muss noch ein wenig üben.“, erklärte Gina und grinste genauso strahlend, wie Lilly manchmal grinste. Sie war jetzt 17 geworden und tanzte klassisches Ballett an ihrer Schule, Diego nickte hinter seiner Tochter stehend und zwinkerte ihm zu. „Ah, na dann. Auf Mädels und Jungs, gehen wir shoppen, eure Mama braucht bestimmt ein paar hübsche neue Schuhe.“, meinte Ben und darüber lachte Diego leise, weil Amelia sich nur wieder gegen die Stirn tippte. „Halt ja den Rand, du Blödmann von einem Sprachgenie. Weißt du wie es ist schwanger zu sein und Wassereinlagerungen zu haben? Schuhe, ich bin froh, wenn ich meine Füße noch einige Zeit lang sehen kann!“, motzte Amy und gab Diego die Hand, der belustigt darüber an Amy herab sah.

In der Stadt angekommen und bestens gelaunt ließ Ben es sich nicht nehmen und zog Amy natürlich in einen Schuhladen hinein, wo sie ihn nur krallte und sich mit ihm über den Quatsch amüsierte. Und natürlich, zu aller Überraschung, dann auch ein paar flache Treterchen sah, die ihr gefielen und die sie anprobieren wollte. Das Verhältnis zu seiner Adoptivschwester war seit dem Entdecken von Minas Briefen vor etwas mehr als drei Jahren ein anderes geworden, vergessen war der Zank und Zwist, den sie sich in ihren jugendlichen Köpfen abgehalten hatten. Heute war sie seine Schwester, seine beste Freundin und froh, ihn in der Nähe zu haben, das wusste Ben ja. Und wie sie sich verändert hatte an Diegos Seite, das war eine 180 Grad Drehung par Excellence, der stoische Lockenkopf von früher, der immer mit dem Kopf durch die Wand gehen musste war einer reifen, ruhigen und vernünftigen jungen Frau gewichen, die Mutter von bald drei Kindern war und ihren Stand im Leben an Diegos Seite gefunden hatte. „Qué pasa con las mujeres y los zapatos, Ben? Mírala. Al principio no quiere y ahora flota en el cielo.” (Was ist das mit den Frauen und Schuhen, Ben? Sieh sie dir an. Erst will sie nicht und jetzt schwebt sie im Himmel.), murmelte Diego ihm zu und grinste, weil Ben die Schultern zuckte und sich ein paar High Heels besah, die hier im Regal standen. Jesus waren das mörderische Absätze. „Es muy fácil, los zapatos siempre te quedan. Ya sean jóvenes, viejos, gordos o flacos, negros o rubios, los zapatos siempre le quedan bien. Creo que Lilly tiene más de 30 pares de zapatos. Déjala, entonces estará ocupada y podremos fumarnos uno.” (Das ist doch ganz einfach, Schuhe passen immer. Ob jung, alt, dick oder dünn, schwarz oder blond, Schuhe passen immer. Lilly hat glaube ich mehr als 30 Paar Schuhe. Lass sie nur, dann ist sie beschäftigt und wir können eine rauchen.), erklärte er ruhig und brachte Diego damit zum schmunzeln, der Latino schüttelte zeitgleich nur den Kopf und sah zu Amy, die nun Valeria ebenso ihre neuen Schuhe zeigte. “Mi Reina, wir sind vor der Tür und rauchen eine. Lass dir ruhig Zeit, ja?“, sagte der Kerl und zog ihn aus dem Geschäft, Ben hatte die Kippen schon in der Hand und sah dabei die Straße auf und ab. „Hier, Feuer. Kommt ihr zu Ginas Aufführung in zwei Wochen?“, fragte Diego und zog ihn etwas vom Eingang des Geschäfts weg, sodass sie nicht direkt im Trubel der Straße standen. „Ich denke schon, auch wenn ich nicht weiß, wie ich das mit der Betreuung meiner Monsterchen machen soll. Lilly arbeitet im Shop und wenn sie hin will, wird entweder Cobe auf die fünf Musketiere aufpassen oder ich. Ich hab keine Ahnung, wann Dad und Aroha aus Neuseeland zurückkommen und wie das jetzt mit der Vorschule läuft. Max und Emma müssten eigentlich hin, wir warten immer noch auf das Okay dieser Einrichtung. Wann ist die Aufführung denn genau?