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he wants me.

Kurzbeschreibung
KurzgeschichteAllgemein / P16 / Het
Sebastian Stan
03.10.2021
03.10.2021
1
1.415
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Dieses Kapitel
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Die besten Geschichten fangen meist damit an, dass man eine dumme Wette abgeschlossen hat. Manchmal findet man so auch sein fehlendes Puzzle-teil.
Die Wette war, dass ich unter keinen Umständen jemals in einer dieser Datingshows teilnehmen würde. A; weil ich nicht in das Schema der Damen falle und B; weil ich dauerhaft sarkastisch und gemein bin -somit würde ich schnell rausfliegen oder so unbeliebt sein, dass niemand für mich abstimmen würde. Oder der Mann, der dort seine Partnerin sucht, bestimmt nicht mich auswählen würde.
Für jede weitere Folge würde sich der Wetteinsatz erhöhen als Ansporn für mich.

Ich dachte auch nicht, dass ich ausgewählt werde, aber hier bin ich. In einem Haus voller Fremden Menschen. Rein äußerlich sind hier alle falsch und bei manchen frage ich mich, ob mehr Plastik oder eigenes Körpergewebe in ihren Körpern sind. Ich sehe viel blondes Haar und 95% der Damen haben so eine große Schminktasche dabei, wie meine ganze Tasche groß ist. Kurz fragte ich mich ob ich falsch gepackt habe, aber warum sollte ich hier falsch sein.
Ach ja, ich bin nur für eine Wette hier.
Richtig.
Ich bin hier falsch.
Ups.

Die ganzen Kameras konnte ich gut ausblenden, war auch nichts Besonderes für mich. Eigentlich arbeite ich in einem großen Radiosender und stehe gelegentlich auch vor der Kamera. Die meisten Frauen setzten sich bereits mittags vor den Spiegel, um am Abend gut auszusehen, ich lief gemütlich durch das Haus, sah mir alle Räume an und kochte mir etwas. Eine andere Frau blieb ebenfalls entspannt und gesellte sich zu mir. Wir lernten uns etwas kennen und sie wirkte nicht so falsch wie die meisten anderen. Sie übte einen normalen Beruf im Einzelhandel aus und erklärte ihren Grund, warum sie hier sei. Sie wollte einmal im Leben etwas Verrücktes machen. Wir stellten uns noch bei unseren Namen vor, sie heißt Lili, ich heiße Nafia.

Am Abend war dann jeder schick angezogen, ich vermute manche Kleider hier kosten mehr als meine Miete und ich trug irgendein altes Sommerkleid, welches damals im Sale war. Selbst Lili trug ein deutlich teureres Kleid. Wir sollten dann endlich den Bachelor kennen lernen, er kam auch schnell und viele schrien. Aber ich? Ich war nicht angetan. Gut, damit habe ich ja schon vorher gerechnet.

Er sieht aus wie ein verwöhnter Mann. Jemand der von seinen Eltern alles bekommen hat und nie selbst hart arbeiten musste. Ugh, einfach ein aalglatter Mann. Gar nicht meins.

Es wurde sich vorgestellt, Gespräche wurden geführt, manch eine flirtete schon ohne Scham, während ich in meiner sarkastischen Art und Weise Antworten gab.

Fragt mich bitte nicht wie, aber ich habe die erste Runde überstanden und werde nicht nach Hause geschickt. Auch die nächsten sechs Entscheidungen blieb ich drin, obwohl ich nie irgendwie flirte oder versuche zu gefallen. Ich könnte auch wetten, in den Folgen, die im Fernsehen ausgestrahlt werden, sieht man mich nur in Jogginghose essen, ab und zu ein Bier trinken oder schlafend - was anderes mache ich nicht wirklich…

Es war ein neuer Tag und wir mussten uns für eine Challenge versammeln, doch etwas war sehr komisch. Einer der Produzenten kam zu mir und bat mich um ein Gespräch. Er erzählte, dass ein Managementteam sie kontaktierte und mich unbedingt treffen wollen, aber ich damit von der Sendung ausscheiden würde.
Oh nein, wie schade. Wie traurig.

Ich versuchte mein bestes um traurig zu klingen, ich aber die Gelegenheit, die sich anbot, unbedingt annehmen würde. Als nächstes musste ich etwas unterschreiben und dann ging alles recht schnell. Ich packte meine Tasche, verabschiedete mich kurz und dann stieg ich in das Taxi was mich zu diesem Managementteam brachte. Dachte ich zumindest. Stattdessen wurde ich in ein Hotelzimmer gebracht in welchem ein Mann aus dem Fenster starrte und ich nur seine Rückansicht sehen konnte. Meine Tasche legte ich ab.

„Sind sie der Grund, weshalb ich hier bin?“, frage ich blöd. Der Mann drehte sich um und ich erkannte ein mir bekanntes Gesicht.
Sebastian Stan.
„Und sie sind der Grund, warum ich in den letzten Wochen etwas lachen konnte, sehr erfreut.“, lächelt er plötzlich und reicht mir seine Hand. Ich nahm seinen Handschlag an, doch bekam stattdessen einen Handkuss. Er blickte mich kurz danach mit sehr dunklen, lustvollen Augen an.
„Verzeihung, aber ich bin verwirrt. Was soll das hier werden? Ich habe keine Talente und kann ihnen bei nichts behilflich sein.“, sage ich ehrlich. Sebastian kicherte kurz, nahm beide meiner Hände in seine. „Seit der ersten Sendung wollte ich dich bei mir haben und nicht in der Nähe von diesem komischen Mann. Du solltest an meiner Seite sein.“.