“, fragte Ben und sah zu Diego, der sein Handy heraus kramte und darauf herumtippte. „Samstag um 20 Uhr, in zwei Wochen. Harmony wird auf Sebastián und Valeria aufpassen, das hab ich schon geklärt. Ich könnte Juan fragen, ob er auf Max und Emma ein Auge haben könnte, mit den anderen Dreien wird es dann aber schwierig. Was müsst ihr denn auch fünf Kinder haben, Ben?“, fragte der Torfkopf ernst und blinzelte ihn an, weil Ben nun grinste und sich die Hände aneinander rieb. „Das Vögeln macht halt so viel Spaß, du Esel. Glaubst du ich hab zweimal Zwillinge in meinem Leben geplant? Nein, lass Juan mal schön in Compton. Ich frag Liss, ob sie vielleicht an dem Abend das babysitten übernehmen könnte.“, antwortete er und zog an der Kippe mit einem frechen Zwinkern im Gesicht, weil Diego nur den Kopf darüber wieder schüttelte. „Das Vögeln macht so viel Spaß sagt er, trocken wie ein Stück altes Brot. Cinco niños. Tan joven y ya con cinco hijos. Aunque tenía 15 años cuando nació Gigi, así que no debería estar hablando demasiado alto.” (Fünf Kinder. So jung und schon 5 Kinder. Obwohl, ich war 15, als Gigi zur Welt kam, also sollte ich nicht so laut mitreden.), brummte der Depp und sah ebenso die Straße runter, hier brummte das Leben in der Innenstadt nur so vor sich hin. „Habt ihr denn noch mehr Kinder geplant?“, fügte der Latino noch an und sah ihn auch ebenso neugierig an, doch Ben zuckte nur die Schultern und schwieg dazu, im Moment war Lilly jeden Tag im Tattooladen ihrer Mutter beschäftigt und teilte sich die Schichten zuhause mit Cobe und ihm selbst auf, sodass sie dann gegen Abend in ihrer Arbeit versinken konnten und Lilly die Nachtschichten mit den Kindern mitmachte. Der Alltag beherrschte sie im Moment zu stark, um über solche Dinge nachzudenken. „Wir planen nichts im Moment, Lilly hat alle Hand voll Arbeit im Tattooladen und arbeitet gern dort, außerdem halten uns die 5 Knirpse ganz schön auf Trab. Im Gegensatz zu euch haben wir keine Teenagerin, die auch mal das Babysitten übernimmt. Max und Emma sind zwar schon sehr selbstständig, aber eben erst 5 Jahre alt. Im Moment halten wir uns eher an strikte Regeln im Tagesablauf als an alles andere. Mal allein zu sein und raus zu kommen ist eine willkommene Abwechslung, um ehrlich zu sein.“, brummte er und sah dem Rauch seiner Zigarette nach, Diego hingegen nickte nur wieder und klopfte ihm dabei auf die Schulter. Ja, Max und Emmchen waren groß geworden, ebenso Jake, der nun in den Kindergarten ging und ja nur ein Jahr jünger war als die Zwillinge. Das Leben hatte sich strukturiert und brauchte eben einen festen Ablauf, anders funktionierte so eine große Patchworkfamilie einfach nicht. „Wann kommen Alejandra und Katarina denn in den Kindergarten? Dann hättet ihr ja wenigstens vormittags mal Zeit zum schlafen, zum essen, duschen oder von mir aus auch fürs Vögeln.“, fragte Diego und zwinkerte ihm nun zu, worüber Ben wieder nur gluckste. „Nächste Woche ist es soweit, erster großer Kindergartentag. Lilly wird sie zusammen mit Jake hinbringen und dann anschließend direkt in den Shop fahren, während ich mich um Max und Emma kümmere und dieser Vorschule mal in den Hintern trete. Vielleicht finden wir dann vormittags auch mal wieder Zeit für die Übungen, ich hab lange nicht mehr mit Cobe trainiert, sieht man auch irgendwie.