Wird das hier ein Fifty shades of grey oder was? Wir setzten uns auf das Bett und ich sah auf dem kleinen Tisch gegenüber eine Champagnerflasche und zwei Gläser. Gut, den Alkohol werde ich brauchen. Oder die Flasche, falls es in die falsche Richtung geht.

„Die Wahrheit ist, ich finde dich sympathisch. Ich habe die Sendung nur gesehen, weil ich krank ans Bett gefesselt war, aber wegen dir habe ich immer wieder eingeschalten. Ich brauche eine Frau wie dich in meinem Leben und konnte mir nicht die Chance entgehen lassen. Zudem hatte ich den Eindruck, du wolltest gar nicht dort sein, mit all den falschen Leuten. Du verdienst einen Mann mit mehr Tiefe und Erfahrung, der nicht nur dein wunderschönes Äußeres liebt, sondern auch deinen Charakter. Jemand, der dir etwas bieten kann. Lass mich dieser jemand sein.“
Noch nie war ich sprachloser und verwirrter. „Was bedeutet das?“, frage ich leise nach. Ich habe zwar eine Idee, aber das wäre zu verrückt.

„Begleite mich die nächsten Wochen, verbringe Zeit mit mir und ich werde dir zeigen, wie schön die Welt sein kann.“, haucht er und fährt mit seinen Fingern an mein Kinn. „Ich erwarte nichts von dir, was du nicht machen willst. Aber ich würde mich für mein Leben lang hassen, würde ich dich einfach gehen lassen, ohne es zu versuchen.“. Ich spürte seinen Atem an meinem Hals und ich würde lügen, wenn ich es scheiße fände. Nur ich war noch nie in der Situation, dass ein attraktiver Mann mich unbedingt bei sich haben möchte. Ich bin nicht abgeneigt.
Einmal etwas Verrücktes machen…
Vielleicht wird etwas Gutes daraus.

„Entscheide dich bis morgen, Nafia. Ich werde warten.“, lächelt er sanft, nimmt seine Hand von meinem Gesicht und reicht mir eine Karte mit seiner Handynummer und eine weitere Hotelzimmerkarte. „Dein Zimmer ist am Ende des Flurs, ich bin hier, falls du mutig genug bist.“, zwinkert er schnell hinterher und steht auf. Schnell versuchte ich alles zu verarbeiten, die Pro und Contras abzuwägen, bevor mein Entschluss feststand.

„Fuck it, ich bin dabei. Aber wenn du mir zu nahekommst, warne ich dich hiermit vor, ich habe jahrelang Kampfsport gemacht. Und die hier brauche ich jetzt allein. Hol mich zum Frühstück morgen früh ab.“, sage ich, schnappe mir die Champagnerflasche und laufe zur Tür. Sebastian grinste mich an: „Morgen um 8 Uhr hole ich dich ab.“. Ich lächelte noch ein kurzes „Bis morgen.“, nahm meine Tasche und lief in mein Hotelzimmer. Das Licht schalte ich schnell an, gehe direkt ins Bad um zu Duschen und werde von einem riesigen Geschenkkorb begrüßt. Alles was man braucht und noch mehr, von Marken, die ich mir selbst niemals kaufen würde. Das Handtuch war kuschelig weich und nur mit diesem um mich gewickelt, werfe ich meine Tasche auf das Bett. Aber auf dem Bett war eine Notiz, Blütenblätter, Unterwäsche und eine Seidenrobe. Ich konnte nicht widerstehen und zog die Unterwäsche und den Seidenmantel an, betrachte mich im Spiegel und merkte wie mein Selbstbewusstsein stieg. Verdammt sehe ich gut aus!

Grinsend nahm ich die Notiz.
- Ich weiß, du wirst darin unfassbar aussehen. Seb –

Verdammt ja, ich sehe so gut aus, ich würde mich selbst auswählen. Den Champagner trank ich direkt aus der Flasche und durchsuchte das Zimmer nach weiteren Kleinigkeiten. Im Schrank lag eine teure Designertüte mit frischer Kleidung, die passende Schuhe, Schmuck und Handtasche dazu. An was hat Sebastian bitte nicht gedacht? Als ich mich ins Bett legte, speicherte ich schnell seine Nummer ein und überlegte kurz eine gute Freundin anzurufen. Aber sie ist gerade auf einem anderen Kontinent und ich noch immer nicht sicher, ob ich das hier nicht alles träume. Das kann ich auch noch in ein paar Tagen erzählen, wenn ich sicher bin, dass es kein Traum ist.



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Hello, ich hatte die Idee und weiß nicht ob es bei einem Kapitel bleibt oder noch weitere Folgen. Deshalb erst einmal auf pausiert.
Freue mich über Reviews mit Lob, Kritik, lustige Fakten oder anderem. :)
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