“, murmelte er und sah an sich herab, Diego schielte ebenso an ihm runter und grunzte. „Ben, estás más entrenado que yo y yo soy un asesino entrenado!” (Du bist trainierter als ich und ich bin ausgebildeter Assassine!), murrte Diego und hob sein Shirt an, vor ihnen kicherten ein paar junge Frauen darüber und tja naja, trotzdem fehlte ihm dieser Ausgleich im Alltag irgendwie. „Was kann ich denn dafür, wenn du alt und grau wirst?“, konterte er feixend und ließ sich zwicken, doch Diego lachte darüber nur gut gelaunt und sah ebenso an sich herab. „Alt und grau? Ich bin doch nicht alt und grau. Meine Damen, bin ich alt und grau?“, fragte der Depp diese jungen Mädels und grinste breit, weil die Schar da vorn an ihnen beiden herabsah und aufgeregt kiekste und schnatterte. „Todo el latino como lo recuerdo. Vámonos de vacaciones a San Felipe, qué les parece? Solo tú y yo, dos botellas de tequila y sin responsabilidad durante dos semanas.” (Ganz der Latino, wie ich ihn in Erinnerung hab. Machen wir Urlaub in San Felipe, was meinst du? Nur du und ich, zwei Flaschen Tequila und keine Verantwortung für zwei Wochen.), brummte er vergnügt und zog nochmal an seiner Marlboro, Diego hingegen flirtete da ganz ausgelassen mit diesen Mädels und nickte darüber. „Aber unbedingt, bin ich sofort mit am Start. Wir hätten damals länger bleiben sollen, du und ich. So schön ein ruhiges Leben im Tageslicht an der Seite meiner Reina auch ist, irgendwie vermisse ich diesen Nervenkitzel ein wenig. Nehmen wir Cobe mit und fahren statt nach San Felipe doch nach Calderitas, das Meer dort ist wunderschön.“, brummte Diego und winkte einer der jungen Frauen, die sich in Bewegung gesetzt hatten und nun wieder aufgeregt kieksten. „Okay, wenn du das mit Lilly und Amy klärst, bitte.“, bat er und lachte nun über Diegos Gesicht, der Kerl sah mit einem Schlag ganz enttäuscht aus. „Naaah ah Ben, musst du mir immer unvermittelt all meine Tagträumereien zerschlagen?“, konterte der Latino und gluckste nun doch, weil sie sich die Hand gaben und Ben nur nickte. „Da kommt Amy, gehen wir lieber und schweigen still.“, bat er und das war die beste Idee, denn Amelia wusste bis heute nicht, was Ben und Diego zusammen in Mexiko alles erlebt hatten und das war besser so, dieser kleine Panther war dafür etwas zu eifersüchtig und nah am Wasser gebaut.

Gute zwei Stunden später setzten sie sich voll beladen mit Tüten und Taschen in einem Café in den Schatten und genossen den Tag, so gut es ging. Amy seufzte schwer, als würde sie all die Taschen tragen und sah dabei zu Valeria, die auf den Stuhl krabbelte und ihrer Mutter ununterbrochen das Ohr abkaute. „Dios, brauchen wir wirklich so viel Zeug?“, fragte Diego, der sich hier neben Ben setzte und in eine der Tüten spitzte, Amy nickte nur und schnaufte wieder schwer. „Wir haben nichts mehr bis auf die Stubenwiege, das Bettchen und die Spieluhr, Liebling. Und ich kann unserem Sohn wohl schlecht die rosa Sachen von Valeria anziehen und ihm Schleifchen in die Haare knoten, oder?“, fragte Amy spitzzüngig und sah zu Valeria hinab, die die Speisekarte des Cafés entdeckt hatte und darin munter herum blätterte. „Ich würde sagen ich schau zuhause mal nach, ob wir noch einiges haben. Aber das dürfte durch die Bank auch alles zu rosa, glitzernd oder zu groß sein. Aber mach nur, er war ja schon ein Querschläger in der Familie, da kommt es auf ein Schleifchen in den Haaren auch nicht mehr an.“, meinte Ben vergnügt und ließ sich von Diego mit einem Wisch die Frisur zerstören, worüber sie beide nur lachten. „Habt ihr denn noch alle Babysachen von den Mädchen? Wollt ihr noch weitere Kinder? Oh Gott Benny, was, wenn das wieder Zwillinge werden? Ihr kommt doch jetzt schon kaum mehr nach!“, frotzelte Amy quer über den Tisch und darüber grunzte Diego nur wieder vergnügt, Ben hingegen sah mal über den Platz hier und strich dabei seiner Nichte sanft über die wunderschönen braunschwarzen Locken, die ihr bis zu den Schultern reichten. „Im Moment planen wir nichts, aber die Kinder werden größer, mobiler und selbstständiger. Mit Sicherheit wird Lilly sich nicht davon abhalten lassen, irgendwann wieder quirlig ums Eck gehüpft zu kommen und zu sagen, dass sie ein Baby will. Du kennst unsere Kleine doch, Amy. Im Moment ist es gut so, wie es ist und wir leben diesen Familienalltag voll aus. Lass das ganz Lillys Sorge sein. Mäuschen, was willst du trinken?“, erklärte Ben und sah mit Valeria in die Karte da hinein, Amy grunzte nur irgendwas unverständliches und Diego blieb still, denn der Latino wollte ebenso weitere Kinder mit Amelia haben, das wusste Ben ja. Auch, wenn Amy sich im Moment etwas quer stellte. „Haben die hier Apfelsaft, Onkel Benny? Ich mag einen Apfelsaft trinken, bitte.“, antwortete Valeria ihm aber, worauf Ben sich nun besann und diese Karte filzte, das Kind sollte seinen Apfelsaft auch bekommen. Doch ehe er zur Antwort ansetzen konnte hielt er inne, blinzelte Diego an und sah sich wieder um, was war das denn für ein Gefühl gerade gewesen? Sowohl Liana als auch Colbey meldeten sich umgehend in ihrer Verbindung zu ihm und fragten stumm, was los sei, doch Ben konnte sich diesen Wirbel auch nicht erklären. Lilly war noch in der Arztpraxis, die lag am anderen Ende der Stadt, was also hatte ihre Verbindung hier gerade so aufgewirbelt? War sein Dad vielleicht in der Nähe? Nein, den Blick wieder über den Platz schweifen lassend sah er niemanden, den er kannte und der eine ähnliche Verbindung zu ihm jemals im Leben aufgebaut hatte, das Gefühl in seiner Brust ebbte auch genauso schnell ab, wie es gerade aufgewirbelt war. „Ben?“, fragte Diego und beobachtete ihn verwirrt aussehend, Ben hingegen sah sich noch einmal verstohlen um und atmete die angehaltene Luft aus, hier roch es ganz sachte nach dem Parfum seiner Mutter, irgendwie. Das konnte doch nicht sein, sie durfte frei sein, durfte wieder Erinnerungen sammeln. Er selbst hatte die Geburt seiner Zwillingstöchter doch erlebt, hatte diese wunderschönen Kinder in der Welt begrüßt, was war das hier für ein Spiel? Lilly schien ebenso ratlos zu sein und war aufgeschreckt, Cobe hingegen blieb ruhig und erklärte ohne Worte in seinem Innern, das Alejandra gerade geimpft worden war und weinte, vielleicht war der Pieks und der damit verbundene Schreck ein kleines Wirbelwindchen in der Verbindung gewesen, ja das könnte sein. „Ben? Amigo, qué pasa? Qué estás buscando? Liana está bien?” (Ben? Mein Freund, was ist los? Was suchst du? Geht es Liana gut?), fragte Diego da und berührte seinen Arm, sodass Ben blinzelte und sich wieder auf das Hier und Jetzt besann. „Ja, ja alles gut. Es war nur ein … keine Ahnung, Alejandra wurde gerade geimpft und hat unsere Verbindung wohl mit ihrem Schreck etwas aufgewirbelt, das hat mich gerade etwas irritiert, sorry. Wo waren wir? Achja, Apfelsaft, du sollst deinen Apfelsaft bekommen, Mäuschen. Was möchtet ihr denn trinken?“, fragte er verwirrt und sah sich doch nochmal um, das war nicht Alejandra gewesen. Die kleine Maus war gerade 3 geworden und hatte noch nicht die mentale Kraft, so in diese Verbindung hinein zu preschen, was war das also gewesen? „Ich trinke glaube ich einen Cappuccino, zeig mir doch mal die Karte, mein Spätzchen. Liebling, möchtest du auch einen Kaffee?“, fragte Amy das Thema rund um ihre Verbindung einfach übergehend, Diego hingegen beobachtete ihn noch immer scharf und blinzelte ebenso über den Platz. „Kaffee klingt wunderbar, mi Reina. Bestellt euch auch was zu essen, ja? Ben, el niño tiene tres años. Dijiste que se necesita fuerza mental para encontrar esa conexión y fortalecerla, entonces, qué te pasa?” (Ben, das Kind ist drei Jahre alt. Du sagtest, dass das mentale Kraft braucht, um diese Verbindung zu finden und zu stärken, also was ist mit dir los?), murmelte Diego ihm zu und berührte ihn wieder am Arm, sodass er dorthin blinzelte und tief einatmete. Diego tat es ihm gleich und roch es wohl auch, dieses Parfum, welches ganz leicht in der Luft hing. „No lo sé, Diego. Algo me acaba de tocar, por así decirlo. Mira a tu alrededor, conoces a alguien aquí? Yo no. Lilly y Cobe están en la práctica con los niños y Mila está con Damian hoy. Mi papá está con Aroha. Esa no era mi hija, yo tampoco lo creo.” (Ich weiß es nicht, Diego. Irgendwas hat mich gerade berührt, sozusagen. Sieh dich um, kennst du hier irgendjemanden? Ich nicht. Lilly und Cobe sind in der Praxis mit den Kindern und Mila ist heute bei Damian. Mein Dad ist bei Aroha. Das war nicht meine Tochter, ich glaub das auch nicht.), murmelte Ben leise zur Antwort zurück und sah dabei zu Amy, die sich aber um Valeria kümmerte und ihrer leisen Unterhaltung gerade keine Aufmerksamkeit schenkte. Lilly war durch die Kinder abgelenkt, nur Cobe rief ihn und fragte, was zur Hölle los sei. Ja wenn er das wüsste! „Wie geht es Mila denn überhaupt, ich hab sie eine lange Zeit nicht mehr gesehen. Ist sie noch mit Damian zusammen?“, fragte Amy aber rein und winkte dem Kellner, Ben hingegen seufzte durch und sah sich nochmal um, dieses fremdartige Kribbeln in seiner Brust war erloschen und nicht mehr auffindbar. „Ja, sie sind noch zusammen und glücklich miteinander. Sie wohnen doch auch zusammen, konzentrieren sich beide im Moment auf ihre Karrieren. Mila studiert Medizin und Damian führt den Gitarrenladen Uptown, ich hab sie vorgestern in dem Laden besucht und die zwei gehen ihren Weg schon, ich hab da Vertrauen.“, antwortete er brav und sah Diego an, der den Blick noch immer schweifen ließ und einen ziemlich angespannten Eindruck machte, ja, aufgeschreckt hatte ihn das auch gerade. „Dije hoy al mediodía que extraño la emoción? Naaah, lo retiro todo. Hast du Hunger, Ben? Hier gibt es gute Burger, essen wir was. Mi pequeña angel, magst du auch etwas essen?“ (Hab ich heute Mittag gesagt, dass ich den Nervenkitzel vermisse? Naaah, ich nehme alles zurück…), brummte Diego erst ihm entgegen, ehe er sich an seine Tochter wandte, Amelia hingegen sah hin und her und dann ebenso über diesen Platz, sie verstand mittlerweile vieles von dem mexikanischen und hatte wohl doch genau zugehört, aber ebenso keine Lösung für dieses Rätsel parat. „Ja, essen wir was, das klingt gut. Mäuschen, verdrückst du heute mal einen großen Burger mit mir? Wie ein Mann?“, fragte Ben an Valeria gewandt und brachte die Maus zum lachen, das lenkte ihn ab und beruhigte die aufgescheuchten Wirbel in seinen Nerven ein wenig.
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